Indoorspeedway in Winschoten,
07.02.2004

In vier verschiedenen Klassen kämpften die Fahrer in Winschoten um Punkte und Plätze und die Fans bekamen tolle Rennen und spektakuläre Szenen zu sehen. Stephan Katt, die Matthijssen-Geschwister William und Nathalie, Jack Hargreaves und John Cox standen in ihren Klassen ganz oben auf dem Podest.

Katts Neffe Marvin freute sich am meisten über den Pokal, den er von Stephan erhielt.

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Die Catman-Show ging weiter

Mit diesem Rennen wurde das Finale der Indoor-Gala 2003/2004 ausgefahren und die besten Chancen auf den Gesamtsieg hatte Stephan Katt, der schon in Exloo den 1. Teil für sich entschied. Seine damaligen Finalkollegen Maik Groen, Jörg Tebbe und Matze Schultz standen auch in Winschoten am Band, doch sollte nur Tebbe ins Finale kommen.
Katt zog seine Kreise und holte in den 4 Vorläufen die komplette Punktzahl von 12 Zählern. Als Vorlaufzweiter konnte sich der niederländische Youngster René van Weele ins Finale setzten. Nachdem Maik Groen im letzten Vorlauf wegen eines abgefallenen Methanolschlauch ausfiel und keine Chance mehr zum Einzug in den Endlauf hatte, rettete van Weele so gesehen die Ehre der Niederländer. Tebbe knüpfte nahtlos an die Leistungen von Exloo an und gehörte damit auch zu den Top 4 des Abends. Komplettiert wurde das Finalfeld durch Lubos Tomicek, der zwar schon in Exloo eine klasse Figur machte, aber dort aufgrund eines Sturzes nicht in den Endlauf kam.

Katt (#7) und Tomicek (#4) fuhren auf Erfolgskurs

Christian Hülshorst, Groen, Katt und Tebbe trugen sich im ersten Durchgang als Sieger ein und während Stephan und Maik auch im 2. Outing auf der Siegerstrasse blieben, setzten van Weele und der Däne Henning Bager ihrerseits zum Laufsieg an. Bis zur Halbzeit der Vorläufe war aber alles offen, denn standen hinter den ungeschlagenen Akteuren Tebbe, van Weele und Hülshorst mit 5 sowie Tomicek und Bager mit 4 Punkten Gewehr bei Fuss. Von diesem engen Kreis der Finalanwärter verabschiedete sich Bager als erster. Obwohl er nach einem durch Harm J. Renkema verursachten Sturz zum Rerun wieder antreten konnte und auch als 2. durchs Ziel fuhr, bekam er keine Punkte für diesen Einsatz, da man ihn im Innenfeld gesehen hatte.

René van Weele war bester Niederländer

Die anderen 6 blieben mit Siegen bzw. 2. Plätzen am Ball, doch sollte der letzte Durchgang die Entscheidung bringen. Katt, Tomicek und van Weele holten sich die Siege, während der 4. Sieg der letzten Gruppe an Steven van der Helm ging. Allerdings war es auch der Lauf, in dem Groen in Führung liegend in der 3. Runde wegen seinem bereits erwähnten Mahleur aufgeben musste. In dem ebenfalls gesplitteten Finale traten also Katt (12) , van Weele (11), Tebbe(10) und Tomicek (9) an, deren Vorlaufpunkt nun keine Gültigkeit mehr hatten - aber das ist ja mittlerweile bekannt.

Jörg Tebbe (#2) fuhr ein starkes Rennen

Konzentration am Start des 1. A-Finals

Doch wie schon in Exloo wurde es in den beiden Finalläufen dramatisch - naja, zumindest im Ersten. In der 3. Runde kam van Weele an 2. Stelle liegend zu Sturz. Er blieb zwar unverletzt, doch musste er den Wiederholungsstart von aussen zusehen. Aber auch der 2. Start dauerte nicht lange, denn fand sich Tebbe plötzlich in der Bande wieder. Ausgangs der Startkurve wich er Katt aus, der vor ihm etwas quer kam, und der Dohrener konnte sich an die Bande retten. Nur leider war der Einschlag so stark, dass sich der Gasgriff voll aufgedreht in die Bande eingekeilt hatte und sich das Vorderrad am Motorblock wiederfand. Auch er blieb zum Glück unverletzt, doch war damit auch der 2. Finallauf gestrichen, da er kein Material mehr zur Verfügung hatte.
Der 2. Rerun erfolgte dann durch Katt und Tomicek, die auch in dieser Reihenfolge durch das Oval fegten. Aufgrund der Absage von Tebbe blieb für den 2. Endlauf dann neben Katt und Tomicek noch van Weele über, der sich zwar den 2. Platz sichern konnte, doch in der Endwertung hinter Catman und dem Prager auf Rang 3 kam. Katt darf sich mit diesem Sieg nun holländischer Indoor-Meister nennen und für den jungen Niederländer gab es zusätzlich den Pokal des besten niederländischen Akteurs auf dem Platz.

# Name Nat 1 2 3 4 Pkt Fin1 Fin2 Pkt Platz
7 Stephan Katt Deutschland 3 3 3 3 12 3 3 6 1.
4 Lubos Tomicek Tschechei 2 2 2 3 9 2 1 3 2.
3 René van Weele Niederlande 2 3 3 3 11 S 2 2 3.
2 Jörg Tebbe Deutschland 3 2 3 2 10 S N 0 4.
1 Maik Groen Niederlande 3 3 2 A 8       5.
8 Christian Hülshorst Deutschland 3 2 2 1 8       6.
15 Henry Sievers Deutschland 2 1 2 2 7       7.
13 Roman Povazhny Russland 0 1 3 1 5       8.
12 Steven van der Helm Niederlande 1 0 1 3 5       9.
6 Henning Bager Dänemark 1 3 D 1 5       10.
10 Dirk Fabriek Niederlande 2 1 1 1 5       11.
16 Matthias Schultz Deutschland 0 2 0 2 4       12.
5 Harm Jannes Renkema Niederlande 1 0 D 2 3       13.
23 Mark Stiekema Niederlande 1 1 0 S 2       14.
9 Dominik Möller Deutschland D 0 1 D 1       15.
11 Kalle König Deutschland S 0 0 0 0       16.

Und was war mit...?

Lauf 2: Fliesenleger Kalle König übte sich als Bettvorleger

Bereits im 2. Lauf gab es einen Sturz von Kalle König, der mehr als Glück hatte, dass er sich bei der Action nicht verletzte. Verfolger van Weele konnte zwar nicht mehr ausweichen und crashte über König, doch sah es am Ende schlimmer aus als es im Endeffekt war.

Lauf 1: Matze (#16) verlor so manch gute Ausgangsposition
Man fragte sich wirklich, was mit Matze Schultz los war, der ja in Exloo noch im Finale stand. Es hatte nichts damit zu tun, dass er mit einer verletzten Hand anreiste. Kurz vor dem Feierabend am Freitag zuvor bohrte sich auf der Arbeit ein Metallsplitter in die rechte Hand. Auch wenn er es daraufhin im Krankenhaus
untersuchen liess, schmerzte es doch und es behinderte den deutschen Speedwaymeister auch ein wenig. Doch war es nicht der Grund, seines "schlechten" Abschneidens. Matze sagte selber, dass es bei ihm die Einstellung im Kopf war. Entgegen seiner Vorstellung und dem, was man ihm über die Bahn in Winschoten im Vorfeld erzählte, war sie tiefer als gedacht und "der Motor schiebt hier nur", so Matze im Anschluss Dennoch bekam er Szenenapplaus, als er im 2. Lauf des letzten Durchganges mit einer wirklich akrobatischen Leistung sein Motorrad umlegte, um nicht den vor ihm gestürzten Mark Stiekema zu gefährden. In Millimeterarbeit kam sein Bike vor Stiekema zum Liegen.

Matze Schultz war leicht angeschlagen, doch war die Verletzung keine Ausrede

Neugierig war man auch auf Roman Povazhny, der erstmals in Winschoten ans Band ging. Mit dem Orden der "Wilden Reiter GmbH" hätte man den in Polen lebenden Russen mit Sicherheit bestücken können. Sein Bike verhielt sich viel zu bissig und seine wilde Fahrweise trug auch nicht unbedingt dazu bei, dass man ihn mit dem Prädikat "GP-Fahrer" hätte auszeichnen können. Nur einen Laufsieg über Tomicek, Fabriek und Stiekema konnte der 27-Jährige einfahren und neben zwei weiteren Punkten aus 3 Läufen rangierte er unter Ferner liefen.

Siegerehrung ganz in blau
2. Lubos Tomicek - 1. Stephan Katt - 3. René van Weele

Die Geschwister Matthijssen waren topp

In der Gespannklasse waren Nathalie und ihr Bruder William eine Klasse für sich. In den 4 Läufen, der jedes der 5 anwesenden Gespannteams absolvieren musste, beherrschten sie das Fahrerfeld und siegten daher auch klar und deutlich in den beiden A-Finals, die man auch hier zur Endwertung ausschrieb. Spannender ging es da schon auf den folgenden Plätzen zu, deren Hauptakteure Shaun Harvey, der mit dem Ex-Beifahrer von Brian Palmer Danny Hogg unterwegs war, und Philip Wierenga mit Gert Medendorp waren. Immer wieder gab es packende Zweikämpfe dieser Teams, die sich auch erst nach den 2 Endläufen und einem Stechen um Platz 2 auf dem Podest sortierten.

Ein Ausfall im 2. Umlauf stoppte zunächst die Briten, doch hatten sie nach packenden Fights mit den Niederländern Wierenga/Medendorp einen Punkt mehr in der Vorrunde sammeln können. Damit unterstrichen sie zumindest die Anwärterschaft auf den 2. Gesamtrang. Heinz Metzger und Enys Hollybar qualifizierten sich als 4. Paar für den Endlauf, während Gerhard Sersher und Manfred Harnus nach nur einem Vorlaufpunkt als Schlusslicht der Wertung feststanden.

Die Matthijssens siegten in den beiden Finals unangefochten, während Metzger/Hollybar jeweils auf Rang 4 ins Ziel kamen. Mit der gleichen Ausbeute von je einem 2. und einem 3. Rang gab es dann aber das Stechen um den 2. Platz, den die Engländer dann vor den Niederländern gewannen.

Natürlich war Brian Palmer mit vor Ort und nahm die Rolle des Mechaniker ein

# Name Nat 1 2 3 4 5 Pkt Fin1 Fin2 Pkt Platz
1 William Matthijssen/Nathalie Matthijssen Niederlande 3 3 3 3 N 12 3 3 6 1.
4 Shaun Harvey/Danny Hogg England 2 A N 2 3 7 1 2 3+3 2.
3 Philip Wierenga/gert Medendorp Niederlande N 2 2 D 2 6 2 1 3+2 3.
7 Heinz Metzger/Enys Hollybar Deutschland 1 A 1 N 1 2 0 0 0 4.
6 Gerhard Sersher/Manfred Harnus Niederlande 0 N D 1 S 1       5.

2.Harvey/Hogg - 1. Matthijssen/Matthijssen - 3. Wierenga/Medendorp

In der 125ccm Klasse musste sich Ramon Stanek aus deutscher Sicht alleine durch kämpfen und trat gegen die Engländer und Niederländer an. Nach 17 Punkten in der Vorrunde gelang es ihm nicht ganz, als zweitbester Akteur auch nach dem Finale auf dem Treppchen zu stehen. Jack Hargreaves, der mit 19 Punkten auch Vorlaufbester war, sicherte sich den Sieg vor seinem Landsmann Adam Royon, der mit 16 Punkten als Dritter ins Finale ging. Diese Teenies zeigten tolle Rennen.

Ramons Kumpel Sönke Petersen war zwar ebenfalls vor Ort, doch nahm er statt auf dem Bike auf der Tribüne Platz. Grund war ein "Startverbot" seines Vaters, der ihm androhte, die komplette Saison aussetzten zu lassen. Ein nicht ganz so gut ausgefallenes Zeugnis und einige unnötige Dinge, die sich der 15-Jährige erlaubte, führten zum Entschluss des Vaters. Ob Vater Günther allerdings dieses Verbot aufrecht erhalten kann, bleibt abzuwarten, denn hat Sönke genügend Rückendeckung, die ihm bei der Überredungskunst helfen wollen.

# Name Nat 1 2 3 4 5 6 Pkt Fin Platz
20 Jack Hargreaves England 5 N 4 5 5   19 1. 1.
21 Adam Royon England   5 3 4   4 16 2. 2.
1 Ramon Stanek Deutschland 4   5   3 5 17 3. 3.
5 Maikel van der Helm Niederlande 3 4   3   2 12 4. 4.
6 Henkie Koonstra Niederlande 2 2   N 4   8 5. 5.
9 Maurin Vochteloo Niederlande   3 1 2   3 9 S 6.
4 Priscilla Wolgen Niederlande   1 2   1 2 6   7.
23 Adam Wrathall England S 0   1 S   1   8.
2 Andy ter Schuur Niederlande 1   N   N N 1   9.

2. Adam Royon - 1. Jack Hargreaves - 3. Ramon Stanek

In der nationalen Klasse, die ohne deutsche Beteiligung gefahren wurde, siegte John Cox im Finale, nachdem er auch schon 9 Vorlaufpunkte einfahren konnte. Isak Jakob Mulder (7 Vorlaufpunkte) sicherte sich Rang 2 vor Kaj de Jong (8) und Stefan Blauw (7).

Der Trainingsschnellste dieser Gruppe Mark Stiekema füllte das Feld der internationalen Fahrern auf und sorgte dort eher mit wilder Fahrweise als mit Punkten für Furore.

Am Rande

Leider kam es in der Trainingsesssion zu einem Zwischenfall. Ein Offizieller der KNMV erlitt einen Herzinfarkt und musste ärtzlich versorgt werden. Sein Glück war, dass Sanitäter und Ärzte sofort vor Ort, um ihm zu helfen. Nach gut 45 Minuten war der Patient transportfähig und man brachte ihn in eine Klinik. Der Zustand sei stabil, so die Information der Verantwortlichen.

Speedway.org wünscht von dieser Stelle aus gute Besserung

Da war noch was...

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Apropos 125ccm

Jörg Tebbe stellte in Winschoten eine 125ccm Langbahnmaschine zur Schau, über die mit folgenden Details informiert wird:

SHUPA LNK 125 Junior

Hubraum 122,6 ccm
Bohrung x Hub 56,5 x 48,9 mm
max. Leistung 9,2 PS/9000/min
max. Drehm 7,6Nm/6500/min
Getriebe 4 Gänge
Zündungsanlage elektronik CDI
Vergaser Liz. Keihin
Kraftstoffverbrauch 2 L - 2 Liter Tankinhalt
Fahrgestell  
Klassischer Rahmen mit vielen Alu-Teilen
Vorderradpendelgabel  
Federweg 50mm
Zentralfederbein  
Reifen vorn 2,5 x 19 Zoll
Reifen hinten 3,0 x 17 Zoll

Weitere Infos erteilt Jörg Tebbe auch persönlich