Master of Speedway
in Moorwinkelsdamm,
08.05.2004

Was für ein Tag: Werder Bremen schoß sich gegen Bayern München vorzeitig zum 4. Mal zum deutscher Fussball Meister und während dieses Ereignis auch in Moorwinkelsdamm nicht unerwähnt blieb und in der Bremer Innenstadt ausgiebig gefeiert wurde, gab es im (von Bremen aus gesehen) 80 km entfernten Speedway-Stadion in Moorwinkelsdamm tolle und packende Fights zu sehen. Tomasz Bajerski durfte sich am Ende der Veranstaltung freuen, denn schaffte er zum 3. Mal in Folge den Titel "Master of Speedway". Doch machte auch ein Youngster, der sich durch die Qualifikation erst im A-Feld wiederfand, von sich reden: Gemeint ist René Schäfer, der es sogar bis ins Superfinale schaffte.

Mr. Hattrick - Tomasz Bajerski

Kurzfristig musste Rennleiter Heinrich Wilhelms für den noch verletzten Rafal Okoniewski einen neuen Mann organisieren. Dies fand er in Piotr Dym, der allerdings nicht weiter für eine Überraschung sorgen

Jörg im Gespräch mit Matten, der ihm nach dem Rennen in Wolfslake wieder einen Motor
aufbereiten musste

konnte. Nach 2 Punkten im letzten Vorlauf war für ihn das Rennen zu Ende und er führte die Riege derjenigen an, die sich nicht für eines der beiden Semifinals qualifizieren konnten. Mit ebenfalls 2 Zählern blieben auch der tschechische Teeny Lubos Tomicek sowisowie Jörg Pingel auf der Strecke. "Ich fand zu keiner Zeit der Läufe eine Linie, auf der ich fahren konnte", gestand der 33-Jährige Pingel nach Rennende. So enttäuschend wie im diesem Jahr, war er in Moowidamm noch nicht unterwegs. Das Schlusslicht bildete dann aber Shane Colvin, der für den verletzten Chris Collins einsprang. Für den Waliser stellte die Bahnlänge ein riesiges Oval dar, da die Bahnen, auf den er auf der Insel unterwegs ist, wesentlich kleiner sind. So kam er auch zu keinem Punkt und fuhr stets mit der roten Laterne ins Ziel.

Shane Colvin
Platz 12 - 0 Punkte
Jörg Pingel
Platz 11 - 2 Punkte
Lubos Tomicek
Platz 10 - 2 Punkte
Piotr Dym
Platz 9 2 Punkte

Die Plätze in den Semifinals waren den besten 8 Punktesammlern nach 3 Durchgängen vorbehalten. Mit 8 Zählern ging Team-Weltmeister Peter Karlsson ins 1. Semifinale und wurde übergeleitet von René Schäfer (7), Andy Smith (6) und Henk Bos (3). Karlsson traf gleich im 2. Heat auf den Titelverteidiger Bajerski und unterlag ihm. Doch blieb es bis jetzt der einzige Punktverlust, aber nur ganz knapp. Denn konnte René Schäfer zum Rennen seines Lebens ausholen und überraschte nicht nur die Fachwelt. 2 der 8 Feuerwerksraketen galten allein ihm, die nach Abschluss eines Spitzenlaufes gezündet wurden. Der Youngster, der sich als schnellster aus der Gruppe B für das

Mama Gaby Schäfer ging fast fest
beim Daumendrücken

Masterfeld neben Henk Bos qualifizierte, fuhr gleich im 3. Heat nicht nur einen Laufsieg, sondern auch die schnellste Zeit bis dahin. Er war somit schneller als Bajerski, Karlsson und Barth unterwegs gewesen. Aus den weiteren 2 Einsätzen zauberte er dann noch 4 Zähler, die schon eine wahnsinnige Ausbeute waren, aber eigentlich hätte es auch mindestens einer mehr sein können, so gut, wie er drauf war. Er bekam es noch 2 Mal mit Karlsson zu tun, den er vor allem im letzten Lauf bis zum Ausgang der Zielkurve der letzten Runde vorführte und nur durch einen Fahrfehler 1 Zähler an Karlsson abgegeben musste. Barth wurde in diesem Heat mit seinem 3 Rang nur zum Statisten und staunte nicht schlecht über die "Respektlosigkeit" vor den Meistern.

Diese 4 Herren stellten sich also dem Semifinale 1 und Karlsson war diesmal vom Start weg der anschliessende Laufsieger. Der in die Jahre gekommene Andy Smith steigerte sich erst im Laufe der Vorrunde und blieb nach einem dritten, zweiten und ersten Rang jetzt hinter Karlsson auf Rang 2. Diese mittlerweile 8 gesammelten Punkte reichten dann aber wie für den Schweden für den Endlauf mit 6 Fahrern über 6 Runden. Schäfer schien nun etwas ausgepowert und blieb vor Bos auf Rang 3, doch fand auch er sich 6er-Finale wieder. - Für das 2. Halbfinale satnden natürlich Bajerski als Mr. Maximum, Robert Barth (7), Matten Kröger (5) und Stephan Katt (3) parat. Barth holte sich neben dem 1 Punkt im erwähnten Lauf noch 2 Laufsiege, während Kröger "nur" 5 Punkte ins Ziel brachte. Katt bekam

Karlsson staunte nicht
schlecht über Schäfer

Neffe Milan drückte
Catman die Daumen

nach einer Nullrunde quasi einen Zähler geschenkt, als Dym vor ihm liegend ausgefallen war, doch führte er im letzten Durchgang die Konkurrenz an. Smith musste er aber Platz machen und brachte somit noch 2 Laufpunkte mit ins Ziel, die aber seine Letzten sein sollten. Im Semifinale kam er nicht mehr an gegen Bajerski, Barth und Kröger, die in dieser Reihenfolge den Lauf beendeten und sich auch im Finale wiedertrafen.

Die qualifizierten Fahrer nahmen also Platz am Startband und es wurde mächtig eng auf den ersten Metern. Bajerskis Sohn loste dem Titelverteidiger die rote Helmfarbe und startete somit von ganz innen. Neben ihm stellten sich dann Barth, Smith, Kröger, Schäfer und Karlsson.

Barth schien den Start fast verschlafen zu haben, während es für Schäfer und Kröger mächtig eng wurde, da Karlsson von aussen und Smith von der Mitte den Weg zu machten. Doch ging alles gut und während Barth sich auf die Verfolgung machte und Platz für Platz gut machte, schien keiner mehr am Hattrick Bajerskis zu zweifeln. Karlsson wurde somit "Vize" vor Barth, Smith, Kröger und Schäfer, der für ordentlich Stimmung sorgte und am Ende mit dem 5. Rang belohnt wurde.

Andy Smith - 4.Platz 10 Punkte
René Schäfer - 5.Platz 8 Punkte
Matten Kröger - 6.Platz 7 Punkte

# Fahrer   1 2 3 Pkt 4 5 6 Pkt 7 8 9 Pkt 10 11 Pkt 12 Pkt Platz
6 Tomasz Bajerski Polen   3   3     3 6   3   9   3 12 5 17 1.
5 Peter Karlsson Schweden   2   2   3   5 3     8 3   11 4 15 2.
1 Robert Barth Deutschland 3     3 3     6 1     7   2 9 3 12 3.
4 Andy Smith England 1     1 2     3     3 6 2   8 2 10 4.
11 René Schäfer Deutschland     3 3   2   5 3     2 1   8 0 8 5.
3 Matten Kröger Deutschland 2     2     2 4     1 5   1 6 1 7 6.
8 Stephan Katt Deutschland   0   0   1   1     2 3   0 3   3 7.
12 Henk Bos Niederlande     1 1     1 2   1   3 0   3   3 8.
2 Piotr Dym Polen 0     0   A   0   2   2     2   2 9.
7 Lubos Tomicek Tschechische Republic   1   1 1     2 0     2     2   2 10.
10 Jörg Pingel Deutschland     2 2 0     2   0   2     2   2 11.
9 Shane Colvin England     0 0     0 0     0 0     0   0 12.

2. Peter Karlsson (15) - 1. Tomasz Bajerski (17) - 3. Robert Barth (12)
In der Gruppe B siegte überraschend Jan Pape mit Maximum. Noch bis zum Donnerstag liess er sich über die Entscheidung eines Starts Zeit, denn plagte ihn immer noch die Steißbeinprellung, die er sich knapp eine Woche zuvor zugezogen hatte. Im Training lief es noch nicht, doch fand er im Rennen eine weite Linie, die es ihm aussen zuliess zu fahren. Mit der richtigen Übersetzung und dem nötigen Schwung holte er aus drei Einsätzen 3 Laufsiegen und war froh, als das Rennen so positiv verlaufen war.

Jan biss die Zähne zusammen

Auf den 2. Rang kam Ralf Strack. Er überzeugte vor allem durch tolle Aufholjagten und heisse Fights. Beispielhaft dafür war allein schon der 1. Lauf, bei dem er sich von Rang 3 an Marcel Limberger und Henning Loof vorbeischieben konnte und den Laufsieg holte. Pape musste er allerdings in den weiteren Outings ziehen lassen, doch langte es für den Westoverledinger immer noch zu einem 2. Rang und konnte als Clubfahrer die Flagge des MSC Moorwinkelsdamm ganz hoch halten

Ralf war gut drauf

Nach den 3 Läufen hatten Erik Eijbergen und Henning Loof jeweils 6 Zähler auf dem Konto, doch das bessere Abschneiden im letzten Lauf sprach für den 36-Jährigen Holländer, der konstant 2. Plätze ins Ziel brachte. Henning hingegen arbeitete sich stets in seinen Heat nach vorne, und konnte nach einem 2. Rang anschliessend als Sieger die Ziellinie überqueren. Doch die Aufholjagd von Rang 4 auf 3 wurde am Ende nicht mehr mit einem Podestplatz belohnt, obwohl er gegenüber Eijbergen einen Laufsieg zu verzeichnen hatte und ihn im direkten Duell nach einem Überholmanöver besiegte.

Marcel Limberger, der im übrigen auch einen Qualilauf für die Masterrunde gewann, aber aufgrund von Motorenproblemen daraufhin mit Zeitverzug nur stotternd ins Ziel kam, fand erst im 3. Durchgang zur gewohnten Stärke. Nach einem 3. Rang fiel Limberger anschliessend fast noch in der letzten Runde aus und konnte erst im letzten Lauf zur gewohnten Laufsieg ansetzten. Dirk Fabriek kam am Ende auf insgesamt 2 Punkte und blieb somit noch vor Henry van der Steen und Jörg Tebbe, die mit einem Punkt die Wertung abschlossen.

Klaus Witt nahm 2 Spenden entgegen, die für die Pechvögel dieser Veranstaltung sein sollten. Jannik de Jong, der in der Quali stürzte, doch ohne Erfolg wieder hinterher fuhr, und Christian Hülshorst, der aufgrund dieses Sturzes ausweichen musste und ebenfalls die Zeit nicht mehr schaffte, um ins Rennen zu kommen, nahmen diese Spenden dankend an. Für Jannik war dieser Tag zuvor aber eh schon gelaufen, denn galt ihm zunächst ein Startplatz bei der

Speedway WM-Quali in Krsko, doch musste die KNMV den Teeny wieder aus dem Rennen nehmen, da er mit seinen 16 Jahren jetzt noch genau 30 Tage zu jung war.

#
Name
1
2
3
4
5
6
Pkt Platz
20
Jan Pape
3
   
3
 
3
9
1.
26
Ralf Strack
3
 
2
 
2
7
2.
16
Erik Eijbergen
2
 
2
 
2
 
6
3.
25
Henning Loof
2
3
   
1
6
4.
21
Marcel Limberger
1
0
 
3
 
4
5.
19
Dirk Fabriek
1
 
1
   
0
2
6.
18
Henry van der Steen
0
   
0
1
 
1
7.
24
Jörg Tebbe
0
 
1
0
 
1
8.

Strack - Pape - Eijbergen
Von Jan Pape zu Tobias Busch und Co