Jun-DM Lauf Gruppe Süd
in Landshut, 25.06.2004

Die Junioren DM und das Regelwerk - ein ewig anhaltender Diskussionspunkt. Ort des Geschehens war das Stadion Ellermühle in Landshut bei optimalem Rennwetter. Nach den beiden Semifinals standen 3 Fahrer mit gleicher Punktzahl da und nur einer durfte neben Martin Smolinski, Thomas Stange und Pauli Bauer, die den Einzug schon in der Tasche hatten, noch mit ins Finale. Christoph Demmel erhielt gegenüber Richard Speiser und Tobias Genz den Zuschlag, doch wusste keiner wirklich warum, da man das Regelwerk auf verschiedene Art deutete.

Auszug aus dem DMSB-Reglement der Junioren Speedway DM:

Bei Punktgleichheit entscheidet die Majorität der besseren Plätze, sollte sich hierdurch keine Differenzierung ergeben, so entscheidet das Ergebnis des Laufes, den die punktgleichen Fahrer gegeneinander bestritten haben. Ist dann noch keine Differenzierung möglich, entscheidet das Los.

Im beschriebenen Fall ging folgende Punktewertung vorab:

Name
1
2
3
4
5
Semi
Pkt
Christoph Demmel
3
2
3
1
2
0
11
Richard Speiser
3
3
2
2
A
1
11
Tobias Genz
2
3
A
2
3
1
11

Die Majorität der Plätze war bei allen 3 Fahrern identisch, doch während Speiser und Genz einen Ausfall zu beklagen hatten, zählte die Null-Punkte-Fahrt von Demmel im Semifinale mehr, als die Ausfälle der beiden in der Vorrunde. Die besseren Platzierungen im Semifinale hatten also keine Bedeutung. Die bessere Platzierung im Endklassement sprach dann auf den Plätzen 5 und 6 für Speiser, da er Genz im direkten Duell besiegt hatte.

Es ist mit diesem System ein "Für und Wieder" und einige Fahrer wünschen sich ein Regelwerk, das leichter nachzuvollziehen ist und vor allem als gerechter erscheint.

Doch nun zum Renngeschehen:

Nach der Absage von René Schäfer, der immer noch an seiner Rückenverletzung laboriert, Patric Metzger und Marcel Dachs, die beide eigentlich für diesen Lauf nominiert waren und durch Richard Speiser und Max Dilger ersetzt wurden, blieb das Fahrerfeld unvollständig. Auch Georg Hack, der aus Altersgründen nur an der Vorrunde ausser Konkurrenz teilnehmen durfte, konnte das Feld nur auf 15 Piloten aufstocken. So blieb pro Durchgang in einem Lauf ein Startplatz frei.
Die vermeindlich stärksten Akteure des Abends, die man im Vorfeld schon als Siegesanwärter handelte, waren die Speedway Paar EM Semifinal-Sieger Martin Smolinski und Tommy Stange. Während Smoli im Auftaktheat gleich einen Laufsieg einfuhr, musste sich Tommy Christoph Demmel beugen, doch beklagte er auch Probleme mit dem Vergaser. Im 2. Durchgang trafen sie dann aufeinander und der Schwarzwälder zeigte dem Olchinger das Hinterrad. Damit gaben sie bis jetzt je einen Punkt ab und hatten 5 Zähler auf ihrem Konto. Die hatten aber auch das "Nordlicht" Tobias Genz, der aufgrund von mehr Renneinsätzen in den Süden ging, Demmel, und Pauli Bauer. Ungeschlagen war bis hierhin aber Richard Speiser, der von seinem Coach Robert Barth unterstützt wurde und wertvolle Tipps entgegen nahm.
Richard verlor aber im 3. Wertungsblock die weisse Weste nach einem Zweikampf gegen Tommy nachdem Smoli einen Sieg gegenüber Pauli Bauer einfahren konnte. Georg Hack holte sich derweil ebenfalls schon seinen 2. Laufsieg, während Demmel auf der Erfolgsspur blieb und auch wieder siegen konnte. Genz hatte in diesem Durchgang weniger Glück und fiel in der Startkurve des 10. Heats aus. Probleme mit dem grad eingebauten Vorderrad zwangen ihn dazu und wichtige Punkte gingen verloren. Mit dem Auftakt zum 4. Durchgang sollte eine Vorentscheidung fallen, denn traten hier Smoli, Demmel und Speiser mit jeweils 8 Punkten und Hack an, der mit 7 Punkten ebenfalls vorn zu finden war. Mit grossen Abstand zu den Verfolgern konnte Smoli dann den Sieg einfahren und zeigte den Fans während der 4 Runden was aus seinem Wheelie-Repertoir. Richard sicherte sich Platz 2 vor Demmel und Hack. Im Anschluss konnte Bauer dann erneut siegen und verwies Genz auf Rang 2, ehe Stange seiner Favoritenrolle im 15. Heat gerecht wurde. Er blieb vor seinem Kumpel Max Dilger, der sich gleich bei seinem ersten Lauf mit einem Cowboystart aus der Wertung brachte, doch sich peu á peu durch konstant gute 2. Plätze wieder herankämpfen konnte. Stange erhielt aber nach dem Sieg vom Referee Christian Froschauer eine offizielle Verwarnung, weil es ihm anscheinend nicht passte, wie Stange seinen Startplatz im 4. Gate einnehmen wollte.
Im letzten Lauf dieses 4. Outings setzte sich Michael Kammermeier gegenüber Manfred Betz und Sebastian Mack durch, der sich aber auch in der Startkurve hinlegte und dem Duo an der Spitze im Anschluss wieder folgte. Der 4 Startplatz blieb leer und so konnten die Jungs ihre Punktestände aufbessern. Der letzte Vorlauf wurde angebrochen und wieder machte Smoli die Pace und siegte vor Max, der sich damit ebenfalls noch unter die Top 8 für die Semifinals schieben konnte. Auch Tobias siegte vor Demmel, die somit auch ins Halbfinale durften. Im 3er-Feld des 19. Laufes riss dem vermeindlichen Favoriten Richard die Primärkette und nur Karl Röck und Dennis Helfer erreichten das Ziel. Speisers Platz im Semifinale blieb ihm aber dennoch sicher, obwohl auch ihm wichtige Punkte verloren gingen. Fehlten aus der Spitzentruppe eigentlich nur noch Stange und Bauer, die sich im letzten Vorlauf mit Hack und Betz messen mussten. Bauer siegte vor Stange, der kurz vor dem Ziel an 2. Stelle liegend noch einen Motorschaden einstecken musste

Die Aufteilung der Semifinals musste nun ohne Berücksichtigung auf Hack geschehen und da hier die Halbfinalplätze im Vorfeld schon feststanden, kam es zu folgenden Quartetts:

Semi 1
  Christoph Demmel
11
  Tobias Genz
10
  Max Dilger
8
  Martin Smolinski
14
Semi 2
  Pauli Bauer
13
  Richard Speiser
10
  Michael Kammermeier
6
  Tommy Stange
13

Smoli siegte vor Max während Tobi Christoph in Schach halten konnte. Aus dem 2. Halbfinale gingen Tommy und Pauli auf den Plätzen 1 und 2 hervor und standen somit neben Smoli sicher im Finale. Barth-Schützling Speiser erzielte den letzten Punkt vor Kammermeier.
Für Smoli 17, Tommy 16 und Pauli 15 war neben dem sicheren Finale auch schon ein Podestplatz sicher, nur welcher das sein sollte, musste in einem tollen Finale entschieden werden. Wie es zum 4. Startplatz von Demmel kam, wurde eingangs ausreichend erläutert.

Heat 1

Heat 2

Heat 4

Heat 5

Heat 8

Heat 14

Heat 15

Heat 16 - Ausrutscher von Mack

Finale
  Tommy Stange
16
  Christoph Demmel
11
  Pauli Bauer
15
  Martin Smolinski
17
Stange sicherte sich von der Innenbahn startend die beste Ausgangsposition vor der ersten Ecke, während Smoli sein Bike zu quer stellte. Er fiel kurzzeitig sogar hinter Bauer zurück, doch kämpfte sich der Olchinger wieder ans Hinterrad von Tommy. Ein weiterer kleiner Fahrfehler kosteten ihm dann aber wiederum in der 3. Runde einige Meter, die er aber erneut wieder aufholen konnte, während Tommy seinen Strich fuhr.
Tommy siegte letztendlich in diesem Finale und konnte sich trotz punktgleichheit mit Smoli auch als Tagessieger feiern lassen. - Begründung: Siehe Auszug aus dem DMSB-Regelwerk.
In den direkten Duellen gewann Tommy beide Male und bei seinem 2. Lauf zur Junioren DM holte er die maximale Matchpunktzahl von 20 und konnte sich nun auf Rang 9 bei noch 2 offenen Vorrunden vorarbeiten, während Smoli hinter Michi Hertrich, der als Zuschauer vor Ort war und die Konkurrenz, wie im übrigen auch René Schäfer, immer noch auf Platz 2 rangiert. - Die Tabelle aus dem Süden - Zu erwähnen sei noch der 3. Rang von Bauer und Demmel, der einen tollen 4. Platz - trotz grosser Diskussionen - erzielte. - Die Wertung Heat für Heat

Am Rande:

Das Fernsehteam von "Regional Landshut" holte sich Informationen beim Vorsitzenden Georg Hack sen und u.a. auch Martin Smolinski und werden dies heute ab 18.00 Uhr ausstrahlen. Wer über Satellit ON TV digital empfangen kann, kann auch ab 19.15 Uhr das Rennen in einer Kurzversion noch einmal nachvollziehen.

Viel los im Fahrerlager
René schaute hier und da nach dem Rechten
Der Meister und sein Lehrling: Robert und Richard
Ein enttäuschter Max schob nach dem Cowboystart zurück in die Pits
Martin unterlag nur ganz knapp in der Gesamtwertung
Mit neuem HZ-Motor gelang Tommy der Sieg

2 Nordlichter unter sich:

Ex-Bahnfahrer Thorsten Kerl, den es schon vor Jahren der Liebe wegen von Osnabrück nach Landshut verschlug, übernahm im Verein den Posten des Rennleiters. Natürlich nutzte ich die Chance zwischen den Läufen als "alte Kumpel" vergangener Zeiten mit Thorsten einen Smalltalk zu halten :-)

Foto: Josef Strohhammer