Grasbahn EM Semifinale 3 in Schwarme,
25.07.2004

Einen Tag nach seinem 45. Geburtstag stand Teamchef Josef Hukelmann wieder auf der Matte und kümmerte sich um die deutsche Crew. 4 von ihnen kamen am Ende durch, doch gab es bei der Helmfarben-Auslosung zum A-Finale eine überraschende aber nicht erfreuliche Nachricht. Gerd Riss erkundigte sich noch einmal, wieviel jetzt nach Eenrum kommen, und da Dirk und Jannik die Quali schon geschafft hatten, sagte Gerd: "Gut, dann verzichte ich"
Er hielt den linken Arm und kam dann mit der Sprache heraus: "Ich habe wahrscheinlich einen Muskelfaserriss, ich war eben schon beim Doc."
Nach dem Rennen wollte ich es genauer wissen und habe ihn noch einmaldarauf angesprochen. "Ich bin nach dem 1. Lauf von der Bahn gekommen und da tat der Arm tierisch weh. Der Arzt hier sagte, dass es wahrscheinlich ein Muskelfaserriss ist, doch werde ich morgen gleich zum Arzt gehen und sehe dann, was genau ist." Es ist echt unglaublich, dass er trotz grosser Schmerzen die Vorrunde so zu Ende bringen konnte, zumal die Bahn durch den einsetzten Regen immer schwieriger zu fahren war.
Gerd ging also auf Rang 6 in die Wertung und das Fahrerfeld bestand nur noch aus 5 Teilnehmern

Heat 1

Heat 2

Heat 3

Bis es aber zu den Finalläufen kam, mussten ja erst die Vorläufe gefahren werden. Gerd und Peppi Rudolph, die sich in 2 Outings Gegenüberstanden und sich jeweils einen Laufsieg holten, beherrschten in den übrigen Läufen die Konkurrenz. Mit je 19 Vorlaufpunkten hatten sie das Finale in Eenrum also schon erreicht. Mit nur 2 Punkten begann Dirk Fabriek, doch drehte er anschliessend mächtig am Gashahn und holte anschliessend drei Laufsiege. Rang 3 in der Vorrunde war somit schon eine kleine Überraschung, denn konnte er die Grasbahnspezialisten Bernd Diener und Enrico Janoschka um einen Vorlaufpunkt überbieten. Bernd und Enrico schrieben also 16 Zähler und mit 15 Punkten war es Dirks Landsmann Jannik, der den Einzug ins Finale sicher in der Tasche hatte. Nach diesem Erfolg wird Jannik nun aber nicht mehr an B-Lizenz Rennen in Deutschland teilnehmen und geht z.B. schon am kommenden Wochenende in Werlte in der I-Lizenz Gruppe an den Start.

Björn Danielczik schöpfte nach seinem letzten Lauf erst Hoffnung, als ihm Hukelmann zum Einzug ins A-Finale gratulierte, doch wurde ihm bei der Kontrolle der Punkte klar, dass er Jannik mit seinen 15 Zählern übersehen hatte. Das war für Björn Pech, doch wollte er alles geben, um zumindest den Reserveplatz sprich den Sieg im B-Finale sichern. Hier war aber auch noch Ralf Strack, der insgesamt 12 Punkte einfuhr, mit von der Partie, und wie Björn zu den vermeindlich stärksten Fahrern dieses B-Finals gehören sollte. Die Vorlaufpunkte von Richard Hall (8), Steven van der Helm (8), Philippe Ostyn (7) und Sirg Schützbach (6) sprachen zumindest auf dem Papier dafür. Doch gerade im Falle des Ex-Europameisters Schützbach spiegelten die Punkte nicht das Leistungsvermögen wieder, denn wurde er im 2. Durchgang auf Rang 2 liegend wegen Durchfahren des Innenfeldes disqualifiziert.

Um die Plätze 13-18 durften dann auch die beiden Reservisten Jörg Tebbe und Nynke de Jong streiten, denn ersetzten sie jeweils 1 Mal Vladimir Kolody, der sich nach einer Nullrunde und einem Ausfall vom Rennen abmeldete. Jörg holte aus seinem Einsatz 2 Punkte und auch Nynke holte sich einen Zähler gegenüber Karel Kadlec, der mit Abstand am langsamsten unterwegs war und wie Kolody keinen Platz mehr im C-Finale ergatterte. Jörg und Nynke bekamen es also mit Vladimir Trofimov (6), Jan Olof Wallskog (6), Martin Williams (5) und Martin Lindner (4) zu tun.

Diese Herrschaften begannen dann auch mit dem Reigen der Finalläufe und während der junge Engländer Williams ins Band zog und somit automatisch 18. wurde, eröffnete Jörg von Rang 3 aus die Jagd an die Spitze. Erst holte er sich Wallskog und dann Trofimov und Jörg schaffte mit nur 2 Einsätzen einen 13. Rang. Lindner folgte dem Trio, während Nynke auf dem mittlerweile matschigen Untergrund auf Sicherheit fuhr.
Im Kampf um das Reserveticket gab es im B-Finale einen tollen Fight mit dem Franzosen Ostyn als Hauptakteur. Er machte schon in der Vorrunde eine gute Figur und kämpfte sich hier von Rang 5 auf 3 vor. Doch die Platzierung, die ihm ausgesprochen wurde war der 12. Rang. Man disqualifizierte auch ihn wegen Durchfahrens des Innenfeldes. Den Sieg machten derweil aber Ralf und Björn unter sich aus, den der mit niederländischer Lizenz startende Ostfriese für sich entschied. Somit war Björn als Clubfahrer des MSC Schwarme denkbar knapp ausgeschieden. Mitfavorit Sirg hatte offensichtlich Probleme und fuhr dem Feld in der Reihenfolge von Strack, Danielczik, Hall und van der Helm hinterher, bzw vorher, als er kurz vor seiner letzten Runde vor der Überrundung stand.

Zu einem bösen Sturz kam es dann im A-Finale, der aber zum Glück noch glimpflich ausging und eine bestimmt nicht vorhersehbare Platzierung auf dem Podest nach sich zog. Peppi und Enrico kamen sich in ausgangs der Startkurve zu nahe und beide stürzten furchterregend. Während Ricky sofort wieder stand und sich sofort um den am Boden liegenden Peppi kümmerte, wurden die restlichen 3 Fahrer mit der roten Flagge abgewunken. Ricky schien in Ordnung zu sein und Peppi klagte über Schmerzen in der linken Schulter und so nahm man den Bayern zu einem kurzen Check mit ins Sanizelt. Verantworlich für diesen Sturz machte man Enrico, der damit automatisch auf Rang 5 gewertet wurde. Und da Peppi trotz Startberechtigung auf den Wiederholungslauf verzichtete, kam er auf Rang 4 in der Wertung.
Das Aufgebot zum Rerun des A-Finals hiess also Bernd gegen die Youngster Dirk und Jannik, oder 45 Jahre gegen 36 Jahre aus 2 Personen (Dirk 19, Jannik 17). Die Erfahrung und das Alter setzten sich aber klar und deutlich durch und so wurde Bernd auch verdienter Sieger dieses Semifinals, während es für die "Teenies" und auch für die Fans eine grosse Überraschung war, auf dem Podest zu stehen.

Das Ergebnis

C-Finale

B-Finale

A-Finale 1. Start

A-Finale 2. Start

Jannik, der im Übrigen einen grossen Fanclub u.a. auch mit Ramon Stanek und Sönke Petersen hinter sich hatte, freute sich wie Dirk und Bernd natürlich über diesen Erfolg, doch waren die Folgen der Siegerehrung bei ihm unübersehbar: Die Schleife des Siegerreifens färbte bei dem immer stärker werdenden Regen mehr und mehr ab und so bekam "Hulk" Jannik ein ganz neues Aussehen.

Vom Hulk zum I-Lizenz-Piloten - über seine ehemaligen B-Lizenz-Kollegen und der Gespannklasse gibt es Morgen mehr zu lesen.


"Hulk" Jannik