Es war schon ganz schön krass: Noch nicht einmal 4 Läufe
ins Ziel gefahren und schon 3 verletzte DM-Teilnehmer. Matten Kröger
rutschte im 1. Lauf in der Startkurve so unglücklich weg, dass ihm
das linke Schien- und Wadenbein sowie das Sprunggelenk brach. Markus
Eibl begab sich nach dem 2. Lauf direkt vom Motorrad ins Krankenhaus,
da ihm in der letzten Ecke während der Fahrt der Arm am Ende der
Stelle wieder brach, wo seine noch immer im Arm befindliche Platte
endet.
Einen erschreckenden Unfall musste dann noch Hermann Bacher, der für Eibl im 4. Lauf ans Band geschickt wurde, über sich ergehen lassen, als ihm der Motor festging. Er versuchte noch während der Fahrt vor der Kurve abzuspringen, doch knallte er, wie auch sein Motorrad, ungebremst in die Planke. Zum Glück war es eine Gummiplanke und zum Glück prallte er genau in die Mitte zweier Metallpfosten, die die Bande von hinten stützten. Es war schon erstaunlich, dass er zunächst aus eigener Kraft ins Fahrerlager gehen konnte, doch siegte die Vernunft und er liess sich doch ins Krankenhaus bringen. Wie durch ein Wunder wurden keine inneren Verletzungen diagnostiziert, sondern „nur“ stärkste Brustkorbprellung und ein Bruch des Mittelfußknochens. Die Reaktion von Robert Barth gegenüber dem Team Bacher nahm er bei der Siegerehrung offiziell wieder zurück und entschuldigte sich noch einmal bei ihnen für seine Aussage. Es war schon fast klar, dass sich die Fahrerkollegen nach diesen Unfällen (zu denen auch ein Sturz von Daniel Rath gehörte, er sich aber nicht verletzte) zu einer Diskussion trafen, die aber leider leider wieder ins Unermessliche ging. Man wollte die Ursache der Unfälle auf die Bahnbeschaffenheit zurückführen und man kritisierte die schon vor Monaten vom DMSB vergebene DM-Austragung nach Bad Hersfeld. Innerhalb der Diskussion wurde es dann immer dunkler und die Problematik von Untergrund und Unfallrisiko verlagerte sich auf die anstehenden Lichtverhältnisse, da man nicht wusste, wie es bei völliger Nacht sein würde. Nachdem Otto Niedermeier am Freitagabend das Flutlicht testete und mit „einwandfrei“ bezeichnete, konnten per Luxmeter noch einmal die geforderten Werte bei dieser ersten Flutlichtveranstaltung demonstriert und mehr als übertroffen werden. Die Bahn war schwierig zu fahren, das mag wohl richtig sein, doch sagte u.a. Robert Barth am Ende beim Siegerinterview auch, dass er auch schon schlechtere Bahnen gefahren sei. Und dass es nach diesem Crashauftakt in den ersten 4 Läufen dann anschliessend ohne weitere Stürze von Statten ging, war ein Beweis dafür, dass die Bahn gut fahrbar und auch das Flutlicht in Ordnung waren. Barth war es auch, der in der Diskussion der Piloten untereinander dafür appellierte, weiter zu fahren, denn nach Bielefeld 2004 und Schwarme 2005 könne man nicht schon wieder ein Rennen sowas wie boykottieren. Weitere Worte für und gegen das Weiterfahren wurden seitens der Fahrer und Offiziellen natürlich angesprochen, denn es ging ja immerhin um sehr viel mit den WM-Tickets für nächstes Jahr. Doch letztendlich wurde das Rennen (nach gut 30 Minuten) ohne weitere Vorkommnisse, allerdings zunächst ohne Stephan Katt, der auf den Rerun des 4. Heats verzichtete, fortgesetzt. Und es waren tolle Rennen, die die Jungs dort auf die Bahn zauberten. Selbst die Clubmitglieder, die die ganze Woche zuvor oft bis in die tiefe Nacht hinein an der Bahn arbeiteten, wurden durch die packenden und mitreizenden Heats wie die Fans belohnt. Wenn man die Ausbeute der Akteure in mehreren Kategorien einteilen würde, gäbe es Gewinner, Verlierer und 2 Klassen von Pechvögeln. Die PechvögelZum einen sind die Pechvögel ganz klar die Verletzten Matten, Markus und Hermi, denen von dieser Stelle gute Besserung gewünscht wird. Aber es gibt auch Pechvögel, die aufgrund von Maschinenproblemen wichtige Punkte in der Meisterschaft auf der Strecke liessen. Zu ihnen zählt Bernd Diener, der im 6. Lauf in der letzten Runde in Führung liegend einen Kettenriss hatte und nur aufgrund von Hülshorsts Cowboystart die Möglichkeit noch wahr nahm, zumindest noch einen Zähler ins Ziel zu schieben. Die Duplizität dieses Ereignisses erwischte dann 3 Läufe später Niedermeier, der schon im Lauf zuvor Gerd Riss besiegen konnte. „In der letzte Ecke wollte ich ihn wieder überholen“, so Niedermeier im Anschluss, der aber auch noch einen Punkt ins Ziel schob, da dieser Lauf mit 5 Mann gestartet wurde. Die Verlierer In der Kategorie Verlierer muss man wohl als erstes Gerd Riss erwähnen. Er verlor nach 13 Vorlaufpunkten ebenfalls wichtige Punkte, als er im Semifinale auf der Gegengeraden der 1. Runde die Planke touchierte und letztendlich doch ausfiel, nachdem alle anderen Mitstreiter gut an ihm vorbeikamen und er von Rang 2 auf 6 zurückfiel. Er verdrehte sich bei dieser Aktion das Knie und verzichtete daraufhin auf den Start im Finale. Da es bei diesem Prädikat, dass nach dem FIM-Reglement gefahren wird, keine Reservefahrer für die Finals gab, gehört auch Peppi Rudolph in den Kreis der Verlierer. Punktgleich mit Riss wurde er auf Rang 7 aufgrund der schlechteren Majorität gewertet und musste mit ansehen, wie das Finale mit 5 Fahrern gestartet wurde, ohne sein eigenes Konto und somit Platzierung zu verbessern. Einen grossen Verlust aus Punktesicht musste auch Katt nach seinem Verzicht einstecken. 3 Punkte aus dem 1. Heat waren noch im Plan, doch mit der Nullrunde und einem einzigen weiteren Zähler aus dem 7. Lauf, wo er allerdings von Rang 1 auf 5 durchgereicht wurde, brachten ihn nicht einmal ins Semifinale und somit auch auf keinen WM-Platz für 2006. Die GewinnerDer ganz grosse Gewinner dieser DM ist zweifelsohne Daniel Rath, der zunächst tief enttäuscht war, nur Reservist zu sein. Es ist auch immer etwas zwiespältig, dass ein Einsatz auf Kosten anderer (in diesem Falle der von Kröger) passiert, doch konnte sich der Jungvater ganz alleine zunächst ins Semi und dann auch noch ins Finale fahren. In diesem kam er am Ende nicht nur als 4. ins Ziel, sondern erreichte auch den 4. Rang in der Gesamtwertung und das WM-.Semi-Ticket für 2006. „Wir haben hier ja nichts zu verlieren und Letzter werden wir auch nicht“, so Volker Striepe, der neben Paul Bauer erstmalig als B-Lizenz-Akteur an einer grossen DM teilnehmen konnte. Während Striepe dieses Rennen als Test für den anstehenden Bahnpokal sah, war Bauer mega nervös und begann mit einer Nullrunde. Striepe, der seit dem Training mit dem Getriebe haderte und im kompletten Rennen im 2. Gang startete, kämpfte sogar im 7. Lauf mit Enrico Janoschka um die Führung. Sowohl er, als auch sein SBM-Pendant Bauer, holte 6 Punkte in der Vorrunde und zog ins Semifinale ein. Bauer bestach nach seinem Nuller mit zwei dritten Plätzen und mit den Endrängen 9 (für Bauer) und 10 (für Striepe) stehen ihnen zwar keine direkten WM-Plätze zur Verfügung, doch sollten sie in der nächsten Saison die internationale Lizenz beantragen, könnten sie, wie es schon so oft war, in der Rangliste der WM-Teilnehmer nachrutschen. Die ganz grossen Gewinner des Abends waren aber die DM-Sieger Barth, Janoschka und – trotz Kettenriss – Diener. Barth, der selber einmal wegen Zündungsproblemen im Kampf um Rang 3 seinem Schützling Manfred Knappe unterlag, wusste nach der finalen Zieldurchfahrt nicht einmal, dass er den Titel geholt hatte. Er selber hatte in Janoschka den grossen Titelanwärter im Visier, den er bei der Siegerehrung zu jeder Zeit des Rennens als maschinenbeherrschend und souverän bezeichnete. Dem Güstrower fehlte auch nur eine Maschinenlänge, um sich zumindest im direkten Duell gegen Barth im Anschluss an das Finale den Titel aus eigener Kraft zu sichern. Nach tollen Zweikämpfen mit Diener zuvor, machte der Oldboy dem Mecklenburger die Tür ausgangs der letzten Ecke zu, was zu dem 1-Punktevorsprung zu Barth führte. Doch wurde diese Vizemeisterschaft nicht nur Zeit in der Laufbahn von Enrico, sondern spiegelte auch die tatsächlich Saisonleistung wieder. Klar, dass Diener ohne diesen Kettenriss ebenfalls ganz oben hätte stehen können, doch kann er sich zumindest doch noch mit dem 3. Rang trösten, der ein toller Erfolg ist. Das Aus nach der Vorrunde Natürlich macht eine DM aber nicht nur die aus, die durch extreme Situationen auffallen. Denn immerhin gingen die besten 18+2 Fahrer ans Band. Vor den verletzten Kröger, Eibl und Bacher platzierten sich noch weitere Akteure, die bisher noch nicht genannt wurden. Dani Bacher, der noch immer an seinem kaputten Knie laboriert und auch durch einen LKW-Sturz in der Woche zuvor an der Schulter Probleme hatte, verzichtete nach dem Unfall seines Bruders auf weitere Starts und kam auf Rang 17 mit 1. Punkt. Rang 16 ging an Patrick Diener, der selber wusste, dass er nach seinem tollen Rennen auf der Hausbahn in Berghaupten eine Woche zuvor noch nicht gleich da weiter machen kann. Trotz Schmerzen zog er dennoch das Rennen durch und schrieb 2 Punkte. Einen Rang besser war am Ende Catman, der mit seinen 4 Punkten weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Ebenfalls 4 Punkte fuhr Stefan Bromberg ins Ziel, der damit auf Platz 14 landete. Mit der Startnummer 13 ging Benny Hegener ins Rennen, doch sie brachte ihm kein Glück in Sachen Erreichen des Halbfinals. Knapp scheiterte er dran mit 5 Punkten. Die SemifinalistenManfred Knappe konnte sein Konto nach dem Semifinale nicht verbessern und blieb am Ende mit seinen 6 Punkten auf dem 12. Platz. Christian Hülshorst verschenkte durch seinen Cowboystart im 2. Durchgang eine weit aus bessere Platzierung, da er zwei tolle 3. Plätze in der Vorrunde ins Ziel brachte. Mit einem Punkt aus dem Semifinale schrieb er also 7 und wurde Elfter. Die Ränge 10 und 9 gingen – wie schon erwähnt - an die B-Lizenz-Akteure Striepe (7) und Bauer (8), die beide damit einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben und dem Bahnausschuss Recht gaben, diese Neuerung zu versuchen. Clubfahrer Otto Niedermeier wurde nicht nur wegen seinem Kettenriss aus dem Lauf geworfen sondern auch aus dem Finale. Dadurch erreichte er „nur“ Platz 8, was seine Leistung nicht ganz wieder spiegelt. Zum Trost erhält er aber immer noch ein WM-Ticket für 2006. Peppi Rudolph, der sich in seinen Läufen 1 und 2 stark in Szene setzte und sich die 2. Plätze von hinten hart erarbeitete, wurde mit Rang 7 nicht belohnt, vor allem weil er ja nicht für Riss im Finale am Band antreten durfte. Um sich wirklich zu |
![]() Prüfender Blick von Barth und Knappe
Und von der Konkurrenz
Zaungäste oder Himmelsstürmer
Daniel Rath überraschte die Fachwelt
Vor dem Rennen hatte Matten Kröger noch gut Lachen - Das Aus kam im 1. Heat
Auch für Markus Eibl ist die Saison vorbei
Hermi Bacher hatte einen Riesenschutzengel bei seinem Horrorsturz
Volli Striepe überlistete das kaputte Getriebe
Auch Jörg Tebbe harderte im Training mit dem Material
An ihm ging alles vorbei
Catman hat viel verloren bei dieser DM
Die Nervosität leghte sich schnell bei Paul Bauer
Hülse verschenkte wichtige Punkte durch einen Cowboystart
Der Clubfahrer Otto Niedermeier zeigte ein starkes Rennen, wurde aber von der Technik geschlagen |
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vergewissern, wurde sogar noch einmal im DMSB-Handbuch nachgesehen, doch da es bei den WM-Langbahn Läufen auch keine Reservisten gibt, musste der Pilstinger also auf seinen Einsatz verzichten. Die FinalistenSpannender konnte es vor einem Finale nicht sein, denn trennten die Fahrer nur jeweils 1 Punkt auf den Plätzen 1-6. Bei entgegengesetztem Zieleinlauf hätte es dann ein Stechen gegeben mit allen Beteiligten, wo dann nur noch der Einlauf im Endlauf die Platzierungen ausschlaggebend gewesen wäre. Und da, wie schon bei den Semifinals, die Helmfarben laut Regelwerk zuvor schon vom Sportkommissar ausgelost wurden, hatte es keiner Finalist selber in der Hand, den optimalsten Startplatz zu bekommen. Es wurde also spannend. Am Ende belegte Gerd Riss den 6. Rang, ohne Punkte aus dem Halbfinale und Endlauf ziehen zu können. Mit 15 Punkten war es dann Jörg Tebbe, der seine Maschinenprobleme vom Training rechtzeitig abstellen konnte und sich im Finale der besten 6 wiederfand. Seine Punkte 15 brachten ihm den 5. Gesamtrang. Dass Vatersein beflügelt, sah man in den letzten Wochen schon bei Tebbe, doch Dani Rath schien diese Theorie zu bestätigen. Nach der Geburt seines Sohnes Lukas am 30.08., hatte er mit dem Erreichen des Endlaufes einen ebenso funkelnden Blick in den Augen, wie bei der Erzählung von der Geburt. Starkes Fahren wurde in seinem Fall mit Rang 4 belohnt. Die Sieger„Hätte ich diesen Ausfall nicht gehabt, würde ich da jetzt oben stehen“, so Bernd Diener bei der Siegerehrung. Doch da „hätte wenn aber“ beim Bahnsport keine Punkte bringt, blieb dem Schwarzwälder der immer noch versöhnliche 3. Rang. Sein GM war sauschnell und er gehörte an diesem Abend wirklich zu den besten Akteuren. Genauso wie Ricky Janoschka, der sowohl nach der Vorrunde als auch nach dem Semifinale die Wertung anführte und vor dem Finale meinte: „Wenn ich es jetzt nicht aufs Podest schaffe, habe ich selber schuld“ Doch er schaffte es, auch wenn man gespannt gewesen wäre, wie ein potenzielles Stechen gegen Barth ausgegangen wäre, zumal beide erstmals im Finale gegeneinander angetreten waren, welches Barth ja nun gewann. Mit dieser Doppelmeisterschaft 2005 hinterliess Barth aber ein grosses Fragezeichen im Stadion, denn sagte er beim fast unendlich erscheinenden Siegerinterview: „Ich weiss nicht, was nächstes Jahr sein wird. Ich bin dieses Jahr Weltmeister und deutscher Meister geworden. Was kann man da noch mehr erreichen?“ Sind dies vielleicht schon ganz leise Töne ins Sachen Abschied??? Das Ergebnis - Die Slideshow - Das Rahmenprogramm |
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2. Enrico Janoschka |
1. Robert Barth |
3. Bernd Diener |