1. Bundesliga in Wolfslake
02.05.2004

RG Parchim Wolfslake
MSC Diedenbergen
MC Güstrow
SC Neuenknick

Nur knapp 24 Stunden nach dem Start in Brokstedt trafen sich zumindest der MSC Diedenbergen und der MC Güstrow gleich wieder in Wolfslake. Neben den Gastgebern war dann der SC Neuenknick als vierte Mannschaft mit von der Partie und eine Frage beschäftigte alle: Wird Robert Barth kommen, und wenn ja, für wen wird er ans Band gehen? Robert kam nicht und während der MC Güstrow unverändert gegenüber dem Brokstedter Rennen wieder ans Band rollte, kamen für den MSC Diedenbergen Gerd Riss und Max Dilger (als Reservefahrer). Der SC Neuenknick rüstete mit Piotr Swist auf, während die Gastgeber wieder mit Hamill dieses Match bestritten.

Piotr Swist sicherte sich gleich den ersten und für die Neuenknicker Hexen auch den fast einzigen Laufsieg des Tages. Vor Riss und den Youngstern Knakowski sowie Bartz, die beide gleich als Reservisten für ihre Teams ins Rennen gingen, siegte der Pole. Anschliessend konnte erneut ein Pole 3 Punkte ins Ziel bringen und zwar Miskowiak, der in den Diensten des MSC Diedenbergen steht. Mit neuem Bahnrekord von 75,73 Km/h brachte er sein Team in Führung und verwies damit Matze Schultz und Steffen Mell. Jan Pape verzog in der letzten Kurve das Bike und stürzte unglücklich zu Boden. Zum Glück bestätigten sich seine Befürchtungen, wieder was am Lendenwirbel zu haben, nicht, und er konnte nach der Untersuchung im Krankenhaus mit einer Steißbein-Prellung wieder nach Hause. Was allerdings den Bahnrekord anging, wusste Peter Karlsson noch einen drauf zu setzten: Mit 76,21 Km/h gewann er für die Güstrower und konnte aufgrund der Nullrunde von Diedenbergen erstmal gleichziehen. Billy Hamill hatte gegen den Schweden nicht viel hinzuzusetzten und hielt somit nur Dariusz Lowicki und Tommy Stange in Schach. Kapitän Kugelmann sorgte daraufhin für die Gastgeber für den ersten Sieg und gleichzeitig die gemeinsame Führung mit den Güstrowern, die mit Jörg Pingel 2 Zähler schrieben. Dieses Duell entschied sich allerdings erst auf der Ziellinie, nachdem Kugelmann es erst mit Tobias Kroner zu tun hatte und sich gegen ihn auf Rang 2 behaupten musste. Für René Schäfer blieb daher nur der letzte Platz.

PA/WO DIE NEU
Heat 1 0 2 1 3
Heat 2 2 3 1 S
Heat 3 2 0 3 1
Heat 4 3 1 2 0
Gesamt 7 6 7 4

Peter Karlsson fuhr zum Bahnrekord

Nach dem ersten Break ging Karlsson erneut ans Band und siegte wiederum, diesmal vor Miskowiak und Bartz, während Marcel Limberger bei seinem ersten Einsatz ohne Punkt blieb. Nach dem 2-Punkte-Vorsprung der Güstrower machte sich Riss anschliessend drauf und dran, das zu ändern. Nach seinem Laufsieg und den 2 Punkte von Schultz blieb für Pingel nur noch der letzte Zähler. Lowicki übte sich derweil im Pirouetten-Drehen und katapultierte sich in der 2. Runde allerdings an letzter Stelle aus dem Rennen. Damit zog Diedenbergen wieder gleich mit Güstrow und es folgte der Lauf der Gegensätze. Zum einen nahm Hamill auf der Aussenbahn Platz und stellte sich einer Junioren-Crew, die sich mit Knakowski, Schäfer und Max Dilger zusammensetzten. "Ich war schon sehr nervös" gestand der erst 14-Jährige Dilger im Anschluss, denn wird er mit Sicherheit einer der jüngsten Gegner gewesen sein, die der US-Boy neben sich hatte. Hamill gewann ganz klar und während Schäfer arge Probleme hatte, aus der ersten Kurve zu kommen und sich trotz bösem Schlenker auf dem Motorrad zu halten, nutze Max die Situation aus und huschte von 4 auf 2 durch. Knakowski kam trotz andauernder Angriffe nicht mehr vorbei. Dafür holte dann Mell die Kohlen wieder aus dem Feuer und siegte vor Stange, Swist und Kugelmann, was einen überraschenden Einlauf wiederspiegelte. Güstrow teilte sich nach dem 2. Durchgang nun wieder die Führung, doch diesmal mit Diedenbergen, die gegenüber dem Vortag nicht wieder zu erkennen und mit Riss konkurrenzfähiger waren.

Billy gegen Max

PA/WO DIE NEU
Gesamt 7 6 7 4
Heat 5 1 2 3 0
Heat 6 2 3 1 S
Heat 7 3 2 1 A
Heat 8 0 2 3 1
Gesamt 13 15 15 5

Nach dem Mahleur mit dem verpatzten Lauf gegen Hamill holte Schäfer nach einer weiteren Bahndienstpause einen tollen Laufsieg. Er brachte es fertig, Pingel hinter sich zu lassen, obwohl der alles gab, um an René vorbeizukommen. Michael Diener, der für die Gastgeber das erste Mal in die Arena rollte, schnappte sich den letzten Punkt vor Max, der nur wenig Zeit zum Verschnaufen hatte. Das bedeutete aber aus güstrower Sicht eine erneute 2-Punkte-Führung, die nach dem nächsten Lauf auf 4 Punkte ausgebaut werden konnte. Karlsson schlug erneut zu und liess seinen Gegnern keine Chance. Schultz, Swist und Kroner blieben machtlos gegen den super aufgelegten Team-Weltmeister. Doch diese 4-Punkte-Führung wehrte nicht lange, denn schlug Hamill anschliessend zurück, siegte für Parchim/Wolfslake vor Limberger, der es schaffte, nicht nur an Riss vorbei zu ziehen, sondern auch den Angriffen stand zu halten. Für Mell blieb da nur die rote Laterne übrig und Marcel durfte die persönlichen Glückwünsche von Riss anschliessend im Fahrerlager entgegen nehmen. Bis auf einen Zähler kamen die Hausherren wieder an Güstrow heran und es folgte der letzte Lauf im 3. Durchgang. Hier machte dann Miskowiak auf sich aufmerksam und brachte die Hessen wieder zurück ins Spiel. Kugelmann, Knakowski und Lowicki mussten sich dem Polen beugen. Neuenknick brachte es mit einer 6-Punkte-Ausbeute zur besten Ausbeute einer Runde, während jetzt nur noch 2 Zähler die punktgleichen Güstrower und Parchimer sowie die Männer aus Diedenbergen trennten.

PA/WO DIE NEU
Gesamt 13 15 15 5
Heat 9 1 0 2 3
Heat 10 2 0 3 1
Heat 11 3 1 0 2
Heat 12 2 3 1 0
Gesamt 21 19 21 11

René Schäfer sorgte für eine Überraschung

Einen wichtigen Laufsieg holte dann Stange für Diedenbergen, der für sein Team eine tolle Aufholjagd einläutete. Schultz schaffte es nicht, am Schwarzwälder vorbeizuziehen und konnte nur noch Knakowski hinter sich lassen. Limberger stürzte in der 2 Runde an 4. Stelle liegend, doch konnte er das Motorrad rechtzeitig von der Bahn schieben, um nicht für einen Neustart verantwortlich zu sein. Beflügelt von Stanges Sieg setzte anschliessend Kroner zur Punktesammlung an, doch schaffte er es nicht ganz, Mell von der ersten Stelle zu verdrängen. Lowicki und Diener blieben auf den Plätzen 3 und 4 hängen. Mit 25, 24 und 23 Punkten für Güstrow, Diedenbergen und Parchim folgten noch 2 Heats bis zu den Finalläufen. Miskowiak sorgte für einen weiteren Laufsieg und die zwischenzeitige Führung, nachdem er Hamill schlagen konnte. Hinter Hamill war es Swist, der Pingel diesmal alt aussehen liess und in diesem Match so gesehen für Diedenbergen fuhr. Denn mit 2 Punkten führte Diedenbergen nun vor Güstrow und Parchim, die wieder einmal punktgleich waren. Im Kapitänslauf bestätigte Karlsson erneut seine Klasse und machte seinen 4. Start-Ziel-Sieg perfekt. Kugelmann profitierte vielleicht auch ein wenig vom Ausfall Riss', der nach einem Schlenker in ein Loch kam und dabei seine Kette riss. Fürs Publikum war es mega spannend, denn war es mehr als eng und nur ein Punkt trennte drei Teams.

PA/WO DIE NEU
Gesamt 21 19 21 11
Heat 13 2 3 1 S
Heat 14 0 2 3 1
Heat 15 2 3 0 1
Heat 16 2 A 3 1
Gesamt 27 27 28 14

Auch Tommy Stange schöpfte aus dem Vollen

Youngster Knakowski begann mit dem ersten Finalsieg für Güstrow und verwies Bartz und Limberger auf die Plätze. Nach dem Ausfallpech von Riss folgte ein weiterer, nachdem Kroner in der 2. Runde an 3. Stelle liegend einen Schlenker hatte und sich den Totmacher abriss. Das war Pech und nur noch minimalste Hoffnungen auf den Tagessieg standen offen. Doch Kugelmann mussten ebenfalls für sein Team punkten, um am Ball zu bleiben. Mit diesem Sieg über Pingel brachte er die Renngemeinschaft wieder bis auf einen Punkt an die Güstrower heran, während Lowicki Sieger über Stange blieb. In einem tollen Fight über 3 Runden siegte Schultz vor Riss, der am Ende keine Chance hatte, den amtierenden deutschen Meister zu halten. Mell brachte noch einen Punkt ins Ziel, während Schäfer nach Problemen aufgeben musste. Mit diesem Sieg führte nun Parchim/Wolfslake wieder mit einem Zähler, während Diedenbergen nichts mehr am 3. Rang rütteln konnte In der Vorrunde besiegte Karlsson Hamill schon einmal, mit einem weiteren Sieg könnte es zu einem Unentschieden kommen und ein Stechen müsste über den Sieg entscheiden. Gesagt, getan: Karlsson holte den Laufsieg - Gleichstand und das Stechen! Hinter Hamill konnte Swist Miskowiak seine erste persönliche Niederlage des Wochenendes beibringen.

PA/WO DIE NEU
Gesamt 27 27 28 14
Heat 17 2 A 3 1
Heat 18 3 0 2 1
Heat 19 3 2 1 0
Heat 20 2 0 3 1
Gesamt 37 29 37 17

Matze Schultz fuhr den wichtigsten Sieg für sein Team

Für das Stechen erhielten Hamill und Karlsson nicht nur eine Pause für sich, sondern auch fürs Material, das wieder vorbereitet werden musste. Während Billy ganz entspannt darauf wartete, wollte Karlsson nichts dem Zufall überlassen und legte selber Hand mit an. Und der Erfolg gab ihm recht, denn holte er mit dem Sieg im Stechen nicht nur den 2. Mannschaftserfolg in Folge, sondern auch die Tatsache, dass er der absolute Maximumfahrer war.

Nach jetzt 4 Bundesligarennen hat man 4 wirklich packende und mit tollen Fights geladene Rennen gesehen und man darf sich noch auf weitere 3 Rennen freuen, ehe es beim Finale um den Titel geht. Meister Güstrow sorgte mit 2 Siegen in 2 Rennen für einen Paukenschlag, während Ex-Serienmeister Diedenbergen nur noch theoretische Chancen auf das Finale haben dürfte. Man wird aber sehen, was diese Saison noch so alles bringen wird.

Alle Punkte Heat für Heat