Grasbahnrennen in Balkbrug,
28.03.2005

Es war kein gutes Pflaster für die deutschen Vertreter beim Grasbahnrennen in Balkbrug. Während das Training noch bei trockenen Bedingungen durchgeführt werden konnte, begann es pünktlich zur Fahrervorstellung an zu regnen. Das machte die Bahn, die das Fahrerlager diesmal in der Startkurve hatte, noch tiefer und rutschiger, als sie eh schon war. Doch versuchte man mit dem Bahndienst das Gröbste vom Schlamm abzuziehen, um noch einigermassen gute Verhältnisse zu schaffen. Doch wirklich gut waren sie nicht. Es stimmt zwar, dass die Bedingungen für jeden Fahrer gleich waren, doch war die häufigste Tätigkeit während der Läufe, die Brille frei zu machen, um wieder klare Sicht zu haben. Ein Strahl vom Vordermann liess die Jungs nämlich völlig im Dunkeln stehen und so manch einer musste aufgrund der Sichtprobleme mehrere Punkte und Plätze lassen.

Einer, der aufgrund des matschigen Untergrunds gleich im ersten Heat zum Sturzopfer wurde, war Zdenek Schneiderwind. Über ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass er in Morizes mit Matt Read so schwer stürzte. Ich sprach mit Zdenek vor dem Rennen, dessen Ellenbogenbruch und mehrfacher Beinbruch gut verheilt ist: "Ich war 3 Wochen in Frankreich im Krankenhaus. An den Sturz kann ich mich ganz genau erinnern, doch nach der OP war erst einmal alles weg, weil es mir dann sehr schlecht ging. Danach bin ich zu Hause noch 1 Monat in der Klinik gewesen und musste mich da noch einmal operieren lassen. Nach 3 Monaten Reha-Aufenthalt war ich eigentlich wieder ganz gut drauf. Dies ist hier mein erstes Rennen. Vom Kopf her fühle ich mich gut, nur fehlt mir natürlich die Kraft. Ich werde es versuchen, und wir werden sehen, was dabei rauskommt."



Doch nach eigentlich guten Training kam er im 1. Heat nicht weit, denn rutschte er gleich in der Startkurve weg. Für den Rerun wurde er vom Schiedsrichter Jos Kroes unverständlicher Weise nicht mehr zugelassen. Bei seinem 2. Outing hatte er das Ziel eigentlich auf Rang 2 schon vor Augen, doch kam er ausgangs der letzten Ecke in eine Rille und krachte erneut in die Bande. Nachdem er zunächst kurz liegen blieb, kam er aber doch wieder auf die Beine und konnte zu Fuss zurück ins Fahrerlager. Seinen letzten Start sagte er dann dennoch ab, weil ihm sein Schlüsselbein etwas Schmerzen bereitete. "Es war wohl doch noch etwas zu früh und ich werde jetzt erstmal abwarten, wie sich das alles entwickelt. Mal sehen, was bis Roden ist", so Zdenek nach seinem Crash, der sich trotz allem mit seinem bekannt sympathischen Lächeln verabschiedete.







Matten Kröger konnte im Rerun des Auftaktheats als erster Theo Pijper folgen, der an diesem Tage unschlagbar blieb. Doch was Enrico Janoschka im 2. Heat hingelegt hatte, sorgte für Gesprächsstoff: Auf Rang 2 fahrend bekam er in der Startkurve eine solch mächtige Packung und fiel daraufhin auf Rang 5 zurück. Doch mit jedem Meter, die er noch bis ins Ziel hatte, kämpfte er sich Platz für Platz nach vorne und überquerte die Linie als Sieger. Dabei profierte er aber auch vom Schlenker, den der bis dahin führende Richard Hall in der letzten Runde hatte. Dadurch kam auch Stephan Katt wieder einen Rang vor und konnte hinter Janoschka auf Rang 2 diesen Lauf beenden.

Im 3. Heat trafen dann das Trio aufeinander, das von Kröger souverän gewonnen wurde. Katt kam hinter Dirk Fabriek ins Ziel und er war auch der Letzte, der das Ziel erreichen konnte. Denn zum einen fiel Hall wegen Sichtproblemen aus und Janoschka und Schneiderwind stürzten unabhängig voneinander. Der Güstrower kam eingangs der letzten Kurve beim Angriff auf Katt zu Fall und rutschte in die Bretter, während der Tscheche nur einige Meter weiter seinen bereits erwähnten Sturz einstecken musste. Janoschka bekam sein Gerät wieder in Gang und konnte somit das Ziel auf Rang 4 erreichen, doch Punkte gab es keine!!! Begründung des Schiedsrichters: "Er ist (angeblich) nicht innerhalb der 1 Minute im Ziel gewesen, nachdem Kröger als Sieger dieses erreicht hat." Für uns war es schlecht nachvollziehbar, denn kannte sich keiner im Reglement des KNMV's aus.

Der Europameister Pijper setzte im Anschluss wieder einen Laufsieg drauf und konnte auch im letzten Durchgang klar gewinnen. Kröger konnte ebenfalls seine Siegerambitionen mit dem Gewinn des 5. Heats unter Beweis stellen. Katt folgte ihm zunächst im 5. Lauf, doch büsste er die Platzierung aufgrund eines Kettenrisses ein. Noch immer gefrustet von der Entscheidung aus Heat 3 wusste Janoschka, dass er mit einem guten Lauf immer noch das doppelte A-Finale erreichen konnte. Man strich zwar die Wertungsläufe 7 und 8, doch sah die Punktekonstellation bis dahin immer noch gut aus. Ein schlechter Start und etwas viel Verbissenheit bescherrte ihm dann an der gleichen Stelle einen erneuten Crash, doch konnte er das Bike und sich ins Innenfeld retten, ehe die Meute von Pijper angeführt wieder an ihm vorbei kam. Er nahm es jetzt aber locker und tröstete sich mit einem Lächeln damit, dass er immerhin eine Woche zuvor das EM-Semi in Vries gewonnen hatte.

So ging die Post in den beiden Finalläufen also ohne ihn ab, das mit Pijper (15), Kröger (14), Dirk Fabriek und Harm Jannes Renkema (beide 10) sowie Katt und Eijbergen (beide 7) gestartet werden sollte. Glen Philips, der ebenfalls 7 Zähler hatte, verstand nicht, warum er keine Startberechtigung für das Finale erhielt und musste zugucken. Das Finale wurde zu einer Wutprobe für Kröger, denn aufgrund der tiefen Rillen am Startband befand er sich noch im Band und wollte sein Bike noch richtig einweisen, als der Referee schon auf Grün drückte und den Bokeler stumpf wegen Bandberührung aus dem Rennen nahm. Eine Rücksprache seitens Kröger mit dem Schiedsrichter liess dieser nicht zu und Kröger zog verständlicher Weise wütend ins Fahrerlager. So konnte Pijper seinen ersten Sieg ungefährdet ins Ziel bringen gefolgt von Fabriek, Katt, Eijbergen und Renkema.
Im 2. und alles entscheidenden Finale konnte Kröger Pijper kurzzeitig die Führung abnehmen, doch war der Niederländer einfach zu schnell und zog von Dannen. Mit dem 3. Rang im 2. Endlauf sicherte sich Fabriek dann den 2. Gesamtrang vor Kröger, der es seinem 2. Platz zu verdanken hatte, dass er vor seinem punktgleichen Clubkollegen Katt den 3. Podestplatz erreichte. Renkema und Eijbergen tauschten die Plätze im 2. Finale, so dass auch die Endwertung für Renkema ausging.

Der 4. deutsche Akteur war Ralf Strack, und obwohl er seine Läufe alle in den Punkterängen beendete. reichte es für ihn nicht, am Finale teilzunehmen. Er kam in der Endwertung hinter Janoschka mit ebenfalls 5 Punkten auf Rang 9.

International Specials
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
Pkt
A-1
A-2
Pkt
Platz
1
Theo Pijper
5
5
5
15
5
5
10
1.
5
Dirk Fabriek
3
4
3
10
4
3
7
2.
2
Matthias Kröger
4
5
5
14
D
4
4
3.
9
Stephan Katt
4
3
A
7
3
1
4
4.
8
Harm Jannes Renkema
3
3
4
10
1
2
3
5.
10
Erik Eijbergen
2
4
1
7
2
1
3
6.
3
Glen Philips
2
1
4
7
7.
11
Enrico Janoschka
5
S
S
5
8.
6
Ralf Strack
1
2
2
5
9.
12
Marius Rokeberg
0
0
3
3
10.
7
Richard Hall
1
A
2
3
11.
14
Henry van der Steen
1
1
12.
4
Zdenek Schneiderwind
S
S
N
0
13.

Mac van Dedem Wisseltrofee

Platz
Name
Nat
1.
Theo Pijper
2.
Harm Jannes Renkema
3.
René van Weele
4.
Erik Eijbergen
5.
Jim Groen
6.
Dirk Fabriek
Im Sonderlauf um die Wisseltrofee konnte Pijper wieder jedem seiner Gegner davon fahren. Dieser rein holländischer Lauf lebte aber vom Fight des Youngsters René van Weele, der sich in der nationalen Gruppe einen sensationellen Tagessieg sicherte. Mehr Infos zu den Läufen und die Infos der Gespannklasse gibt es hier.