Team WM Semifinale in Lonigo I,
03.07.2004

Bahnlänge: 334 Meter - Geraden: 12 Meter - Kurven: 18 Meter - Bahnrekord: Rickardsson '96 - 59,8 sec

Aufgrund der für uns in diesem "Sommer" ungewohnt heissen Temperaturen von ca 30 Grad verzichteten alle anwesenden Teams auf das Startbandtraining während Italien komplett dem Training fern blieb. Mirko, Smoli, Matze, Hefe und Tommy testeten daher ausgiebig ihre Starts und Setups am Bike.

"Go Germany Go"

Eine kleine aber lautstarke Truppe reiste zur Unterstützung der deutschen Piloten nach Lonigo, doch bekamen sie nicht mit, was sich lange vor dem Rennen im Fahrerlager bzw. Rennbüro abspielte. Laut Pressemitteilung der FIM, die u.a. auch Speedway.org erhalten hat, gab es die Aufteilung: Deutschland rot, Lettland blau und Finnland weiß. Doch beim Durchblättern des Programmheftes war alles ganz anders gedruckt. Der Moto Club Lonigo ließ dieses anhand einer Liste vorbereiten, die sie aus einer anderen Quelle bezogen hatten. Die Entscheidung des Jurymeetings lautete dann: Es wird gefahren, so wie es im Programmheft steht! Das hieß für mich alles umschreiben, Thilo die neue Aufstellung für die Live-Übertragung mitteilen und den Jungs die neuen Startplatzaufstellung zusammenstellen.

Die Zeit zwischen dem Training und dem Start liess es aber zu und mit einer Massage wurde jeder deutscher Akteur noch einmal kurz vor dem Rennen so richtig durchgeknetet. Dieses wurde ermöglicht durch das Team Smolinski, die in ihrer Crew Mario Feix hatten. Als ehemaliger Eishockey Bundesligaspieler von Kaufbeuren und teilausgebildeter Physiotherapeut und Masseur kümmerte sich Mario um die einzelnen Fahrer und um die einzelnen Problemzonen. Matze Schultz legte sich nach seiner Beckenverletzung sogar gleich 2x auf die Bank und fühlte sich richtig fit nach der Behandlung. Die Jungs waren mehr als dankbar, was u.a. Mirko Wolter mit: "Da muss man erst die Karriere beenden wollen, um in so einen Genuss zu kommen", bezeichnete.

Der Star auf Gastgeberseite war natürlich Armando "Nationale" Castagna, den man für diesen WM-Qualifikationslauf wieder mobilisieren konnte. Nach dem Rennen unterhielt sich Tommy Stange mit dem Italiener, der ihn auf England ansprach. Armando dazu: "Ich? Auf der Bahn in Eastbourne? Ohne mich - nein nein, da können die Jungen hinfahren." Nach dem Sieg der Italiener im eigenen Land werden sie es auf der Insel schwer haben gegen die Australier und Dänen, auf die sie u.a. treffen werden, vor allem wenn ihr Aushängeschild nicht dabei sein wird.

Finnland
Deutschland
Lettland
Italien
       
Mit etwas Zeitverzug ging die Fahrervorstellung ab 21.00 Uhr über die Bühne doch wurde mir die Definition von Speedway gegenüber Langbahn wieder mehr als deutlich: Speed steht eben doch für schnell - sauschnell sogar und es artete schon fast in Stress aus :-) Wie schnell dieses Rennen dann vor 1200 Fans durchgezogen wurde, zeigten die nur knapp 2 1/5 Stunden, die sie für die 25 Heats trotz einiger Sturz-Unterbrechungen benötigt wurden.

Die Bahnverhältnisse

Fast 3 Stunden lang brachte der Bahnmeister ununterbrochen Wasser auf die Bahn und sorgte somit für "alle Facetten einer Bahn: sie ist tief, glatt, rutschig und griffig", so Markus Markus Schulenberg, der als Teambetreuer den Jungs zur Seite stand. Einige Piloten aller Teams hatten mit diesen veränderten Verhältnissen gegenüber dem Training grad zu Anfang so ihre Schwierigkeiten und konnten nur mit Mühe gefährliche Aufsteiger ausgangs der Kurven unter Kontrolle bringen. Mitte der Rennen wurde die Bahn dann aber immer besser und zeigte schon fast betonharte Stellen, doch mit dem letzten Durchgang wurde die Präparation der Strecke zum Kriterium dieses Rennens.

10 : 10 nach 5 Heats

Der deutsche Kapitän sicherte gleich die ersten 3 wichtigen Punkte vor Salvatelli zum Auftakt, ehe Smoli ihm anschliessend im Nichts nachstand. Allerdings kam er erst im Rerun zur Führungsposition, denn wurde sein Platz als Sandwich von Tero Aarnio aus Finnland und Castagna in der Startkurve mächtig eng und es kam zum Crash mit dem Finnen. Ausser einem ausgespeichten Vorderrad und einem Matsch-Outfit ging es für Smoli aber glimpflich ab und auch Aarnio konnte nach kurzer Behandlung wieder am Restart teilnehmen. Hinter Martin musste Armando „Nationale“ Castagna dann noch kurz vor dem Ziel den 2.Rang an Aarnio nach einem Fahrfehler abgeben. Auch im 3. Heat kam es zu einem Sturz, bei dem Matze dank einer klasse Reaktion mehr als Glück hatte: Finnlands Kauko Nieminen überschlug sich ausgangs der 2. Ecke nach einem unfreiwilligen Aufsteiger und während Matze noch so gerade eben daran vorbei kommen konnte, gab es für den Letten Nikolajs Kokins keinen Ausweg mehr und er stützte ebenfalls. Auch hier blieben die Beteiligten bis auf den Schreck eigentlich unbeschadet und der Rerun wurde ohne Nieminen als Abbruchverursacher gestartet. Sanchez war nicht zu halten und Matze musste sich nach packenden Fight Kokins geschlagen geben. Mit dem 4. Lauf war Hefe dann an der Reihe und er konnte sich an Terenzani vorbeischieben. Allerdings war noch Andrijs Korolovs aus Lettland vor ihm, der, um es einmal vorweg zu nehmen, den einzigen Laufsieg für Lettland fahren konnte. Kurz vor dem Ziel erspähte Korolovs dann aber den Finnen Tomi Reima vor sich, der am Start wegen Maschinenproblemen zunächst stehen blieb und nur langsam dem Feld zu folgen versuchte. Mit der Überrundung kurz vor dem Ziel disqualifizierte man folglich den Skandinavier. Heat Nr. 5 bedeutete den Einsatz von Tommy, der von der Aussenbahn einen guten Start hinlegte, doch in der 18m breiten Startkurve nach aussen gedrängt wurde. Er kämpfte sich wieder heran, überholte Aleksandrs Bizna aus Lettland doch waren Maida und Juha Hautamäki zu weit enteilt.

21 : 18 nach Heat 10

Nach nur einen kleinen Verschnaufpause musste der Schwarzwälder dann gleich wieder ans Band. Diesmal musste er Laukanen und Sanchez vorfahren lassen, während er Korolovs' Angriffe abwehren konnte. Mirko zeigte anschliessend einen Wahnsinnslauf: Von der 3. Stelle holte er sich zunächst Aarnio, kämpfte über eine Runde um diesen 2. Rang ehe er sich etwas absetzten konnte. Er machte dann Jagd auf den Führenden Terenzani doch leider fehlten knapp 5 Meter am Ende zum Sieg. Mit 2 Punkten Rückstand auf Italien wurde Smoli dann wieder auf die Bahn geschickt und er machte daraus einen 1-Punkte-Vorsprung, denn kam Maida nicht an Kastas Puodzuks und Nieminen vorbei. Mit etwas unfairen Mitteln wurde dann Matze nach gewonnenem Start von Reima nach aussen gedrängt und Salvatelli konnte innen durchhuschen. Reima blieb dann auch bis ins Ziel noch vor unserem amtierenden deutschen Meister und war natürlich sauer über die Aktion des Finnen. Während Hefe sich im letzten Lauf des 2. Durchganges gegen Hautamäki als Sieger des 3. Platzes durchsetzten konnte, holte Castagna den Laufsieg vor Kokins.

31 : 31 nach Heat 15

Der 3. Durchgang war der Durchgang der deutschen Youngster, denn gaben sie nur 2 Punkte ab und konnten die 3 Punkte Rückstand wieder wett machen. Smoli machte dabei den Anfang mit dem Sieg über Laukanen, Terenzani und Kokins, der diesmal als Doppelstarter an der Reihe war. Matze folgte daraufhin mit 3 Punkten nachdem er Maida, Korolovs und Aarnio in Schach halten konnte. „Was Matze kann, kann ich auch“, dachte sich Hefe und ging in der 2. Runde des 13. Laufes vorbei an Salvatelli, der sich noch einen erbitterten Fight mit Nieminen lieferte, aber den Finnen letztendlich doch ziehen lassen musste. Hefe holte mit diesem Sieg eine 27:25 Führung heraus. Italien sah sich nun gezwungen den Anschluss zu halten, da sie merkten, dass die German-Boys immer besser in Schwung kamen. Castagna machte mit einem Laufsieg über Tommy den Anfang, woraufhin auch Sanchez Wolter den Sieg abnehmen konnte während sich Finnland und Lettland nun mit 16:12 gegenüberstanden.

40 : 42 nach Heat 20

Die Spannung stieg ins Unermessliche, und obwohl der 4. Durchgang nicht ganz so punkteträchtig war, wie der zuvor, konnten sie sich 2 Punkte von den Italienern absetzten. Unverhoffte Schützenhilfe erhielten sie aber auch aus Finnland, bzw. Laukanen, der nach FIM-Reglement das Recht des „Tactical Substitutes“ in Anspruch nahm. Nach dem Laufsieg des Finnen in Heat 16 gab man ihm 4 Minuten statt deren 2, da er sofort wieder ran musste und Aarnio ersetzte. Und wieder ging der Finne als Sieger über die Ziellinie. Er konnte dabei jeweils zwar Matze und Hefe hinter sich lassen, doch zeigten unsere Nachwuchstalente Castagna und Sanchez ihrerseits die Hinterräder. Eine Schrecksekunde gab es anschliessend für Tommy, der nach gutem Start abrupt gebremst wurde: Lettlands Paura bekam sein Bike in der Startkurve nicht unter Kontrolle und stieg spektakulär ab. Dabei musste sich sein Bike mit dem von Tommy berührt haben, denn war die Kette nicht nur gerissen, sondern Schlicht weg gebrochen. Auf dem Reservemotorrad konnte er dann wieder teilnehmen, doch blieb Terenzani, der auf der Gegengeraden der 2. Runde mit etwas unfairen Mitteln Nieminen den Sieg abknüpfte, auch am Ende Sieger dieses Laufes. Smoli bekam es im letzten Lauf des 4. Blocks dann mit Salvatelli zu tun, die sich beide nichts schenkten und mehrere Positionswechsel um den 1. Platz absolvierten. der Bayer gewann am Ende und war der einzige im Fahrerfeld, der bis jetzt ungeschlagen war. Obendrein sicherte er die 2-Punkte Führung vor Italien während Finnland nun mit 24:14 einen ordentlichen und fast uneinholbaren Vorsprung gegenüber den Letten hatten.

Heat 2 - Smoli kommt zu Sturz

Das Vorderrad, oder das,
was davon übrig blieb

Heat 3 - Sanchez setzt gegen
Matze durch

Heat 11 - Smoli zieht durch

Heat 18 - Tommy sucht die Lücke

Heat 19 - Mirko schnappt
sich noch Maida

Heat 23 - Dreikampf um die Spitze

Heat 25 - Italiens Sieg ist perfekt

Punktbester Einzelfahrer war Smoli mit 14 Zählern, sieht man einmal von den 6 Starts von Laukanen ab, der es damit auf 15 Zähler brachte

54 : 47 nach Heat 25

5 Punkte in 5 Läufen waren nun nicht viel während die Gastgeber fast das dreifache aus ihren letzten Matches holten. Es war aber auch so eine Sache mit dem letzten Bahndienst, denn fuhr man, nachdem sich die Bahnverhältnisse ab Mitte des Rennens nahezu als optimal präsentierten, wieder Wasser, und das, obwohl es nicht staubte.

Hefe fand diese neue Situation auch nicht wirklich lustig und ärgerte sich über den 3. Platz hinter Laukanen und Maida. Tommy bekam diese anderen Bedingungen auf eine andere Art und Weise zu spüren, denn rutschte ihm das Vorderrad in der 3. Ecke weg, und beim Versuch das Bike doch noch quer durch die Kurve zu bringen, ging er zu Boden. Salvatellis Sieg über Aarnio war somit eine kleine Vorentscheidung zu Gunsten der Italiener auch wenn es „nur“ 2 Punkte waren, die sie nun in Front lagen. Auch Mirko konnte anschliessend keinen Punkt mehr einfahren: Er kam auf Rang 4 aus der 1. Ecke und hatte keine Möglichkeit, zumindest noch einen Punkt zu ergattern. Castagna baute nach dem Sieg somit die Führung um 5 Punkte aus und man wusste im deutschen Lager, die Kontrahenten brauchen nur noch 2 Punkte aus 2 Heats. Sanchez machte im vorletzten Lauf mit dem Sieg über Smoli den Tagessieg und den Einzug in die nächste Runde dieses World Cups perfekt. Auch Matze kämpfte im letzten Lauf noch einmal um jeden Zentimeter und arbeitete sich von Rang 3 auf 2 vor, doch blieb Terenzani auch Sieger im letzten Duell vor dem Deutschen. Finnland arbeitete sich somit noch auf 31 Zähler, während die Letten am Ende mit 18 Punkten doch sehr abgeschlagen waren.

Dieses Endergebnis spiegelt nicht die Leistung unserer Jungs wieder, denn haben sie um jede Position gekämpft. Sie haben ein klasse Rennen gezeigt und alles gegeben, doch wurden ihnen die Bahnverhältnisse im letzten zum Verhängnis. Trotz allem - es war eine Werbung für den deutschen Speedwaysport und man tut gut daran, die "jungen Wilden" auch weiterhin gegen internationale Konkurrenten zu setzten.

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Ges
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Paolo Salvatelli
2
3
1
2
3
11

1.

2
Armando Castagna
1
3
3
1
3
11
3
Emiliano Sanchez
3
2
3
1
3
12
4
Simone Terenzani
1
3
1
3
3
11
5
Andrea Maida
3
0
2
2
2
9
Italien
2
3
6
7
10
12
15
15
18
21
22
24
25
28
31
32
33
36
38
40
42
45
48
51
54
54
1
Mirko Wolter
3
2
2
3
0
10

2.

2
Martin Smolinski
3
3
3
3
2
14
3
Matthias Schultz
1
1
3
2
2
9
4
Christian Hefenbrock
2
1
3
2
1
9
5
Thomas Stange
1
1
2
1
F
5
Deutschland
3
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7
9
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11
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43
43
45
47
47
1
Kaj Laukanen
1
3
2
3
3
3
15

3.

2
Tero Aarnio
2
1
0
R
2
5
3
Kauko Nieminen
N
1
2
2
2
7
4
Tomi Reima
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T
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Juha Hautamäki
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Finnland
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31
31
31
1
Kastas Puodzuks
0
2
1
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1
4

4.

2
Leonid Paura
0
0
1
F
0
1
3
Nikolajs Kokins
2
2
0
1
1
6
4
Andrijs Korolovs
3
0
1
1
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6
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Alexandrs Bizna
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