Grasbahnrennen in Balkbrug NL,
12.04.2004

Neues Outfit nicht nur auf dem Bike...

Grosse Preisfrage: Wer ist das?
Zumindest schaffte dieser Akteur aufgrund eines Trainingssturzes nicht die Quali für den Angriff auf den Bahnrekord. Zudem verletzte er sich noch am rechten Daumen und schien in der Vorrunde auf Sicherheit zu fahren, um im doppelten A-Finale dann zuschlagen zu können.
Na, schon eine Vermutung?
Das Grasbahnrennen in Balkbrug sollte sein erstes in diesem Jahr sein, nachdem er schon wieder etliche Speedwayrennen auf der Insel fuhr. In den letzten 2 Jahren ging er auf der Langbahn mit französischer Lizenz an den Start.
Jetzt musste der Gulden aber gefallen sein! - Genau: Theo Pijper

Den Bahnrekord machten andere unter sich aus. Nachdem man Enrico Janoschka fälschlicher Weise zunächst nicht nach seinem Trainingsergebnis mit im Aufgebot hatte, bewies der 28-Jährige nach der Klärung und Korrektur, dass er zu Recht im Rennen gegen die Uhr starten musste. Er fuhr als einziger der 4 Piloten eine Zeit unter 18 Sekunden und verbesserte gleichzeitig auch seinen eigenen Rekord auf dieser Bahn.
1. Enrico Janoschka
17.78 Sec
2. Matten Kröger
18,19 Sec
3. Maik Groen
18,53 Sec
4. Harm-J. Renkema
18,81 Sec

Wie auch schon im Bahnrekord dominierten die deutschen Vertreter das Fahrerfeld. Janoschka siegte gleich in 2 Läufen und konnte nur durch einen Motorschaden im 3. Durchgang gestoppt werden. Kröger machte seinerseits seinen 2. Laufsieg klar und stand nun mit 14 Zähler an der Spitze vor den letzten 2 Vorläufen. Der durch die Trainingsverletzung angeschlagene Pijper hielt dennoch Anschluss mit 13 Zählern, ehe Janoschka trotz des Ausfalles immer noch auf Rang 3 der Zwischenwertung platziert war. Der junge Brite Matt Read punktete zwar nur 2x und kam dadurch auf 9 Zähler, doch konnte er sich Hoffnungen auf das Finale machen, denn schrieb Maik Groen zwar ebenfalls 9 Zähler, war aber nicht in der Form, in der man ihn eigentlich kennt. Antonin Svab komplettierte die Top 6 zunächst mit 7 Punkten und das noch vor seinem Landsmann (und Dolmetscher) Zdenek Schneiderwind, der es nur auf 6 Zählern bei einem Ausfall brachte.

Pijper war gehandicapt

Kröger schrieb in seinem letzten Vorlauf erneut 5 Punkte und blieb auch an der Spitze der Vorrunde. Janoschka blieb ihm auf den Fersen und kam mit diesen 14 Zählern sicher in die Endlaufrunde. Erik Eijbergen, der für den entschuldigten Ralf Strack ins Feld kam, folgte Janoschka ehe erst jetzt Pijper ins Ziel kam. Die Punkte langten aber trotzdem und da im Finale alles wieder bei Null Zählern beginnt, war es auch egal. Maik Groen konnte im anderen Heat dieses letzten Durchganges erstmals siegen und schrieb nun auch 14 Punkte. Read vermasselte sich durch einen Ausrutscher den Einzug ins Finale, den jetzt noch Schneiderwind mit einem 2. Rang hinter Groen erreichte. Kollege Svab war der letzte Kandidat, der im Finale stand.
Der eigentlich gut aufgelegte Harm Jannes Renkema verhakte sich kurz nach dem Start des 5. Laufes dieser Konkurrenz mit Antonin Svab und stürzte spektakulär. Nach der Untersuchung tauchte er mit einem Schlüsselbeinbruch und einer Gehirnerschütterung wieder im Fahrerlager auf. Wäre ihm dieses Mahleur nicht passiert... wer weiss, vielleicht hätte er auch im gesplitteten A-Finale gestanden, denn schrieb er bis zum Sturz schon 5 Zähler.
Gute Besserung!

Das erste Finale stand an und Pijper machte die Pace. Er fuhr einen klaren Start-Ziel-Sieg heraus und hatte die halbe Miete schon einmal im Sack. Janoschka unterstrich seine Leistung und belegte Rang 2 vor Groen. Erst jetzt folgte Kröger, der eine Erklärung für diese Platzierung hatte: "Bei dem Bahndienst hat die Walze das Wasser heraus gedrückt und ich bin auf eine nasse Stelle geraten. Ich hatte dabei noch Glück, dass ich auf dem Bike blieb und mich keiner runtergefahren hat." Kröger schüttelte es auch mächtig durch bei diesem Schlenker eingangs der 2. Runde, doch obwohl er bei dieser Aktion von 2 auf 4 zurückfiel, war noch nicht alles verloren. Schneiderwind und Svab blieben derweil Statisten.

In Punkto Statisten änderte sich zumindest bei den Tschechen im 2. Endlauf auch nichts, auch wenn sie diesmal in anderer Reihenfolge ins Ziel kamen. Interessant war es an der Spitze, denn bei Punktgleichheit sollte der letzte Lauf ausschlaggebend sein. Pijper war an der Spitze wieder auf und davon und wurde von Kröger verfolgt. Auf Rang 3 fuhr Groen, der Janoschka im Nacken hatte. Der Güstrower fand sich zwischenzeitig sogar auf dem letzten Platz wieder, nachdem er in der Startkurve eingekeilt wurde. Pijpers Sieg mit 10 Punkten stand nun endgültig fest, doch hatten die beiden Deutschen und auch Groen nun jeweils 6 Finalpunkte. Nach Auslegung des Reglements ging Rang 2 dann an Kröger, 3 an Groen und für Janoschka blieb der enttäuschende 4. Rang übrig, obwohl er eine bessere Platzierung verdient gehabt hätte.

# Name Nat 1 2 3 4 5 6 7 8 Pkt 1. Fin 2. Fin Pkt Platz
7 Theo Pijper Niedelande   4 5     4 2   15 5 5 10 1.
1 Matten Kröger Deutschland 5     4 4 5 5   19 2 4 6 2.
4 Maik Groen Niedelande 2   4     3   5 14 3 3 6 3.
12 Enrico Janoschka Deutschland   5   5   A 4   14 4 2 6 4.
2 Antonin Svab Tschechische Republic 1   3   3     3 10 0 1 1 5.
10 Zdenek Schneiderwind Tschechische Republic   3   3 A     4 10 1 0 1 6.
3 Matt Read England 4     0 5   S   9       7.
9 Marius Rokeberg Norwegen   2 1   4     1 8       8.
8 Erik Eijbergen Niedelande   1 1 1   1 3   6       9.
11 Jim Groen Niedelande   0 2     2   2 6       10.
6 Harm J. Renkema Niedelande 3     2 S     N 5       11.
5 Tim Korneliussen Dänemark 0   0   2   1   3       12.

2. Matten Kröger - 1. Theo Pijper - 3. Maik Groen

Im Rahmenprogramm gingen unter anderem die nationalen Solisten und die internationalen Gespanne an den Start. Während Dirk Fabriek nur einen Zähler an den zweitplatzierten Wouter Duursema abgeben musste und René van Weele Rang 3 im Endklassement belegte, fuhren die Geschwister Matthijssen 4 x ans Band und sahen auch 4 x als erstes die Zielflagge. Mark Detz und Gerard Eelsing sowie der erst 15-Jährige Sven Holstein und Henk Scheper folgten aufs Podest.
Solisten National
1. Dirk Fabriek 6 7 7 20
2. Wouter Duursema 7 6 6 19
3. René van Weele 4 5 5 14
4. Sjoerd Rozenberg 5 4 4 13
5. Andy Korterink 3 3 1 7
6. Henk Stam 2 2 3 7
7. Wim Kruit A 1 2 3
8. Richard Vosdingh 1 A A 1
Gespanne International
1. Matthijssen/Matthijssen 5 5 5 15*
2. Detz/Eelsing 5 4 4 13*
3. Holstein/Scheper 4 2 3 9*
4. Wierenga/Medendorp 3 3 3 9*
5. Schuurmann/Auwema A 4 5 9*
6. Bruins/Arling 4 3 4 11*
7. Goodwin/Martin 3 5 A 8
8. De Rooy/Mollema 1 2 2 5
9. Pastoor/Dijkstra 1 0 2 3
10. Hoekstra/Auwema 2 1 A 3
11. Kluin/Boer 2 0 A 2
12. vd Werff/v Dijk 0 1 A 1

Platzierung nach dem Einlauf im Endlauf