Man traute seinen Augen nicht, als man auf das Gelände
kam: Die Bahn sah aus, als ob sich in Opende kein Rad mehr drehen wurde.
Durch die vielen Rennen am Freitag und den Regen in der Nacht glich die
Strecke einem Matschfeld, doch berieten sich die Offiziellen und Akteure
und kamen zu dem Entschluss, dass man erst kurz vor dem Start mit dem
Bahndienst beginnen wollte. Man wusste nicht, wie sich das Wetter verhalten
würde,
obwohl die sonnigen Abschnitteüberwogen. Das Training wurde gecancelt
- oder besser gesagt - auf eine Runde vor den jeweiligen ersten Heats
verkürzt.
Eine Zehnerschaft an Bahndienstfahrzeugen wurden zum Einsatz gebracht
und sorgten für das Optimum
an Bahnverhältnissen. |
Bahnbesetzung der anderen Art |
| Dass die Strecke nicht perfekt werden
konnte, war schon klar, und die hinten im Feld fahrenden Piloten hatten
auch mehr mit dem Dreck als mit den Gegnern zu kämpfen, doch gab
es trotz allem noch guten Bahnsport zu sehen. |
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Der Bahndienst hat zwar lange gedauert aber war nötig |
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Heat 1 - erster Start |
Doch bis es zum Finale kam, musste jeder Pilot 3
Mal in der Vorrunde auf die Bahn. Dieses 21er Fahrerfeld wurde dann mit
den 14 punktbesten Akteuren in 2 Semifinals aufgeteilt, worauf dann die
7 Punktbesten ins Finale ziehen durften. Allerdings gab es hier keine
Punkte mehr und es wurde der Einlauf im Endlauf zur Platzierung gewertet.
Für Enrico Janoschka war das Rennen aber schon in der 2. Ecke beendet: In der "Trainingsrunde" vor dem 1. Heat brach ihm der Stehbolzen und nachdem er in der Fahrerlagerkurve von Wouter Duursema vom Bike geholt wurde, war auch das Ersatzbike krumm und er konnte einpacken. |
Im Rerun zum Auftaktheat, für den
Duursema nicht mehr zugelassen wurde, konnte sich Maik Groen durchsetzten
und schrieb die ersten 6 Zähler
vor "Oldboy" Trevor Banks und Ralf Strack. Ralf, der noch von
seinem Crash eine Woche zuvor in Loppersum mit einem blauen Auge gekennzeichnet
war, wurde später ebenfalls auch noch ein Opfer von Duursema. Doch
dazu später
mehr. |
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Als letzter im Fahrerlager traf Matten
Kröger ein, der noch am Abend
zuvor ein Rennen im dänischen Aalborg mit einem 2. Platz absolvierte
und gewann, wie auch über 80 % seiner anderen Läufe, den Start
zum 2. Heat. Doch fuhr er auf Sicherheit und liess Dirk Fabriek ziehen,
der als Youngster im Feld somit für eine kleine Überraschung
sorgte. Hinter Matten kam dann Jörg
Tebbe ins Ziel während Manfred Knappe, für Csaba Hell startend,
zunächst
nur einen Zähler schrieb. Doch als Ackerpilot konnte sich der Traunsteiner
immer mehr steigern und profitierte später noch von Stracks Pech. |
Heat 2 |
| Heat 3 |
Hinter dem enteilten Startsieger Diener
machte sich Zdenek Schneiderwind auf und konnte am Ende der 4 Runden
als Sieger die Ziellinie überqueren. Christian Hülshorst fuhr
sicher auf dem 3. Rang und konnte seine ersten 4 Punkte schreiben, ehe
Diener im anschliessenden Lauf die Oberhand gegenüber
Groen behielt. Auch der Sieger des 2. Laufes Fabriek war in diesem Match
vertreten und konnte auf den 3. Rang die 4 Runden beenden gefolgt von
Knappe und Schützbach, der nun seine zweiten 2 Zähler schreiben
konnte. |
Sturzverursacher Duursema legte im 5. Lauf einen
Start-Ziel-Sieg hin und verwies Mitch Godden, der zuvor 3 Zähler
schrieb, Tebbe und Hülshorst
auf die Plätze. Hinter dem Startsieger Schneiderwind konnte zunächst
Kröger
die 2. Position in die Startkurve bringen. Mit einer akrobatischen Leistung
konnte er sich hier zwar auf dem Bike halten, doch musste er dem angreifenden
Strack letztendlich die 2. Position überlassen ehe ihm dann auch
noch Harm Jannes Renkema und Banks links und rechts um die Ohren fuhren.
Er ärgerte
sich schon ein wenig über diese "nur" 2-Punkte-Ausbeute,
doch nahm er es mit Humor: "Nur von oben haben sie mich nicht überholt" |
Heat 6 |
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Und wie schon nach dem 1. Durchgang folgte die Putz-Meisterschaft |
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Im direkten Duell konnte dann Groen
den Spieß umdrehen und Diener besiegen,
der in diesem 7. Lauf auch gegen Sohn Patrick antreten musste. Während
der Aufsteiger in die I-Lizenz aus 2 Läufen nur einen Punkt holen
konnte, konnte er sich nun besser in Szene setzten und holte sich hinter
Godden und Hülshorst
dann 2 weitere hinzu. Für einen Platz im Semifinale reichte es dann
aber nicht mehr. |
|
Der 8. Lauf wurde dann abgebrochen,
da Duursema ins Band fuhr und er musste abwarten, wie weit er bezüglich
des Semifinals mit seinen 6 Zählern noch kommen würde. Banks
sicherte sich die beste Position gefolgt von Kröger und Knappe.
Der Bayer, der von sich behauptete: "Langsam kiem i zrecht",
konnte sich in der Tat immer besser auf die Bahnverhältnisse einstellen
und bezwang in einem tollen Fight den Norddeutschen und sicherte sich
damit einen Platz im Halbfinale. |
| Heat 9 |
Strack setzte sich sich dann im letzten
Vorlauf durch und schrieb am Ende dieser Vorlaufserie 15 Zähler.
Die hatte auch Fabriek, der hinter Strack ins Ziel kam. Und das Schneiderwind
zu bezwingen war, zeigten die beiden, da sie dem Tschechen keine Chance
auf einen seiner
Überholvorgänge liessen.
Nach Abschluss der Vorläufe mussten sich also Steven van der Helm (5), Paul Knott (5), Sirg Schützbach (4 bei einem Ausfall), Patrick Diener (3), Jim Groen (2) und Martin Williams (2 bei einem Ausrutscher) verabschieden. |
Im ersten Halbfinale trafen Groen (17),
Fabriek (15), Godden (14), Tebbe (9), Hülshorst (10), Diener (16)
und Renkema (7) aufeinander und man sah wieder ein Duell Groen gegen
Diener, was der Niederländer mit einem 2:1 mit dem Laufsieg für
sich entschied. Tebbe verfolgte das Duo und sicherte sich 4 Punkte vor
Fabriek, Hülshorst, Godden und Renkema. |
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Den Start zum 2. Halbfianle verschlief Schneiderwind
auf der Innenbahn total und fuhr dem Sechstett eher chancenlos hinterher.
Dass er allerdings am Ende dennoch 6 Siegpunkte schreiben konnte, verdankte
er eher dem Umstand, dass der Lauf wiederholt werden musste. Denn wie
schon im 1. Heat holte nun Duursema in der 2. Ecke Strack vom Motorrad,
der nach dem spektakulären
Abstieg vorm Fahrerlager liegen blieb. Der Rennarzt, der Strack auch
schon Loppersum nach seinem Crash untersuchte, erteilte dem Ostfriesen
daraufhin Startverbot, obwohl er sich nichts getan zu haben schien. Duursema
wurde ebenfalls vom Restart ausgeschlossen. |
Semifinale 2 - erster Versuch |
| Ralf Strack schied unverschuldet aus |
Der Start zum Rerun verlief für Schneiderwind
wiederum nicht perfekt, doch konnte er sich von Rang 3 aus erst an Knappe
und dann an Kröger,
die wieder an der Spitze fuhr, vorbeifahren und siegte somit. Banks und
Isaak Jacob Mulder erhielten die letzten Zähler. Die grosse Rechnerei
begann und während Groen (23), Schneiderwind (22), Diener (21),
Fabriek (18) und Banks (17) sicher im Finale standen, gab es Diskussionen
und eine Absprache mit dem Referee, dass für den eigentlich qualifizierten
Strack, der 15 Punkte schrieb, ein Ersatzfahrer ins Finale ziehen durfte.
Godden, Tebbe und Knappe folgten in der Punktliste mit 13 Zähler
und die Startzusage erhielt Knappe aufgrund der insgesamt besseren
Platzierungen. |
Was dem Tschechen zuvor misslang, gelang ihm im
Finale - und zwar ein perfekter Start und der Sieg dieses Einlaufes sowie
der Gesamtwertung. Dass man aber auch mehr als 3 Plätze aufholen kann,
bewies Geburtstagskind Bernd, der wirklich als Stockletzter vom Start
weg kam. Mit einer atemberaubenden Aufholjagd, wo er z.B. innerhalb einer
Runde gleich 4 Plätze gut machen
konnte, konnte er sich am Ende auf einen tollen 2. Rang vorarbeiten.
(Ich bin mir sicher, hätte es eine 5. Runde gegeben, wäre er auch noch
an Zdenek vorbeigekommen). Für Kröger wurde es am Ende
der 4. Runde noch etwas knapp, doch sicherte er sich den 3. Gesamtrang vor
Fabriek, der mit dieser Leistung wieder unterstrich, dass er in
die WM-Runde gehört. Groen war der grosse Verlierer dieses
Rennens, |
Action aus Heat 3 - Diener gegen Schneiderwind |
denn als Punktbester und nur mit einer
Niederlage gegen Diener hatte er im Endlauf keine Chance mehr, einen
Podestplatz zu erreichen. Knappe nutzte währenddessen
seine Chance und verbesserte sich von einem eigentlich 8. Rang auf den
6. Gesamtplatz und verwies somit Banks ans Ende der Top 7. |
|
# |
Name | Nat | 1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
Pkt |
S1 |
S2 |
Pkt |
Fin |
Platz |
16 |
Zdenek Schneiderwind | 6 | 6 | 4 |
16 | 6 |
22 |
1. |
1. |
||||||||
18 |
Bernd Diener | 5 |
6 | 5 | 16 |
5 | 21 |
2. |
2. |
||||||||
12 |
Matthias Kröger | 5 | 2 | 4 | 11 | 5 |
16 |
3. |
3. |
||||||||
9 |
Dirk Fabriek | ![]() | 6 | 4 | 5 |
15 |
3 | 18 |
4. |
4. |
|||||||
1 |
Maik Groen | ![]() |
6 | 5 | 6 | 17 |
6 | 23 |
5. |
5. |
|||||||
11 |
Manfred Knappe | 1 | 3 | 5 | 9 | 4 |
13 |
6. |
6. |
||||||||
4 |
Trevor Banks | 5 | 3 | 6 | 14 | 3 |
17 |
7. |
7. |
||||||||
6 |
Ralf Strack | 4 | 5 | 6 |
15 | S |
15 | 8. |
|||||||||
15 |
Jörg Tebbe | 4 | 4 | 1 |
9 |
4 | 13 | 9. |
|||||||||
14 |
Mitch Godden | ![]() | 3 | 5 | 4 | 12 |
1 | 13 | 10. |
||||||||
17 |
Christian Hülshorst | 4 | 3 | 3 | 10 |
2 | 12 | 11. |
|||||||||
23 |
Isaak Jacob Mulder | ![]() | 3 | 2 | 3 | 8 | 2 |
10 | 12. |
||||||||
22 |
Harm Jannes Renkema | ![]() | T | 4 | 3 |
7 |
0 | 7 | 13. |
||||||||
5 |
Wouter Duursema | ![]() |
S | 6 | T | 6 | S |
6 | 14. |
||||||||
3 |
Steven van der Helm | ![]() |
3 | 0 | 2 |
5 | 0 | 15. |
|||||||||
20 |
Paul Knott | ![]() | 2 |
1 | 2 | 5 | 5 | 16. |
|||||||||
7 |
Sirg Schützbach | 2 | 2 | A | 4 | 4 | 17. |
||||||||||
8 |
Patrick Diener | 0 | 1 |
2 | 3 | 3 | 18. |
||||||||||
10 |
Jim Groen | ![]() | 2 | D | 0 |
2 | 2 | 19. |
|||||||||
21 |
Martin Williams | ![]() | 1 | 0 |
S | 1 | 1 | 20. |
|||||||||
2 |
Enrico Janoschka | S | N | N | 0 | 5 | 21. |
Aufgrund der Wetter- und Bahnbedingungen konnte
man den Bahnrekord nicht wie geplant vor Beginn der Läufe durchführen. Durch die Platzierungen im
1. Durchgang setzte man aber 4 Akteure ins Rennen gegen die Zeit und führte
diesen Bahnrekord nach dem Finale durch. Während Groen auf den
Rekordversuch verzichtete, gewann auch hier Schneiderwind und war somit
der Mann des Tages.
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Zeitnahme auf holländisch |