Die Solistenklasse in Rastede

Neue Idee kam gut an

Nach der Absage von Riss und Kröger schien Kelvin Tatum der vermeindlich einzige Fahrer zu sein, der für den Tagessieg in Frage hätte kommen können, doch weiss man ja auch um die Leistungen von Stephan Katt und Enrico Janoschka. Gerade diese beiden konnten in den vergangenen Wochen auf sagenhafte Erfolge zurückblicken und sind immer für Überraschungen gut.

Im NBM-Lauf ging es in der Startkurve zwischen diesen beiden auch schon hart zur Sache. Ricky berührte dabei sogar Catman und zog vor ihm in Front vor Jörg Tebbe, der ausgangs der 2. Ecke auf Platz 2 vorfahren wollte, doch dabei stürzte. Er blieb zwar unverletzt, doch konnte er weder im Rerun - er war sowieso als Abbruchverursacher ausgeschlossen worden - noch in den 5 Wertungsläufen teilnehmen. Wie Schneiderwind und Hülshorst ebenfalls aus Schweden kommend, hatte der Dohrener nur eine Maschine für Rastede parat, doch befand sich in seinem Motor nun Dreck, nachdem bei dem Sturz der Vergaser abging.
Im Rerun zum NBM-Lauf zog Janoschka nun vor Catman vor der Kurve in Front. Um den 3. Rang gab es einen tollen Fight, bei dem sich Nynke de Jong vor Benny Hegener und Christian Hülshorst durchsetzten konnte. Während Hülse aber noch Benny auf den letzten Platz beförderte, viel Katti ausgangs der letzten Kurve wegen Zahnriemenriss aus und wurde von den Verfolgern eingeholt. Übrigens war es sein 2. Zahnriemenriss, den er akzeptieren musste, denn schon im Training verabschiedete sich einer, genauso wie bei Sirg Schützbach.

Catman, Ricky, Sirg und Zdenek trafen dann zum Angriff auf den Weltrekord auf Kelvin, der an eben dieser Stelle vor genau 10 Jahren den Weltrekord mit 143,08 Km/h aufstellte. Im Plausch mit Hülse meinte er zuvor aber, dass der Rekord bei diesen Verhältnissen nicht fallen würde, doch belehrte er sich selber eines besseren.Um genau 0,03 sec und umgerechnet 0,13 Km/h erhöhte er die Bestmarke und ist somit auch der neue Weltrekordinhaber. Sirg folgte auf dem 2. Rang, hatte aber schon 0,44 sec Rückstand. Ricky, Stefan und Zdenek belegten die folgenden Plätze.

Für das Wertungssystem der 5 Punktläufe liessen sich die Rasteder etwas Neues einfallen, damit auch jeder der 10 Piloten zum Einsatz kommen konnte. Geplant war es, dass die Fahrer, die im Training die 2 schlechtesten Zeiten gefahren hatten, im 1. Heat aussetzten und anschliessend für die im 1. Lauf auf Rang 7 und 8 ins Ziel kommend ersetzten werden usw. Dadurch, dass Tebbe aber schon vorher aufstecken musste, betraf diese Regelung nur den Fahrer, der auf Rang 7 ins Ziel kommen würde.
Als Trainingslangsamster musste Hülse als Erstes aussetzten und es gab einen überraschenden Einlauf mit einem Ex-Weltmeister auf dem 4. Rang. Janoschka eroberte die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr vor Sirg ab und Stefan ab. „Kelvin erwischte einen schlechten Start und sah nur noch Staub“, so sein Mechaniker André, den ich darauf ansprach. Am Ende des Feldes entfachte hinter Jannik de Jong und Schneiderwind dann aber noch einmal ein heisser Kampf zwischen Hegener und Nynke de Jong. Die Amazone zeigte ja schon durch NBM-Lauf einen guten Lauf und beförderte Benny nach dem Überholmanöver ins Aus für das 2. Rennen. (Durch diese Neuerung waren viele Augenpaare auch ans Ende des Feldes gerichtet)

Der Engländer übernahm ab dem 2. Lauf aber das Zepter und führte die Konkurrenz jeweils als Sieger durchs Ziel. Ricky folgte im 2. Heat vor Katt und Schützbach und auch Jannik konnte sich wieder in die Punkteränge fahren. Und das vor dem Ex-Grasbahn Europameister aus der Tschechei, den er jetzt schon zum 2. Mal schlagen konnte. Diesmal musste Nynke dann hinter Hülse in den sauren Apfel beissen und durfte im 3. Heat im Fahrerlager bleiben. Das gab ihr dann aber auch Zeit, ihr Schlüsselbein behandeln zu lassen, nachdem sie dort im vorherigen Lauf einen Stein drauf bekam und bereits schon derbe angeschwollen war.
Hinter dem „Member of british Empire“ Mr. Sir Kelvin Tatum konnte dann Schützbach den 2. Rang im 3. Heat einfahren. Janoschka hielt derweil seinen Kumpel Stefan in Schach und schrieb nach 3 Läufen nun „nur“ noch Punktgleichstand mit dem Ex-Weltmeister. Zu seinem 1. Punkt kam jetzt erst Schneiderwind, während dieses mal Jannik den letzten Platz inne hatte und jetzt einmal aussetzten musste.
„Ich hatte einen schlechten Start in dieses Rennen, doch konnte ich mich zum Ende hin steigern“, so Katt bei der Siegerehrung, der im 4. Heat völlig aufdrehte und hinter Kelvin ins Ziel fuhr. Zdenek fuhr derweil auf dem 3. Rang und liess Enrico keine Möglichkeit zu überholen, was nun gegenüber Tatum zwar immer noch den 2. Gesamtrang aber schon 3 Punkte Abstand bedeuteten. Benny nahm im Ziel dann seinen ersten Punkt in Empfang, während Nynke nun das 2. Mal ausgebootet wurde.
Kelvins Sieg stand nach der ersten Runde des letzten Heats bereits ausser Frage, denn konnte Janoschka seinen anfänglichen 2. Rang nicht halten und wurde von Kollege Katt und erneut Schneiderwind eingeholt, während Schützbach nach einer Nullrunde nun den letzten Zähler einfuhr und ebenfalls in der Endwertung einbüssen musste. Durch das bessere Abschneiden im Finale konnte Katt nun im allerletzten Moment auf den 2. Gesamtrang bauen, doch war Rickys 3. Platz auch wie ein Zweiter zu feiern. Mit den Punkteinbussen durch den 4. Lauf verlor Sirg zwar an Boden, doch war sein 4. Gesamtrang ungefährdet vor Zdenek, Jannik und Benny, während Hülse und Nynke ohne Punkte blieben.


Kelvin Tatum

Stefan Katt

Enrico Janoschka

Sirg Schützbach

Zdenek Schneiderwind

Jannik de Jong

Benny Hegener

Christian Hülshorst

Nynke de Jong

Pechvogel Jörg Tebbe im Training

Rerun zum NBM-Lauf - Janoschka vor Katt

Start zum letzten Lauf dieser Klasse

# Name Nat
1
2
3
4
5
Pkt Platz
9 Kelvin Tatum England
2
5
5
5
5
22
1.
5 Stephan Katt Deutschland
3
3
2
4
4
16
2.
3 Enrico Janoschka Deutschland
5
4
3
2
2
16
3.
1 Sirg Schützbach Deutschland
4
2
4
0
1
11
4.
2 Zdenek Schneiderwind Tschechien
0
0
1
3
3
7
5.
12 Jannik de Jong Niederlande
1
1
0
out
0
2
6.
8 Benjamin Hegener Deutschland
0
out
0
1
0
1
7.
11 Christian Hülshorst Deutschland
out
0
0
0
0
0
8.
16 Nynke de Jong Niederlande
0
0
out
0
out
0
9.

NBM-Lauf
1.
Enrico Janoschka
5
2.
Nynke de Jong
4
3.
Christian Hülshorst
3
4.
Benny Hegener
2
5.
Stephan Katt
1
Jörg Tebbe
S
Bahnrekord
1.
Kelvin Tatum   25,13 sec 143,255 Km/h
2.
Sirg Schützbach   25,57 sec 140,790 Km/h
3.
Enrico Janoschka   25,63 sec 140,460 Km/h
4.
Stephan Katt   25,65 sec 140,351 Km/h
5.
Zdenek Schneiderwind   25,72 sec 139,969 Km/h
   

B-Lizenz Solo


Die B-Lizenz Piloten


Kay Scheibe


Heat 1


Heat 2


Jens Klein


Volker Maaßen


Sven Lohmeier

Es wurde nach dem Training der B-Lizenz 500er am Samstag noch geschraubt, gewerkelt und ausprobiert. So musste sich unter anderem Kay Scheibe noch lange mit dem Getriebe auseinander setzten und auch Jens Klein, der am Nachmittag erstmals einen nagelneuen GM-Motor zum Einsatz brachte, musste sich nach 7 Runden von diesem wieder verabschieden. Sein Mechaniker Roland und er versuchten zunächst noch zu retten, was zu retten ist, doch der Motor war fest. Was nun? Nach mehreren Telefonaten kam dann die Lösung: Hülse, der ja zu diesem Zeitpunkt auf dem Rückweg von Schweden war, würde ihm seinen zur Verfügung stellen. Sowohl Kay als auch Jens wurden für ihre Bemühungen belohnt und während der eine zum Tagessieg fuhr, konnte der andere ein sensationelles Rennen mit dem 4. Rang abschliessen.

Ronny Stüdemann eröffnete in dieser Klasse den Reigen der Laufsieger, doch profitierte er auch vom Ausfall Ulli Büschkes. Beim Start zu diesem Eröffnungsheat zog Sven Lohmeier ins Band und wurde ausgeschlossen. Den Restart machte dann Büschke, der sich über 2 Runden den Attacken von Ronny erwehren konnte, doch ausgangs der Startkurve zur letzten Runde fiel er aus und blieb auf der Bahn an der Bande stehen. Als ich ihn später nach dem Grund fragte, sagte er mit einem verschmitztem Lächeln: "Methanol war alle" Dieses Malheur nahm aber der Mechaniker auf seine Kappe, der nach der Fahrervorstellung, wo alle mit dem Bike um die Bahn fuhren, und der einen Runde nach Svens Bandberührung, schlicht weg vergessen hatte, nachzutanken. Somit ergatterte Jens Klein dann ebenfalls einen Zähler mehr, nachdem er Marc Hansen, Norbert Renkel und Jörg David das Hinterrad zeigte.

Kay Scheibe schaffte das Pendant zu Stüdy im 2. Lauf und sicherte sich vor Henry van der Steen, der erstmals in Rastede zugegen war, Christian Barkow, der sich von 4 auf 3 vorfahren konnte, Volker Maaßen und Markus Söhl die Punkte. Im anschliessenden Heat trafen nun die Laufsieger aus den Heats 1 und 2 aufeinander und während Scheibe erneut an der Spitze fuhr, musste sich Stüdy fast am Ende einreihen. Sven Lohmeier, der ja ohne Punkte in diesen Lauf ging, sicherte sich vor Henry und Jens den 2. Rang, ehe jetzt Ronny erst ins Ziel kam. Auch Büschke musste nach der Pleite aus dem 1. Heat unbedingt punkten und fuhr einen Laufsieg vor Volker und Barkow, der sich erneut durch ein Überholmanöver von 4 auf 3 vorarbeiten konnte.

Henry und Ulli lieferten sich im letzten Vorlauf ihrer Gruppe einen sagenhaften Fight um den 1. Rang, den der junge Niederländer nach mehreren Positionswechsel für sich entscheiden konnte und Stüdemann nun mit einem 3. Rang ins Ziel kam. Auch Kay versuchte noch am führenden Lohmeier im allerletzten Vorlauf vorbei zu kommen, doch konnte er den ersten Punktverlust problemlos verschmerzen. Jens Klein, der sich zwar mit seinem eigenen Motor etwas wohler fühlte, fuhr mit Hülses Aggregat zu weiteren 3 Punkten und hatte somit die Quali fürs Finale in der Tasche.
Hier traf er dann auf (natürlich) Kay mit 14 Punkten, Henry mit 12, Ronny, Sven und Ulli, die wie er 9 Punkte hatten, sowie Volker, der 8 Punkte ins Finale brachte. An der Spitze befand sich Kay, als in der 2. Runde Sven an 2. Stelle liegend in der Fahrerlagerkurve stürzte. Der Lauf ging weiter, und alle Fahrer kamen an ihm vorbei. Ronny riss derweil aber der Zahnriemen, und auch er konnte sein Punktekonto nicht mehr aufstocken. Das taten dann Büschke, den man lange nicht so hat fighten sehen, wie an diesem Renntag, Henry, Jens und Volker.

Scheibe konnte also nach dem ärgerlich verspielten Sieg am Samstag in der 250er Klasse nun doch ganz oben auf dem Podest stehen. Van der Steen glänzte mit einer konstant tollen Leistung und auch Büschke konnte verdient nach so viel Einsatz auf das Treppchen klettern. Klein verpasste zwar seinen vermeindlich ersten Podestrang, doch zeigte er sich nun endgültig von seinem Sturz im Mai in Vechta erholt und glänzte vor allem mit tollen Starts, die er erst kurz vor der 1. Ecke verlor.

Heat 6

Finale

B-Lizenz Solo 500ccm 3 Runden Pkt: 5 - 4 - 3 - 2 - 1 - 0
# Name 1 2 3 4 5
6
Pkt Fin Pkt Platz
53 Kay Scheibe
5
5
4
14
5
19
1.
58 Henry van der Steen
4
3
5
12
3
15
2.
36 Ulrich Büschke
A
5
4
9
4
13
3.
42 Jens Klein
4
2
3
9
2
11
4.
50 Volker Maaßen
2
4
2
8
1
9
5.
33 Ronny Stüdemann
5
1
3
9
A
9
6.
34 Sven Lohmeier
T
4
5
9
S
9
7.
56 Christian Barkow
3
3
1
7
7
8.
37 Marc Hansen
3
2
A
5
5
9.
39 Norbert Renkel
2
0
2
4
4
10.
44 Jörg David
1
1
1
3
3
11.
52 Markus Söhl
1
0
0
1
1
12.
55 Frank Unland
0
0
0
0
0
13.

Am Rande

Was macht man an seinem 38. Geburtstag?
Klar, man schraubt bei Catman am Bike!!!

Happy Birthday noch einmal an Öse
Technische Abnahme auch am "Dienstfahrzeug" der Rennleiterin Martin Willers?