Junioren DM in Neuenknick,
11.04.2004

Ja was wird denn hier gesucht? Es ist Ostersonntag - ist doch klar, dass man nach den Eiern sucht, oder?

Na, wenn da man nicht nach dem Regelwerk zum Austragungsmodus gesucht wird?!?! Mehr als grosse Fragezeichen und heftige Diskussionen schwebten über den Hexenkessel, als es um die Klärung des Systems ging. Fakt ist, dass die Junioren der Gruppe Süd bereits 2 Läufe bestritten haben. Fakt ist auch, dass diese im neuen Modus mit 20 Vorläufen, 2 Semis und einem Finale gefahren wurden. Fakt ist zum dritten, dass der SC Neuenknick diesen Modus auch in die Programmhefte gedruckt hatte, natürlich im Glauben, dass man wie im Süden nach dem Semifinale und Finale den Sieger küren kann. - Doch Pustekuchen, nix war mit Semi und Endlauf!! Die Rennleitung beschloss, trotz heftigster Proteste (u.a. auch) seitens Speedway.org, das Ergebnis nach 20 Heats plus 2 Stechen zu werten. Es stand Speedway.org als Pressevertretung nicht zu, Erfahrung und Wissen zu äussern bzw. mit Unterlagen zu belegen. "Es interessiert mich nicht, was die anderen gefahren sind. Wir fahren so, wie es in den Büchern steht", so Schiedsrichter Ulrich Ehlert, der die DMSB-Ausdrucke aufgeschlagen vor sich liegen hatte.

Doch leider lag ihm nicht die Version vor, die sich als aktuell und
vom 08.04.2004 auf den Seiten des DMSB nachlesen lässt.


Austragungsbedingungen für die Deutsche Speedway-Junioren- Meisterschaft

Die Austragung dieser Prädikat-Wettbewerbe erfolgt gemäß den Bestimmungen des Deutschen Motorrad- Sportgesetzes des DMSB, des Bahn-Sportgesetzes des DMSB, diesen Austragungsbedingungen, der DMSB- Ausschreibung (Teil A, Allgemeine Bestimmungen) und der jeweiligen Veranstaltungsaus-schreibung (Teil B) sowie gemäß den einschlägigen Bestimmungen der Anhänge 070 bis 073 des FIM- Sportgesetzes soweit in den vorgenannten nationalen Bestimmungen nicht ausdrücklich etwas anderes festgelegt ist. Evtl. Änderungen und/oder Ergänzungen von seiten des DMSB, insbesondere die Festlegung von Werberichtlinien, bleiben vorbehalten.

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7. Startaufstellung / Veranstaltungsablauf
 
Die Startplätze werden von links nach rechts, in Fahrtrichtung gesehen, eingenommen.
Die Startaufstellung richtet sich im Grundsatz nach Artikel 073. 3 der FIM- Bahnsport- Bestimmungen (Speedway-Junioren -WM).

Besondere Bestimmungen für die Läufe 21, 22 und 23:

Die Punkte aus den Läufen 1 bis 20 werden in die Endläufe mitgenommen.

Teilnehmer am Halbfinale 1: erster, vierter, sechster und siebter aus den Läufen 1 bis 20.

Teilnehmer am Halbfinale 2: zweiter, dritter, fünfter und achter aus den Läufen 1 bis 20.

Die Teilnehmer des Finales sind die Fahrer mit der höchsten Punktzahl nach Lauf 22, unabhängig davon in welchem Halbfinale sie teilgenommen haben.

Die Startplätze der Fahrer für die Halbfinale und das Finale werden von den Fahrern in der Reihenfolge der Platzierungen gewählt. D.h. Punktbester wählt zuerst seinen Startplatz, danach der zweite, dritte und vierte nacheinander.

Die Durchführung zusätzlicher Läufe ist nur vor Lauf 1 bzw. nach Lauf 4, 8, 12, 16 und 20 gestattet, wenn hierdurch die ordnungsgemäße Durchführung der Wertungsläufe nicht gefährdet wird.


Meine eigene Meinung

Was nun aus dieser ganzen Angelegenheit wird, weiss ich selber noch nicht, doch habe ich versucht, mich für die Fahrer einzusetzten und für ein einheitliches und gerechtes System im Norden und Süden zu sorgen. Leider ohne Erfolg, doch woher und warum auch sollte eine "Pressetante" mehr wissen als ein Schiedsrichter???

Nun aber zu dem, was in den Heats 1-20 geschehen ist:

Die 4 grössten Favoriten dieses Fahrerfeldes trugen die Startnummern 1, 5, 9 und 13 und jeder von ihnen gewann seinen ersten Heat. Matze Bartz #1, Tobi Kroner #5, Henning Loof #9 und Marcel Limberger #13 standen sich dann also im 5. des Tages gegenüber, dessen Sieger Limberger hiess. Bartz konnte nur um Reifenbreite im Ziel den 2. Platz gegenüber Kroner behaupten, der sich anschliessend über seinen schlechten Start ärgerte. Loof blieb währenddessen ohne Punkt.

Marcel Limberger blieb ungeschlagen

Matze Bartz
Tobi Kroner
Henning Loof

Kevin Wölbert

Während Bartz in den restlichen 3 Läufen noch ein weiteres Mal einen Punkt abgeben musste, kamen natürlich Limberger, der in bestechender Form war, Kroner und auch Loof jeweils als Sieger vom Platz. Nach Abrechnung der Vorrunde bedeutete dies, dass Limberger klar mit 15 Punkten führte, während Matze und Tobi je 13 Zähler auf dem Konto hatten. Henning Loof schrieb sichere 12, ehe Kevin Wölbert mit 11 Punkten folgen konnte. Es reihten sich dann Marcel Wilk und Tobias Busch, die jeweils 9 Punkte einfuhren, und Robert Baumann mit 8 Zählern in die Top 8 des Tages.

Die Top 8 wären im Süden die Teilnehmer der beiden Semifinals gewesen, doch in Neuenknick gab es jetzt 2 Stechen, die zum einen Rang 2 zwischen Tobi Kroner und Matze Bartz sowie um Rang 6 zwischen Marcel Wilk und Tobias Busch entscheiden sollten. Kroner und Wilk setzten sich gegen ihre Gegner durch und holten sich somit die bessere Platzierungen. Hervorragend in Szene setzten konnte sich auf Rang 9 Ramon Stanek. Der 2. Reservist rutschte auf den 1. Rang der Standby-Fahrer, da Dennis Möller für Ricardo Herrmann ins Feld kam. Ramon durfte gleich im 1. Durchgang 2x ans Band und ersetzte in den letzten 3 Durchgängen Kristian Drossmann, der nach einem Crash wegen maschineller Probleme aufgeben musste.

Marcel Wilk erreichte Rang 6

Ramon Stanek erntete grosses Lob

Denis Wienke erreichte den 10. Platz vor Patrick Döllmann, der wie Ramon und Denis 6 Punkte einfuhr. Sven Glawion (4), Arne Ledwig, Dennis Möller (je 3), Domingo Kreklau (2), Nadine Papke und Kristian Drossmann (je 0) vervollständigten das Ergebnis.

64,70 sec war die Zeit des schnellsten Laufes und gefahren wurde er im 2. Heat von Tobias Kroner, der nach der Nachtschicht nach dem Problemen von Dohren vor Ort noch einen Motor einbaute.

Für die nötigen Hintergrundinfos sorgte der rasende Reporter Lars Klimek, der auch am Nachmittag bei der Bundesliga immer einen netten Gesprächspartner vor dem Mikro hatte. Nach dem Debüt bei der Clubmeisterschaft im Oktober 2003 ging Lars frisch ans Werk und machte seine Sache sehr gut. Vielleicht haben auch andere Fahrer in Zukunft die Möglichkeit, sich den Fragen von Lars zu stellen.

Tobi erzählt von seinem Pech am Vortag

Marcel, Tobi und Matze bei der Siegerehrung des zweifelhaften Ergebnisses dieses Junioren DM-Laufes

Zum Ergebnis Heat für Heat