Langbahn WM Lauf 1 in Bielefeld,
13.06.2004

Es sollte nicht sein...

Dichtes Gedränge und den Wassermassen Herr werden war angesagt, als es begann zu regnen
Die diesjährige Langbahn WM scheint unter keinem guten Stern zu stehen, denn verletzten sich im Vorfeld schon u.a. Matten Kröger und Robert Barth. Für Matten ist die reelle WM-Teilnahme damit ausser Reichweite geraten und er hat nur die Möglichkeit, sich über die Last Chance-Heats, sofern er nominiert ist, WM-Punkte er ergattern. Weltmeister Barth hingegen war nach seiner Handverletzung, die er sich 10 Tage zuvor in Teterow zugezogen hat, doch noch nicht fit und er musste kurzfristig absagen. Mit einer eMail, die er zum Veranstalter sendete, liess er aber alle herzlich grüssen, während Antonin Svab aufgrund einer schweren Oberschenkelverletzung auch am Eröffnungsrennen gar nicht erst teilnehmen konnte. Noch mit den "frischesten" Blessuren trat Ralle Löding zum 1. WM Lauf an,

Aus der Grasbahn wurde eine Schlammbahn und machte das Befahren unmöglich

nachdem er nur 2 Tage zuvor in Altrip eine Gehirnerschütterung und Prellungen davon getragen hatte. Auch Kelvin Tatum, der Altrip wegen grossen Rückenprobleme sogar absagen musste, war nicht 100%ig fit. Matten, Ralle und auch Kelvin fühlten sich aber soweit okay und wollten das Beste aus dem Rennen machen.
Es musste im Abnahmezelt viel diskutiert werden und vor allem eine Lösung her



Für den Veranstalter DMSC Bielefeld war es der 3. WM Lauf in Folge und während die WM Läufe 2002 und 2003 unter guten Wetterbedingungen zeitplanmässig ausgetragen werden konnten, hiess die Wettervorhersage für den Samstag "wechselhaft mit Schauern". Noch bei schönsten Sonnenschein konnte das WM-Training pünktlich um 13.00 Uhr starten und auch das Rahmenprogramm mit den I-Lizenz Gespannen und B-Lizenz Solo zog das Training und die geplanten 1. Läufe vor dem offiziellen Start durch. Doch mit der letzten Zieldurchfahrt kamen die ersten Regentropfen, die sich in riesige Schauer und sogar Hagel über längere Zeit hinzogen. Die Grasbahn mit dem lehmigen Untergrund konnte den Wassermassen nicht Stand halten und man berief ein Fahrermeeting nach dem anderen ein, bis man sich darauf einigte, das Rennen für den Samstag zu canceln. Man einigte sich auch schweren Herzens darauf, das Rahmenprogramm am Sonntag dann nicht mehr starten zu lassen und so erhielten die jeweils drei Erstplatzierten der jeweiligen Klassen am Abend im Festzelt ihre Pokale.
Es hatte wirklich keinen Zweck, denn selbst wenn man die Bahn wieder in den Griff bekommen hätte, bei jetzt wieder strahlendem Sonnenschein, hätte man die Läufe nicht mehr unter Tageslicht beenden können. Der neue Plan hieß also: 11.00 Uhr Sign on der Fahrer - 12.00 Uhr Warm up - 13.00 Uhr Start. Für den zweiten ungewollten zusätzlichen Renntag musste nun viel organisiert werden angefangen z.B. bei den Johannitern, die sofort zusagten, einen Unfallarzt, der in Essen aufgetrieben werden konnte, die Werbung durch Radio und Internet, um wieder Zuschauer ins Stadion zu locken und und und.

 

Zwar bemühte man sich schon am frühen Sonntagmorgen die Bahn befahrbar zu machen, doch fehlte es an den zugesagten Gerätschaften und man probierte in Zusammenarbeit mit den Aktiven mehrere Varianten aus, der Bahn Paroli zu bieten. Wieder trafen sich Akteure und Offizielle zu mehreren Meetings ehe eine Bahnbegehung mit allen Beteiligten noch einmal für Klarheit schaffen sollte. "Achtung, der Hukelmann kommt", hiess es, als Teambetreuer Josef Hukelmann nun selber auf einem Traktor Platz nahm und über die Bahn fegte. Mit dem Abtragen der oberen schlammigen Grasschicht zeigte die Bahn innen schon griffiges Potenzial, während es aussen immer noch zu rutschig war. Mit der letzten Zusammenkunft einigte man sich jetzt endgültig und setzte den Zeitpunkt von 15.00 Uhr für ein 4 minütiges Warm Up pro Gruppe fest. Die Zeit, bis dahin reichte dann aus, um die Bahn gleichmäßig griffig zu bekommen und die Sonne tat ihr Übriges zum letzten Abtrocknen der Bahn.

Diese nochmals zweistündige Zeitverschiebung nach hinten rief nun aber einige aufgebrachte Fans auf den Plan, die sich durchs Internet informierten und auf einen Start um 13.00 Uhr pochten. Dass es nicht um 13.00 Uhr los gehen konnte, lag zum einen zwar an den fehlenden Gerätschaften, doch konnte man nichts ändern und die Fans mussten doch einsehen, dass die Bahn zu diesem Zeitpunkt noch unbefahrbar war. Dass das Oval aber später besser vorbereitet war, als erhofft oder gedacht, konnte man schon an einigen Zeiten des Warm Ups erkennen, die schneller waren, als die aus der Trainingseinheit am Samstag. Grosses Lob verteilten daher die Piloten, die sich auf diese neue Situation gut einstellen konnten.


Ab 15.00 Uhr ging es dann aber endlich und lang ersehnt los

Um es aber vorweg zu nehmen:

Im 5. Lauf kam es leider zum einzigen Unfall des Tages. Ralle Löding, der im 1. Lauf in Führung liegend Probleme bekam und zunächst von 1 auf 4 zurückfiel ehe er ganz die Segeln streichen musste, wurde in der 2. Ecke von Uppie Bos das Vorderrad weggefahren. Sie verhakten sich und kamen spektakulär zu Sturz. Der dahinter fahrende Katt hatte keine Chance und krachte in die fliegende Maschine und flog ebenfalls erschreckend zu Boden. Die Startnummer 13, die Katt aus Punktesicht kein Glück brachte, war aber in dem Sinne eine Glücksnummer, da er mehr als Glück hatte, und sich vermutlich "nur" einen Handbruch und eine Bänderverletzung im rechten Knie zuzog (was aber schon schlimm genug ist).

Katti beschrieb nach dem Rennen den Unfall aus seiner Sicht:
Katti, du bist unverschuldet in einen Unfall verwickelt worden - Hand kaputt - Knie kaputt. Wie ist dieser Unfall aus deiner Sicht passiert?
Uppie und Ralle haben sich verhakt und sind dann gestürzt und im letzten sah ich Ralles Bike in meiner Kopfhöhe fliegen und ich habe nur gedacht, wenn du da jetzt rein fährst, ist dein Kopf ab. Ich habe echt Glück gehabt, im Grunde genommen bin ich sogar heile geblieben bis auf die Hand und das Knie. Aber im Prinzip bin ich einfach nur froh, dass ich überhaupt noch stehe.

Du hast erst versucht am Rerun teilzunehmen, doch kam noch einmal die Unterbrechung, weil der Rennarzt mit Ralle und Uppie ins Krankenhaus gefahren war.
Ja das war eine Situation.... Es war zwar keine Gehirnerschütterung aber irgendwie was vom Adrinalinstoss her, dass ich wieder fahren wollte. Ich dachte erst, du probierst es noch einmal, aber ich habe gemerkt, dass es nicht geht. Und ich denke auch mal, dass es die richtige Entscheidung war.
Auf jeden Fall, denn die Hand wird immer dicker und du hast auch was am rechten Knie.
Ich tippe mal, dass es die Innenbänder sind. Ich gehe aber auf alle Fälle noch in die Klinik und lasse das mal röntgen, um zu sehen, was damit ist. Und dann werde ich eine Entscheidung treffen müssen, wie es weitergeht.

Katti - ich wünsche dir gute Besserung

Ralle kam so gesehen auch noch einmal mit dem blauen Auge davon, auch wenn er nun das 3. Mal innerhalb von 8 Tagen auf den Kopf gefallen war und sich Prellungen zugezogen hatte. Man brachte ihn ins Krankenhaus, wo man eine schwere Gehirnerschütterung und eben wieder Prellungen feststellte, doch konnte er wohl noch am Abend mit seinem Team die Heimreise antreten, so wie es am nach Rennende hieß. Schlimmer hingegen erwischte es den Niederländer, der als Sturzverursacher disqualifiziert worden war. Die Verletzung mit einem Serien-Rippenbruch hätte aber eh keinen weiteren Start zugelassen und so musste Bos ebenfalls sofort ins Krankenhaus. Noch muss Uppie einige Tage in Bielefeld bleiben, denn sind die Schmerzen noch zu gross. Doch hofft er auf baldige Heimreise, so Janet Huisman, die so eben Speedway.org eine Nachricht hinterlies. Speedway.org wünscht diesem Trio gute Besserung!!!!