Deutsche Meisterschaft der Gespanne
in Hertingen, 14.08.2004

Bahnsportherz, was willst du mehr?

In Hertingen wurde alles geboten! Angefangen von der Entscheidung zur deutschen Gespannmeisterschaft über ein top besetztes Rahmen-programm bis hin zum Wheelie-Wettbewerb und einem gigantischen Feuerwerk - und alles mit einem sagenhaften Gemisch aus Lichteffekten und Rockmusik. Ausserdem wurde das, was auf der Bahn geschah, über 2 grosse Monitore auf den Zuschauerwall übertragen.
Doch eines fehlte, bzw einer: Rennleiter Ralf Willin konnte aufgrund einer schweren Krankheit weder im Endspurt der Vorbereitung noch am Rennen teilnehmen, da er im Krankenhaus lag. Doch mit vielen Grüssen und einem riesigen Genesungsapplaus wünschten nicht nur die Fans sondern auch die Fahrer Willin schnelle und gute Besserung.

Speedway.org schließt sich auf diesem Wege auch noch einmal den Genesungswünschen an.

Nachwuchs mischte ganz oben mit

2 Absagen gab es im Fahrerfeld der DM Teilnehmer. Zum einen waren dies Herbert Brüner mit Axel Immig und zum anderen Oswald Bischoff mit Reiner Falter. Die Bahnpokalsieger aus Rastede Stefan Brandhofer und Markus Venus rückten somit direkt ins feste Feld und sorgten für eine kleine Überraschung mit dem Erreichen des Endlaufes. Brandhofers Vorgänger in Sachen Bahnpokalsieg Oliver Wehrle und Christof Stelmaszek sorgten für eine weitere Überraschung, denn gleich im ersten internationalen Lizenzjahr konnten sie die Meisterschaft der "Grossen" erzielen. Gegenüber den weiteren Favoriten Tommy Kunert mit Bernhard Kreuzer lag das Glück auf ihrer Seite.
Kunert riss im ersten Lauf weit in Führung liegend der Zahnriemen und da in diesem Prädikatsmodus die Punkte bis in den Endlauf genommen werden, fehlten ihnen 3 wichtige Zähler zur erfolgreichen Titel-verteidigung. Karl Keil und Desirée Daubert schafften in der Vorrunde zwar auch ein lupenreines Maximum, doch unterlagen sie im 2. Semifinale Kunert, während sich Wehrle im 1. Halbfinale erneut durchsetzten konnte.
Beinahe wären Wehrle die Siegpunkte des 2. Durchgangs aber ebenfalls abhanden gekommen, denn verloren sie den Startnummernbügel am Boot, doch sprach man ihnen nach der Disqualifikation die Punkte wieder zu.

Neben Wehrle, Keil und Kunert komplettierte dann Brandhofer das Finalquartett und obwohl sie hier nach 4 zweiten Plätzen die einzige Nullrunde einstecken mussten, waren sie sehr zufrieden, denn verabschiedete sich ihr Motor im Pflichttraining und sie mussten auf einen vermeintlich Schwächeren zurückgreifen.
Kunert setzte sich in den letzten 4 Runden des Tages vor Wehrle durch, der nun auf Sicherheit fuhr. Er wusste nämlich, dass ihm in dieser Position vor Keil der DM-Titel nicht mehr zu nehmen ist. Kunert glich aus Punktesichjt zu Keil aus und es sollte ein Stechen um den 2. Rang zwischen den ehemaligen Serienmeister um den 2. Rang geben, doch verzichtete das gemischte Doppel auf diese Chance und nahm somit automatisch den 3. Rang ein, während die Aufsteiger aus Bayern Rang 4 erzielten.


Spotlights into the pits

Frank Friedrich übernahm
Willins Posten

Wehrle/Stelmaszek

Kunert/Kreuzer

Keil/Daubert

Brandhofer/Venus

Die Top 4 ohne Helm und Gasgriff

Heat 6 - Keil und Brandhofer legten den Grundstein zum Einzug ins Semifinale

Start Finale

Bornfleth/Bornfleth

Pflügl/Wamprechtshammer

Horn/Näger

Michel/Scheunemann

Ein Dankeschön an Karl Keil

Karl Keil ist es auch zu verdanken, dass die Bornfleth Brothers ohne Ausfall bis ins Finale kamen. Die Pechvögel dieser Saison, die im Training erneut wieder vom Defektteufel eingeholt wurden, erhielten vom Altmeister ein Aggregat zur Verfügung gestellt: "Diesen Motor bekommt ihr nicht kaputt", versprach er und er behielt recht. Jörg und Steffen sind mehr als dankbar über diese Leihgabe und freuten sich, dass sie auch im nächsten Jahr wieder mit der Startnummer 5 ans Band dürfen. #5 bedeutet somit auch, dass sie in der Endwertung den 5. Rang erzielten. Mit einem tollen Zweikampf im 2. Lauf verdrängten die Berliner Michel kurz vor dem Ziel auf den 3. Rang und konnten weitere 3 Punkte in der Vorrunde und einen Zähler im Semifinale ergattern.

Den 6. Rang erzielten Alfons Pflügl und Martin Wamprechtshammer, der aufgrund der Verletzung von Stammbeifahrer Franz Heublhuber diesen Posten nun voraussichtlich bis zum Saisonende ausüben wird. Mit 4 Punkten aus der Vorrunde kam er als letzter in die Wertung der Top 8 und konnte sich durch den 3. Rang im 1. Semi noch um 2 Plätze in der Endabrechnung verbessern.

Andreas Horn und Nico Näger, die mit Wehrle gemeinsam den Aufstieg in die I-Lizenz absolvierten, profitierten im 1. Durchgang von Kunerts Ausfall und sicherten sich 3 ihrer insgesamt 4 Vorlaufpunkte. Doch auf diesen blieben sie auch sitzen, nachdem sie im 1. Halbfinale leer ausgingen.

Auch Jürgen Michel musste aus Verletzungsgründen auf seinen Stammbeifahrer Jürgen Hutwalker verzichten und griff erneut auf Thomas Scheunemann zurück. Von Hutwalker allerdings vor Ort angefeuert erging es ihnen ähnlich wie Horn/Näger. Nach den 4 Vorlaufpunkten war schluss mit Sammeln und es wurde der 8. Gesamtrang des einzigen Mehrzylinder-Piloten.

Wie aus dem Ei gepellt präsentierten sich auch diese Jungs

Heat 2 - Packender Kampf mit Bornfleth und Michel

Aus der noch jungen internationalen Garde gingen die letzten Plätze hervor, die aber mehr hätten erreichen können, wenn das Material mitgespielt hätte. Markus Gössing und Maik Domscheit kamen zwar ohne Ausfall durch die Vorläufe, doch lief das Setup nicht nach Wunsch. Wie Arne Jasper und Arne Friskovec zählten sie zu den Debütanten auf dem ungewöhnlichen 510 Meter-Kurs in Hertingen, doch machte ihnen der Höhenunterschied von der Startgeraden zur gegengeraden weniger Mühe - es lag einfach am Material, worüber sie noch lange grübelten. Sie profitierten aber vom Ausfallpech von Benjamin Wurzler mit Josef Seidl und konnten somit zumindest einen Zähler mehr schreiben.
Das Gespann aus dem hohen Norden trat erst zum Pflichttraining an, denn warteten sie während der Session vom freien Training noch auf Stephan Katt, der ihnen aus Holland, wo Catman am Freitag noch ein Rennen bestritten hat, ein neues Getriebe von dort mitbringen sollte. Doch erfüllte dieses Getriebe nicht die Hoffnungen und so mussten sie im letzten Lauf sogar im 2. Gang starten, ehe sie anschliessend obendrein noch ausfielen. Somit standen ihnen nur die 2 Punkte zu Buche, die sie im 2. Durchgang erzielen konnten.
Der Pechvogel dieser DM war ohne Zweifel Benjamin Wurzler, der gleich 2 Motorschäden einstecken musste. In Heat 3 lag er an 2. Stelle ehe er in der letzten Ecke ausfiel und nur noch 1 Punkt errollte. Und auch im 4. Heat, wo sie in der Startkurve das Duell gegen Jasper verloren, lief der Motor nicht mehr rund und sie fuhren langsam hinterher. Es war nämlich der Lauf in diesem Durchgang, der nur mit 3 Akteuren gestartet wurde und sie konnten somit zumindest einen Zähler noch einheimsen, ehe sie den letzten Lauf absagten.

Gössing/Domscheit

Jasper/Friskovec

Wurzler/Seidl

Die Paradiesvögel und Co hatten etwas Pech

Heat 3 - Fight von Gössing mit Wurzler, der später ausfiel

Heat 4 - Jasper und Wurzler im Clinch um Rang 2

# Name 2 3 4 9 10 11 17 18 19 Pkt 25 26 Pkt 29 Pkt Platz
8 Oliver Wehrle / Christof Stelmaszek   3     3     3   9 3   12 2 14 1.
11 Thomas Kunert / Bernhard Kreuzer     A 3     3     6   3 9 3 12 2.
4 Karl Keil / Desirée Daubert 3         3     3 9   2 11 1 12 3.
7 Stefan Brandhofer / Markus Venus   2       2     2 6 2   8 0 8 4.
2 Jörg Bornfleth / Steffen Bornfleth 2         1   2   5   1 6   6 5.
6 Alfons Pflügl / Martin Wamprechtshammer   1     1   2     4 1   5   5 6.
10 Andreas Horn / Nico Näger     3   0     1   4 0   4   4 7.
3 Jürgen Michel / Thomas Scheunemann 1       2   1     4   0 4   4 8.
12 Markus Gössing / Maik Domscheit     2     0     1 3     3   3 9.
1 Arne Jasper / Arne Friskovec 0     2     A     2     2   2 10.
9 Benjamin Wurzler / Josef Seidl     1 1         N 2     2   2 11.