Flutlichtrennen in Vechta,
09.10.2004

In einem Jahr wird es beim AC Vechta die 20. Auflage des Flutlichtrennens geben, doch was die Akteure bereits beim 19. Abendrennen gezeigt haben, war aller erste Sahne, so wie BrennholzManni es betiteln würde. Ein Kracher folgte dem anderen und dabei war es egal, ob es die Kids in den Schülerklassen oder die „Grossen“ auf den Solomotorrädern und Gespannen waren.
Einen faden Beigeschmack gab es durch einige Stürze trotzdem, doch kann man jetzt im Nachhinein sagen, dass alles noch relativ glimpflich ausging, auch wenn der ein oder andere Pilot noch mit den Blessuren zu kämpfen hat. Bereits am Nachmittag fingen 3 Schülerklassen und die B-Lizenz mit ihren Vorläufen an und je mehr Rennen gefahren wurden, um so mehr Spannung kam auf.

Schülerklasse A

Da die Bahn für 12 Schülerfahrer abgenommen war, es aber 13 Kids in der Schülerklasse A wissen wollten, teilte man die Vorläufe in 2 Gruppen auf. Dabei hinterließ Sebastian Huth aber keinen Zweifel an seiner Dominanz und besiegte die Gegner in seinen Läufen. Steven Mauer, der im direkten Duell Sebastian unterlag, gewann dann ebenfalls die übrigen 2 Vorläufe und ging als Zweitbester ins Finale. Ihm folgte daraufhin Robby Swoboda, der jeweils einen Punkt an die genannten Laufsieger abgeben musste. Diese 3 führten also vor dem Finale und sie trennte jeweils nur 1 Zähler, ehe Nils Hesse mit 2 Punkten weniger als nächster Verfolger in die 3 Finalrunden ging. Während Sebastian dann im 12-Feld des Finals (nur Tobias Goldmann musste als Punktschlechtester im Fahrerlager bleiben) nach einer tollen Aufholjagd von 3 auf 1 zum Maximumsieg fuhr, sicherte sicht Steven mit dem 2. Rang auch den 2. Podestplatz. Nils kam währenddessen besser vom Start weg und konnte sich am Ende den 3. Gesamtrang retten. Robby, der zwar die gleiche Punktzahl wie Nils schrieb, kam aber erst hinter Hauke Haupt ins Ziel und verpasste somit das Podium.

Schülerklasse B2

Da auch in der Schülerklasse B2 12 Teenies an den Start gingen, wurden die Vorläufe auch hier in 2 Klassen gefahren, ehe das Dutzend im Endlauf komplett auf die Reise geschickt wurde. So wie Sebastian in der A-Klasse, siegte der Werlter Kai Huckenbeck ebenso souverän. Es macht wirklich Spaß, dem Knirps der B-Schüler zu zusehen wie er sein Motorrad unter Kontrolle hat. Mit einer Geschwindigkeit von 78,32 Km/h setzte er dann im Endlauf letzte Akzente und gewann zum X-ten Mal mit Maximum.
Einzig Nick Lourens aus Holland konnte einigermaßen das hohe Niveau des Emsländers halten und gab nur 2 Zähler an den deutschen Meister ab. Verdient ging der 2. Rang an Nick, während danach eine grosse Lücke aus Punktesicht klaffte. Rob Wielink war es, der nach noch hoffnungsvoller Vorrunde trotz eines 7. Ranges im Finale den 3. Platz sichern konnte. Bertjan Bos, Geburtstagskind Stefan Tholen (14 Jahre) und Bernd Dinklage komplettierten bei gleicher Punktzahl die Top 6, die in dieser Reihenfolge auf den Plätzen 3,4 und 5 das Finale beendeten.

Schülerklasse B1

Nur mit 4 Akteuren gingen die Schüler der Klasse B1 an den Start und hier kam es in 4 Aufeinandertreffen zu jeweils identischen Einläufen. So konnte René Deddens alle seine Läufe gewinnen und stand natürlich als Sieger dieser Konkurrenz fest. Jesper Zyweck und Tim Scheunemann erfuhren die Plätze 2 und 3 und ließen Philine Ittermann nur den 4. Rang sowohl im Rennen als auch in der Abschlusswertung.

B-Lizenz

Zu seinem nun wirklich allerletzten B-Lizenzrennen ging Markus Eibl an den Start, doch wurde ihm diesmal das Siegen nicht so einfach gemacht. Sven Lohmeier und René van Weele sorgten dafür, dass Markus jeweils als Zweiter ins Ziel kam, zumindest in den ersten 2 Durchgängen. Während René dann nach 2 Läufen Maximum schrieb, schlich sich auch der Engländer Martyn Sturgeon an und schrieb nach 2 Läufen schon 9 Punkte, während Markus und auch Sven mit 8 Zählern noch Richtung Podestplatz schielten.
Immer im Auge haben musste aber auch Sönke Petersen, der eine Maschine gestellt bekam und sein allererstes B-Langbahnrennen fuhr. „Ich will das mal ausprobieren“, so der deutsche Jugend-Speedwaymeister. Doch nicht nur der Sieg im Pflichttraining und die stetige Steigerung in seinen Läufen ließen sein Talent auch auf der Langbahn erahnen, sondern bestätigte er dies auch und zeigte ganz deutlich, dass er diesen 4 Runden der Sandbahn mehr Zeit für Überholvorgänge hat, als auf der Speedwaybahn. So schnappte sich gerade im 2. Lauf einige Mitstreiter und fuhr somit von Platz 6 auf 3 vor.
Mit dem letzten Durchgang wurden dann endgültig die Weichen Richtung Finale gestellt und so katapultierte sich Pauli Bauer mit einem Laufsieg sicher ins Finale. Henry van der Steen holte hier Rang 2, während der Brite jetzt den 3. Rang holte. Henry und Martyn profitierten hier aber auch vom Maschinenpech von René, der an 2. Stelle liegend in der 3. Runde ausfiel. Aus dem letzten Vorlauf fuhren Markus und der immer stärker werdende Sönke auf die Plätze 1 und 2, während Sven mit Rang 3 immer noch locker Anschluss hielt.
Für das Finale hatten sich also Markus (13), Martyn (12), Sven und Pauli (je 11), René (10), Sönke und Henry (je 9) qualifiziert, doch war der Maschinenschaden bei René so gravierend, dass er auf diesen Lauf verzichten musste. So rutschte Toni Kröger mit 7 Zählern nach, der ebenfalls sein erstes Langbahnrennen in der B-Lizenz 500ccm fuhr, nachdem er schon bei einigen Rennen der 250ccm –Klasse tolle Rennen zeigte.

Die Post ging also ab und Markus eroberte sich die Führung. Wieder mit Köpfchen fahrend konnte sich Sönke auf Rang 2 vorarbeiten und ließ Sven und Martyn hinter sich. Toni rutschte währenddessen in der Startkurve der 2. Runde weg du schob ins Innenfeld, doch blieb dies nicht der einzige Sturz. Denn in der allerletzten Ecke kamen sich Sven und Martyn im Kampf um Platz 3 zu nahe und beide flogen in die Planken. Henry fuhr daraufhin auf Rang 3 ins Ziel gefolgt vom letzten Teilnehmer, der noch auf dem Bike saß, Pauli Bauer.
Der Engländer stand gleich wieder und konnte zurück ins Fahrerlager, doch um Sven mussten sich das Sanitätspersonal intensiver kümmern. Sven, der noch am Abend im Lohner Krankenhaus auf Herz und Niere untersucht wurde, konnte aber bereits am Sonntagnachmittag wieder nach Hause.
Die beiden Gestürzten erhielten keine Punkte und so verschob sich die Platzierung gegenüber der Finalaufstellung hinter Markus in die Richtung, dass Sönke aufgrund des besseren Abschneidens im Finale gegenüber Pauli den 2.Rang erzielte – und das bei seinem 1. Langbahnrennen!!!

I-Gespannklasse

Ganz sturzfrei ging es in der Gespannklasse nicht ab, obwohl es kein wirklicher Sturz war, sondern eine Karambolage kurz nach dem Start, des 3. Laufes. Und ausgerechnet die Brüder Albert und Thomas Raesfeld, die mit Olaf Heil und Martin Wamprechtshammer als C-Piloten ans Band gingen, kamen sich hier in die Quere. Beide konnten die Rennen nicht fortsetzten, auch wenn Albert dies mit dem Restart noch einmal versuchte, doch schmerzte das Bein zu sehr. Thomas ließ sich währenddessen noch ins Krankenhaus bringen, wo man sich um seine ausgerenkte Schulter kümmern musste.
Die Rennen gingen also ohne die Tageslizenzer aus Lüdinghausen zu Ende, doch ob sie eine Chance aufs Podest gehabt hätten, bleibt fraglich. Die Akzente setzten nämlich wieder einmal die Piloten, die mit weiblicher Begleitung um die Bahn pfiffen.
William Matthijssen, der mit Nathalie einen Punkt in der Vorrunde gegen die Bornfleth-Brothers abgeben musste, führte vor dem Finale mit 14 Zählern. Karl Keil, der seinen Rücktritt aufgrund der Regelbestimmung der nächsten Saison erklärte, blieb mit Daisy Daubert in Schlagdistanz und büßte nach 2 Siegen 2 Punkte gegen die niederländischen Geschwister und auch Stefan Brandhofer mit Markus Venus ein. Die I-Lizenz Aufsteiger standen nach Abschluss der Vorrunde punktgleich mit den BB’s da und hatten alle Chancen auf einen Podestplatz.
Mit ins Finale folgten dann noch Arnold Bruins und Lady Nr 3 Wendy Arling, die konstant 3. Plätze ins Ziel brachten. Viel Probleme mit der Technik hatten Herbert Brüner und Axel Immig, die aus gleichen Beweggründen wie Karlchen Keil ihr letztes Bahnrennen gefahren sind, schon im Training, was ihnen auch im ersten Lauf mindestens 3 Punkte kosteten. Das Problem bekamen die Osnabrücker aber zum Glück in den Griff und konnten mit 8 Punkten, resultierend aus einem 3. Rang und einem Laufsieg, dem Publikum wieder ihre Show darbieten.
Für die Raesfeld-Brüder konnte die Reservisten Tjeerd Hoekstra und Henk Auwema 2x ins Rennen gehen und schafften mit 2 vierten Plätzen ebenfalls 8 Punkte, doch standen sie aufgrund des Laufsieges von Herbert nicht im Finale. Dass der Vize-Europameister nur als Reservist zum Einsatz kam, lag daran, dass er bei der Ausscheidung um einen freien Platz einen Ausfall einstecken musste, und somit die anderen Qualifikanten Markus Gössing und Maik Domscheit ins Rennen gehen durften.

Mit einem tollen Lauf verabschiedete sich Karl dann von seinen Fans und gewann mit Daisy die Gesamtwertung einer spannenden Seitenwagen-Konkurrenz. Mit einem 2. Rang schafften es die Bahnpokalsieger dann zwar, das niederländische Non plus Ultra zu besiegen, doch langte es auf dem Podest nur für Rang 3 hinter dem Geschwisterpaar.
Einen Hut ziehen muss man auch vor den restlichen Finalisten, die während der ganzen Läufe für tolle Fights und spannende Rennen gesorgt hatten.

NBM-Lauf

Spannend war auch ein einziger Lauf, der um die NBM-Meisterschaft 2004 entscheiden sollte. Enrico Janoschka ging als NBM-Führender mit einem Punkt vor Matten Kröger in diesen Lauf und Ricky gab hinter dem Laufsieger Stephan Katt, der sich damit im übrigen den 3. Gesamtrang sicherte, alles für die Meisterschaft. Voraussetzung dafür war allerdings, dass Matten dann nur auf Rang 5 ins Ziel hätte fahren dürfen. Diesen Gefallen tat Matten ihm aber nicht und so konnte Matten hinter dem stark fahrenden Patrick Diener den 4. Rang ins Ziel bringen, was ihm die Meisterschaft beschert.

I-Lizenz Solo

Als Catman im NBM-Lauf an die Spitze preschte, konnte man schon sehen, dass er mal wieder einen heissen Ofen unterm Hintern hatte, doch was er dann im Eröffnungsheat der 8 Vorläufe mit Robert Barth zeigte, riss die Fans vom Hocker. Stephan und Robert sind exzellente Piloten und ließen das Teilnehmerfeld hinter ihnen blass werden, denn achtete kaum einer darauf, was hinten ihnen geschah. Man kann es in Worten gar nicht wiedergeben, was und vor allem wie die beiden über 3 Runden zeigten. Doch ist sicher, dass Catman an der Spitze nicht locker ließ und erst Luft zwischen sich und Robert bekam, als dieser in der Zielkurve der 3. Runden einen kleinen Fahrfehler machte. Hui, was für ein Auftakt!!!
Im 2. Lauf setzte sich dann Paul Hurry in Szene, der vor Maik Groen den Lauf gewann. Der 3. Heat musste abgebrochen werden, da Ralf Strack und Christian Hülshorst in der Startkurve stürzten. Beide erlitten Beinverletzungen und während man Hülse wieder einmal ins Krankenhaus nach Vechta brachte (so wie auch im letzten Jahr), humpelte Ralf zurück ins Fahrerlager. Ich fragte Ralf, was genau passiert war, denn konnte man durch die Bäume im Innenfeld nicht deutlich erkennen, was geschah. „Mit ist einer von innen kommend vors Motorrad gefahren und hat mich in die Linie von Hülse gedrückt“, so Ralf, der in diesem Jahr schon mehrere heftige Stürze einstecken musste.
Ralf und Hülse, der nach der Untersuchung später wieder an der Rennstrecke war, konnten die Rennen aufgrunddessen nicht mehr fortsetzten und wurden im Wechsel durch die Reservisten Manfred Knappe und Kalle König ersetzt, die in einer Ausscheidung Patrick Diener den Vortritt für den frei gewordenen Platz von Jörg Tebbe lassen mussten.
Beim Rerun zu diesem Sturz gab es das 2.Aufeinandertreffen von Robert und Stephan, das nun in anderer Reihenfolge ins Ziel gebracht wurde. Paul nutzte währenddessen die Chance, sich im 2. Lauf dieses Durchganges mit einem Laufsieg an die Spitze der Punktewertung zu setzten. Hinter ihm kam nun Theo Pijper ins Ziel, der im ersten Lauf komplett ohne Punkte blieb. Doch Theo hatte den Dreh nun raus und verbuchte im folgenden Heat dann sogar einen Laufsieg und drehte den Spieß gegenüber Paul um.
Es folgte das 3. Duell zwischen Katt und Barth und der noch Weltmeister setzte sich in dieser internen Wertung 2:1 in Front, doch konnte Katti im ersten Heat des letzten Vorlaufdurchganges wieder ungefährdet siegen, während Robert im letzten Lauf nun auf einmal Theo vor sich hatte.
So gingen Robert und Stephan mit 18 Punkten als Führende ins Finale, dass anstatt mit 7 nun mit 8 Piloten gefahren wurde. Theo und Paul, der im letzten Lauf einen Motorschaden einstecken musste, schrieben je 14 Punkte und hatten auf den Tagessieg nur noch theoretische Chancen. Mit 11 Zählern folgte dann Matten, der sich stets im Mittelfeld tummelte und Maik Groen, der nach dem tollen 2. Rang zu Beginn etwas nachließ und 10 Punkte ins Finale brachte. Die Endlaufplätze 7 und 8 eroberten sich Dirk Fabriek und Enrico Janoschka mit je 8 Zählern.
Dirk begann die 3 ersten Läufe mit Ausbeuten im hinteren Punktedrittel und konnte in seinem letzten Vorlauf hinter Stephan einen tollen 2. Rang ins Ziel bringen. Er profitierte hier aber auch von den Ausfällen von Paul und auch Gerd Riss, der einen ganz schlechten Tag erwischte und so nur 5 Zähler aus 3 Läufe hatte und weit ab dem Finale war. Ricky begann hingegen auch mit einer Nullrunde, doch spielte er in den folgenden Heats wieder das aus, womit er in diesem Jahr schon so oft glänzen konnte: Die Aufholjagten. Im letzten Vorlauf schaffte er es sogar als Dritter ins Ziel zu kommen, nachdem er am Schlechtesten vom Start weggekommen war und zumindest Gerd vor seinem Ausfall schon hinter sich lassen konnte.
Da Paul aber nur eine Maschine mit in Vechta hatte und diese streikte, musste er auf den Endlauf verzichten und für ihn kam dann Bernd Diener mit 7 Zählern ins Finalfeld. Robert ließ nichts anbrennen und ging mit einem Start-Ziel-Sieg über die Linie vor Theo und Katti, die in umgekehrter Folge hinter Robert auf dem Podest landeten. Rang 4 hatte sich Ricky ins Visier genommen, doch stürzte er in der Zielkurve der 3. Runde, als er zu weit nach außen kam und die Planke touchierte. Unverletzt und fair schob er sein Bike ins Innenfeld, so dass Schiedsrichter Alfons Sagemüller diesen Lauf nicht abbrechen musste. Somit heimste Matten die Punkte des Viertplatzierten ein, während Maik vor Bernd seinen letzten Zähler in Deutschland ins Ziel fuhr.

Fazit

Viele tolle und packende Rennen wurden geboten und durch die Aufteilung der Vorläufe der Schülerklassen bekam derjenige, der schon am Nachmittag vor Ort war, 47 Rennen zu sehen. Eine tolle Zuschauerkulisse von über geschätzten 4000 von Fans sorgten für die richtige Atmosphäre. Und wenn da mal ein Fan etwas über den Durst trinkt und wegen seiner ärztlichen Versorgung kein Krankenwagen vor Ort ist und die Rennen kurzfristig unterbrochen werden mussten, ist das kein Verschulden des Clubs.
Die Mannen um Ludger Spils gaben ihr Bestes und durften sich auf das wohlverdiente Feierabendbierchen freuen. Ein Lob geht auch an die Bahnmeister, die die Bahn trotz der sehr vielen Rennen diese noch bis bis zum letzten Lauf in Schuss hielten.

Alle Ergebnisse und Siegerfotos noch einmal auf einen Blick