Roelof Thijs Pokal in Assen,
12.03.2004

Wie jedes Jahr ist Roelof Thijs Namensgeber des international besetzten Rennens in Assen - so auch in diesem Jahr. 24 Piloten aus 9 Nationen stellten sich dem GP-Modus und es gab 24 tolle und interessante Läufe zu sehen. Die russische Abordnung mit Dmitri Chomicevich (Bruder von Vitaly), Danil Ivanov (Bruder von Ivan) und Artem Samorodov standen zum ersten Mal auf dem Eis in Assen und machten am Ende die Podestplätze unter sich aus. Naja fast unter sich - wäre da nicht noch Johnny Tuinstra gewesen, für den es neben dieser Wertung auch um die Wertung des Golden Spikes ging. Mit einem Punkt Vorsprung gegenüber Markus Skabraut nahm er das Rennen auf, doch war Skabraut immer noch angeschlagen von seiner Verletzung aus

Die Gastgeber aus Holland

Erfurt. Es handelte sich dabei zwar nicht, wie zunächst angenommen, um einen Kreuzbandriss, dennoch machte ihm sein Knie gerade nach dem Training am Donnerstag noch arg zu schaffen - auch wenn er sein frühes Ausscheiden nicht darauf zurückführte und dies nicht als Ausrede benutzte.

Aus Deutschland reisten Marian Kreklau, Anton Weber und Reinhard Greisel an, die sich in Szene zu setzten wussten. Weber und Greisel mussten dann auch gleich in der Vorrunde ans Band und während Weber gleich zu Beginn siegte, testete Greisel die Beschaffenheit der Strohballen. René Stellingwerf, Artem Samorodov und Tommy Flyktmann setzten sich in ihren Heats ebenfalls als Sieger durch, während Martin Leitner, Josef Siska, Jimmy Flyktmann und Jan Klatovsky durch 2. Plätze direkt in die nächste Runde fuhren. Für die dritt- und viertplatzierten der ersten 4 Heats blieb dann die 1. Hoffnungsrunde, von denen sich die ersten Akteure dann aber verabschieden mussten.

Weber
Samorodov
T.Flyktmann
Leitner

Lauf 1
9 Anton Weber 1.
16 Martin Leitner 2.
17 Hans v. d. Steen 3.
24 Mark Uzzel 4.
Lauf 2
10 René Stellingwerf 1.
15 Graham Halsall 4.
18 Heinz Göldi 3.
16 Josef Siska 2.
Lauf 3
11 Reinhard Greisel S
14 Thomas Cavigelli 3.
25 Artem Samorodov 1.
22 Jimmy Flyktmann 2.
Lauf 4
12 Tommy Flyktmann 1.
13 Sami Räsänen 3.
20 Jan Klatovsky 2.
21 René Verhoef 4.

Der Schweizer Teamchef Dirk Fricke und seine Jungs - Cavigelli, Reservist Charlie Ebner und Göldi

Nach dem sich Verhoef und Halsall durch die Plätze 1 und 2 im 1. Hoffnungslauf durchsetzten, gab es den 2. Auftritt von Greisel und den 2. Flug in die Strohballen: Mit Respekt nach dem 1. Crash ging der deutsche im 6. Lauf des Abends in die Startkurve, doch griff er in der 2. Ecke zu sehr an. Das Ende war abzusehen, und er crashte erneut in die Begrenzung. Er zog den Schweizer Heinz Göldi dabei mit vom Bike, doch blieben sie beide unverletzt. Als wirklich sportlich faire Geste stellte dann Greisel dem Mann, der mit einer Beinprothese fährt, sein Bike für den Rerun zur Verfügung, da dessen Gefährt in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gegen Räsänen und Uzzel konnte er aber nichts mehr auf dem fremden Motorrad ausrichten und musste sich wie sein Landsmann Cavigelli auf dem 21./22. Rang verabschieden.

Hoffnungslauf 1
17 Hans v.d. Steen 4.
14 Thomas Cavigelli 3.
15 Graham Halsall 2.
21 René Verhoef 1.
Hoffnungslauf 2
18 Heinz Göldi 3.
13 Sami Räsänen 1.
24 Mark Uzzel 2.
26 Reinhard Greisel 4.

Einen Wahnsinnslauf legte Weber anschliesend mit dem 2. Platz hinter Samorodov hin. Nach der Zieldurchfahrt brach allerdings sein Ritzel und die Kette schlug ihn schmerzhaft an den Oberschenkel. Damit waren diese beiden direkt eine Runde weiter, während die Tschechen Klabo II und Siska in einen weiteren Lauf der Hoffnungsrunde mussten. In diesen mussten auch Leitner und Stellingwerf, die gegen die Brüder Jimmy und Tommy Flyktmann aber keinen Weg nach vorne fanden.
Klatovsky und Verhoef retteten sich mit Platz 1 und 2 in die nächste Runde ebenso wie Räsänen und Siska. Bauers "Lehrling" Leitner verabschiedete sich nach einem Ausrutscher in der Startkurve zur 3. Runde.

Der Meister und sein Lehrling
Bauer und Leitner

Lauf 5
9 Anton Weber 2.
25 Artem Samorodov 1.
23 Josef Siska A
20 Jan Klatovsky 3.
Lauf 6
10 René Stellingwerf 4.
12 Tommy Flyktmann 1.
16 Martin Leitner 3.
22 Jimmy Flyktmann 2.
Hoffnungslauf 3
21 René Verhoef 2.
24 Mark Uzzel 4.
20 Jan Klatovsky 1.
10 René Stellingwerf 3.
Hoffnungslauf 4
13 Sami Räsänen 1.
15 Graham Halsall 3.
16 Martin Leitner S
23 Josef Siska 2.

Sweet Sixteen

Samorodov und Ivanov

Nachdem sich nun die ersten 8 Piloten aus der Wertung gebracht hatten, musste das Feld wieder aufgefüllt werden und die sogenannten "Sweet Sixteen" drehten nun ordentlich am Gashahn. Lokal-Hero Johnny Tuinstra, Tommy Björklin, Markus Skabraut, Tjitte Bootsma, Dmitri Chomicevich, Marian Kreklau, Danil Ivanov und Raimo Henriksson betraten das Oval und trafen auf die Vorrundensieger. Das fahrerische Niveau wurde mächtig angezogen und viele Überholvorgänge beherrschten das Geschehen. Tuinstra brachte dabei Samorodov die erste Niederlage bei und auch Weber, der von Rang 4 aus den Laufsieg einfahren konnte, begeisterte das Publikum.

Chomicevich
Skabraut
Björklin
Klatovsky

EM-Vizemeister Chomicevich und Ivanov zeigten in ihren Läufen, dass sie wie ihre in der WM-fahrenden Brüder was verstehen vom Eisspeedwaysport. Kreklau und Henriksson holten sich ebenfalls das Ticket für die nächste Runde, doch gab es noch kein Aus für die übrigen dritt- und viertplatzierten Akteure, da sie noch einem in der K.O.-Runde antreten durften.
Ivanov
Samorodov
Chomicevich

Der mehrmalige Cross-Weltmeister Stefan Eberts drückte Johnny die Daumen

Lauf 7
1 Johnny Tuinstra 1.
8 Tommy Björklin 3.
25 Artem Samorodov 2.
22 Jimmy Flyktmann 4.
Lauf 8
2 Markus Skabraut 2.
7 Tjitte Bootsma 3.
12 Tommy Flyktmann 4.
9 Anton Weber 1.
Lauf 9
3 Dmitri Chomicevich 1.
6 Marian Kreklau 2.
20 Jan Klatovsky 3.
23 Josef Siska 4.
Lauf 10
4 Danil Ivanov 1.
5 Raimo Henriksson 2.
13 Sami Räsänen 4.
21 René Verhoef 3.

Pechvogel Jan Klatovsky

Im 1. Hoffnungslauf dieser Runde setzte sich Klabo super in Szene, fuhr von Rang 3 auf den 1. vor, doch fiel er eine halbe Runde vor der Zielflagge wegen Motorschadens aus. Es war wirklich schade, doch durften sich somit Björklin und Tommy Flyktmann auf einen Platz im nächsten Heat freuen. Für den wegen Bandberührung disqualifizierten Verhoef war das Rennen anschliessend vorbei, ehe der Lauf begonnen hatte. Reservist Charlie Ebner durfte für ihn ran, fuhr aber ohne Wertung - Rang 4 war somit eh sein Aus. Hier setzte Jimmy Flyktmann die Akzente und nahm noch Bootsma mit für den nächsten Heat, während es für den 2. Tschechen Siska ebenfalls vorbei war.

Hoffnungslauf 5
8 Tommy Björklin 1.
20 Jan Klatovsky A
12 Tommy Flyktmann 2.
13 Sami Räsänen 3.
Hoffnungslauf 6
7 Tjitte Boostma 2.
21 René Verhoef T
22 Jimmy Flyktmann 1.
23 Josef Siska 3.
Lauf 11
1 Johnny Tuinstra 2.
3 Dmitri Chomicevich 1.
2 Markus Skabraut 4.
5 Raimo Henriksson 3.
Lauf 12
9 Anton Weber S
4 Danil Ivanov 1.
25 Artem Samorodov S
6 Marian Kreklau 2.

Das direkte Duell der Golden Spike-Führenden Tuinstra und Skabraut endete für den Österreicher mit einer Niederlage. Nach gewonnenem Start holten ihn Tuinstra und Chomicevich ein und kurz vor dem Ziel holte ihn auch noch Henricksson ein. Im letzten Lauf dieses Blocks kam Samorodov zu Sturz. Weber reagierte klasse und konnte gerade noch das Schlimmste verhindern. Doch im Rerun schmiss es ihn selber und er fand sich neben dem Russen, Skabraut und Henriksson in der letzten Hoffnungsrunde wieder.
Hier setzten sich zum einen Samorodov, durch eine Aufholjagd von 4 auf 1, und Henriksson sowie die Flyktmann-Brüder (in 2. gemeinsamen Duell) durch. Das hiess bye bye für Björklin, Bootsma und Skabraut nach je nur 3 Einsätzen und Anton Weber, der sich wirklich sehr gut verkaufte.

Anton Weber zeigte ein wirklich klasse Rennen

Hoffnungslauf 7
8 Tommy Björklin 4.
7 Tjitte Bootsma 3.
5 Raimo Henriksson 2.
25 Artem Samorodov 1.
Hoffnungslauf 8
22 Jimmy Flyktmann 2.
12 Tommy Flyktmann 1.
9 Anton Weber 4.
2 Markus Skabraut 3.
Semi 1
6 Marian Kreklau 3.
3 Dmitri Chomicevich 1.
2 Artem Samorodov 2.
22 Jimmy Flyktmann 4.
Semi 2
4 Danil Ivanov 1.
1 Johnny Tuinstra 2.
5 Raimo Henriksson 3.
12 Tommy Flyktmann 4.

Jimmy und Tommy Flyktmann

3 Russen traten an, 3 Russen kamen durch die Plätze 1 und 2 in den Halbfinals ins grosse Finale. Den 4. und letzten Platz konnte sich Johnny Tuinstra durch einen tollen Lauf sichern, der jetzt schon als Golden Spike Sieger feststand. Die schwedischen Brüder fanden sich im kleinen Finale wieder und trafen hier zum 3. Mail aufeinander. Neben ihnen nahmen aber noch Kreklau und Henriksson am Startband Platz.

Kleine Finale
6 Marian Kreklau 1.
22 Jimmy Flyktmann 3.
5 Raimo Henriksson 2.
12 Tommy Flyktmann 4.
Grosse Finale
3 Dmitri Chomicevich 1.
25 Artem Samorodov 4.
1 Johnny Tuinstra 3.
4. Danil Ivanov 2.

Marian Kreklau Platz 5
Raimo Henriksson Platz 6

Im kleinen Finale konnte sich der Dritte der DM Marian Kreklau am Ende durchsetzten. Vor Henriksson sowie Jimmy und Tommy überquerte er die Ziellinie und nahm den 5. Gesamtrang ein. Im grossen Finale hiess es dann Russland gegen Johnny. Während sich Chomicevich und Ivanov an der Spitze tummelten, machte sich der Niederländer an Samorodov. Sein Einsatz und Kampfgeist wurde am Ende mit dem 3. Rang belohnt. Und den 20cm vergoldeten Spike gab es bei der Siegerehrung obendrauf.

Platz
#
Name Nat
1.
3
Dmitri Chomicevich Russland
2.
4
Danil Ivanov Russland
3.
1
Johnny Tuinstra * Holland
4.
25
Artem Samorodov Russland
5.
6
Marian Kreklau Deutschland
6.
5
Raimo Henriksson * Finnland
7.
22
Jimmy Flyktmann Schweden
8.
12
Tommy Flyktmann Schweden
9-10
2
Markus Skabraut * Österreich
7
Tjitte Bootsma * Holland
11-12
9
Anton Weber Deutschland
8
Tommy Björklin * Schweden
13-14
13
Sami Räsänen * Finnland
23
Josef Siska Tschechei
15-16
21
René Verhoef * Holland
20
Jan Klatovsky * Tschechei
17-18
15
Graham Halsall * Engalnd
10
René Stellingwerf Holland
19-20
16
Martin Leitner * Österreich
24
Mark Uzzel * Engalnd
21-22
18
Heinz Göldi * Schweiz
14
Thomas Cavigelli * Schweiz
23-24
11
Reinhard Greisel Deutschland
17
Hans van der Steen Holland
25
26
Charlie Ebner Schweiz
* Golden Spike Teilnehmer

2. Ivanov - 1. Chomicevich - 3. Tuinstra

Thomas Schiffner überreicht den
Golden Spike an Johnny Tuinstra

Endstand Golden Spike Serie 2004
      Flims Erfurt Assen  
Platz Name
Nat
30.01. 28./29.02. 12.03. Pkt
1. Johnny Tuinstra Holland 17 15 20 52
2. Markus Skabraut Österreich 20 11 15 46
3. Jan Klatovsky Tschechei 15 9 9 33
4. Raimo Henriksson Finnland N 13 17 30
5. Tommy Björklin Schweden N 17 11 28
6. Sami Räsänen Finnland 8 8 10 26
7. Tjitte Bootsma Holland N 10 15 25
8. Martin Leitner Österreich 10 7 6 23
9. René Verhoef Holland 13 N 9 22
10. Graham Halsall Engalnd 9 5 7 21
11. Robert Eibl Deutschland N 20 N 20
12. Heinz Göldi Schweiz 11 3 4 18
13. Thomas Cavigelli Schweiz 6 6 4 16
14. Mark Uzzel Engalnd 5 N 6 11
15. Robert Irving England 7 N N 7
16. Andreas Roth Deutschland N 4 N 4
17. Roger Newton Engalnd 4 N N 4
18. Jochen Reischmann Deutschland N 2 N 2