Nach 4 WM-Läufen in Russland ging es endlich auf
west-europäischen
Boden weiter und die viel zitierte
"russische Meisterschaft" fand in Assen mit den Grand Prix Läufen 5 und 6 ihre
Fortsetzung. Es gab Gewinner und Verlierer, Sieger und Pechvögel und am Ende
dieser 2 WM-Läufe sieht es an der Tabellenspitze nicht wirklich verändert
aus. 5 Punkte Vor-sprung nimmt der Titelverteidiger Vitaly Chomicevich
mit nach Berlin, doch sind ihm seine Landsmänner arg auf den Fersen. Mit einem
Sprung über
4 Plätze kann sich
Antti AAkko als bester Nicht-Russe nun in der WM-Tabelle behaupten, der mit
einem furiosen Auftritt am Samstag den favorisierten Russen mehr als Paroli
bieten konnte. Auch Franz Zorn überzeugte mit einem sagenhaften Rennen, doch
wurde ihm die FIM-Regelung für den Sonntag zum Verhängnis.
Die deutsche Hoffnung Günther Bauer, seines Zeichens amtierender Vizeweltmeister,
erwischte einen rabenschwarzen Samstag und musste sich mehr oder weniger
dem Defektteufel beugen. Die grossen Gewinner aus Punktesicht waren daher
Dmitri Bulankin, der das erste Mal ausserhalb von Russland ein Rennen bestritt
und Nikolai Krasnikov, die sich beide als Sieger in die Ergebnislisten
von Assen eintragen durften. |
Ohne Tagessieg in Assen immer noch Leader der WM - Vitaly Chomicevich |
Die Athleten werden in der Reihenfolge der
in Assen erzielten WM-Punkte vorgestellt: |
Der sympathische Youngster fährt bereits seit seinem 13. Lebensjahr. Wäre ihm die Knieverletzung beim 1. Grand Prix nicht dazwischen gekommen, würde er jetzt mit Sicherheit viel weiter oben in der WM-Wertung zu finden sein. |
Augen zu und durch im A-Finale am Samstag |
# 4 Dmitri Bulankin / Russland 39 WM-Punkte |
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| Dmitri Bulankin |
Der zweite grosse Punkteabräumer und Tagessieger
heisst Dmitri Bulankin. Wie schon erwähnt kam er das erste Mal aus
Russland raus und hatte mit den nieder-ländischen
Eisverhältnissen noch am Samstag derbe Probleme. Mindestens einen
Meter fuhr er hier im Auftaktheat auf dem Asphalt im Innenfeld und
wurde letztendlich doch zu Recht disqualifiziert, nach dem man ihm
zunächst
den Laufsieg zugesprochen hatte. Fast das gleiche Mahleur passierte ihm
im 4. Durchgang als er |
# 9 Vitaly Chomicevich / Russland 34 WM-Punkte |
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| Nikolai und Vitaly beim klärenden |
Der Weltmeister hatte 2 Zähler auf dem Konto, als
er im 2. Umlauf an 4. Stelle liegend plötzlich übers Eis rutschte. Ein
Highsider hebelte Chomicevich vom Bike und nur dank seiner 3 folgenden
Laufsiege schaffte er als Vorlaufdritter den Einzug ins A-Finale am Samstag.
Hier hatte er keine Chance einen der Podestplätze für sich zu behaupten.
Dieses holte er dann am Sonntag nach, obwohl er erneut in die Strohballen
ging. Es war der letzte Vorlaufdurchgang, als ihm der Weg durch Krasnikov
ausgangs der Startkurve zu eng gemacht wurde. 10 Punkte hatte er bereits
auf dem Konto, doch liess Referee Petr Ondrasik alle 4 Fahrer wieder
zu und Vitaly sicherte sich mit 2 weiteren Punkten erneut den Einzug
ins A-Finale. |
Rivalität zum ärgsten Kontrahenten Bulankin gibt es nicht. "Einer für alle und alle für einen", so Vitaly bei der Pressekonferenz. |
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# 7 Ivan Ivanov / Russland 33 WM-Punkte |
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Ivan Ivanov lag bis zum 3. Durchgang am Samstag
verheissungsvoll im Rennen, doch warf ihn ein Sturz im 12. Lauf aus dem
Kurs A-Finale. Er befand sich am Ende des Feldes, als er ausgangs der
Startkurve der 2. Runde vom Bike abgeschmissen wurde. Mit weiteren 4
Punkten blieb ihm nur ein Platz im B-Finale, welches er mit dem 2. Platz
beendete. Am 2. Tag drehte er ähnlich
wie Bulankin auf und musste sich nur seinem genannten Landsmann zum einen
und Serenius zum anderen geschlagen geben. |
Mit dem 2. Platz im A-Finale schaffte er seine beste WM-Platzierung und nahm insgesamt schon zum 4. Mal auf dem Podest Platz.
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# 6 Antti Aakko / Finnland 33 WM Punkte |
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Fachsimpelei mit Robert Eibl |
Wie jedes Jahr konnte Aakko zumindest an einem der
2 Tage wieder ordentlich aufdrehen. Er gab am Samstag jeweils einen Punkt
an Franz Zorn und Vitaly Chomicevich ab und bestach durch traumhafte
Rennen. Den Sieg vor Augen musste er sich aber im A-Finale Krasnikov
geschlagen geben. Dennoch machte er mit diesem 2. Platz einen gewaltigen
Sprung nach oben in der WM-Tabelle. Tags darauf begann er erneut stark,
doch baute er ab dem 3. Durchgang ab. Mit einem Husarenstück rettete
er sich im letzten Vorlauf vor einem Sturz, als er nach einem bösen
Schlenker schon waagerecht über seinem Motorrad
flog. Punkte gab es für diese Einlage nicht mehr und kam man gerade
noch gegenüber Bauer ins B-Finale. |
Das bessere Abschneiden gegenüber dem Deutschen
brachte ihm die Teilnahme im zweithöchsten
Finale, welches er mit dem 2. Rang beendete.
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Antti machte den grössten Sprung nach |
# 12 Per-Olof Serenius / Schweden 28 WM Punkte |
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"Hallo Turm, was geht jetzt ab?" |
Der alte Mann und das Eisoval - Posa Serenius ist
einfach ein Phänomen
in diesem Sport. Nachdem es bei der Team WM und auch bei den bisherigen
GP-Läufen in Russland nicht wirklich gut klappte, drehte er in Assen
gewohnt stark am Gashahn. Aufgrund eines Ausschlusses am Samstag,
nachdem er mit Tuinstra ins Gehege kam und der Niederländer daraufhin
stürzte,
fehlten ihm an Ende wichtige Punkte. Ob es ohne Disqualifikation am Ende
wirklich gereicht hätte,
sei dahin gestellt, doch stellte er am Sonntag unter Beweis, dass er
auf alle Fälle zu den besten des Abends gehört hätte.
Nur Bulankin und Chomicevich musste er in den Läufen 22 und 32 ziehen
lassen. Eine weitere Disqualifikation im alles entscheidenden A-Finale
traf erneut den Schweden, obwohl dieses vom Referee hätte |
anders entschieden werden müssen: Chomicevich hatte Probleme mit
seinem Fahrgestell und sprang förmlich vor Posa hin und her ehe der
56-Jährige
in der Startkurve der 2. Runde letztendlich in Strohballen landete. Zum
Glück blieb er unverletzt, doch war die Enttäuschung über
die verpasste Chance auf einen Podestplatz sehr gross.
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Volle Konzentration vor dem |
# 11 Juri Polikarpov /Russland 22 WM Punkte |
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| Juri Polikarpov |
Nur einen Laufsieg konnte der russische Mike Tyson am ersten Tag für
sich verbuchen. Mit insgesamt 8 Vorlaufpunkten langte es für ihn am Sonntag
für den letzten B-Finalplatz. Rang 4 im Finale bedeutete den 8. Gesamtrang
und 11 WM-Punkte. Fast identisch verlief das Abschneiden dann am Sonntag.
Allerdings wurden ihm der eingefahrene Punkt zu Beginn nachträglich doch
wieder aberkannt, weil er die Innenmakierung überfahren hatte. |
Innerhalb des russischen Teams macht sich mit dem immer grösser werdenden Youngsterpotenzial ein gewaltiger Generationswechsel breit. Einer, der darunter zu "leiden" hat ist unter anderem auch Juri Polikarpov |
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# 14 Vladimir Lumpov / Russland 20 WM Punkte |
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Als drittplatzierter der bisherigen WM-Wertung kam
der Russe nach Holland, doch war er weit entfernt von dem, was ihm dieser
3. Zwischenrang bescherte.
Über 2 zweite Plätze kam er am Samstag nicht hinaus und fand
sich im C-Finale nur auf dem 3. Rang wieder. Am Sonntag liess er gleich
zu Beginn durch einen Laufsieg aufhorchen, doch folgte diesem ein 4.
Platz und alle guten Voraussetzungen waren wieder dahin. Neben einem
weiteren Laufsieg kam er am Ende auf 9 Vorlaufpunkte und rettete sich
im B-Finale auf den 3. Rang. |
7 Punkte hat er jetzt auf Rang 3 aufzuholen, will er am Ende der WM auf dem Podest stehen. Allerdings liegt ihm Krasnikov mit 2 Pünktchen weniger ganz gewaltig im Nacken und man weiss ja mittlerweile um die gute Form des 18-Jährigen WM-Kükens. |
Noch stehen 2 Läufe in Berlin aus, |
# 1 Franz Zorn /Österreich
18 WM-Punkte |
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| Franky Zorn sorgte für Stimmung |
An der Stätte seines grössten Erfolges
trumpfte Franky Zorn so richtig auf und konnte zumindest für etwas
Stimmung sorgen. 2 Laufsiege waren unter anderem der Garant für
die gute Punktausbeute. Im Rerun des 5. Heats (nach Chomicevichs Sturz)
verlor er allerdings nach einem fast Highsider die gute Platzierung und
fiel in der Zielkurve der 2. Runde von Rang 2 auf 3 zurück. Mit
dem Laufsieg im letzten Durchgang gab er die Vorgabe gegenüber Ivanov,
der ihm den letzten A-Finalplatz hätte streitig machen
können. Aber da dieser "nur" 9 Punkte am Ende aufweisen
konnte, stand Franky nach einer bisherigen totalen Miesere in der dieser
WM-Runde erstmals im A-Finale. |
Die Ernüchterung kam dann aber nach dem neuen
WM-Stand. Da Skabraut komplett aussetzten musste für die Wildcardfahrer
Tuinstra und Bootsma, lag Zorn auf einem der 2 schlechtesten Plätze,
die zum Reservisten gemacht wurden. Diese Situation regte nun aber zu Überlegungen
innerhalb der FIM an, diese Regelung zu ändern. Den Zuschauern und
natürlich
auch Franky blieb so ein 2 tolles Rennen am Sonntag verwehrt.
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Der Blick sagt alles - sch... Regelung |
# 3 Günther Bauer / Deutschland 17 WM Punkte |
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Günther zog schon vor dem Rennen den Kopf ein |
Es sollte einfach nicht sein - es sollte auch schon
in Russland nicht sein und so setzte sich das maschinelle Debakel auch
in Assen fort. Seine Crew schraubte und werkelte was das Zeug hielt,
doch warf ihn die maschinelle Technik aus dem Rennen. Gleich zu Beginn
fiel ihm der Totmacher ab (den er während der Fahrt wieder befestigte),
als er der Asphalt-Aktion von Bulankin ausweichen musste. Zwar bekam
er nach der Disqualifikation des Russen einen Punkt gut geschrieben,
doch schaffte er es auch im 2. Umlauf nicht mehr, als einen Punkt zu
schreiben ehe ein Plattfuss im 3. Durchgang ihn sogar zur Aufgabe zwang.
Erst dann kam ein Laufsieg und ein 2. Platz, was in der Addition aber
nur das C-Finale bedeutete, in dem er sich zwar mit viel Geschick vor
einem Sturz retten konnte, doch nur mit der roten Laterne ins Ziel kam. |
Die halbe Nacht und am Sonntagvormittag schraubten
seine Jungs weiter und er konnte einen Punkt mehr am Ende der Vorrunde
aufweisen. Doch wie schon erwähnt, musste er gegenüber dem
punktgleichen Aakko ins C-Finale, was er dann aber zur Freude aller gewinnen
konnte.
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Hektik und Stress war im Lager von Bauer angesagt |