Dass das Grasbahn EM Finale in Eenrum ein Kracher
werden sollte, konnte man fast erahnen, als man die Startaufstellung
der Qualifizierten ansah. Doch leider konnten 2 potenzielle Podestanwärter
erst gar nicht am Rennen teilnehmen. Matten Kröger sagte in der
Woche aufgrund seines Schlüsselbeinbruches
schweren Herzens ab, und Kelvin Tatums Traum, seinen 2. EM Titel nach
1995 einzufahren, endete im schon freien Training: Sein Landsmann Jason Handley zog in langsamer Fahrt in der Kurve von der Aussen- auf die Innenbahn, ohne anscheinend nach hinten zu sehen. Den mit Vollspeed ankommenden Tatum bemerkte er erst als es krachte, da er nun auf Tatums Spur fuhr. Tatum versuchte noch zu reagieren und wollte nach aussen ziehen, doch verhakte sich sein Vorderrad mit dem Hinterrad von Handley und es gab nach dem Krachen einen furchterregenden Abflug, der das Aus für Kelvin bedeutete. Zunächst blieb er am Boden liegen und wurde vom Sanitätspersonal umsorgt, ehe ihn sein Mechaniker Kevin und Tuner Marcel Gerhard ins Fahrerlager trugen. Er packte sofort seine Sachen und fuhr Richtung Heimat. Einige Zeit später kam dann die Nachricht im Fahrerlager ein, dass Kelvin sich "nur" Prellungen am Arm und Hüfte zugezogen habe. Speedway.org wünscht schnelle und gute Besserung |
Für Matten Kröger kam der 1. Reservist
Mitch Godden fest ins Feld, während
Ralf Strack nun plötzlich die Rennen der Startnummer 14 bestreiten
durfte. Maik Groen wurde als 2. Reservist nach Krögers Absage dann
sofort nachnominiert und kam ebenfalls noch zum Einsatz. Mit Gerd Riss (Europameister 2003), Maik Groen (2001), Bernd Diener (1999) und Zdenek Schneiderwind (1998 und 2000) standen 4 Fahrer am Band, die sich schon mal Europameister nennen durften. Und während Groen bei 2 Einsätzen wie Schneiderwind nach allen Vorläufen immerhin das B-Finale erreichte, konnten sich Riss und Diener erneut durch das Erreichen des A-Finals Hoffnungen machen. Allerdings bereite dem Titelverteidiger die Muskelverletzung am Arm immer noch derbe Probleme, was man nach 2 Laufsiegen auch sah, indem er die Gegner anschliessend zum Teil ziehen lassen musste. Der laut- und 25 Mann-Starke Fanclub aus Schwarme, die auch MSC-Mitglied Enrico Janoschka heftig anfeuerten, hatten am Ende dennoch Grund zur Freude, denn standen beide im A-Finale. Und während es sich für Gerd noch auszahlte, verpasste Ricky nur denkbar knapp das Podest. Unter gesunden und fitten Umständen hätte er nach einem Blitzstart mit Sicherheit auch den Titel verteidigen können, doch war er ein fairer "Verlierer" und gratulierte seinem Nachfolger als Erster.
Mit nur einem abgegebenen Punkt im 3. Lauf gegen Riss stand Theo Pijper
schon nach der Vorrunde als Bester da und konnte Gerd nach unermüdlichem
Angriff in der 3. Runde den Titel vor der Nase wegschnappen und stand
nun seinerseits am Ziel seiner Träume.
Übrigens machte er aus seiner Startnummer 13 eine 13+½. Ist er wohl
abergläubisch? Nein, nicht wirklich :-) |
Heat 1
Heat 2
Heat 3
Pechvogel des Losentscheids Dirk hatte auch beim
Start des B-Finals kein Glück, den warf ihn ein Cowboystart weit
zurück
und er konnte sich nur mit Paul Hurry um den letzten Platz streiten.
Er besiegte Paul zwar in diesem internen Duell, doch war er in Anbetracht
seiner tollen Vorrunde mit Rang 11 unter Wert geschlagen.
Die Mitstreiter um die Plätze 7-12 machten die vorderen Plätze also unter sich aus. Als zweitbester B-Final-Qualifikant stand EM-Küken Jannik de Jong sowie Herbert Rudolph, Zdenek Schneiderwind und Maik Goren mit am Band. Rudolph, der im ersten Lauf mächtig Plätze aufgrund von undefinierbaren Maschinenproblemen einbüsste und neben einem Laufsieg insgesamt 10 Punkte sicherte, führte im B-Finale, ehe er sich über eine Kurvendistanz mehrmals mit Schneiderwind diese Führung teilte. Er musste den Tschechen ziehen lassen und so kam er dann auch noch in Bedrängnis durch Groen, der in der allerletzten Ecke noch auf Rang 2 vorfahren konnte und Peppi auf Rang 3 verdrängte, während Jannik seinen 10. Gesamtrang von Anfang an festigte. Beim Tennie schienen im 1. Heat die Nerven
ins Band zu ziehen, denn wurde er wegen Bandberührung disqualifiziert.
Glück hingegen hatte er im 8. Lauf, dass man ihm den 2. Rang nicht
wieder wegnahm, da er seinen Dirtdeflektor verlor. |
Heat 4 mit Dirk auf Rang 2 hinter dem enteilten Rudolph
??? Merkwürdig ???Der deutsche Teambetreuer Josef Hukelmann, der auch bei
den anderen Fahrern mal hier und da nach dem Rechten schaut, kam es schon
vor dem 3. Durchgang merkwürdig vor, dass sich Theo Pijper die blaue
Helmfarbe für den nächsten
Lauf zurechtgelegt hatte, obwohl er laut Programm doch auf weiss starten
sollte.
Als dann auch noch Stéphane Tresarrieu ohne Fremdeinwirkung ausgangs der 2. Ecke des 7. Laufes stürzte, geriet ich dann auch ins stolpern: Laut meinem eigenen vorgedruckten Schema, die ich mir vor jedem Prädikatslauf schon zu Hause vorbereite, sollte der Franzose nämlich erst im 8. Lauf starten. Die Rücksprache mit Josef, den ich drauf aufmerksam machte und die Kontrolle im UEM-Handbuch bestätigte also meinen Verdacht: Das ausgedruckte Schema im Programm war das Alte vom letzten Jahr und somit eigentlich falsch. (Für 2004 entwickelte die FIM, nach deren Vorgabe auch die UEM ihre Rennen fährt, für die Wertungsläufe 7-9 und 10-12 zum Teil neue Helmfarben- und Fahrereinteilungen.) Der Rennleiter, der Jurypräsident und der Schiedsrichter verglichen dann die Startplätze mittels Programmheft und Handbuch und stellten nun ebenfalls fest, dass es sich nicht um das aktuelle Startschema handelt. Doch blieb man bei dem alten Modus von 2003, da nun ja in der Zwischenzeit auch schon der 3. Durchgang komplett gefahren war und man einfach keine Möglichkeit fand, dieses jetzt wieder in den aktuellen Modus zu ändern. Doch sollte dieses Missgeschick noch einmal bei der Jurysitzung nach Rennende angesprochen werden. |
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