Sandbahnrennen in Roden,
18.04.2004

Es war wie in der Wüste: Ein andauernder Sturm fegte nicht nur den Sand in die Augen der Fans, sondern auch den Sand ins Getriebe... Selten gab es so viele Ausfälle wie in Roden, doch ob diese Verhältnisse wirklich dafür verantwortlich waren, sei dahin gestellt. Unermüdlich sorgte der Bahndienst für angemessene Bahnverhältnisse, doch wehte der Wind das Wasser eher wieder trocken, als dass dieses in den Boden sickern konnte. Als gesamte Anlage ist das Stadion ein Schmuckstück, so einige der Piloten, doch machte der Untergrund, der auch beim 2. Rennen seit der Eröffnung immer noch keinen wirklich verdichteten Eindruck und ein Strahl tat höllisch weh. Mit 1 1/2 Stunden Verspätung fand das Rennen gegenüber dem vorgesehenen Zeitplan mit den Siegerehrungen sein Ende, doch konnte der Vorsitzende Bert Oosterling auf unfallfreie Rennen zurückblicken.

Matten zeigte die Kopfmode, die
aufgrund des Sturms angemessen war

Mit dem Angriff auf den Bahnrekord begann die Austragung der 38 Läufe und neben dem Tschechen Antonin Svab, der im Training schon demonstrierte, dass ihm das Oval liegt, durften Enrico Janoschka, Matten Kröger und Bahnrekordhalter Stephan Katt gegen die Uhr antreten. Catman war seinen Rekord nun los, denn machte Matten mit 20,61 sec die schnellste Runde. Toni Svab (20,79), Catman (20,90) und Ricky (21,06) hatten im Fernduell gegen Matten keine Chance.

Heat 1

Den Start zum 1. Heat gewann ganz klar Maik Groen, doch war er bereits eine halbe Runde später das erste Ausfallopfer. Janoschka übernahm daraufhin die Führung und baute Vorsprung heraus, während sich hinter ihm Kollege Katt erst wieder von fast ganz hinten nach vorne kämpfen musste. Katt klagte (auch in den folgenden Läufen) mit Getriebe-Probleme, doch wusste er dann diesem Getriebe Paroli zu bieten. Mit der gelben Flagge mit dem schwarzen Kreuz kam der Ausfall für Janoschka. Der Zahnriemen riss und der Güstrower musste das Feld vorbei ziehen lassen, während er den Schwung noch für die letzte Runde aber dennoch hatte, um nach Groens Ausfall zumindest noch einen Punkt zu sichern. Gewinnen konnte übrigens Harm Jannes Renkema, der nach seinem Crash in Balkbrug, wo man einen Schlüsselbeinbruch diagnostizierte, schon wieder am Band stand. Die Ärzte irrten sich beim ersten Blick aufs Röntgenbild und sahen, dass die Bruchstelle eine Alte war und HJ somit doch keine akute Verletzung vom Crash davon trug.

Heat 2

Uppie Bos dominierte ganz klar den 2. Lauf dieser Konkurrenz und legte einen perfekten Start-Ziel-Sieg hin. Toni Svab hielt am ehesten Anschluss, der seinerseits Kröger in Schach halten konnte. Während sich der nun doch in die Jahre gekommene Trevor Banks durch das Verlassen der Bahn ins Aus katapultierte, riss bei Christian Hülshorst der Schaltzug und er war das 3. Ausfallopfer.

Heat 3

Mit dem 3. Lauf kamen alle 8 Piloten auch ins Ziel und am schnellsten absolvierte erneut Uppie Bos diese 4 Runden. Dennoch wurde er hart attackiert von Sirg Schützbach, der nach einem 4. Rang aus dem 1. Lauf nun weitere 6 Zähler schreiben durfte. Maik Groen schrieb nach seinem Ausfall jetzt seine ersten Punkte, ehe Kröger das Ziel erreichte. Ausgangs der Startkurve bekam er eine fürchterliche Packung und verlor daraufhin mehrere Plätze, doch lag er mit seinen 9 Punkten noch relativ gut im Rennen.

Heat 4

Noch immer unzufrieden über das Verhalten des Getriebes, schaltete Katt wesentlich früher in den 2. Gang, als sonst. Mit dieser Taktik fuhr nicht nur gut, sondern vor allem vorne weg. Janoschka, der sich zunächst von 3 auf 2 vorfahren konnte, wurde in der 2. Runde schon wieder langsamer, nahm eine aufrechte Position ein und liess das Feld erneut fahren. Für ihn war es jetzt schon der 2. Ausfall und an einen ähnlichen Erfolg, wie beim Eröffnungsrennen, wo er gewann, war nun nicht mehr zu denken. Die genaue Ursache konnte er nicht finden, doch tippte er auf Vergaser- und Zündungsprobleme.

Heat 5

Katt machte anschliessend gleich wieder da weiter, womit er aufhörte, nämlich mit einem Laufsieg. Überraschend auf dem 2. Platz konnte sich Trevor Banks behaupten, der aber aufgrund des Ausfalls von Uppie Bos profitieren konnte. Bos verlor seinen Ventildeckel und bekam soviel Sand in den Motor, dass dieser komplett fest war. Nach seinem Maximumkurs kam nun also das Aus und musste auch für den letzten Lauf und die Finalrunde absagen. Nach einem Vergaserwechsel ging Janoschka ein letzte Mal ans Band, denn fiel er ein weiteres Mal aus und er meldete sich ebenfalls mit Maschinendefekt ab und machte sich schon vorzeitig auf die Heimreise, während Bos noch bis zum Schluss als Zuschauer ausharrte.

Heat 6:

Endlich konnte Kröger seinen ersten Laufsieg einfahren und verpasste Svab einen so heftigen Strahl, dass dieser fast blind durch die Kurve fuhr. Groen hielt mit einem weiteren 3 Rang noch minimalen Anschluss an die Top 8, die sich für die 2 A-Finals qualifizieren konnten. bereits zum 2 Mal fiel in diesem Lauf auch Tim Korneliussen aus, der selber von sich sagte: "Ich kann es gar nicht verstehen, warum der Zahnriemen reißt - ich fahre doch schon so langsam."

Heat 7:

Und da wir gerade wieder bei Ausfällen sind: Toni Svab reihte sich im 7. und seinem letzten Vorlauf ebenfalls in die Liste der Ausfall-Kandidaten ein. Seine bisherigen 18 Zähler liessen aber einen Start im A-Finale zu, wo es mit 0 Punkten wieder von vorne los ging. Gewinnen konnte hier wieder einmal Catman, der sich mit einem Punkt unter Maximum als Vorlaufsieger entpuppte. Wieder machte dahinter Trevor Banks die Punkte, der damit ebenfalls ins A-Finale zog. Steven van der Helm, der sich nach seiner Verbrennung am Bein aus Dohren vor gut einer Woche trotz Schmerzen wieder aufs Bike setzte, machte in diesem Lauf seine beste Ausbeute, doch langte es bei ihm nur zum B-Finale.
Rechnet man Janoschkas Ausfall aus dem Lauf noch mit, in dem er einen Punkt errollen konnte, gab es bis jetzt schon 10 Ausfälle in 7 Läufen allein in dieser Klasse und jeder fragte sich, woran mag das nur liegen!? Hat es wirklich was mit dem "Sandstürmen" zu tun?

Heat 8

Wie heftig ein Strahl auf diesen Bahnverhältnissen war, durfte auch Dirk Fabriek im letzten Vorlauf erfahren, als er einen satten Strahl von HJ Renkema erhielt. Fabriek schlug sich im übrigen sehr achtbar in diesem Feld und verpasste nur denkbar knapp das A-Finale gegenüber Marius Rokeberg, der überraschend in diesem Lauf vor Matten führte. Doch am Ende der 2. Runde verzog er so dermaßen das Bike, dass er ins Aus rutschte und somit ohne Punkte blieb. Kröger machte also den Sieg klar und nahm neben Katt Platz im doppelten Endlauf.

B-Finale

Mit nur 7 Fahrern ging es auch hier ans Band, bei dem es um die Platzierungen 9 - 15 ging (Rang 16 belegte schon Janoschka) Maik Groen zeigte hier endlich das, was man von ihm gewohnt war und er siegte verdient in diesem Finale vor dem Youngster Dirk Fabriek, Erik Eijbergen, Jannik de Jong, Steven van der Helm, Christian Hülshorst und Tim Korneliussen, der noch einmal einen Ausfall drauf setzte.

Kröger sicherte sich nach einem perfekten Start den ersten Sieg dieser Endlaufrunde vor Svab, Schützbach und Katt. Katt hatte ausgerechnet in diesem Lauf, wo es ums Podium ging, wieder extremste Probleme, als er in den 2. Gang schalten wollte. Erst Mitte der Kurve kam er in diesen und musste nun Jagd auf die Spitze machen, was ja, wie schon erwähnt, mit dem 4. Rang ausging.

2. A-Finale

Im 2. A-Finale klappte das mit dem Schalten dann wieder besser, doch war Kröger schneller als Katt und der 2-fache Familienvater fuhr einem klaren Gesamtsieg entgegen. Für Katt reichte es am Ende dann doch grad noch zu Platz 2, auch wenn Ortema-Kollege Schützbach und Svab ebenfalls 10 Finalpunkte aufweisen konnten. Das bessere Abschneiden im 2. Endlauf war ausschlaggebend und so standen am Ende des doch sehr langen Renntages 3 deutsche Piloten auf dem Podium. HJ Renkema fuhr konstant auf dem 5. Platz ins Ziel und erbrachte damit ein tolles Ergebnis als bester Niederländer. Trevor Banks und Marius Rokeberg komplettierten die Plätze 6 und 7, da der 8. Rang vergeben war an Uppie Bos.

Weitere Actionbilder gibt es im Album !!!

Punktewertung: 7-6-5-4-3-2-1-0 Die Finals werden mit 0 Punkten begonnen
# Name Nat 1 2 3 4 5 6 7 8 Pkt B-Fin A-Fin 1 A-Fin 2 Pkt Platz
14 Matthias Kröger   5 4     7   7 23   7 7 14 1.
4 Stephan Katt 6     7 7   7   27   4 6 10 2.
8 Sirg Schützbach 4   6   2     5 17   5 5 10 3.
10 Antonin Svab   6   6   6 A   18   6 4 10 4.
3 Harm Jannes Renkema 7   3     4   6 20   3 3 6 5.
13 Trevor Banks   A   3 6   6   15   2 2 4 6.
2 Marius Rokeberg 5     5 3     S 13   1 1 2 7.
9 Uppie Bos   7 7   A   N   14   N N 0 8.
6 Maik Groen A   5     5   2 12 1.       9.
12 Dirk Fabriek   2   2 5     4 13 2.       10.
11 Erik Eijbergen   3 1     2 4   10 3.       11.
16 Jannik de Jong   4 2     3   3 12 4.       12.
1 Steven van der Helm 3   0   4   5   12 5.       13.
15 Christian Hülshorst   A   4   1 3   8 6.       14.
5 Tim Korneliussen 2     A   A T   2 A       15.
7 Enrico Janoschka 1     A A     N 1 N       16.

Gerade für das Ortema-Team war es ein toller Erfolg

Im neuesten Outfit präsentierten sich Sirg, Hülse und Catman und ihre Mechaniker

Finale Arai Special Senioren

Im Rahmenprogramm standen u.a. die Klasse der Special Senioren auf dem Plan, dessen Sieger Wouter Duursema wurde. Durch eine wahnsinnige Aufholjagd gelang es dem Youngster René van Weele noch kurz vor dem Ziel Sjoerd Rozenberg abzufangen, nachdem er auch nach den Vorläufen als Punktbester da stand.

Platz Name Pkt Finale
1. Wouter Duursema 11 1.
2. René van Weele 12 2.
3. Sjoerd Rozenberg 5 3.
4. Henry van der Steen 9 4.
5. Erik Doornbos 5 5.
6. Andy Korterink 8 6.
7. Wim Kruit 5 7.
8. Richard Vosdingh 4 A
9. Isak Jacob Mulder 3 N

Action gab es auch in der Gespannklasse. Die Geschwister Matthijssen gingen wieder (wie schon in Balkbrug) 4 mal ans Band und gingen 4 mal als Sieger aus den Läufen. Ein weiteres gemischtes Doppel mit Arnold Bruins und Wendy Arling ging am Ende auf dem 2. Rang aufs Podest. Die Briten Lester Goodwin und Tony Martin schafften es nach fulminanter Aufholjagd noch auf den 3. Rang im Finale, nachdem sie als zweitbestes Team aus der Vorrunde kamen.

Name 1 2 3 Pkt B-Fin A-Fina Platz
Matthijssen/Matthijssen 5 5 5 15   1. 1.
Bruins/Arling 3 3 5 11   2. 2.
Goodwin/Martin 4 4 4 12   3. 3.
Hoekstra/Auwema 5 5 0 10   4. 4.
Pastoor/Dijkstra 5 2 3 10   5. 5.
Schuurman/Auwema 4 4 3 11   6. 6.
Holstein/Scheper 2 5 0 7 1.   7.
Detz/Eelsing 3 1 4 8 2.   8.
De Rooy/Mollema 0 3 2 5 3.   9.
vd Werff/v Dijk 3 1 1 5 4.   10.
Wierenga/Medendorp 4 A 4 8 5.   11.
Diephuis/Boers 2 3 1 6 6.   12.
Hartzmann/Gorter X 2 2 4     13.
Kluin/Boer 2 1 X 3     14.
Keil/Falter 1 X X 1     15.

Erfreulich aus deutscher Sicht war auch das Abschneiden von Ramon Stanek und Kai Huckenbeck in der 125ccm Amusa-Klasse. Sie belegten die Plätze 1 und 2 vor Jan Okke Loonstra, der die 9-Köpfige Riege der Niederländer anführt.