Grasbahnrennen in Aduard,
16.07.2005

Der mullige Untergrund machte es den Fahrern schwer

Bernd Diener vergewisserte sich noch einmal über den Finalmodus

Matten Kröger ist immer gerne gesehen in Aduard

Der verletzte Stephan Katt als Zuschauer - Er wurde dennoch in Aduard offiziell begrüßt

Glen Philips holte sich vor dem Rennen einen kleinen Motivationsschub

KNMV-Chef Harry Vos laboriert ein an einem Beinbruch

 

Sieg mit Ansage

Beim Grasbahnrennen in Aduard kämpften 14 Piloten um den Einzug in das 7-Mann Finale, wo nur der Einlauf im Endlauf über die endgültigen Platzierungen entschieden sollte. Und einige der Piloten vergewisserten sich noch einmal kurz vor dem Rennen über den Finalmodus, denn konnten sie in der Vorrunde ja noch so gut aussehen und am Ende durch einen schlechten Start im Endlauf doch unter Wert geschlagen werden.

Für den vorlaufbesten Bernd Diener kam es fast so, denn überschlug er sich fast am Start und er musste die Jagd nach vorne später beginnen. Seinen ärgsten Konkurrenten Enrico Janoschka, der für seinen verletzten Kumpel Stephan Katt ins Rennen kam und nur einen Vorlaufpunkt weniger als Diener auf dem Konto hatte, gab es an diesem Tag nur ein Ziel – den Tagessieg. Und dass der Sieg zwischen ihnen entschieden werden würde, zeigte sich auf der sehr tiefen und schwierig zu fahrenden Bahn schon in den Vorläufen.
Während Janoschka zumeist den Start gewinnen konnte, musste sich Diener das ein oder andere Mal durch das Feld kämpfen. In den beiden Outings, wo sie aufeinander trafen, siegte der Schwarzwälder. Sie setzten sich aus Punktesicht klar von der Konkurrenz ab und entschieden auch das Finale für sich auf Platz 1 und 2. Janoschka fuhr dabei einen souveränen Start-Ziel-Sieg nach Hause und hatte im Vorfeld mit seinem Plan zu siegen, nicht zu viel versprochen.

Wie schon erwähnt, verpatzte Diener im Gegensatz zu ihm den Start komplett und er musste von Rang 7 aus ins Rennen starten. Bis auf Janoschka konnte der „Oldie“, der anscheinend in einen Jungbrunnen gefallen war, alle anderen Finalteilnehmer überholen und kam verdient auf den 2. Rang. Der Langbahn-Frischling Joonas Kylmäkorpi, der sich in der Vorrunde nur mit einem Laufsieg beweisen konnte, hatte mit Rang 3 am Ende das bessere Ende für sich gegenüber Matten Kröger, der noch in der Vorrunde am ehesten Diener und Janoschka folgen konnte.
Auf Rang 5 kam Youngster Jannick de Jong ins Ziel, der sich ebenfalls durch packende Zweikämpfe immer wieder wertvolle Punkte sicherte und im Finale den mittlerweile 32-Jährigen Joe Screen in Schach halten konnte. Vom Engländer erhoffte man sich vielleicht etwas mehr, doch verriet er nach dem Rennen, dass er doch wieder etwas mehr Langbahn fahren müsse, um einer vermeintlichen Favoritenrolle gerecht zu werden. Dirk Fabriek komplettierte das Finalfeld und rundete dieses mit dem letzten Platz ab.

Christoph Dubernard, der mit Frust im Bauch (aufgrund eines Ausfalles im 1. Durchgang) im letzten Lauf einen überraschenden Sieg einfahren konnte, scheiterte knapp am Finale und wurde 8. vor Erik Eijbergen, der im vorletzten Lauf aufgrund von technischen Problemen Punkte auf der Strecke liess. Wegen Kettenriss fiel gleich im Auftaktheat Glen Philips aus, der sich aber im Anschluss aber gut im Mittelfeld behaupten konnte. Stéphane Tresarrieu, der für Theo Pijper das Feld wieder auffüllte, konnte nicht an die Leistung von Marmande anknüpfen und hatte zusehenst Schwierigkeiten, auf dem mulligen Untergrund weiter vorne mitzumischen.
René van Weele hielt sich zunächst am Start etwas zurück und begann seine Überholvorgänge, nachdem er sich einen Überblick über das Feld gemacht hatte. Einen Ausfall wegen Getriebeschadens stoppte den 17-Jährigen aber im 3. Durchgang, so dass auch er nicht weiter punkten konnte. Einen Tag nach seinem 30. Geburtstag konnte sich Peppi Rudolph kein eigenes Geschenk machen und hatte des öfteren mit den Dreck- und Staubmassen zu kämpfen, die ihm die Sicht nahmen. Schlusslicht wurde Daniel Bacher, der leider mit dem Ausgang an der Spitze nicht einmal was ändern konnte.

   
   
         
   

Internationale Lukkien en Schultinga Pokal
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
7
8
Pkt
Fin
Platz
12
Enrico Janoschka
6
6
5
5
22
1.
1.
5
Bernd Diener
5
6
6
6
23
2.
2.
8
Joonas Kylmäkorpi
A
4
6
3
13
3.
3.
10
Matten Kröger
6
4
5
4
19
4.
4.
9
Jannick de Jong
4
2
3
4
13
5.
5.
7
Joe Screen
3
5
4
2
14
6.
6.
6
Dirk Fabriek
4
5
3
3
15
7.
7.
11
Christophe Dubernard
1
A
4
6
11
8.
3
Erik Eijbergen
5
3
0
2
10
9.
4
Glen Philips
A
3
2
5
10
10.
1
Stéphane Tresarrieu
3
0
2
A
5
11.
13
René van Weele
2
2
A
1
5
12.
14
Herbert Rudolph
2
1
1
1
5
13.
2
Daniel Bacher
1
1
1
0
3
14.

   
Bernd Diener ergaunerte sich bei der Siegerehrung einen Kuss
Sieger Ricky kam mit Nichte Laura
Joonas Kylmäkorpi fuhr das erste Mal in Aduard
 

Gastgeber siegreich

Die Gastgeber aus den Niederlanden beherrschten die Konkurrenz nach Belieben im 4-Länderkampf gegen Deutschland, England und Frankreich. Henry van der Steen unterlag auch nur im Finale, wo die Ausbeute der Punkte verdoppelt wurde. Sein Bezwinger war Hermann Bacher, der als bester Akteur des deutschen Teams neben Thorsten Haupt und Jens Klein aus dem Rennen kam. In der Einzelwertung kam er somit auch auf Rang 2, doch in der Nationenwertung kamen sie hinter Holland und Frankreich auf den 3. Platz. Bacher musste 2 seiner Läufe aber auch mit Schmerzen im Knie antreten, da es ihm im ersten Lauf das Bein komplett verdrehte. Seine Kollegen Haupt und Klein fuhren insgesamt 8 Zähler ein, doch kam Kleins Nuller auch nur zu Stande, da ihm beim Warmlaufen lassen des Motors ein Problem einstellte, das er erst nach dem 1. Lauf beheben konnte. Für den angesprochenen Lauf bekam er das Motorrad von Haupt zur Verfügung gestellt, mit dem er auf Sicherheit fuhr.

Doch zurück zu en Siegern: Van der Steen war also bester Akteur seiner Truppe, dem Erik Doornbos und Pascal Swart ebenfalls angehörten. Für die Franzosen gingen Jérôme Lespinasse, Gabriel Dubernard und Jérôme Cottier an den Start, wobei dem zuletzt genannten im letzten Vorlauf das Bike in der Startkurve fest ging und er noch so gerade einen Sturz vermeiden konnte. Überraschen konnte dagegen Lespinasse, der im 2. Durchgang einen unerwarteten Laufsieg für die Franzosen einfahren konnte.

Für die Briten, die durch einen Ausfall von John Cox im 3. Vorlauf ebenfalls gebeutelt wurden, blieb somit nur der 4. Rang, obwohl sich ihr bester Pilot Phil Ashcroft auf Rang 3 der Einzelwertung schob.

 

Jens Klein muss umsatteln

Jens bei der Problemlösung am eigenen Bike

Soviel Aufregung macht ganz ...

Länderkampf

#
Name
1
2
3
Pkt Finale Pkt Platz Team
Frankreich
1
Gabriel Dubernard
2
5
7
8
15
5.
34
2
Jérôme Lespinasse
1
7
8
6
14
6.
3
Jérôme Cottier
5
A
5
5
10.
3.
Niederlande
4
Henry van der Steen
7
7
14
12
26
1.
50
5
Pascal Swart
5
3
8
8
9.
6
Erik Doornbos
6
6
12
4
16
4.
1.
England
7
John Cox
4
A
4
2
6
7.
25
8
Dyfed Evans
0
1
1
1
12.
9
Phil Ashcroft
4
4
8
10
18
3.
4.
Deutschland
10
Thorsten Haupt
3
3
6
0
6
8.
30
11
Hermann Bacher
6
2
8
14
22
2.
12
Jens Klein
0
2
2
2
11.
3.

   
2. Frankreich
1. Niederlande
3. Deutschland

Gerade die Gespanne hatten mit dem Untergrund zu kämpfen

Die Sicht der Konkurrenz

Junges Familienglück bei Gerald Eelsing

 

Dezimiertes Fahrerfeld in der Gespannklasse

Wie vom anderen Stern fuhren einmal wieder die Geschwister William und Nathalie Matthijssen, die sich zum Teil über 200 Meter vom Feld absetzten konnten. Im Familien Duell der Detz-Cousins fuhr sich Mark mit Gerald Eelsing in einem packenden Finale von Rang 3 auf 2 und verwies somit seine Cousins Wilfried und Denny. Die Brüder hatten allerdings ausgangs der 1. Ecke des Finals eine Schrecksekunde zu überstehen, als sie sich am Boden wiederfanden. Für diesen unsanften Ausstieg aus dem Gespann wurden aber die Briten Lester und Antony Goodwin verantwortlich gemacht, die somit auf den Rerun des Finals verzichten mussten und automatisch auf Rang 6 kamen. Martin Pastoor und Rhamon Dijkstra hatten mit dem Ausgang auf den Podiumsplätzen weniger zu tun und bekamen sogar noch einen Rang geschenkt, da Sven Holstein mit Hessel Auwema, die im Finale auf dem geliehenem Gespann von Tjeerd Hoekstra an den Start gingen, vorzeitig das Innenfeld aufsuchten. Beifahrer Hessel musste sich irgendwie am Bein verletzt haben, da er nur noch humpelnd aus diesem kroch.

Dass es Aduard zu keinem B-Finale kam., wo sich laut Dutch-Open Reglement die ersten 2 noch für das A-Finale qualifizieren, lag daran, dass zum einen nur insgesamt 9 Teams an den Start gingen und zum anderen, dass kein Gespannpaar mehr einsatzfähig war. Raymond de Rooy und Sandra Mollema kamen schon im letzten Vorlauf nicht mehr ans Band und Tjeerd Hoekstra mit Henk Auwema sowie Philip Wierenga mit Francois Burghgraaf verabschiedeten sich nach einem Sturz im letzten Vorlauf. Wierenga kam ohne Fremdeinwirkung ins trudeln und überschlug sich. Der weit folgenden Hoekstra wusste aber nicht wohin, als ihm das ausrollende Gespann in die Quere kam und ging ebenfalls spektakulär zu Boden. Doch konnten alle, wenn auch leicht humpelnd und angeschlagen, zu Fuss zurück ins Fahrerlager.

Int. Gespanne
#
Name Nat
1
2
3
4
5
Pkt
Fin.
Platz
1
William Matthijssen / Nathalie Matthijssen
5
5
5
15
1.
1.
3
Mark Detz / Gerald Eelsing
3
4
5
12
2.
2.
11
Wilfried Detz / Denny Detz
1
4
4
9
3.
3.
7
Martin Pastoor / Rhamon Dijkstra
1
N
4
5
4.
4.
5
Sven Holstein / Hessel Auwema
2
5
3
10
A
5.
21
Lester Goodwin / Antony Goodwin
4
3
A
7
D
6.
6
Raymond de Rooy / Sandra Mollema
0
3
N
3
7.
4
Tjeerd Hoekstra / Henk Auwema
2
N
S/N
2
8.
8
Philip Wierenga / Francois Burghgraaf
A
D
S/D
0
9.

Ein rein niederländisches Duell um die Podestplätze gab es hingegen in der 125ccm Specialklasse, da der anwesende Kai Huckenbeck auf den Start verzichtete. Nick Lourens setzte sich in den 3 Läufen immer gegen Jan Okke Loonstra durch und gewann verdient dieses Rennen. Hinter Loonstra eroberte sich Kelly Velda den 3. Platz, nachdem sie im Finale den bis dahin auf Rang 3 in der Zwischenwertung liegenden Robin Lukens um 2 Plätze schlug. Lukens wurde somit punktgleich vierter vor Maurin Vochteloo und Antoine Ochsenhofer aus Frankreich, der mit dem Ausgang der Punkte nichts zu tun hatte.

125ccm Specials
#
Name
1
2
3
Pkt
Platz
3
Nick Lourens
5
5
5
15
1.
2
Jan Okke Loonstra
4
4
4
12
2.
7
Kelly Velda
2
2
3
7
3.
12
Robin Lukens
3
3
1
7
4.
4
Maurin Vochteloo
1
1
2
4
5.
16
Antoine Ochsenhofer
0
0
0
0
6.

Nach den heissen Temperaturen von Marmande 2 Tage zuvor, war es in Aduard doch sehr angenehm mild und der Abend ging bis auf die 2 kleinen Stürze mit einem Sonnenuntergang für alle zufrieden zu Ende.

Alle Actionbilder auf einen Blick