Tag 1 in Erfurt

Im Vorfeld

Einige Veränderungen gegenüber der Vorschau gab es im Bezug auf das Fahrerfeld. Markus Schwaiger, der immer noch an seinem Rippenbruch aus Inzell laboriert, folgte dennoch mit seinem Team der Einladung des Initiators Thomas Schiffner und verfolgte das Rennen live am Samstag. Sein Namenskollege Markus Skabraut hätte am liebsten das Bett gehütet, denn brach ausgerechnet am Samstag eine Grippe aus, die er sich auf der Russlandtour eingefangen hatte. Nach nur 1 1/2 Tagen Aufenthalt zu Hause, begab er sich sofort wieder Richtung Erfurt und wollte bereits nach dem 1. Lauf aufgeben, da ihm die Kraft einfach fehlte. Er biss dennoch die Zähne zusammen, fuhr das Rennen zu Ende, verlor aber aufgrund von Schwäche den ein oder anderen Punkt in der Wertung. Ob er am Sonntag ans Band fahren würde, wollte er erst am dann am Morgen entscheiden. Immerhin ging es bei ihm auch die Wertung in der Golden Spike Serie, die er als Leader aus dem 1. Rennen in Flims anführte.

Markus Skabraut - Hut ab, vor der Leistung am Samstag

Was soll man über einen Mann schreiben, der jeden Lauf dominierte und nicht einen einzigen Punkt an die Konkurrenz verlor? Günther Bauer, der obendrein als absoluter Favorit ins Rennen ging, kam, sah und siegte und schickte vor jedem Lauf immer einen Gruß hinauf auf die VIP-Lounge, wo Junior Luca fleißig die Daumen für den Papa drückte. Nach Abschluss der Vorrunde hatte er 2 Punkte Vorsprung gegenüber Johnny Tuinstra und Robert Eibl, die ihre 13 Zähler durch tolle Fights einfuhren.

Heat 1

Bauer zieht mit einem Bombenstart auf und davon. Sergej Kasakov findet sich derweil im Sandwich der Niederländer Tuinstra und Tjitte Bootsma wieder

Heat 2

Eibl zieht ebenfalls seine Kreise einsam an der Spitze und hat fast eine halbe Runde Vorsprung gegenüber seiner Mitstreiter Andreas Roth, Thomas Cavigelli und Heinz Göldi. Letzterer taucht ausgangs der Startkurve zur letzten Runde in die Strohballen ein. Nach dem Abbruch folgt die Entscheidung: Wertung nach der 3. Runde

Heat 3

Ausgangs der 2. Ecke passiert dieses Missgeschick dem Briten Graham Halsall, der wie Göldi aber unverletzt bleibt. Im Rerun setzte sich Serenius dann erwartungsgemäß durch, während Skabraut aufgrund seiner Grippe arge Probleme hat, das Bike aus der Kurve zu kriegen. Jan Klatovsky kann der Österreicher dennoch in Schach halten

Heat 4

Tommy Björklin kann sich schnell an die Spitze schieben und gewinnt vor Raimo Henriksson. Martin Leitner holt sich Position 3 vor Sami Räsänen

Markus Schwaiger schaute auch kurz im Fahrerlager vorbei

Altmeister Schwede hatte seine Gehirnerschütterung aus Russland gut weg gesteckt

In der Pause jagt Langbahn Weltmeister Robert Barth mit dem Kart um die Bahn

Letzte Ölung für Björklins Motor

Heat 5

Posa kann sich nicht entscheiden von Kasakov absetzten und fährt mit ihm eine Runde lang gleich auf. Der Russe zieht durch und holt sich seinen 1. Laufsieg vor Posa, Leitner und Roth

Heat 6

Man merkte es nicht, dass Bauer im 1. Lauf Probleme mit dem Motor bekam, doch wechselte er diesen und trat nun mit einem neuen Aggregat ans Band. Wieder machte er die Meter während hinter ihm der Kampf um Rang 2 tobt. Eibl kann sich aber schließlich gegen Björklin durchsetzten und holt sich Rang 2 vor dem Schweden und Halsall

Heat 7

Hier fighten Tuinstra und Skabraut um den 1. Rang. Tuinstra, auf der Innenbahn fahrend, holt sich den entscheidenden Vorsprung, um an die Spitze zu fahren. Hinter Skabraut kommen Räsänen und Cavigelli ins Ziel

Heat 8

Henriksson sichert sich einen Start-Ziel-Sieg, während Bootsma, von Klatovsky gejagt, Rang 2 einfährt. Für Göldi bleibt nur Rang 4

Heat 9

Skabraut gewinnt den Start, doch sieht sich Eibl ausgangs der Ecke an der Spitze. Kasakov, der zunächst auf Rang 4 liegt, macht Jagd und holt sich zunächst Henriksson und dann Skabraut

Heat 10

Mit riesigem Vorsprung enteilt Bauer erneut. Mit Wheelies auf den Geraden fährt er zum 3. Sieg in Folge. Roth, der sich hinter Räsänen und Klatovsky auf Rang 4 befindet, stürzt in der letzten Runde. Der Lauf wird mit Bauer, Räsänen und Klatovsky gewertet

Heat 11

Posa versteht es, mit der Konkurrenz zu spielen. Tuinstra, der stetig die nötige Lücke sucht, kommt dennoch nicht vorbei, verdrängt aber Björklin und Göldi auf die Plätze 3 und 4

Heat 12

Für Halsall kommt Reservist Reischmann zum Einsatz, der allerdings nur auf Rang 4 fährt. An der Spitze macht Leitner derweil eine mehr als gute Figur und kann Bootsma bis ins Ziel hinter sich lassen. Cavigelli bleibt auf Rang 3
 

Kleiner Mann ganz gross - Martin Leitner ist 25 Jahre alt und misst mal gerade 1,70 Meter. Auf dem alten Material (mit tiefer gelegtem Sattel) von Bauer fuhr er in Erfurt sein erst 6. Rennen! Er wohnt 5 KM von Bauer entfernt, und nur die Grenze zu Österreich trennt die Freunde. Auch Drachenfliegen hat er schon gemacht

Robert Eibl schien nach den Russland-Starpazen kein bisschen müde zu sein

Es war nicht nur die gute Sicht - Johnny Tuinstra zeigte sein bestes Rennen, was Speedway.org bisher gesehen hat

Heat 13

Björklin und Kasakov liefern sich einen tollen Fight um die 1. Position, den am Ende der Schwede gewinnen kann. Klatovsky und Cavigelli folgen ins Ziel

Heat 14

Eine klare Sache für Bauer, der das Austria-Duo Skabraut und Leitner hinter sich lässt. Göldi kann nur schwer folgen

Heat 15

Tuinstra führt fast 3 3/4 Runden. Ausgangs der letzten Ecke kommt er zu weit raus und muss nun die letzten Meter an der Seite von Henricksson zurücklegen. Der knappe Einlauf wird dennoch zu Gunsten von Tuinstra gewertet, während Halsall zu seinem 1. Punkt kommt und Roth auf Platz 4 verdrängt

Heat 16

Eibl und Serenius zeigen eine Extra-Klasse aus dem GP-Sport. Der Schwede riskiert allerdings zu viel und fliegt in der Zielkurve der 2. Runde in die Ballen. Alles in Ordnung, dem schnellsten Feuerwehr ist nichts passiert ausser den Ausschluss zum Rerun. Eibl sichert sich diesen jetzt locker vor Bootsma und Räsänen

Heat 17

Kasakov übernimmt die Führung und hat schnell den von 4 auf 2 heranstürmenden Räsänen im Nacken. Ausgangs der letzten Ecke verschlägt es den Finnen aber nach einem Highsider vom Bike und er rutscht übers Eis. Halsall kommt aussen vorbei und Göldi zwischen Mann und Maschine sicher durch. Alles okay, auch hier bleibt nur die Disqualifikation, während die Knochen heile sind. Kasakov, Halsall und Göldi bekommen nach dem Abbruch ohne Rerun die Punkte.

Heat 18

Das Beru-Duell Bauer gegen Posa steht auf dem Plan. Eine Runde lässt Bauer dem fast 56-Jährigen den Vortritt, doch dann kennt der Greenkeeper kein Respekt mehr vorm Alter und geht wieder als Sieger durchs Ziel. Da aber auch Henriksson am Hinterrad von Posa klebt, wird der Einlauf um Rang 2 spannend. Er bleibt aber so und Cavigelli konnte nur von hinten zusehen

Heat 19

Tuinstra führt das Feld vor Eibl an, doch schiebt dieser sich Ende der 1. Ecke vorbei. Wie auf der Perlenkette aufgereiht ziehen Eibl, Tuinstra, Klatovsky und Leitner das Rennen ins Ziel

Das Finnenpaket: Sami Räsänen und Raimo Henriksson - zu durchwachsen waren ihre Leistungen

Ex-Weltmeister Sergej Kasakov musste ins
B-Finale, trotz Punktgleichheit mit Björklin

Heat 20

Für Björklin geht es um den Einzug ins A-Finale, welches er mit dem Sieg über den mittlerweile völlig entkräfteten Skabraut, Bootsma und Roth gegenüber Kasakov für sich entscheidet

D-Finale

Oldie Halsall verdrängt die Youngster Cavigelli und Roth auf 2 und 3 während Göldi den Anschluss verliert

"Jemand zu Haus? Ich habe gewonnen und Luca bringt den Pokal mit"

C-Finale

Bootsma holt sich mit dem C-Finale seinen 1. Laufsieg vor Räsänen. Als Crashpilot in Inzell bekannt geworden hat Klatovsky nur in diesem Lauf fahrerrische Probleme. Einen fast Highsider kann der jüngere Bruder von Antonin, der zeitgleich in Russland um die Eis-EM fuhr, unter Kontrolle bringen. Ausser Kontrolle geriet hingegen das Vorderrad von Leitner, der aufgrund dessen in der letzten Ecke in die Ballen crashte. Ausser einer leichten Handverletzung blieb aber auch er von ernsten Blessuren verschont

B-Finale

Skabraut gewinnt einmal mehr den Start, kann ihn aber nicht halten und wird auf Rang 4 durchgereicht. Kasakov liegt vor Posa in Front eher dieser den Russen ausgangs der 2. Runde mit dem Vorderrad am Bike berührt. Kasakov steigt spektakulär ab und rutscht mehr als 30 Meter Richtung Ziellinie. Henriksson kommt noch ohne Mühe vorbei, während Skabraut nur hofft, dass Kasakov nicht in seine Fahrlinie gerät. Nach einer Unterbrechung und der Erstversorgung geht der Rerun wie folgt zu Ende: Serenius, Henriksson und Skabraut, der nur noch ins Bett will. Kasakov hingegen erholt sich schnell von seiner Atemnot wieder.

A-Finale

Bauer hat die Nase mal wieder vorn vor Björklin und Eibl. Eibl zieht aber durch und sichert sich somit Rang 2 während nun auch noch Tuinstra in der letzten Ecke am Schweden vorbei kommt.

# Fahrer Nat 1 2 3 4 5 6 7 8 Pkt 9 10 11 12 Pkt 13 14 15 16 Pkt 17 18 19 20 Pkt D C B A Platz M-Pkt
2 Günther Bauer Deutschland 3 3 6 3 9 3 12 3 15 1. 1. 20
6 Robert Eibl Deutschland 3 2 5 3 8 3 11 2 13 2. 2. 17
3 Johnny Tuinstra Holland 2 3 5 2 7 3 10 3 13 3. 3. 15
14 Tommy Björklin Schweden 3 1 4 1 5 3 8 3 11 4. 4. 13
9 Per-Olov Serenius Schweden 3 2 5 3 8 S 8 2 10 1. 5. 11
16 Raimo Henricksson Finnland 2 3 5 0 5 2 7 1 8 2. 6. 10
11 Markus Skabraut Österreich 2 2 4 1 5 2 7 2 9 3. 7. 9
1 Sergej Kasakov Russland 1 3 4 2 6 2 8 3 11 S 8. 8
4 Tjitte Bootsma Holland 0 2 2 2 4 2 6 1 7 1. 9. 7
15 Sami Räsänen Finnland 0 1 1 2 3 1 4 S 4 2. 10. 6
12 Jan Klatovsky Tschechei 1 1 2 1 3 1 4 1 5 3. 11. 5
13 Martin Leitner Österreich 1 1 2 3 5 1 6 0 6 4. 12. 4
10 Graham Halsall England S 0 0 N 0 1 1 2 3 1. 13. 3
7 Thomas Cavigelli Schweiz 1 0 1 1 2 0 2 0 2 2. 14. 2
5 Andreas Roth Deutschland 2 0 2 0 2 0 2 0 2 3. 15. 1
8 Heinz Göldi Schweiz S 0 0 0 0 0 0 1 1 4. 16. 0
17 Jochen Reischmann Deutschland 0 0 0 0 17. 0

2. Robert Eibl
1. Luca und Günther Bauer
3. Johnny Tuinstra

Die Sieger vom Samstag stellten sich im Anschluss an die Ehrung den Autogrammwünschen der Fans.
Auch Robert Barth gesellte sich zu seinen Kollegen vom Eis

Ein riesen Kompliment sprachen die Sieger dem Bahnmeister aus, der für das perfekt Eis sorgte. Und während es in der benachbarten Halle um Autogramme und Interviews ging, bereitete man das Eis schon wieder auf den nächsten Tag vor.