"Da hast du aber Schwein gehabt...", grunzt das
Schweinchen, dass Tommy Stange nach seinem furchtbaren Sturz in Diedenbergen
von einem Fan geschenkt bekam. Der 19-Jährige, der 2 Tage vor dem Rennen
in Brokstedt die Freigabe vom Arzt erhielt, konnte erstmals
nach seinem Unfall wieder an einem Rennen teilnehmen. Für ihn persönlich
lief es nicht schlecht, doch hätte sein Mannschaftskollege Ronni Weis
auch lieber ein Glücksschweinchen an seinem Bike haben sollen: Leider
gab es auch in Brokstedt wieder einen verheerenden Crash, in dem dann
auch noch wieder ein Fahrer des MSC Diedenbergens verwickelt war. Ronni
Weis kam dabei leider nicht so glimpflich davon wie Tommy mit seinem
Daumenbruch. |
Ein Schweinchen auf Speedwaykurs |
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Tommy ging nach seinem Crash das erste Mal wieder ans Band. War es für Ronni das letzten Rennen? |
Es war 11. Lauf, in dem Olchings Raimund Schön
den Reservisten Robert Kral einsetzte. Mit in diesem Lauf waren auch
Mirko Wolter, Danny Knakowski (als Reservist für Güstrow) und
eben Ronni Weis. Mit dem 2. Einsatz im 3. Durchgang nahm Ronni auf der
Aussenbahn Platz und kam mit Schwung aus der Kurve. Er machte viele Meter
und befand sich auf der Startlinie zur 2. Runde im Begriff, an Kral vorbei
zu ziehen. Krals Kette riss aber just in diesem Moment und
wurde abrupt langsamer. Ronni hatte keine Chance zu reagieren, geschweige
denn, auszuweichen und fuhr mit seinem Bike aufs Hinterrad von Kral.
Dabei hob sein Bike ab und wirbelte den Meißener 3 Meter in die Luft.
Nach einem fast unendlich erscheinenden Flug schlug Ronni viele Meter
weiter erst auf der Bahn wieder auf, überschlug sich noch mehrmals
und das Stadion verstummte nach den ersten Schreien. |
Ohne zu wissen, was passiert war, lag Ronni
auf der Bahn und wurde selbstverständlich sofort ärztlich
untersucht. Mit Schmerzen in der Schulter und weiteren argen Verletzungen
brachte man ihn ins Krankenhaus nach Neumünster.
Nach Rennende konnte Team-Manager der Diedenbergener Hans Stange mit
seinem Mechaniker telefonieren. Die gute Nachricht war, dass die Crew
Ronni mit nach Hause nehmen könne - die Schlechte: er muss zu Hause
sofort operiert werden. Ein Trümmerbruch am Schlüsselbein und ein Trümmerbruch
an der Fusswurzel sind wohl die schlimmsten Verletzungen, die der 2.
Vorsitzende des MC Meißens davon getragen hat.
Speedway.org wünscht gute Besserung und Toi Toi Toi - Kopf hoch, Ronni !!! |
Für die Diedenbergener bedeutete dies eine ganz
neue Zusammensetzung für das am nächsten Tag stattfindende 4. Liga-Rennen
in Wolfslake. Aber nicht nur für die Hessentruppe verlief dieser Renntag
völlig
daneben, nein, auch für die Hausherren um Matten Kröger
meinte es der erste Durchgang nicht gut. Dabei fing es grad so grandios durch Stephan Katt an, der gleich zu Beginn einen Start-Ziel-Sieg unter anderem auch über Tomasz Bajerski aufs Parkett zauberte. Der Pole sicherte den Olchinger demnach den 2 Rang vor seinem Landsmann Robert Miskowiak, auf den Hans Stange grosse Hoffnung setzte, und Michael Möller. Auch im 2. Lauf war wieder die Helmfarbe rot, die den Gastgeber kennzeichnet, in Person von Charlie Gjedde weit in Front, als er in der 2. Runde wegen Methanolmangel ausfiel!! Somit sicherte sich Jörg Pingel, der vor dem ersten Auftritt der Güstrower keine Ahnung hatte, wie das ausgehen sollte und wie das Team überhaupt stehen würde, den Laufsieg vor Tobias Kroner (als Reservist für Tommy Stange) und Hans Jörg Müller. |
Catman setzte zum Titel "bester Fahrer seines Teams" an |
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Jörg zog den Hut vor Mattens Maschinenbeherrschung |
Im 3 Lauf lieferten sich Mirko Wolter für die
Wikinger und Martin Smolinski für Olching einen klasse Fight um
den ersten Platz. Zu Beginn der letzten Runde konnte Wolter die Führung
erobern , doch gleich darauf sprang ihm die Primärkette ab und er
hatte noch Glück,
dass Smolinski vorbei kam. Soviel Pech gleich mit 6 Punkten Verlust
zu bezahlen war schon sehr arg, doch es gab noch einen Malheur-Kandidaten.
Smolinski gewann im übrigen diesen Lauf dann vor Steffen Mell und
Jörg
Tebbe. Matten Kröger sah aus, als wollte er die bereits verlorenen
Punkte in einem Lauf wieder rein holen, doch erwischte er ausgangs der
4. Ecke ein so bösen Auftsteiger, dass er zum einen froh sein konnte,
sein Bike unter Kontrolle zu kriegen, er aber zum anderen von Rang
1 auf Rang 3 zurück fiel.
Ob Team-Weltmeister Peter Karlsson Matten auch im Normalfall hätte
holen können, sei dahin gestellt, doch der Schwede sicherte für
Güstrow 3 Zähler
vor Michael Hertrich, Matten und Weis. Soviel Pech in einem Durchgang
gibt es doch gar nicht, dachten sich bestimmt die Fans die auf 7-8 Zähler
kamen, die die Brokstedter schon mehr auf dem Konto hätten haben
können. |
Es waren schon jetzt wahnsinns spannende und packende Läufe und es versprach ein knappes Ergebnis zu werden |
Von ganz hinten holte Wolter im 3. Heat Schwung und fuhr an die Spitze -
aber nur für knapp 100 Meter
Heat 4: Matten lag weit vor Karlsson und nur der Aufsteiger
verhalf den Schweden zum Sieg.
Michi Hertrich zeigte (nebenbei erwähnt) ebenfalls keinen Respekt vor dem
GP-Fahrer
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Peter und Mirko beim netten Plausch in der Box |
Smoli setzte im 5. Lauf einen drauf, nachdem er
sich mit Katt an der Spitze abgewechselt hatte. Somit gingen an Catman
die 2 Zähler, Pingel
erhielt einen und Kroner ging leer aus. Gjedde entschuldigte sich anschliessend
mit einem Laufsieg bei den Fans und seinem Team wegen des zu wenig getankten
Bikes zuvor. Hertrich und Güstrows hoffnungsvolles Nachwuchstalent
Danny Knakowski schrieben die weiteren Zähler, während Tebbe
für
Diedenbergen diesmal Null schrieb. Im Anschluss folgte für Tommy
Stange der erste Lauf nach seinem Crash wieder, doch hatte er gegen Karlsson,
Wolter und Bajerski nicht wirklich eine Chance und es war keine Schande
gegen diese Experten zu verlieren. |
Heat 7: Tommy jagte die anderen gnadenlos vor sich her
Nach drei Nullrunden konnte der Pole Miskowiak nicht
nur erstmals für
die Hessen siegen, sondern auch die ersten und einzigen Zähler überhaupt
in diesem Durchgang einfahren. Er liess Kröger, Mell und Müller
hinter sich.
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Robert Miskowiak |
Auch Miskowiak legte im Anschlus noch einmal einen
drauf und verwies damit Smoli, Karlsson und Gjedde auf die Plätze.
Spätestens jetzt wusste
man, warum Papa Stange auf den jungen Polen so vertraute. Lange schauten
sich die Brokstedter die Serie der Diedenbergener aber nicht mehr mit
an und schickten Wolter zu einem Laufsieg auf die Bahn. Doch dieser Lauf
war es denn, der den zu Anfang beschriebenen Unfall in sich hatte. Als
Abbruchverursacher wurde Kral aus dem Feld genommen und für den
verletzten Weis rollte Kroner ans Band. Wolter erledigte die Vorgabe
seines Teams und Knakowski sowie Kroner folgten. Ab diesem Lauf nahm
nicht nur die Dramatik der Positionskämpfe
ab, sondern auch die Stimmung im Stadion. Zu tief sass der Schock, über
das, was man da gesehen hatte. |
Wolter fuhr einen wichtigen Laufsieg nach Hause |
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Bajerski machte dann im letzten Lauf
des dritten Durchganges alles klar und führte die Olchinger zum
Sieg. Pingel konnte als erster folgen und Tebbe hielt Brokstedts Reservisten
Kristian Drossmann klar in Schach. - Es war wirklich äußerst spannend
auf den ersten 3 Rängen. Und obwohl die Diedenbergener auf Gerd
Riss verzichten und sie einen bösen Unfall einstecken mussten, blieb
dieser Rundengewinn einmalig, denn sollten von jetzt an, bis zum Finale
nur noch 4 Punkte folgen. Diedenbergen war also weg vom Fenster, doch
wie würde der Dreikampf
an der Spitze ausgehen. Antworten gab es in den letzten 8 Läufen
dieses Liga-Matches |
Olchings Bajerski machte dabei den Anfang
und fuhr den Ausgleich gegenüber
Güstrow nach Hause, die mit Mell 2 Zähler einfingen. Gjedde
blieb unter seinen Erwartungen und somit verloren die Wikinger wieder
etwas den Anschluss. Kroner fuhr auf Rang 4 ins Ziel, genauso wie Tebbe
im folgenden Heat. Hier holte Karlsson nicht nur den Laufsieg, sondern
auch die Führung wieder zurück,
vor allem, da Müller erst hinter Katt ins Ziel kam. Pingel baute
im Anschluss die Führung sogar auf 4 Punkte aus, als er Miskowiak,
Kral und Drossmann, die beide ihren 2. Lauf noch fahren mussten, hinter
sich lassen konnte. Im Kapitänslauf gab es für Stange dann
wieder keine Chance den furiosen Laufsieg zu wiederholen, denn fuhren
Smoli und Matten um die Spitze, während "Knacker" sich
Tommys Angriffen erwehren
konnte. Smoli verkürzte den Abstand vor den Finals somit noch einmal
auf 2 Punkte, doch schien jetzt die Tendenz mit den Clubs aus Güstrow
und Olching für den Tagessieg abzuzeichnen, denn verlor Brokstedt
nun mit den 4 Punkten Abstand den Anschluss zu Olching |
Danny Knakowski macht immer mehr auf sich aufmerksam
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Peter Karlsson, Martin Smolinski und Robert Miskowiak stellten sich im A-Finale dem besten Hausherren Stephan Katt. |
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Doch bis es zu diesem Höhepunkt kam, setzte
Gjedde zum Laufsieg der Viertplatzierten an. Er verwies Knakowski, Müller
und Tebbe auf die Plätze und verkürzte den Abstand zu Olching
auf 2 Punkte. Nur im Finale der Drittplatzierten fand sich Brokstedts Kapitän Matten wieder, der aber siegen konnte und nachdem Mell auf Rang 2 und Stange nach packendem Fight mit Hertrich den letzten Punkt einfuhr, konnten die Brokstedter nun mit einem Punkt an Olching vorbeiziehen. Güstrows Führung betrug lediglich 3 Zähler und es waren noch 2 Läufe offen, während Diedenbergen schon lange nicht mehr vom Podest sprach. Im Endlauf der Zweitplatzierten siegte Bajerski vor Wolter und stellte das Remis der beiden Clubs ein. Pingel holte für Güstrow zwar nur einen Punkt, doch betrug der Vorsprung immer noch 3 Zähler, und mindestens einen Punkt würde Karlsson im grossen Finale schon fahren sollen. Viel spannender war dann schon eher das Match zwischen den Norddeutschen und den Bayern. Wer hatte die besseren Nerven, Catman oder Smoli? Wer konnte für sein Team den 2. Rang sichern? Es war am Ende Smoli, der das schaffte, allerdings nicht mit einem Sieg, sondern mit dem 2. Rang hinter dem Schweden. Der Bayer arbeitete sich regelrecht von Rang 4 aus auf Rang 2 vor. Miskowiak profitierte am Ende dann noch von Katts Aufsteiger, der ihn von Rang 3 auf 4 zurück warf. |
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Mit diesem Sieg trat der Titelverteidiger
gleich in Aktion und demonstrierte seine Klasse, doch erinnere man sich
an die Punkte, die Brokstedt zu Anfang auf er Strecke lassen musste.
Um auf das Statement von Jörg
Pingel zurück
zu kommen: Immer noch so skeptisch, was die Leistung angeht? - Klar waren
alle drauf gespannt, wie sich Güstrow in ihrem ersten Match beweisen
wird und kann, doch dass die Mannen aus Mecklenburg das so eindrucksvoll
schafften, war schon eine Überraschung. Mit 13 Punkte (übrigens
punktgleich mit Smolinski) wurde Karlsson auch bester Einzelfahrer. |
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2. Platz - MSC Olching |
3. Platz - MSC Brokstedt + Nachwuchs |
Wer siegt muss auch Sekt-duschen!
1. Platz - MC Güstrow