Biathlon auf Schalke
30.12.2006

30.12.2006 15:41:22
Sönke Petersen und
seine Leute "gingen fremd"
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Das etwas andere Event

Nur knapp 12 Stunden nach dem Rennen in Exloo starteten Sönke Petersen, der die Spuren des 2. Sturzes immer noch deutlich an seiner linken Hand hatte, und ich von Bad Zwischenahn aus mit dem Bus zur Arena auf Schalke zum Biathlonrennen. Die Organisation durch den Barcardi-Club war hervorragend vorbereitet.

Sönke kennt sich in dieser Materie nicht wirklich aus, für mich war es allerdings ein persönliches Highlight als absoluter Biathlon-Fan. Während er nichts mit den Namen Ole Einar Björndalen oder Michael Greis anfangen konnte, war ich bestens mit meiner Kamera ausgerüstet.

Gegen 14.30 Uhr erreichten wir das Stadion, in dem auch im Oktober der letzte Speedway GP geplant ist. Die strömenden Menschenmassen waren beeindruckend und bevor es in die Halle auf die Sitzplätze ging, wurde das Winterdorf vor der Halle inspiziert.

Wer hier draußen den richtigen Platz ergattern konnte, konnte auch während der Rennen die Stars hautnah vorbeilaufen sehen, wenn sie auf der 1 KM-langen Outdoor-Schleife unterwegs waren.

Der erste Blick in die Halle hinterliess schon einen gigantischen Eindruck, die Menschenmassen waren nun noch überwältigender. Bereist am Nachmittag fanden im Rahmenprogramm die Staffelrennen der Kids sowie die Kombinationen aus TV-Stars und junge Nachwuchsathleten statt. Olaf Henning holte das Lasso derweil raus und 52.000 Fans tanzten auf den Plätzen.

Apropos Plätze, wo ist denn wohl unser Platz? Ah, da oben, nur knapp 10 Reihen unter dem Hallendach. Hui, und das bei meiner Höhenangst. Egal, für dieses Spektakel wird sich mal zusammengerissen.

Mit dem Anschießen kamen dann die Biathlon-Stars das erste Mal in die Arena. Über einen Monitor-Würfel unter der Hallendecke sah man dann die Bilder, die später vom ZDF auch ausgestrahlt wurden. Kollektives Fernsehen sozusagen.

Mit einem Shoot-Out ging es dann endlich los. Von den 12 Teams gingen zunächst die Damen dann die Herren je 5 x liegend, 5 x stehend, 5 x liegend, 5 x stehend in die Anschlag. Die jeweils besten 6 trafen sich dann im Finale wieder, wozu dann das ZDF pünktlich mit der Übertragung ab 17.00 Uhr zugeschaltet war. Lautstark und mit der La Ola Welle vom Publikum unterstützt, brodelte das Blut in den Adern.

Florence Baverel-Robert aus Frankreich siegte in diesem Shoot-Out vor ihrem Ehemann Julien. Und wie bei allen Teams, setzten sich für die Rennen je eine Dame und ein Herr zusammen und liefen, beginnend mit den Damen, zunächst 9 Runden.

Der 3-malige Vorjahressieger Ole Einar Björndalen setzte sich gleich sich mit seiner Partnerin Linda Grubben vor dem französischen Ehepaar in Front. Auch im 2. Teil des Rennes, das nach den Zeitabständen aus den ersten 9 Runden im sogenannten Verfolgungsrennen gestartet wurde, liefen diese beiden Teams um den Sieg.

Mächtig spannend wurde es dann um den 3. Rang. Zu viert gingen die Männer ins letzte Schießen und auf die letzte Runde draußen am Winterdorf vorbei. Die Stimmung war riesengroß, als der Sportler des Jahres Michael Greis dann als erster des Verfolgertrupps wieder in die Arena lief. Hand in Hand mit seiner Partnerin „Silber-Molly“ Martina Glagow sicherten sie sich Rang 3.

Das Ergebnis:

Platz
Team Nat
Zeit
Fehler
1.
Linda Grubben / Ole Einar Björndalen 31,17 min
0/2
2.
Florence Baverel-Robert / Julien Robert +1,06 min
9/2
3.
Martina Glagow / Michael Greis +2,15 min
0/3
4.
Anna Bogaly -Titovets / Dmitri Iaroschenko +2,20 min
2/7
5.
Kathrin Hitzer / Daniel Graf +2,22 min
2/1
6.
Magdalena Neuner / Michael Rösch +2,30 min
7/6
7.
Sylvie Becaert / Vincent Defrasne +2,35 min
1/1
8.
Andrea Henkel / Alexander Wolf +3,21 min
1/6
9.
Tora Berger / Halvard Hanevold +3,27 min
1/5
10.
Kati Wilhelm / Ricco Gross überrundet
11.
Michela Ponza / Rene Laurent Vuillermoz überrundet
12.
Simone Denkinger / Christoph Knie überrundet

Ein absolut geniales Hallenfeuerwerk beendete kurz nach 19.00 Uhr dieses Event, doch eines war für mich schon wieder klar: Auch 2007 wird der Jahreswechsel mit dem Biathlon auf Schalke eingeläutet.

Während Sönke dann mit seiner Truppe ins Winterdorf ging und sich dort von den Menschenmassen fast erdrücken liess, spielte ich Papparazzi und wartete über 2 Stunden vor dem VIP-Haupteingang auf die Stars. Nach 21.00 Uhr wurde die Partymeile für die Promis geschlossen und die Athleten mussten so nach und nach aus dieser einen Tür herauskommen.

Einige Teenies verursachten dabei ein Geschreie, als wäre Tokio Hotel am Start gewesen. Aber im Endeffet wussten sie nicht einmal, wer dort aus der Halle kam, aber Hauptsache schreien!!! Das konnte mir aber natürlich nicht passieren. Bei jedem Weltcuprennen in dieser Disziplin sitze ich vor dem TV – zur Not auch bei Abwesenheit auf dem Receiver programmiert - und schaue mir alles an, was mit dieser Sportart zu tun hat. Olympia vor einem Jahr war natürlich klar das TV-Ereignis für mich.

Im Eingangsbereich der VIP-Halle zog es mächtig, doch waren die Kälte, der heftige Wind und die lahmen Beine vergessen, als ich mit Kathrin Hitzer, Andrea Henkel und auch Michi Greis ein paar Worte wechseln konnte und von ihnen sowie von noch einigen anderen Akteuren meine Fotos bekam.

Immer im SMS-Kontakt mit Sönke trafen wir uns schließlich im Bus wieder, als es gegen 23.00 Uhr wieder zurück nach Bad Zwischenahn ging. Der Sturm in der Nacht war aber so heftig, dass ich mit dem Leben schon fast abgeschlossen hatte, denn war es für den Busfahrer bestimmt nicht einfach, den Bus bei nur noch 80 KM auf der Strasse zu halten. Doch : „Alles wird gut“ und wir sind sicher in den heimatlichen Häfen wieder eingetrudelt.

Mein persönliches Fazit:

Einfach nur genial!!!