Speedway Indoor Gala in Exloo
29.12.2005

29.12.2005 16:19:11
Getümmel im Fahrerlager
Diashow start/stop weiter

Die Meßlatte lag hoch, wenn man an das Hallenspektakel in Neustadt Dosse denkt. Und dass, was vor Weihnachten das Showprogramm ausmachte, wurde in Exloo durch spannenden Sport in allen 4 Klassen wieder ausgeglichen. Nur eine halbstündige Pause vor der Finalrunde wurde mit einem Livesänger ausgeschmückt. Ansonsten blieb der Unterhaltungswert im Rahmenprogramm leider auf der Strecke.

Doch wie gesagt, glichen tolle Fights in allen Klassen dieses Manko wieder aus. Ein Grund dafür war mit Sicherheit auch die Tatsache, dass die Solisten in Exloo wieder mit ihren eigenen üblichen Speedwayreifen fahren durften. Und obwohl in der Gespannklasse mit 4 Teams angegriffen wurde, gab es weniger Unfälle als im Osten der Nation, auch wenn es sich hier und da anscheinend nicht ganz vermeiden ließ.

Neben Eisstar Johnny Tuinstra, der noch an einem Schlüsselbeinbruch laboriert, Theo Pijper mit seiner Jung-Vermählten Carrie, Maik Groen, Sönke Petersen, der ebenfalls wegen einer Verletzungspause zum Zuschauen verdammt ist, Ramon Stanek und Volker Striepe sichtete man noch weitere bekannte Gesichter aus dem Bahnsport und gehörten zu den insgesamt 1500 Fans, die sich das Spektakel zum Jahresende nicht entgehen lassen wollten.

Catman Stephan Katt ging, wie sollte es auch anders sein, als klarer und verdienter Sieger aus diesem letzten Rennen des Jahres. Einzig Daniel Rath konnte ihm in der Vorrunde einen Punkt abnehmen, der seinerseits wegen einer Disqualifikation genau auf diesen Punkt angewiesen war, um das doppelte A-Finale noch zu erreichen. Neben Katt und Rath schaffte es auch noch Jörg Tebbe, der zu Anfang noch Nerven zeigte und sich zum Ende der Vorlaufrunde zur Höchstform steigerte. Einziger Niederländer im Finalfeld war ausgerechnet Jannick de Jong. Ausgerechnet deswegen, weil er gegenüber Dirk Fabriek, Henry van der Stehen, Mark Stiekema und René van Weele das erste Mal mit einer 500ccm-Maschine auf dem Hallenoval um die Kurven driftete. „Ich bin früher schon mal auf der 125ccm hier unterwegs gewesen. Und auch wenn es auf der 500er etwas ganz anderes ist, hat mir das Feeling von damals doch sehr geholfen“, so der 18-Jährige, der auf das Finale gehofft aber nicht unbedingt mit gerechnet hat.

Nach 2 Finalsiegen ging Katt, der seit 2003 mindestens 5 Mal ein Hallenrennen gewinnen konnte, nun zum 6. Mal als Gesamtsieger aufs oberste Podest und kann sich somit eigentlich „Hallengott“ nennen. Aber auch Tebbe machte gerade in der abgelaufenen Saison viel von sich reden und konnte seine extrem steil nach oben verlaufende Formkurve mit dem 2. Gesamtrang krönen, nachdem er Rang 2 und 3 in den Finals für sich verbuchte. Küken de Jong, der noch mit Rang 4 im ersten Endlauf Vorlieb nehmen musste, sicherte sich den 3. Podestplatz mit einem 2. Rang im alles entscheidenden letzten Lauf. Auf der Strecke blieb somit Rath, der nach einer unverständlichen Disqualifikation im 4. Durchgang, als er ein Knäuel aus Mann und Maschine mit Mark Stiekema und Kumpel Enrico Janoschka bildete, obendrein im letzten Finale auch noch einmal den Bahnbelag testete. Nach Rang 3 im 1. Endlauf und diesen Sturz in der letzten Ecke auf Rang 4 liegend blieb ihm nur das Zusehen bei der Siegerehrung.

Mit 10 Punkten schrabbte Dirk Fabriek nur knapp an der Finalrunde vorbei. Er musste auch einen Sturz im 4. Durchgang in Kauf nehmen, als er neben Tomas Sörensen in der Startkurve zu Fall kam. Nix war passiert und er konnte den Rerun mitbestreiten und sicherte sich in diesem Lauf 2 seiner insgesamt 10 Punkte. Nach Fabriek klaffte eine etwas größere Lücke aus Punktesicht, denn folgten mit 6 Punkten dann erst die Piloten, die sich wie folgt einreihten:

Dominik Möller, René van Weele (je 6), Tomas Sörensen, Henry van der Steen (je 5), Mark Stiekema (4), Miroslaw Daniszewski (3) und Enrico Janoschka (2).

Möller hielt neben einem Sturz im 2. Durchgang, oft engen Kontakt zum Vordermann, doch gelang ihm der absolute Lauf nicht wirklich, so wie van Weele, der sich auf alle Fälle dank des Speedwayreifens wieder sehr viel wohler als in Neustadt fühlte. Dies brachte er auch mit beherzten Zweikämpfen zum Ausdruck, auch wenn die Punkteausbeute etwas anderes wiederspiegelt. Der Däne Sörensen konnte nur insgesamt 2 von 5 Malen in die Punkte fahren. Und das machte er dann gleich mit einem Laufsieg und einem 2. Rang. Kleinste Fahrunsicherheiten wurden sofort bestraft und er verlor die zuvor gut herausgefahrenen Positionen wieder. Unter Wert geschlagen ist van der Steen, doch beförderte er sich allein durch 2 spektakuläre Stürze ins Abseits bzw. auf die Null-Punkte-Bahn. Im 2. Outing hatte er die Zielflagge schon in Reichweite, doch dann geriet er zu weit an die Planke und schoss genau vor dem Fenster der im Restaurant befindlichen Fans mit einem Salto über Kopf, während seine Mitstreiter ungehindert noch an ihm vorbei kamen. Unverletzt und unerschrocken ging er anschließend auf weitere Punktejagd, ehe er im letzten Durchgang auf der Gegengeraden auf Sörensen auffuhr und erneut zu Boden ging. Mit dieser Disqualifikation und insgesamt 5 Punkten kam er nicht über den 9. Rang hinaus.

Stiekema, der im Training sehr wild fuhr und man das Schlimmste fürs Rennen befürchtete, kam mit dem kurzen Oval immer besser zurecht und fuhr immer in Schlagdistanz zum Vordermann, während der Pole Daniszewski eher aufgrund von Fahrfehlern seiner Mitstreiter zu Punkten kam. Dieses musste auch Janoschka erfahren, der seinerseits allerdings diese kleinere Fahrfehler machte und ihm die anderen dadurch entwischten. Er verlor dabei sogar im 2. Durchgang die führende Position und wurde bis auf Rang 4 durchgereicht. Obendrein kam dann noch das unverschuldete Malheur mit dem Crash, wo ihm die Fussraste brach und er für den letzten Lauf kein Ersatz finden konnte.

#
Name
Nat
1
2
3
4
5
Pkt. A1 A2 Pl.
4
Stephan Katt
3
3
3
3
2
14
3
3
1
7
Jörg Tebbe
2
1
3
3
3
12
2
1
2
1
Jannick de Jong
3
3
0
3
2
11
0
2
3
11
Daniel Rath
3
2
3
D
3
11
1
0
4
5
Dirk Fabriek
1
2
2
2
3
10
5
9
Dominik Möller
2
0
1
2
1
6
6
12
René van Weele
1
1
2
1
1
6
7
2
Tomas Sörenson
0
3
0
0
2
5
8
8
Henry van der Steen
2
S
2
1
S/D
5
9
10
Mark Stiekema
0
1
1
2
0
4
10
3
Miroslaw Daniszewski
0
2
0
0
1
3
11
6
Enrico Janoschka
1
0
1
S
N
2
12

Nach dem „Crash-Festival“ in Neustadt Dosse waren die Fans natürlich sehr gespannt auf die Seitenwagenklasse, zumal hier ein Gespann mehr unterwegs war. Bis zum dritten Durchgang beherzten alle Akteure die ermahnenden Worte von Organisator Kor Wiersema bei der Fahrerbesprechung. Doch dann wurden die Läufe immer hitziger und es kam zu ersten Unfällen. Der Briten Andy und Laura Kerrisson überschlugen sich nach Fight mit den Youngstern Patrik Metzger und Tobias Stett und wurden vom Rerun ausgeschlossen. Gleich im folgenden Durchgang war Metzger wieder mitbeteiligt oder besser gesagt Auslöser eines Crashs. Am Start bekam er sein Gespann als Zweiter von aussen nur schwer nach einem Aufsteiger unter Kontrolle, als die ganz aussen startenden Heinz Hopfensberger und Hans Peter Much bei ihnen im Boot verhakten. Hopfensberger hatte sein Fuß im Bügel eingehakt und wurde vorsorglich auf der Trage abtransportiert. Doch saß er später mit einer diagnostizierten Prellung wieder im Fahrerlager.

Damit war es aber immer noch genug und die Matthijssens wurden ebenfalls bestraft. Zunächst durften sie im 8. Lauf aber wieder mit ans Band, als sie sich mit Philip Wierenga und Roelof Mellens verhakten. Im Rerun wurde es für sie wieder eng und sie kam von Mark Detz und Gerard Eelsing nicht mehr los, wobei beide Teams im Innenfeld landeten. Hierfür wurden sie ausgeschlossen, und während Detz somit zum Vorlaufsieger wurde, kamen sie trotz ihrer Laufsiege natürlich auch ins doppelte A-Finale. Wierenga/Mellens und die Kerrissons folgten Detz/Eelsing und den Matthijssens, die auch den 1. Endlauf klar für sich entschieden. Im 2. Finale wurden sie aber zu Unrecht ausgeschlossen, nachdem die Briten überzogen und beim Dreher mit Überschlag den Matthijssens einen Schubs gaben und sie somit wiederum ins Innenfeld beförderten. Nur noch mit Detz und Wierenga wurde der Restart durchgeführt und somit war der Weg frei für den Tagessieg für Mark und Gerard. William und Nathalie behielten am Ende den 2. Gesamtrang vor Philip und Roelof, während Andy und Laura auf Rang 4 landeten.

Auch wenn Metzger/Stett den letzten Lauf mit gefahren wären, hätte es zum Einzug ins Finale nicht gereicht, denn hätte bei einem möglichen Laufsieg immer noch ein Punkt gefehlt. Somit wurden sie aber auf Rang 5 gewertet, nach dem sie aus 4 Einsätzen beachtliche 6 Punkte aus ihrer Debüt-Veranstaltung heraus gefahren haben. Sie bezwangen somit Gerben Schuurman und Hessel Auwema (4), Papa Heinz Metzger mit Berta Bech (3) und die gestürzten Hopfensberger/Much (1).

#
Name Nat
1
2
3
4
5
Pkt.
A1
A2
Pl.
4
Mark Detz / Gerard Eelsing
3
3
3
3
2
14
1
3
1
1
William Matthijssen / Nathalie Matthijssen
3
3
3
D
3
12
3
D
2
7
Philip Wierenga / Roelof Mellens
2
2
2
2
2
10
0
2
3
3
Andy Kerrison / Laura Kerrison
2
2
S
3
3
10
2
S
4
6
Patrick Metzger / Tobias Stett
1
1
2
2
N
6
5
5
Gerben Schuurman / Hessel Auwema
1
1
0
1
1
4
6
8
Heinz Metzger / Berta Bech
0
0
1
1
1
3
7
2
Heinz Hopfensberger / Hans Peter Much
0
0
1
S
N
1
8

In der nationalen Klasse wurde nach der Absage von Michael Möller die Konkurrenz nur mit 7 Fahrern angepfiffen. Aus deutscher Sicht war es Christian Seliger, der sich dem Fahrerfeld stellte. Doch siegen konnte ein anderer. Der holländische Meister Pascal Swart fuhr von Laufsieg zu Laufsieg und überzeugte durch Überlegenheit. Selbst die Tatsache, dass er ausgangs der Startkurve durch einen kleinen Fahrfehler auf Rang 4 durchgereicht wurde, hielt ihn nicht vom Siegen ab. Mit Geduld und Können suchte und fand er die Lücke und schoss wieder an die Spitze und somit am Ende auch aufs oberste Podest.

Rang 2 ging an John Cox, der in der Vorrunde 2 Punkte abgeben musste. Henkie Koonstra belegte den 3. Rang, der schon mit 7 Punkten großen Abstand zu Swart und Cox zeigte. Letzter Finalist war Bart Uil, der im ersten Lauf einen Ausrutscher einstecken musste. Hinter Dennis van der Tang, der im Training bei einem Sturz schmerzliche Erfahrung mit der Planke machte und Andy ter Schuur beendete Seliger das Ergebnis, der eigentlich nur im 1. Lauf einen tollen Eindruck hinterlassen konnte.

#
Name Nat
1
2
3
4
Pkt
A
Pl.
3
Pascal Swart
3
3
3
3
12
3
1
32
John Cox
3
2
3
2
10
2
2
14
Henkie Koonstra
2
1
1
3
7
0
3
4
Bart Uil
0
3
2
1
6
1
4
25
Dennis van der Tang
1
2
2
0
5
5
12
Andy ter Schuur
1
1
1
2
5
6
34
Christian Seliger
2
0
0
1
3
7

Der Europameister der 125ccm-Klasse Nick Lourens war wie Swart eine Klasse höher der Dominator seiner Konkurrenz. Gegen die Briten Tom Perry, Graig Dirwe und Garry Leadbitter fuhr er von Sieg zu Sieg und gewann somit ungeschlagen dieses Rennen, während Leadbitter aufgrund eines Ausfalles, eines Verzichts und eines Sturzes nur insgesamt 2x ans Band konnte.

#
Name Nat
1
2
3
4
5
Pkt.
A
Pl.
3
Nick Lourens
3
3
3
3
3
15
3
1
27
Tom Perry
2
1
2
1
2
8
2
2
10
Graig Dirwe
1
2
1
0
0
4
0
3
99
Garry Leadbitter
A
N
S
2
1
3
1
4