Grasbahnrennen in Cloppenburg,
09.07.2005

Schon seit einigen Jahren hiess es immer wieder, dass der MSC Cloppenburg nur noch einmal das Rennen an der Friesoyther Str. austragen würde. Nun war es wirklich das letzte Mal. Im Vorfeld wurden T'Shirts gedruckt mit der Aufschrift „Wir haben fertig“, und am Renntag hiess die Parole „Ich war dabei...“ Dieser auf Tassen gedruckte Slogan wurde nicht nur den Fahrern bei der Fahrervorstellung überreicht, nein - auch die Fans konnten diese Tasse erwerben.

Die angekündigte Abschiedsgala der Oldies war obendrein ein garant für die enorm grosse Zuschauerzahl. Alles zur Oldie-Klasse

Doch es ist ja kein Abschied vom MSC Cloppenburg. Die Planungen für das neue Stadion, dass sich ca. 2 km am Stadtrand von Cloppenburg Richtung Cappeln befindet, laufen an. Sobald die Genehmigung der Stadt nach den Ferien durch ist, soll mit den Bauarbeiten für das Stadion begonnen werden, um im September 2006 die Premiere auf der Mehrzweckanlage ausrichten zu können. Neben der Langbahnstrecke und der Speedwaybahn sollen auch Beach-Volleyball- und Fußball-Felder auf dem neuen Gelände unterkommen. „Die Jugendarbeit steht uns dabei im Vordergrund“, so Pressesprecherin Monika Käter. „Wir wollen dann auch unter anderem Speedway-Trainingsmöglichkeiten anbieten“

Mit einem Blick auf den Plan kann man sich schon heute freuen, auch wenn das letzte Rennen mitten in der Stadt für alle unvergessen bleiben wird. Die Atmosphäre, die man gerade nach Rennende bei den Abschiedsrunden erfahren durfte, waren unbeschreiblich und vor allem unvergessen.

Der Sturz von Katt und Pijper trübte allerdings etwas die Stimmung, so wie auch bei Bernd Diener, der nach der Siegerehrung doch etwas bedröbbelt drein schaute. „So richtig freuen kann ich mich über den 3. Rang nicht - wegen Stephan und Theo“. Und auch der Gesamtsieger Robert Barth hatte bei der Siegerehrung nicht nur tolle Worte für den MSC übrig, sondern er drückte auf diesem Wege seinen Fahrerkollegen die Daumen, dass beide wieder schnell auf die Beine kommen.

Im üblichen MSC Modus gingen die Vorläufe mit 5-4-3-2-1-0 Punkte über die Runden, während es wie immer im Finale um 10-8-6-4-3-2-1 Punkte ging. Alles war wieder möglich, sofern man sich einen guten Platz im Endlauf sichern konnte.

Bis zum Zeitpunkt des Unfalls führten Pijper (10) und Katt (9) nach 2 Durchgängen die Wertung klar an, wobei der Europameister seine Läufe mit Rund 100 Meter Vorsprung gewinnen konnte. Barth legte zwar auch einen Laufsieg bis dato hin, doch hing er seinem Auftaktheat hinter Katt, Andrew Appleton und Enrico Janoschka auf Rang 4 fest. Durch den Wegfall von den 2 verletzten Akteuren, mauserte sich Janoschka mit insgesamt 16 Vorlaufpunkte zum Punktbesten. Barth folgte mit 15 Zählern, ehe eine kleine Lücke klaffte. Mit je 12 Punkten kamen nämlich Hermann Bacher und Bernd Diener aus der Vorrunde. Beim Schwarzwälder endete der erste Lauf mit einem ohrenbetäubenden Geräusch, als er über die Ziellinie fuhr. Der Stoßdämpfer war gebrochen und die ganze Last durch Mann und Motorrad schleifte auf dem Hinterrad. Bacher hingegen fuhr ein tolles Rennen und blieb in einem Fotofinish Sieger über Dirk Fabriek, die sich wirklich Schulter an Schulter durch die letzten Kurve des 6. Vorlaufes fuhren. „Ich habe nur gedacht, wenn jetzt einer zuckt, dann geht das ab hier“, so Hermi nach dem Wahnsinnsfight mit Fabriek.

Mit 10 Punkten kam dann Matten Kröger in die Wertung, allerdings wurde er im 3. Durchgang vom Referee Michael Junklewitz wegen Durchfahrens des Innenfeldes aus der Wertung genommen und somit fehlten dem Bokeler wichtige 5 Punkte. Für Katt und Pijper, deren Zähler ja dennoch Bestand hatten, kam dann noch Appleton, der nach seinem 2. Rang in der Punktesammlung abbaute, mit 8 Punkten noch ins Finale, so wie auch sein Landsmann Glen Philips mit 7 Zählern.

Philips wurde übrigens kurzfristig nachnominiert für Gerd Riss, der am Abend zuvor das Rennen wegen Atembeschwerden absagte. Gegenüber Christian Hülshorst, der ebenfalls 7 Punkte erfuhr, erhielt der Brite den Zuschlag für den Endlauf, da er die bessere Majorität mit unter anderem zwei 3. Plätzen einfuhr. Diese 7 Akteure schritten also zur tat und fuhren die letzten 3 Wertungsrunden des Abends. Barth setzte sich klar durch und konnte sich am Ende mit den 10 Siegerzählern den Tagessieg einheimsen. Janoschka, der hinter Diener auf Rang 3 ins Ziel kam, verlor zwar die Gesamtführung, doch freute er sich dennoch über den 2. Platz vor dem Schwarzwälder, der sich in seinen Läufen vom anfänglichen 5. Platz bis hin zum Laufsieg steigerte.

Kröger landete sowohl im Finale als auch in der Endabrechnung auf Rang 4 gefolgt von Bacher und Appleton. Pijper und Katt blieben nach ihren erfahrenen Punkten auf Rang 7 und 9, während Philips Rang 8 einnehmen konnte. Hinter Hülshorst, der im übrigen wie Hermann Bacher aus einer 4er Qualifikation mit Kalle König und Ronny Stüdemann kam, landete Fabriek, der mit dem Fight gegen Bacher sein Highlight hatte. Jörg Tebbe hatte im Rennen etwas Pech und wurde des öfteren durch Maschinenprobleme gestoppt. So blieben ihm am Ende nur 5 Zähler. Zdenek Schneiderwind kam insgesamt zu 2 Punkten und belegte Rang 13 vor Stüdemann, der als Reservist nach dem Crash zu 2 Einsätzen kam und 1 Punkt ins Ziel brachte - im Gegensatz zu Kalle König. Da Daniel Bacher wegen einer Handverletzung, die er sich bei einem Arbeitsunfall zuzog, nach dem Training auf das Rennen verzichtete, konnte König fest im Feld mitfahren, doch langte es für ihn zu keinem Punkt.

 

Wenigstens Hermi vertrat die Bacher-Farben

Diener musste unfreiwillig das Ding parken

Trotz der eigenen Renne nimmt sich Janoschka Zeit für den Nachwuchs

Die letzten Vorbereitungen liefen wie immer auf der Bahn

Und jeder hat sein eigenes Ritual

NBM-Lauf: Katt vor Janoschka

sowie Tebbe und Kröger

Pijper machte die Pace schon am Start

Auch Katt zog auf und davon





 

In der B-Lizenz lief alles auf ein Duell zwischen Volker Striepe und MSC-Clubfahrer Thorsten Haupt hinaus. Beide fuhren je 2 Laufsiege und zwei 2. Ränge und liessen somit für die übrige Konkurrenz keine Plätze auf 1 und 2 zu. Aufgrund des besseren Abschneidens im letzten Lauf ging der Tagessieg am Ende dann an den Bassumer, der Haupt im entscheidenden 4. Heat die Meter abnahm.

Allerdings muss man aber noch erwähnen, dass sich Ramon Stanek in dieses Duell das ein oder andere einzumischen wusste, auch wenn es im Ziel von den Punkten her anders aussah. Eine Disqualifikation wie bei Kröger wurde auch ihm im 3. Lauf zum Nachteil, und somit fehlten ihm 2 Punkte vor dem letzten Lauf. In diesem wollte er unbedingt auf Sieg fahren, doch waren die anderen zu schnell und er steckte auf. Somit konnte Kay Scheibe ungefährdet – ohne direktes Duell - seinerseits den 3. Podestplatz sichern, nachdem er im 1. Heat vom 7. auf den 4 Platz vorarbeiten konnte. „Der Startmarschall, der innen Stand, hatte abgewunken, und als ich das nächste Mal geschaut habe, ging das Band schon hoch“, so der wütende Scheibe im Anschluss, dessen Beschwerde aber nichts brachte. Mit konstanten weiteren 3. Rängen sicherte er sich also den 3. Rang und blieb vor Stanek.

Auf Rang 5 kam Mathias Encke, der im ersten Lauf auf Rang 5 fahrend in der letzten Ecke nun wirklich ins Innenfeld fuhr und sportlich fair das Feld räumte. Im Anschluss brachte er seinen 5. Rang ins Ziel, worauf 4 weitere Punkte folgten – einmal auch begünstigt durch die Disqualifikation von Stanek. Karsten Herzog-Fisch fiel im 2. Lauf aus und musste auch wegen diesem Motorschaden auf die weiteren Läufe verzichten. Für ihn kam dann Marc Hansen ins Rennen, der wie Fisch am Ende 1 Punkt schrieb und vor ihm auf Rang 6 gewertet wurde. Auch Christian Mell musste aufstecken, als er im 3. Lauf ausfiel. Für ihn kam dann im letzten Lauf der eigentlich nicht mal als Reservist qualifizierte Frank Unland ins Rennen, da sich der 2. Reservist Jens Klein schon beim Warmlaufen lassen vom Motor verabschieden musste. Während er das freie Training mit dem Bike seines Kumpels Hülse bestritt, stellte ihm Encke für das Pflichttraining das Material zur Verfügung, doch verzichtete er auf seinen Einsatz.

Nach den Schreckensbildern des Horrorunfalls zu Beginn in der 1000er Klasse fuhren alle anderen Teams aber ihre Rennen zu Ende. John Halsey und Jason Glenie siegten mit 16 Punkten vor Duncan Tolhurst mit Rob Patterson (15), Rob Wilson mit Ian Whale (11) und Paul Whitelam mit Shawn Yates (10), die aber im letzten Lauf ausfielen.

Ergebnisdienst

2. Enrico Janoschka
1. Robert Barth
3. Bernd Diener

Internationale Lizenz Solo
#
Name Nat
4
5
9
10
14
15
19
20
Pkt
22
Pkt Platz
7
Robert Barth Deutschland
2
5
5
3
15
10
25
1.
5
Enrico Janoschka Deutschland
3
4
5
3
16
6
22
2.
6
Bernd Diener Deutschland
1
2
4
5
12
8
20
3.
4
Matthias Kröger Deutschland
2
3
D
5
10
4
14
4.
16 
Hermann Bacher Deutschland
4
0
4
4
12
1
13
5.
12
Andrew Appleton England
4
2
1
1
8
3
11
6.
2
Theo Pijper Niederlande
5
5
S
N
10
N
10
7.
1
Glen Philips England
1
0
3
3
7
2
9
8.
3
Stephan Katt Deutschland
5
4
S
N
9
N
9
9.
10 
Christian Hülshorst Deutschland
0
3
2
2
7
7
10.
10
Dirk Fabriek Niederlande
0
1
3
2
6
6
11.
11
Jörg Tebbe Deutschland
3
A
2
5
5
12.
13
Zdenek Schneiderwind Tschechien
0
1
0
1
2
2
13.
28 Ronny Stüdemann Deutschland
1
0
1
1
14.
8
Kalle König Deutschland
0
0
0
0
0
0
15.

Niklas Gurk übernahm den NBM-Pokal von Catman
NBM-Lauf
3 Stephan Katt
5
5 Enrico Janoschka
4
11 Jörg Tebbe
3
4 Matthias Kröger
2
6 Bernd Diener
1
10 Christian Hülshorst
0
24 Kalle König
0
28 Ronny Stüdemann
0

B-Lizenz Solo
#
Name
3
8
13
18
Pkt
Platz
26
Volker Striepe
5
4
4
5
18
1.
17
Thorsten Haupt
4
5
5
4
18
2.
2
Kay Scheibe
2
3
3
3
11
3.
5
Ramon Stanek
3
2
D
1
6
4.
16
Mathias Encke
A
1
2
2
5
5.
4
Marc Hansen
1
A
1
6.
18
Karsten Herzog Fisch
1
A
N
N
1
7.
29 Frank Unland
0
0
8.
30
Christian Mell
0
0
A
N
0
9.

1000ccm Gespanne
#
Name
1
2
3
4
Pkt
Platz
13
John Halsey / Jason Glenie
3
4
4
5
16
1.
74
Duncan Tolhurst / Rob Patterson
4
5
3
3
15
2.
24
Rob Wilson / Ian Whale
0
2
5
4
11
3.
92
Paul Whitelam / Shawn Yates
5
3
2
A
10
4.
25
Colin Blackburn / Carl Pugh
2
N
N
N
2
5.
9
Miles Simmons Kevin Wooley
1
N
N
N
1
6.

 


09.07.2005

Beim letzten Rennen im Cloppenburger Stadion an der Friesoyther Str. wurden tolle Rennen gezeigt, doch leider überschatteten 2 schwere Unfall dieses sehr gut besuchte Abschiedsrennen.

Nach der Zieldurchfahrt des Auftaktheats der 1000ccm Seitenwagenklasse brach Miles Simmons das Beiwagenrad und das Gespann überschlug sich fürchterlich. Zunächst verletzte das herumfliegende Geschoss Simmons und seinen Beifahrer Kevin Wooley und flog dann noch weiter durch die Gegend. Die scheinbar zunächst noch vorbeikommenden Colin Blackburn und Carl Pugh wurden allerdings Höhe Fahrerlagertor noch von dem zerstörten Gespann getroffen und wurden ebenfalls verletzt.

Das Szenario glich einem Schlachtfeld, doch innerhalb von nur wenigen Minuten waren mehrere weitere Krankenwagen und Notärzte vor Ort, um sich um die verletzten Engländer zu kümmern. Kevin Pugh wurde vorsorglich, mit Verdacht auf innere Verletzung, mit dem Rettungshubschrauber in ein nahe gelegenes Krankenhaus abtransport, während die anderen 3 Piloten mit den Sanitätsfahrzeugen ins Krankenhaus gebracht wurden.

Wie sich aber zum Glück herausstellte, kamen alle noch einmal mit einem "blauen Auge" davon: Colin Blackburn war humpelnder Weise gegen Rennende sogar wieder im Stadion. Sein Beifahrer kam ebenfalls noch mit Prellungen davon, während Miles Simmons eine Handverletzung davon trug und der mit dem Heli abtransportierte Pugh soll ebenfalls "nur" eine Lungenprellung haben.

Speedway.org wünscht allen 4 Piloten baldige Genesung

Doch damit nicht genug, denn in der Soloklasse der Internationalen gab es im 3. Durchgang einen weiteren fürchterlichen Unfall, bei dem sich Stephan Katt und Theo Pijper übelst verhakten und abschmierten. Katt lag in Front als er in der Zielkurve der 1. Runde von Theo Pijper aussen überholt werden sollte. Beide kamen sich ins Gehege und stürzten spektakulär. Pijper flog dabei über die Bande. Beide waren aber ansprechbar und wurden nach der ersten Versorgung vor Ort ebenfalls in verschiedene Krankenhäuser abtransportiert.

Auch Katt war nach dem Rennende wieder im Stadion, doch glich er eher einem Häufchen Elend, denn war er mit Prellungen am ganzen Körper übersät. Theo hingegen erlitt eine tiefe Fleischwunde an der Wade und klagte Nackenbeschwerden.

Wie man hörte, soll er auch er noch am Abend das Krankenhaus verlassen haben.

Auch diesen beiden Jungs drückt Speedway.org die Daumen, auf das sie bald wieder auf den Beinen sind.