Dutch Open in Dohren,
11.04.2004

Mit 3-wöchiger Verspätung fand nun das Speedwayrennen in Dohren statt, dass diesmal wieder unter der Leitung des KNMVs stand. Neben den vielen niederländischen Akteuren gehörten auch die Lokalhelden Jörg Tebbe und Tobias Kroner zum Fahrerfeld. Sie entpuppten sich sogar im Laufe von 2 Durchgängen schnell zu den Sieganwärtern, doch kam es für einen der beiden anders als gedacht. Kritisch testeten

"Was meinst du Tobi, wird der Belag halten?"

sie den Untergrund, der zu einem wichtigen Kriterium wurde, noch vor dem Training. Der neue Bahnbelag, der Anfang des Jahres gelegt wurde, hielt leider nicht den vielen Rennen stand und so muste bereits vom ersten Heat an nach jedem Lauf ein Bahndienst durchgeführt werden, was den Zeitplan mächtig in die Länge streckte. Sogar Josef Kroner war missmutig wegen dieser Situation, doch sorgten die Mannen vom MSC Dohren zumindest noch für akzeptable Bahnverhältnisse. - Alles anders hatte es sich auch Steven van der Helm vorgestellt, doch kam es bei ihm bereits vor dem Training zu einem schmerzenden Zwischenfall: Beim Anreißen der Maschine gab es einen Rückschlag und ehe er entdeckte, dass die Vergaserdecke am Bike brannte, stand auch schon Kombi in Flammen: "Und ich steckte drin", so Steven, der das alles noch humorvoll nahm. Die Innenseite des rechten Oberschenkels ist erstgradig verbrannt, doch blieb er trotz der Schmerzen in Dohren, um seinem Sohn Maikel in der 125er zu unterstützen.
Gute Besserung!

Heat 1

Heat 2

Heat 3

Heat 4

Insgesamt gingen 23 Fahrer in der Klasse "Special Senioren" an den Start und neben Kroner und Tebbe siegten auch Jannik de Jong, Thorsten Berger und Mark Stiekema im ersten Durchgang. Und während sich der Siegeszug für Tobi, Jörg und Jannik auch im 2. Durchgang weiter in Fahrt setzte, verbesserten Dirk Fabriek und René van Weele ihre bisherigen Resultate. Im direkten Duell der bisher Ungeschlagenen Jörg und Jannik stand mit dem 12. Heat auf dem Plan, welches Jörg für sich entscheiden konnte. Tobi hätte im Falle eines weiteren Laufsieges seinerseits mit Jörg gleich ziehen können und er war auch schon mit einer 1/4 Runde Vorsprung auf dem besten Wege dorthin, als er aufgeben musste. Die Kette lief ab und so musste Tobi mit einem Ausfall zurück ins Fahrerlager

Tobi Kroner - bis zum 3. Durchgang lief noch alles nach Plan

Heat 12 - Eine mentale Vorentscheidung für Jörg

Während Tobi das Mahleur wieder richten konnte, unterlag Jörg überraschend Erik Eijbergen im letzten Vorlauf. Doch war es egal, denn stand er eh schon im A-Finale. Tobi musste nun also voll auf Sieg fahren, um ebenfalls die Punkte fürs A-Finale zu sichern. Aber aber aber... Kurz nach dem Start fiel Tobi erneut aus und wieder war die Kette schuld daran. Sie verwickelte sich so heftig, dass man anschliessend mit gemeinsamen Kräften daran werkelte. Punktetechnisch reichte es dann nicht einmal mehr fürs B-Finale und Tobi musste ins C-Finale. Im A-Finale standen währenddessen Jannik (15 Vorlaufpunkte), Henk Bos (14), Thorsten Berger (13), Dirk Fabriek (10) und natürlich Jörg (15).

Jörg 4 - 4 - 4 - 3 Pkt
Jannik 4 - 4 - 3 - 4 Pkt
Henk 3 - 3 - 4 - 4 Pkt
Dirk 3 - 4 - 0 - 3 Pkt

Jörg fuhr im Finale wie der Teufel und konnte nun endlich seinen ersten Sieg auf dem heimischen Oval einfahren. Zum Glück hatte er keinen Rückspiegel an seinem Bike, denn hätte er gesehen, wie knapp Jannik an seinem Hinterrad klebte, hätte er bestimmt einen Schreck bekommen. Jannik, der bereits im Auftaktheat
mit Wiebo Bouwmeester und Henk Bos in der ersten Ecke stürzte, fuhr ebenfalls ein starkes Rennen, was den Sieg im Rerun zum 1. Lauf schon verdeutlichte. Rang 3 ging an Henk, der mit konstant guter Form sicher ins Finale fuhr. Youngster Dirk erhielt gegenüber 4 weiteren 10-Punkte-Kandidaten den Zuschlag für den letzten Platz im A-Finale. Die Majorität der Plätze und vor allem sein Laufsieg sprachen dafür. Für Berger, der sich gegenüber dem ersten Einsatz auf der Bahn im Oktober 2003 mächtig steigern konnte, blieb nach den 13 Vorlaufpunkten nur ein Ausfall im Finale.

Die erwähnten 10-Punkte-Kandidaten hiessen Erik Doornbos, René van Weele, Shane Colvin und Stefan Bromberg. Als 5. Mann ging dann Harm Jannes Renkema mit 9 Vorlaufpunkten ins B-Finale, der hier aber nur Doornbos in Schach halten konnte. Die Plätze an der Spitze machten René, Stefan und Shane unter sich aus, die in dieser Reihenfolge auch ins Ziel kamen.

Im sogenannten C-Finale stand Tobi als absoluter Favorit auf dem Plan, was sogar Kollege Dominik Möller im Vorfeld schon behauptete: "Das C-Finale gegen Tobi gewinnen? - Wohl kaum!" Mit jeweils 9 Punkten aus der Vorrunde standen Wiebo Bouwmeester und Erik Eijbergen am Band, während neben Tobi auch Dominik und Mark Stiekema 8 Zähler schrieben. Dominik hatte mit seiner Äusserung schon irgendwie recht, denn hiess der theoretische Sieger allein vom Namen her Tobias Kroner. In der Praxis sieht dann aber meistens alles anders aus und Tobi fiel eine viertel Runde vor der Zielflagge weit in Führung liegend erneut aus und wieder war es die Kette. Eine Nachtschicht musste also eingelegt werden, um die Ursache zu klären, denn stand bereits gute 12 Stunden später der erste Lauf zur Junioren DM in Neuenknick an. Somit setzte sich Erik vor Mark, Dominik und Wiebo im Ziel durch, während im D-Finale Martin Cazimir, Sjoerd Rozenberg, Patrick Cazimir und Jan Henk Brussema die Plätze 16-20 belegten.

Tobi liess den Kopf aber nicht hängen

In Neuenknick befragte ich Tobi dann, was die Nachtschicht ergeben hat und welche Ursache man finden konnte: "Der Bolzen von der Fußraste war nicht richtig fest und dadurch, dass ich immer in den Löchern gefahren bin, hat sich das Gestell verwindet und dadurch ist die Kette vom Zahnrad gelaufen. Bis 01.00 Uhr sassen wir heute Nacht noch dran, haben alles fertig gemacht und jetzt müsste eigentlich alles wieder laufen." Diese unglücklichen Umstände dieser Kettenreaktion kosteten Tobi in Dohren eine bessere Platzierung, doch sei es dahin gestellt, ob er seinen Vereinskollegen auch im Finale hätte besiegen können...

Das Ergebnis

Special Senioren
# Name Nat 1 2 3 4 Pkt D C B A Platz
30 Jörg Tebbe 4 4 4 3 15       1. 1.
3 Jannik de Jong 4 4 3 4 15       2. 2.
2 Henk Bos 3 3 4 4 14       3. 3.
12 Dirk Fabriek 3 4 0 4 10       4. 4.
23 Thorsten Berger 4 2 3 4 13       5. 5.
21 René van Weele 3 1 4 2 10     1.   6.
27 Stefan Bromberg 3 2 3 2 10     2.   7.
24 Shane Colvin 2 3 3 2 10     3.   8.
10 Harm Jannes Renkema 1 1 4 3 9     4.   9.
7 Erik Doornbos 2 2 2 4 10     5.   10.
6 Erik Eijbergen 2 1 2 4 9   1.     11.
22 Mark Stiekema 4 2 0 2 8   2.     12.
9 Dominik Möller 2 2 1 3 8   3.     13.
4 Wiebo Bouwmeester 1 3 2 3 9   4.     14.
29 Tobias Kroner 4 4 A A 8   A     15.
13 Martin Cazemir 0 3 S 4 7 1.       16.
5 Sjoerd Rozenberg A 3 3 1 7 2.       17.
17 Patrick Cazemir 1 1 1 2 5 3.       18.
18 Jan Henk Bruusema 0 0 1 2 3 4.       19.
16 Wim Kruit 1 1 2 1 5 5.       20.
15 Isak Jakob Mulder 1 0 0 1 2         21.
20 Richard Vosdingh 0 0 A 1 1         22.
25 Thomas Lata S A N N 0         23.

2. Jannik de Jong - 1. Jörg Tebbe - 3. Henk Bos

Speedway National

In der 2. Klasse, der "Speedway National" mischten 3 deutsche Akteure mit. Zum einen war es der Youngster Ramon Stanek, der den Umstieg von der 125er auf die 500er Maschine nahtlos meisterte. In allen 3 Vorläufen siegte er souverän und traf erst im A-Finale auf seinen ärgsten Mitstreiter Kaj de Jong, der ebenfalls ungeschlagen die Vorrunde abschloss. Ihnen zur Seite standen Erik Huisman und Frits Renkema mit je 11 Zählern sowie Stefan Blauw mit 9 Punkten im A-Finale. Der sieg sollte über de Jong und Stanek laufen und sie wurden auch ihrer Favoritenrolle gerecht. Der Niederländer siegte am Ende auch vor dem erst 14-Jährigen Mädchenschwarm aus Oldenburg. Erik Huisman sicherte sich Rang 3 vor Stefan Blauw, während Frits Renkema im Finale stürzte.

Ramon Stanek - ein Talent, dass man im Auge behalten muss

Kaj de Jong #2 führte die Konkurrenz insgesamt 4 Mal ins Ziel

Jessica Bilgenroth - Girlspower

Zum ersten Mal in Dohren aufgetreten ist Danny Beckmann aus dem Osten Deutschlands. Beim ersten Heat sprang sein Bike nicht an, doch liess er einen 2. Platz im nächsten Lauf folgen. In Führung liegend stürzte er im letzten Vorlauf, doch sicherte er sich nach der Aufholjagd noch 2 Punkte und ging als Sieger letztendlich auch aus dem C-Finale hervor.

Jessica Bilgenroth war die 3. im Bunde, die die Farben schwarz-rot-gold in dieser Klasse vertrat. Nach 3 Vorlaufpunkten stand sie im D-Finale, wo sie sich mit den Schwestern Priscilla und Ilona Wolgen messen musste. Nach perfektem Start fiel sie aber zurück und hielt sich aus dem Familienduell heraus.

Speedway National
# Name Nat 1 2 3 Pkt D C B A Platz
2 Kaj de Jong 4 4 4 12       1. 1.
31 Ramon Stanek 4 4 4 12       2. 2.
13 Erik Huisman 4 3 3 10       3. 3.
10 Stefan Blauw 4 2 3 9       4. 4.
12 Frits Renkema 3 4 4 11       S 5.
4 Andy Korterink 3 0 2 5     1.   6.
3 Pascal Swart 2 4 3 9     2.   7.
11 Jereon van der Veen 3 2 4 9     3.   8.
9 Bart Uil 2 3 0 5     4.   9.
26 Henkie Koonstra 2 A 3 5     5.   10.
33 Danny Beckmann A 3 2 5   1.     11.
6 Johan Schaap 2 2 1 5   2.     12.
20 Andy ter Schuur 3 1 1 5   3.     13.
16 Luuts Mulder 1 1 2 4   4.     14.
14 Arjan Korterink 0 3 0 3   5.     15.
22 Ilona Wolgen 1 0 2 3 1.       16.
23 Priscilla Wolgen 1 1 1 3 2.       17.
32 Jessica Bilgenroth 0 2 1 3 3.       18.
8 Egbert Houkes A S N 0 N       19.

2. Ramon Stanek - 1. Kaj de Jong - 3. Erik Huisman

Amusa 125ccm

Muss man zu diesem Lausbuben noch was sagen? Kai Huckenbeck - der schnelle Floh aus Werlte!!!

Oh ja, man kann was dazu sagen, denn dass der Knirps seine Läufe immer als Sieger beendet, ist nichts Neues. Neu ist allerdings, dass er jetzt starten kann! Wie eine Rakete schoss er aus dem Band und liess somit seiner Konkurrenz noch weniger Möglichkeit, ihm mal einen Sieg abzunehmen, als bisher. Jan Okke Loonstra und Andy ter Schurr, der im übrigen wie Priscilla Wolgen und Henkie Koonstra als Doppelstarter in dieser und in der Klasse der "Speedway National" an den Start ging, folgten aus Punktesicht in den Vorläufen und auch im Finale noch am ehesten.

125ccm Amusa
# Name Nat 1 2 3 Pkt B A Platz
15 Kai Huckenbeck 5 5 5 15   1. 1.
3 Jan Okke Loonstra 3 5 4 12   2. 2.
2 Andy ter Schuur 5 3 4 12   3. 3.
12 Nick Lourens 4 4 5 13   4. 4.
9 Maurin Vochteloo 2 4 3 9   5. 5.
5 Maikel van der Helm 4 3 2 9   6. 6.
6 Henkie Koonstra 3 2 3 7 1.   7.
4 Priscilla Wolgen 1 2 2 5 2.   8.
14 Robin Lukens 1 A 1 2 3.   9.
10 Jesper Dijkstra 2 1 1 4 4.   10.
7 Kelly Velda 0 1 0 1 5.   11.
11 Bernd Dinklage A N N 0 N   12.

2. Jan Okke Loonstra - 1. Kai Huckenbeck - 3. Andy ter Schuur