1. Bundesliga in Güstrow,
10.07.2004

MC Güstrow
MC Nordstern Stralsund
SC Neuenknick
MSC Brokstedt

Zum vorletzten Match der Vorrunde der 1. Bundesliga trafen die Teams vom MC Nordstern Stralsund, dem SC Neuenknick und dem MSC Brokstedt auf die Gastgeber des MC Güstrows. Bei diesem fast herbstlichen Renntag kam zum Glück nur ein Regenschauer runter, obwohl es in ganz Deutschland ein Schmuddeltag war. In den Reihen der Güstrower durfte vor dem Rennen Peter Karlsson eine Ehrung in Empfang nehmen: 20 Jahre Bahnsport hat der 35 Jährige Schwede in dieser Woche auf dem Buckel, was mit einem Präsent gewürdigt wurde. (In den nächsten Tagen wird es auch ein Portrait von ihm auf diesen Seiten geben)

20 Jahre Bahnsport Jubiläum

Vorschau und Prognosen

Die Hausherren siegten am Ende vor rund 1000 Zuschauern und setzten sich damit an die Spitze der Tabelle. Der MSC Olching, der am 25.07. Ausrichter des letzten Vorlaufes ist, kann ihnen als einzige Mannschaft nun nur noch diese Tabellenführung streitig machen und sich somit das Liga-Finale nach Bayern holen. Voraussetzung ist allerdings ein Sieg mit mindestens 43 eingefahrenen Laufpunkten. Güstrow als Titelverteidiger hofft allerdings, dass es weniger als diese 43 Punkte werden, sodass sie als Finalausrichter auf der eigenen Bahn den Hattrick anstreben können. Die Renngemeinschaft von Parchim und Wolfslake und der MSC Brokstedt haben ebenfalls schon das Finalticket sicher in der Tasche und natürlich der MSC Olching, der so gesehen nur einen Matchpunkt braucht, um das Quartett zu komplettieren.
Nur bei einem 4. Rang der Olchinger und einem Sieg der Stralsunder mit mindestens 16 Zählern Vorsprung gegenüber den Bayern, haben diese nur noch eine theoretische Chance auf den Einzug ins Finale, während der Zug für die Diedenbergener und Neuenknicker abgefahren zu seinen scheint. Natürlich könnte auch der MSC Diedenbergen theoretisch das Finale noch erreichen, dazu müssten sie allerdings mit 18 Punkten unterschied gegenüber Olching auf Platz 1 kommen und diese Letzter werden. Doch angesichts der Tatsache, dass Diedenbergens Kapitän Gerd Riss an dem Tag in Schwarme bei Bremen den Grasbahn EM-Semifinallauf bestreiten muss, stehen die Chancen der Hessen eher schlecht. Man kann so gesehen also von einem Finale mit Güstrow, Parchim/Wolfslake, Brokstedt und Olching ausgehen, dessen Austragungsort aber erst noch ausgefahren werden muss.

Heat 1

Peter Karlsson

Heat 2

Niels-Kristian Iversen

Heat 4

Heat 4 - 2. Runde

Dariusz Frankow

Heat 5 bei Regen

René Schäfer

Heat 6

Zum Renngeschehen

Von Beginn an lagen die Gastgeber in Führung bzw gaben sie die Führung nach dem 2. Heat, wo kurzzeitig die Stralsunder mit einem Punkt Vorsprung in Front lagen, nicht mehr ab und bauten diese Führung kontinuierlich aus. Auf den einzigen waschechten Güstrower Michael Möller verzichtete Teambetreuer Werner Mell komplett und schickte an seiner Stelle Reservist Danny Knakowski 5x ans Band. Danny machte seine Aufgabe mit 10 Punkten und tollen Fights um die Punkte mehr als gut, doch hätten die Güstrower Fans gern auch ihren Lokalhero auf der Bahn gesehen. Doch steht die Mannschaftsleistung bei einem Bundesligamatch im Vordergrund und Michael musste die Entscheidung seines Teamchefs hin nehmen.
Natürlich konnte der Jubilar Karlsson wieder aus seinem Repertoire schöpfen und zeigte wieder bei einem Maximum in der Vorrunde sein ganzes Können. Steffen Mell, der nach 2 Laufsiegen einen 3. und einen 2. Rang noch ins Ziel brachte, schrieb am Ende 9 Vorlaufpunkte. Jeweils 7 standen bei Jörg Pingel und Danny nach 4 Wertungsblöcken zu Buche und Werner Mell musste anordnen, wer von den beiden ins Finale der Viertplatzierten antritten soll wer in das der Drittplatzierten geht. Während der Schwede im letzten Finale stand und Steffen in dem der Zweitplatzierten, ging Jörg ins vermeindlich stärkere Finale und Danny machte den Anfang der Endlaufrunde.

Mit 9 Zählern Rückstand auf die Güstrower setzte sich der MSC Brokstedt auf den 2. Rang der Vorrunde. Für den noch verletzten Charlie Gjedde konnten sie Niels-Kristian Iversen in ihren Reihen verpflichten, der gerade beim letzten GP als Wildcardfahrer in Kopenhagen mit einem 5. Rang auf sich aufmerksam machen konnte. Trotz dieser Erfahrung konnte er aber in der Vorrunde nicht auf die höchste Punktzahl der Brokstedter kommen, denn disqualifizierte ihn Schiedsrichter Ulrich Ehlert im 5. Heat wegen Durchfahren des Innenfeldes. Somit ging nicht nur ihm 2 Punkt verloren sondern auch dem ganzen Team. 2 Laufsiege und ein 2. Rang brachten ihm 8 Punkte bis zur Endlaufrunde.
Bester Vorlauf-Punktesammler war Mirko Wolter, der immer noch mit dem Gedanken spielt am 16.10 in Güstrow sein Abschiedsrennen zu fahren. Mirko begann mit einem 3. Rang, ehe er über einen 2. Platz 2 Laufsiege und auf insgesamt 9 Vorlaufpunkte kam. Konstant 2. Plätze brachte Kapitän Matten Kröger ins Ziel und konnte somit 8 Zähler aufs Konto der Schleswig-Holsteiner einfahren.
Stephan Katt blieb nach einem 2. und einem 3. Rang 2x für den Reservisten Henning Loof auf der Ersatzbank, der seinerseits einen 2. Platz aus dem 2. Auftritt holen konnte. Teambetreuer Hartmut Balfanz verteilte nun seine Jungs in die Finals und so gingen Catman, Matten, Iversen und Wolter in die von der Vorlaufplatzierungen her immer stärker werdende Konkurrenz.

Die Gäste aus Stralsund hatten mit Dariusz Frankow ihren stärksten und eifrigsten Punktegaranten. Er unterlag nur im Auftaktheat dem Güstrower Karlsson und ging natürlich ins A-Finale. Rafael Kowalski hingegen hätte mehr punkt auf sein Konto schreiben können, doch kam er nicht um eine Disqualifikation herum: Es war der 5. Heat, bei dem er während der Startphase das Band berührte und logischer Weise beim Restart eines Bundesligarennens 15 Meter achter ran musste. Dieses schien er aber nicht verstehen zu wollen und versuchte es erneut am Band. Keine Chance, die 15 Meter musste er in Kauf nehmen. Und während Stadionsprecher Horst Kaiser noch prognostizierte, dass Kowalski nicht als letzter durchs Ziel fahren würde, setzte er sich schon während der Grünphase der Ampel in Bewegung und befand sich 10 Meter nach dem Start schon in Front des Feldes. Dieser nun wirklich nicht zu übersehende Fehlstart führte zum endgültigen Ausschluss. Im 15. Lauf kam dann auch noch das Ausfallpech hinzu und so blieb Kowalski auf 5 Punkten bei 2 Einsätzen sitzen.
Jacek Rempala konnte auch 5 Punkte aufs Konto der Stralsunder einfahren, doch hatte man sich von ihm etwas mehr erhofft. Nun gut, einen Zähler verlor er im 9. Heat, als er an 2. Stelle liegend Maschinenprobleme bekam und nur noch auf Rang 3 durchs Ziel rollte, während Kröger von diesem Missgeschick profitieren konnte. Dennoch waren ein Laufsieg, sowie 2 dritte Plätze und eine rote Laterne zu wenig.
Die einzigen deutschen Akteure im Feld der Stralsunder waren Roberto Haupt und Reservist Björn Danielczik, die sich die 4 Vorlauf teilten und jeder aus seinen Läufen jeweils einen 3. Rang holte. Roberto erhielt gegenüber Björn den Zuschlag für den Endlauf D, während Rempala ins C und Kowalski ins B-Finale zog. Frankows A-Finalteilnahme war ja eh schon klar.

Mit einem Durchschnittsalter von 16,25 Jahren traten 4 unerschrockene Youngster für die Hexen aus Neuenknick an. Während Jan Pape schon lange im Vorfeld wegen einer privaten Verpflichtung absagte, bekam der eigentlich geplante Rafal Okoniewski keine Startfreigabe, da er in Polen an die dortigen Ligarennen gebunden war. Es gibt ja aber auch noch Jaroslaw Hampel, der den Neuenknickern schon zu manchen Punkten verhalf, doch brach sich ausgerechnet einen Tag zuvor beim Moto-Crosstraining das Schlüsselbein und meldete sich erst am Vormittages des Renntages ab. So war es für Betreuer Arthur Holzapfel ein Ding der Unmöglichkeit, so kurzfristig noch einen 5. Mann aufzutreiben.
So lag die "Verantwortung" auf René Schäfer (19), der sein erstes Rennen nach seiner OP am Rücken wieder in Angriff nahm. Marcel Limberger (16), sowie Tobias Genz und Kevin Wölbert (beide 15) gingen trotzdem wie auch René unerschrocken in die Rennen. Blamiert haben sie sich weiss Gott nicht, dass wurden auch immer wieder im Fahrerlager bei Gesprächen und den Insiedern und Fans deutlich. Sie konnten zwar "nur" 5 Vorlaufpunkte ins Ziel bringen, wovon 3 aufs Konto von René und jeweils 1 auf die von Marcel und Kevin gingen, doch hielten sie tapfer mit und liessen sich nicht abschütteln.
(Ich persönlich denke, dass es für die Youngster ein mehr als gutes Training war, bei dem sie von den vorfahrenden Profis einiges an Fahrstil, Fahrlinie und überhaupt alles abgucken konnten - Ihr habt euch wacker geschlagen!!!)
So ging René ins Finale der Bestplatzierten, Marcel in das der Zweitplatzierten, Kevin in das der Drittplatzierten und Tobi in das der Viertplatzierten.

Die Finals

C-Finale
B-Finale
A-Finale
Danny holte im rein deutschen Finale der Viertplatzierten einen Klasse Laufsieg vor Catman, Roberto und Tobi. Anschliessend ging Matten als Laufsieger des C-Finals vor Jörg und Jacek durchs Ziel, während Kevin am Start einen Ausfall wegen Kettenriss hatte. Niels-Kristian spielte dann sein Können aus und siegte im B-Finale vor Steffen und Marcel, der mit dem Punktgewinn gegenüber Rafael Kowalski unterstrich, dass Neuenknick mit etwas Glück auch verdient zu Punkten kommen kann.
Das A-Finale war dann der Kracher schlecht hin: Über 3 ¾ Runden führte Peter die Konkurrenz vor Dariusz, Mirko und René durchs Finale, doch der stetig angreifende Frankow suchte sich die Lücke zwischen Bande und Peter auf dem letzten Stück der Geraden bis zum Ziel. Als wenn er den Lenker eingeklappt hätte, an Peter vorbeizog und dann den Lenker wieder ausklappte, nutzte er die minimale Lücke zum Sieg. Damit standen sowohl Peter als auch Dariusz als bester Einzelfahrer mit je 14 Punkten dieses Matches fest.
In Teampunkten sah das Bild der Finalrunde so aus wie das der Vorrunde: Güstrow siegte mit 10, gefolgt von Brokstedt mit 9, Stralsund mit 5 und Neuenknick mit einem Ehrenpunkt.

Das ganze Rennen Heat für Heat und die Situation an der Tabellenspitze noch einmal im Überblick