Grasbahnrennen in Cloppenburg,
18.09.2004

Vorraussichtlich zum vorletzten Mal durften die Bahnsportler im Stadion auf der schnellen Grasbahn ihre Kreise ziehen. Mit einem ausgeglichenen Fahrerfeld war es bis zum Ende sehr spannend, denn konnte sich keiner ungeschlagen ins Finale retten. Jeder der Piloten liess wichtige auf der Strecke, doch machte die Punktverteilung im Finale mit 10-8-6-4-3-2-1 noch einen besonderen Reiz aus. Bernd Diener, der im Angriff auf den Bahnrekord eine neue Bestmarke und somit einen neuen Bahnrekord setzten konnte, ging mit 2 Punkten unter Maximum als Bester ins Finale gefolgt von Matten Kröger (17), Theo Pijper (16) und der noch angeschlagene Robert Barth (15).

Des weiteren füllten Enrico Janoschka (13), Stephan Katt (12) und Jörg Tebbe (10) das Finale auf und während Enrico und Jörg auf guten Mittelfeldplatzierungen die Vorrunde abschlossen, büsste Catman im 2. Heat 2 wichtige Punkte wegen Zahnriemenriss in der letzten Kurve ein. Nur um Millimeter schnappte ihm Jörg auf der Ziellinie einen Zähler weg, nachdem zuvor Enrico am ausrollenden Kollegen vorbeiziehen konnte. Dafür sicherte er sich aber einen Laufsieg im 3. Durchgang und blieb auf Finalkurs.


3 Minuten laufen

Trainingseindrücke
In der Startkurve des Finallaufes kamen sich dann Jörg und Stephan sehr nahe. Zu einem wirklichen Sturz kam es dabei zwar nicht, dennoch musste der Lauf abgebrochen werden, da sich Jörg dann doch am Boden wiederfand. Wie auch immer geriet er mit seinem rechten Oberschenkel zwischen dem Hinterreifen und Schutzblech von Stephan. "Mir brennt der A...", so Jörg direkt nach dem Abbruch, dessen Kombi sich an der Stelle und am Rücken total zerfetzt zeigte. Eine grosse "Brandwunde" am Hinterteil sorgt jetzt dafür, dass der Dohrener für ein paar Tage nicht sitzen kann, abgesehen von einigen Prellungen, die er ebenfalls erlitten hat. Gute Besserung von hier aus

Für Jörg rutschte dann Patrick Diener ins Finale nach, der einen furiosen Start in dieses Rennen zeigte und am Ende 7 Punkte schreiben konnte. Im Finale reichte es aber nur noch zur roten Laterne, während sich Papa Bernd einmal mehr nach schlechtem Start durch das Feld mogelte. Der frischgebackene Europameister machte sich währenddessen an der Spitze zu schaffen und konnte sich die 10-Siegpunkte vor Matten einheimsen. Matten, der vor dem Abbruch das Feld anführte, war ein klein wenig enttäuscht bei der Siegerehrung, denn konnte ihm Theo mit dem Sieg im Wiederholungslauf auch den Tagessieg wegschnappen, da sich Bernd erst hinter Robert auf Rang 4 im Ziel wiederfand. Für den noch Weltmeister, der wegen seinem Bluterguss am Fuss mit einem grösseren Stiefel fuhr, langte es diesmal nicht zu einem Podestplatz, doch führte er die folgende Konkurrenz in der Gesamtwertung an, die da Janoschka, Katt, Tebbe und Diener jun, der sich im übrigen wie Daniel Rath und Benny Hegener im Ausscheidungslauf für das Rennen qualifizieren konnte, hiess.
Manfred Knappe, Marius Rokeberg, Daniel Rath und Dirk Fabriek sammelten die letzten Zähler, während Benny, der mit einer Schulterzerrung ins Rennen ging, und Philippe Ostyn auf den 0-Punkteränmgen ins Ziel kamen.

Gerangel in der Startphase des NBM-Laufes - Kröger gewann vor Tebbe, Janoschka, B.Diener und Rath

Bahnrekord
1. B.Diener 22,92 sec 141,36 Km/h
2. Barth 22,94 sec 141,24 Km/h
3. P.Diener 23,46 sec 138,11 Km/h
4. Katt 23,63 sec 137,11 Km/h
5. Pijper 23,77 sec 136,31 Km/h
NBM
1. Matten Kröger
2. Jörg Tebbe
3. Enrico Janoschka
4. Bernd Diener
5. Daniel Rath
6. Patrick Diener
7. Benny Hegener
8. Stephan Katt - Ausfall
Bei der Siegerehrung der NBM, die zusammen mit allen anderen Ehrungen im Anschluss an das Rennen vor dem Fahrerlagertor durchgeführt wurde, fehlte Jörg Tebbe aufgrund seiner Verletzung, doch überreichte ihm NBM-Vorsitzender Josef Hukelmann den Pokal und er konnte die Heimreise antreten.

Internationale Lizenz Solo
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
7
8
Pkt Fin Pkt Platz
2
Theo Pijper Niederlande
5
4
3
4
16
10
26
1.
6
Matten Kröger Deutschland
3
5
5
4
17
8
25
2.
17
Bernd Diener Deutschland
4
5
4
5
18
4
22
3.
1
Robert Barth Deutschland
5
2
3
5
15
6
21
4.
3
Enrico Janoschka Deutschland
3
3
4
3
13
3
16
5.
5
Stephan Katt Deutschland
1
3
5
3
12
2
14
6.
7
Jörg Tebbe Deutschland
2
4
2
2
10
S
10
7.
19
Patrick Diener Deutschland
4
2
0
1
7
1
8
8.
10
Manfred Knappe Deutschland
1
1
2
1
5
5
9.
12
Marius Rokeberg Norwegen
2
0
1
0
3
3
10.
27
Daniel Rath Deutschland
0
0
0
2
2
2
11.
11
Dirk Fabriek Niederlande
0
1
1
0
2
2
12.
8
Benny Hegener Deutschland
0
0
0
0
0
0
13.
4
Philippe Ostyn Frankreich
0
0
0
0
0
0
14.

Der Refractometer

Noch vor dem Rennen kam erstmals in Deutschland der "Refractometer" zum Einsatz. Dieser Methanoltester, der in Skandinavien schon seit mehreren Jahren immer wieder angewendet wird, wurde jetzt durch den DMSB zur Verfügung gestellt. Somit können in Zukunft die technischen Kommissare in kürzester Zeit feststellen, ob sich reines Methanol in den Tanks befindet oder ob unerlaubte Fremdstoffe hinzugefügt wurden. Ab der Saison 2005 wird dieses Gerät regelmäßig zum Einsatz kommen.

Bei den 3 willkürlich ausgewählten Piloten, bei denen man in Cloppenburg
die ersten Tests durchführte, war das Ergebnis natürlich negativ

Und in den Pausen wurde...

gefachsimpelt...
geküsst...
geschrieben...
geputzt...
und gelacht

Internationale Gespannklasse

In der Gespannklasse waren die Geschwister Matthijssen wieder einmal das "Non plus Ultra" auf der Grasbahn. Sie siegten nach Belieben und konnten am Ende einen 6-Punktvorsprung herausfahren. Spannender machten es da schon die Bornfleth-Brothers und Herbert Brüner mit Axel Immig. In allen 4 Outings lieferten sie sich Rad an Rad-Fights, die 3.1 für die Berliner ausgingen. Allerdings mussten sie im Training ihren 12(!) Motorschaden hinnehmen, doch der dann eingebaute Motor hielt und Jörg und Steffen bewiesen wieder einmal, dass sie es können.

Hut ab vor Nathalie, die immer 110% gibt

Bei ihrem definitiv vorletzten Rennen im Bahnsportmetier gehörten die Osnabrücker aber zu den Publikumslieblingen, denn boten sie nicht nur während der Läufe mit ihrem Sound eine Show. Herbert und Axel wollen aufgrund der unklaren Gespann-Bestimmungen für das nächste Jahr dem Bahnsport den Rücken kehren und konzentrieren sich auf den Seitenwagensport weit ab der 750ccm-Grenze (ein 1200ccm Gespann hat Herbert schon angesehen)

Aus der Trainingssession

Hinter den Tagessiegern und Platzierten kamen Mark Detz und Francois Burghgraaf, die aber schon abgeschlagen in der Punktewertung waren. Ein zweiter Platz vor Brüner/Immig und den Bornfleths war im 2. Lauf dabei die beste Ausbeute. Lester Goodwin und Scott Dunn kamen auf Rang 5 vor Markus Gössing und Maik Domscheit, die einen rabenschwarzen Tag erwischten und nur in 2 von 4 Läufen das Ziel erreichten.

Internationale Lizenz Gespanne
#
Name Nat
1
2
3
4
Pkt Platz
1
William Matthijssen/Natalie Matthijssen Niederlande
5
5
5
5
20
1.
5
Jörg Bornfleth/Steffen Bornfleth Deutschland
4
2
4
4
14
2.
3
Herber Brüner/Axel Immig Deutschland
3
3
3
3
12
3.
6
Mark Detz/Francois Burghgraaf Niederlande
2
4
A
2
8
4.
7
Lester Goodwin/Scott Dunn England
0
1
2
1
4
5.
20
Markus Gössing/Maik Domscheit Deutschland
1
A
1
A
2
6.

B-Lizenz

Start zum 2. Lauf: Enrico (mit roter Helmfarbe) stürzte ausgangs der Startkurve schwer

Wie schon bekannt gab es im 2. Lauf der B-Lizenz einen bösen Sturz von Enrico Sonnenberg, bei dem man später einen Bluterguss unter der Lunge festgestellt hat. Sein Tuner Egon Müller erhielt am Sonntagmorgen die Nachricht, dass man ihn für einige Tage ins künstliche Koma gelegt hat. Leider sind mir noch keine weiteren Infos über Enrico bekannt, doch wünsche ich Enrico von dieser Stelle aus gute Besserung!

Der in dieser Saison vom Sturzpech verfolgte Enrico fuhr an dritter Stelle liegend ausgangs der Startkurve auf einen vor ihm fahrenden Mitstreiter und überschlug sich. Sven Lohmeier, der ihm folgte, kam noch grad so an ihm vorbei und wusste, dass er Glück hatte. Für Enrico gab es keinen Reservefahrer mehr und in seinen geplanten Läufen gingen somit nur 6 Fahrer ans Band. Für den deutschen Meister Markus Eibl war es aus sportlicher Sicht ein ärgster Mitstreiter um den Tagessieg weniger und er sicherte sich auch ungeschlagen seinen 14. Saisonsieg.
Um die folgenden Plätze wurde es aber dann spannend, denn gingen Kay Scheibe (12), sowie Ronny Stüdemann, Sven Lohmeier und Jens Klein mit je 11 Zählern ins Finale, und sie sollten die Podestplätze 2 und 3 unter sich ausmachen. Marc Hansen und Christian Barkow, der 2 Motorschäden an diesem Tag zu verzeichnen hatte, kamen zwar ebenfalls noch ins Finale, doch hatten sie mit je 7 Punkten keine Chance mehr, auf dem

Kam, sah und siegte... Markus Eibl

Auslosung der Helmfarben zum Finale

Treppchen zu stehen. Im Falle von Christian sei noch erwähnt, dass er ein Motorrad von Matthias Encke zur Verfügung gestellt bekam, der seinerseits bei seinem 2. Rennen nur um einen Punkt das Finale verpasste. (Zu Matthias aber später noch mehr).
Markus ging wieder als Sieger über die Linie und machte somit seinen Tagessieg perfekt, doch dahinter gab es noch tolle Fights, bei dem Stüdy, der mit einer Handverletzung fuhr, die er schon vor dem Bahnpokal in Scheessel auf der Arbeit erlitt, nach toller Aufholjagd nicht nur Rang 2 im Finale, sondern auch Rang 2 im Endklassement sicherte. Kay, der den 3. Rang ins Ziel retten konnte, schrieb zwar am Ende die gleiche Punktzahl wie Ronny, doch zählte hier das bessere Abschneiden im Finale. Sven, Jens, Christian und Marc vervollständigten die Platzierungen nach diesem Finale.

Pflichttraining der B-Lizenz-Piloten

Das Lachen kennen wir schon

Wie schon angedeutet gab es in Cloppenburg einen Fahrer, den man bisher nur beim Bergringrennen in Teterow hätte sehen können. Dort belegte er als absoluter Debütant den 4. Rang und ging jetzt zum Saisonende auf den ersten Kurs, der eben ist. Die Rede ist von Matthias Encke, 21 Jahre vom MC Bergring Teterow. Er kennt keine Angst, hat aber Respekt und so konnte er trotz eines Cowboystarts im Training (Foto oben) ordentlich mithalten und sammelte immerhin 6 Zähler in der Vorrunde. Anstatt seinen Reserveplatz dann im Finale in Anspruch zu nehmen, stellte er, wie schon erwähnt, seinem Clubkollegen Christian sein Material zur Verfügung - eine faire Geste, wie ich finde.

B-Lizenz Solo
# Name 1 2 3 4 5 6 Pkt Fin Pkt Platz
1 Markus Eibl 5   5     5 15 5 20 1.
33 Ronny Stüdemann 4     5   2 11 4 15 2.
53 Kay Scheibe   5   4   3 12 3 15 3.
34 Sven Lohmeier   3 4     4 11 2 13 4.
42 Jens Klein 3     3 5   11 0 11 5.
56 Christian Barkow   4 3   A   7 1 8 6.
37 Marc Hansen 1   2   4   7 0 7 7.
58 Matthias Encke 2   1   3   6   6 8.
39 Norbert Renkel   2   2   0 4   4 9.
46 Wolfgang Berger   0 0   2   2   2 10.
60 Ilona Wolgen   1   1   0 2   2 11.
51 Björn Ricker A   0     1 1   1 12.
55 Frank Unland 0     0 1   1   1 13.
32 Enrico Sonnenberg   S   N N   0   0 14.

Am Rande aus Memmingen

Jens Klein, der nach seinem schweren Sturz im Mai in Vechta erstaunlich schnell wieder zurückfand und mit sehr achtbaren Erfolgen immer mehr auf sich aufmerksam machen konnte, startete noch in der Nacht zum Grasbahnrennen nach Memmingen. Hier stürzte er aber schwer, als er in ein Loch kam und musste mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Nach Aussagen von Hülses Frau Simone, die ebenfalls in Memmingen waren, brach sich Jens die rechte Hand, stauchte sich den Halswirbel und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung.

Auch an Jens gehen die besten Genesungswünsche