Die letzte nationale Langbahn-Entscheidung, die
dieses Jahr ausgetragen wurde, stand wettertechnisch unter keinem guten
Stern und auch der 3. Lauf zur Shorttrack EM, die am Samstag unter anhaltendem
Regen ausgetragen wurde, liess so manche Befürchtung
in Sachen Bahnbeschaffenheit aufkommen. Doch der neue Bahnbelag, der
noch in der Woche kurzfristig aufgebracht wurde, ermöglichte auch
Dank eines intensiven Bahndienstes nicht nur einen neuen inoffiziellen
Bahnrekord, sondern bot auch unter diesen Wetterumständen perfekte
Verhältnisse.
Mit gut einer Stunde Verspätung gingen die DM-Teilnehmer ins Training, welches man auf 2x3 (anstatt 2x5) Minuten freies Training und nur einen Bandstart über 2 Runden verkürzte. Geschätzte 1500 Zuschauer füllten zum Nachmittag die Start-und Zielgerade und mussten Mitte der Veranstaltung wie die Fahrer eine ca 30-minütige Zwangspause wegen eines Stromausfalles hinnehmen. Grund dafür waren die vielen Imbissbuden, die anscheinend alle über eine Phase geschaltet waren. Nachdem man dieses Problem in den Griff bekam, ging es aber nahtlos weiter und der Regen, der zum Schluss einsetzte, konnte dem Endspurt dieser DM auch nichts mehr anhaben. |
Der neue Bahnbelag war zwar nass, aber sauschnell |
Heat 1
Heat 2
Heat 3
|
Der schnellste Mann im Parcours war Peppi Rudolph |
Mit 132,8 Km/h sorgte Peppi Rudolph
gleich zu Beginn nicht nur zeittechnisch für einen Paukenschlag,
er liess auch Gerd Riss keine Chance, den Auftaktheat für sich zu
entschieden. Der offizielle Bahnrekord, der noch aus den aktiven Zeiten
von Marcel Gerhard stammt und mit einer fliegenden Runde von 130,7 Km/h
zu Buche steht, wurde auch im Anschluss durch Stephan Katt mit 131,9
Km/h überboten. Catman
liess bei seinem Laufsieg den Titelverteidiger Robert Barth hinter sich
und legte somit wie Peppi einen wichtigen Grundstein für die spätere
Entscheidung. Enrico Janoschka war der 3. Laufsieger aus dem 1. Durchgang und zeigte Matten Kröger somit das Hinterrad. Diese 6 Akteure plus Bernd Diener, der hinter Peppi und Gerd im 1. Lauf auf Rang 3 ins Ziel kam, zählten in Insiderkreisen zu den Favoriten auf die Podestplätze. Vielleicht wäre es auch Jörg Tebbe nach einer tollen Saison einmal vergönnt gewesen, an diesem zu kratzen, doch ging er immer noch mit Schmerzen am Po (nach seinem Unfall in Cloppenburg) ins Rennen und war dadurch sehr gehandicapt. Jörg biss aber auf die Zähne und zeigte unter diesen Umständen ein noch tolles Rennen, dass ihn bis ins Semifinale brachte. |
Nach den Absagen von Angel Eduardo Velasquez und
dem Reservisten Stefan Bromberg kam Hans-Jörg Müller ins Rennen,
während die nachnominierten Ersatzfahrer
Klaus-Peter Gerdemann und Kalle König (zusammen 100 Jahre alt) ohne
Einsatz blieben. Hans-Jörg kam auf den 13. Endrang, doch wäre
er mit Sicherheit weiter oben zu finden gewesen, wenn ihn nicht im 2.
Lauf ein Strahl von Rang 3 auf 6 befördert hätte. So konnte
er nur noch 4 Punkte aus 2 Läufen
schreiben und verpasste als erster die Semirunde. Auch Patrick Diener musste Punkte auf der Strecke lassen: Nach 2 Punkten zu Beginn lag er auf einem tollen 2. Rang im 5. Heat, als er in der 3. Runde wegen eines Motorenschadens ausfiel. Er ärgerte sich zurecht und wusste, dass er mit diesen 4 Zählern mehr auf dem Konto viel weiter vorne zu finden gewesen wäre. So blieb er nach weiteren 2 Punkten aus Lauf 8, die er sich ausgangs der letzten Ecke gegenüber Christian Hülshorst sicherte, auf Rang 14. Der Comebackmann des Jahres Otto Niedermeier, der erst Mitte der Saison wieder ins Renngeschehen eingriff, konnte natürlich nicht mit den Topathleten mithalten, doch fuhr er stets in die Punkte und kam mit ebenfalls 4 Punkten auf dem 15. Platz. Mit 3 Punkten platzierte sich Hermann Bacher auf Rang 16. Hermi, der im Startbandtraining exakt die Zeit wie sein Bruder Dani fuhr, sicherte sich diese 3 Punkte bereits im 3. Lauf . Auch Benny Hegener schrieb am Ende 3 Punkte, doch konnte er im 1. Lauf über 3 Runden den 3. Rang halten, ehe Bernd Diener ihn auf Rang 4 befördern konnte. Somit blieben ihm im Auftaktheat nur 2 Zähler deren er im folgenden Durchgang nur noch einen hinzufügen konnte. Schlusslicht der Wertung wurde Nynke de Jong, die im 5. Lauf neben dem Ausfall von Patrick auch von einem Zahnriemenriss Jörg Tebbes profitieren konnte. |
Heat 4
Heat 5
Heat 6
Einer der oben genannten 7 "Insiderfavoriten" musste
auf der Strecke bleiben. Die Überraschung vom Namen her lautete
Robert Barth. Doch wie schon im Training, hatte der Titelverteidiger
einen Ausfall, deren Grund er auch später noch nicht wusste. Nach
den 4 Punkten zu Beginn zwang er Matten im 6. Lauf die Führung ab,
doch streikte sein Aggregat in der letzten Runde und er musste das Feld
ziehen lassen. 5 Punkte waren also futsch und auch im letzten Vorlauf
kam er nicht zum Zuge: Hinter dem weit enteilten Peppi entbrannte ein
Fight zwischen Bernd und Robert. Bernd machte ihm auf der Startgeraden
in der 2. Runde die Tür zu und verpasste ihm anschliessend
einen Strahl, so dass Robert nur 3 Punkte aus diesem Heat ziehen konnte.
3 Weitere aus dem 1. Semifinale reichten dann nicht ganz, um zumindest
noch im Finale zu stehen, wenn es schon mit der Titelverteidigung nichts
mehr wurde. Mit einem Ausfall begann auch Dani Bacher, der anscheinend wegen Sichtproblemen den Hahn zu machen musste. 5 anschliessende Zähler, durch einen 5. und einem 2. Rang brachten ihm das Ticket für eines der beiden Semifinals, wo er im ersten mit 4 weiteren Zählern einen gewaltigen Sprung nach Vorne auf Rang 8 machte. Platz 9 sicherte sich Manfred Knappe, der nach 1 Punkt im besagten 5. Heat zunächst von Patrick auf Rang 3 befördert wurde, doch dann wegen seines Ausfalles die 4 Punkte erzielte. Und auch im 9. Lauf erntete er einen Zähler mehr, nachdem er von Otto überholt wurde, dieser aber aufgrund von Sichtproblemen bis auf Rang 5 zurückfiel. Einen Zähler sicherte er sich aber noch im 2. Semifinale, was ihm diese Platzierung bescherte. Nach 2,3 und 1 Punkt aus der Vorrunde konnte Christian Hülshorst im 2. Semi noch 2 hinzufügen. Wie schon erwähnt, verlor er einen Zähler im 8. Heat gegen Patrick, doch hätte es im Nachhinein in der Wertung mit 9 Zählern und Punktgleichheit zu Dani und Mandi auch keine bessere Platzierung gegeben, da die Majorität der besseren Plätze für die Süddeutschen sprach. Unter gesunden und fitten Umständen wäre bei Jörg mit Sicherheit mehr als Rang 11 herausgesprungen. Natürlich hätte er im 5. Lauf nix gegen den Zahnriemenriss tun können, der ihm auf der Ziellinie 2 Punkte kostete, doch hätte er hier und |
Das Aus des Titelverteidigers
Das Beten vor dem Rennen Wie schon im Training musste er auch im Rennen einen Ausfall einstecken Mit Tuner Anton Nischler im Gespräch |
da ein Pünktchen mehr schreiben
können. "Ich bin
froh, wenn es gleich vorbei ist", sagte er kurz vor dem Semifinale,
in das er mit 6 Punkten ging, aber ohne Zähler wieder herauskam. Die Top 12 beschliesst Siegbert Keller, der auf den Plätzen 3, 5 und 4 ins Ziel kam. Wie bei Jörg im 1. Semi ging aber die rote Laterne im 2. Halbfinale an ihn. |
|
Semi 1
Semi 2
Finale - 1. Start
Zum 8. Mal konnte Gerd Riss eine Langbahn DM für
sich entscheiden und schloss somit auf den bisher erfolgreichsten DM-Piloten
Karl Maier auf. Insgesamt sicherte sich der Bad Wurzacher aber seinen
22. DM Titel - zählt man
auch die Speedwaytitel hinzu. Nach der Niederlage gegen Peppi zu Beginn,
sicherte er sich aber jedesmal einen Laufsieg und stellte auch mit dem
Sieg im Semi 2 die Weichen. Das Finale, das 2x gestartet werden musste
(zum Endlauf komme ich gleich noch) gewann er dann ebenfalls und konnte
mit einem Zähler unter Maximum diesen Erfolg sichern. |
Das FinaleDie Startplätze, die wie im Semifinale zuvor durch
den Sportkommissar ausgelost wurden, ergab die Aufstellung von Innen
nach Aussen wie folgt: Diener - Katt - Riss - Janoschka - Rudolph - Kröger Peppi erwischte einen schlechten Start auf grün und kollidierte in der Startkurve mit Katti, während Gerd und Matten schon |
Der Restart |
weg waren. Sie kamen zwar nicht zu Sturz,
doch verletzte sich Peppi leicht am linken Fuss und klemmte sich auch
die Hand ein, während auch Katti anscheinend was am Fuss
hatte. Abgebrochen wurde der Start dann aber, nachdem Bernd wegrutschte,
was aber wohl nichts mit der eigentlichen Kollision zu tun hatte. Nach
einigen Minuten der neuen Präparation des Equipements ging es dann erneut
an den Start, bei dem sich Gerd als erstes durchsetzten konnte. Mattens
Ausfall an 2. Stelle brachte den folgenden Finalisten Catman, Peppi,
Bernd und Ricky dann die Punkte. |
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| NBM-Vize und NBM-Meister Marcels Kette verabschiedete |
B-Lizenz SoloIm Rahmenprogramm setzte sich Markus Eibl mit seinem 16. und wohl auch letzten Saisonsieg 2004 in Szene. Ungeschlagen stand er wieder einmal auf dem obersten Podest und konnte in seinem letzten B-Lizenz Rennen seine Leistung unter Beweis stellen. Auf dem Kurs des 2. Platzes befand sich der erst 17-Jährige Marcel Dachs, der im Training Markus die Führung abnehmen konnte und mit einer Geschwindigkeit von über 124 Km/h aufhorchen liess. Doch im Endlauf riss am Start die Kette und er wurde aus Punktesicht noch von Sven Lohmeier eingeholt, der die Plätze 2-4 für sich verbuchen konnte, während Marcel 2x Markus unterlag. Konstant mit 3. Plätzen aus den Vorrunde kam Kay Scheibe, der dann im Finale mit sicheren 2 Punkten Rang 4 am Ende belegte. Julia Frenk, die im ersten Lauf einen Punkt ins Ziel schob, nachdem Hermann Zausinger ausfiel, konnte nur im 2. Lauf mit Rang 2 auftrumpfen, ehe sie Rang 4 und Rang 3 im Endlauf einfuhr. Jamie Isherwood gelang mit 4 Vorlaufpunkten der letzte Finalplatz, doch kam er nicht über den 6. Gesamtrang hinaus. Zausinger büsste aufgrund seines Ausfalles Punkte ein und kam somit nur auf Rang 7 vor Christian Mell, der auf dem Material von Kalle König unterwegs war, aber nach 5 Jahren Abstinenz erst wieder in die Rennen finden musste. Ohne Punkt blieb er auf Rang 8. |
Heat 1
Finale
B-Lizenz Solo |
|||||||||
# |
Name | 1 |
2 |
3 |
4 |
Pkt |
Finale | Pkt | Platz |
1 |
Markus Eibl | 5 |
5 |
5 |
15 |
5 |
20 |
1. |
|
34 |
Sven Lohmeier | 3 |
2 |
4 |
9 |
4 |
13 |
2. |
|
10 |
Marcel Dachs | 4 |
4 |
5 |
13 |
A |
13 |
3. |
|
53 |
Kay Scheibe | 3 |
3 |
3 |
9 |
2 |
11 |
4. |
|
4 |
Julia Frenk | 1 |
4 |
2 |
7 |
3 |
10 |
5. |
|
15 |
Jamie Isherwood | 2 |
1 |
1 |
4 |
1 |
5 |
6. |
|
7 |
Hermann Zausinger | A |
1 |
2 |
3 |
3 |
7. |
||
21 |
Christian Mell | 0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
8. |
||
Int. Gespannklasse5 Gespannteams gingen in Mühldorf ebenfalls an den
Start und wenn Jürgen Michel mit Thomas Scheunemann nicht im1. Heat wegen
Durchfahrens des Innenfeldes disqualifiziert worden wäre,
hätten sie dieses Rennen auch gewonnen. 2 Laufsiege gingen daher für sie
in Wertung, doch brachte ihnen diese 10 Punkte "nur" den 3. Rang.
Gewinnen konnten die Seriensieger der B-Lizenz Stefan Brandhofer und Markus
Venus, die auf den Plätze 1-3 ins Ziel kamen.
Rang 2 ging an das gemischte Doppel Karl Keil und Desirée Daubert, die 2x
Rang 2 und einen 3. Platz einfuhren. Andreas Horn und Nico Näger gingen konstant
auf Rang 4 ins Ziel, während Alfons Pflügl mit einem neuen Co-Piloten
namens Heinz Hopfensberger auf den 3. Start verzichteten. |
Crazy Daisy in neuer Position? |
Heat 1
Heat 3
Internationale Gespanne |
||||||
# |
Name | 1 |
2 |
3 |
Pkt |
Platz |
19 |
Stefan Brandhofer / Markus Venus | 5 |
4 |
3 |
12 |
1. |
2 |
Karl Keil / Desirée Daubert | 4 |
3 |
4 |
11 |
2. |
4 |
Jürgen Michel / Thomas Scheunemann | D |
5 |
5 |
10 |
3. |
15 |
Andreas Horn / Nico Näger | 2 |
2 |
2 |
6 |
4. |
8 |
Alfons Pflügl / Heinz Hopfensberger | 3 |
1 |
N |
4 |
5. |