Langbahn WM Lauf 2 in Marmande,
13.07.2005

Das Ergebnis

Trainingeindrücke

Das Rahmenprogramm

 
Der Blick über die Gegengerade
Der Blick hinter die Start- und Ziel-Geraden
 
Ein Fan von späteren...
... ca 15.000 Fans
 
Marmande ist immer schon etwas besonderes gewesen, denn wirkt sich die extreme Zuschauerkulisse immer auf die Stimmung aus. Die spannenden und actiongeladene Rennen haben somit ein ganz anderes Flair, als wir es vielleicht in Deutschland gewohnt sind.
Leider kam es aus Sicht des Fahrerfeldes nicht zu der Konstellation, so wie wir es noch in Mühldorf erleben durften. Mehrere Absagen aufgrund von Verletzungen verzerrten somit das Bild der qualifizierten WM Piloten 2005
Was fürs Auge in diesem harten Männersport    

Kelvin Tatum liess ja schon nach dem GP von Mühldorf verlauten, dass er wohl nicht an den GPs in Frankreich teilnehmen wird. Dass er jetzt aufgrund von Hüftproblemen absagen musste, brachte schon im Vorfeld Enrico Janoschka den festen Platz im Feld.
Durch den Sturz von Theo Pijper und Stephan Katt in Cloppenburg, wurden weitere 2 Plätze frei, die durch Antonin Svab und Philip Ostyn (der nächste Mann auf der Substitude-List) ersetzt wurden. Für den Last Chance Heat blieben also nur noch 4 Fahrer übrig, bei dem Matten Kröger, der sich im Bandtraining durch eine spektakuläre Bandenberührung kurz vor der Zielflagge schon fast um alle Chancen brachte, nicht nur gegen 3 Franzosen fahren, sondern auch gegen das lautstarke Publikum ankämpfen musste. Am Laufsieg von Stéphane Tresarrieu war nichts zu rütteln, doch konnte sich Kröger in einem tollen Fight gegen Christoph Dubernard am Ende doch durchsetzten, allerdings blieb der Kampf bis zur Ziellinie aus - Dubernard bekam technische Probleme und musste das Feld räumen. Cyril Thomas blieb ohne Chance und auch wie Dubernard als Reservist ohne Einsatz im Rennen.

A-Finale
Auch wenn es so aussah, als ob Robert Barth durch die Absagen als haushoher Favorit galt, war es dennoch ein hartes Stück Arbeit für ihn. Er gewann klar die ersten 3 Heats und musste sich nur im letzten Vorlauf Joonas Kylmäkorpi geschlagen geben, der seinerseits erst zum Bandtraining erschien, und sich erst im Laufe der Rennen mit dem "Dreieck" anfreundete. Mit der Startplatzwahl auf gelb zog Barth im A-Finale aber dann doch auf und davon und übernimmt jetzt mit dem Sieg die WM-Führung nach 2 von 5 GPs.
Den 2. Rang belegte Paul Hurry, der immer auf den Plätzen 1-3 zu finden war. Mit 17 Punkten ging er als Vorlaufdritter ins A-Finale und konnte sich hinter Barth klemmen. Hurry, der in Marmande immer stark unterwegs ist, konnte sich in der Gesamtwertung somit auf Rang 4 vorschieben.
Absolut unzufrieden bei der Siegerehrung schaute der junge Finne Kylmäkorpi drein, der sich anscheinend mehr erhofft hatte. Mit nur 2 abgegebenen Zähler gegen Janoschka und Barth, gelang es ihm allerdings als einziger - wie schon erwähnt - das Maximum von Barth zu verhindern. Im Finale fuhr er dann so geschickt, dass er dem angreifenden Janoschka keine Möglichkeit zum Überholen mehr gab und sicherte sich somit wenigstens den 3. Rang, was auch Rang 3 in der WM-Wertung ausmacht.
Janoschka hielt neben Barth die deutschen Farben extrem hoch und konnte sich für das A-Finale qualifizieren. Es hätte im Vorlaufranking aber auch mehr als Rang 4 sein können, denn schmiss ihn ein spektakulärer Aufsteiger in der Startkurve des 2. Durchgangs von der Spitze zurück ans Ende des Feldes. Diese dann 2 hart erarbeiteten Punkte waren dann aber der Garant für die Teilnahme am A-Endlauf, in dem er sich erneut durch seine bekannten Überholvorgänge von 6 auf 4 schieben konnte. Aber es wurmte ihn, dass er am Finnen keinen Weg vorbei fand. Obendrein bemerkte er im Anschluss, dass man ihm sein Hinterrad, das am Pfeiler gelehnt in seiner Box stand, einfach geklaut hatte. Dennoch konnte er in der Gesamtwertung einen mächtigen Sprung auf Rang 6 machen.

Der wie entfesselt gefahrene Stéphane Tresarrieu konnte bei jedem seiner Läufe auf lautstarke Unterstützung bauen, die ihn zumindest in den ersten Heats nach vorne peitschte. Doch nach diesen 2 Laufsiegen baute er etwas ab und holte nur noch weitere 5 Punkte aus den übrigen 2 Heats. Klar, dass er trotzdem im A-Finale stand, wo er auf Rang 5 ins Ziel kam. Wie in Frankreich üblich, bekam er bei der Siegerehrung dann einen Pokal für den bestplatziertesten Franzosen.
Das A-Finale konnte Antonin Svab abrunden, der mit einer Nullrunde begann. Doch konnte er in den übrigen Läufen nach und nach so auf Angriff fahren, dass ihm am Ende 13 Punkte gut geschrieben wurden. 2 zweite Plätze und eine Laufsieg reichten aus, um letztendlich den zuvor auf A-Finalkurs fahrenden Jörg Tebbe und den nun punktgleichen Matten Kröger das Ticket weg zu schnappen. Im Finale hatte er dann aber keine Chance mehr und kam mit der roten Laterne ins Ziel. Mit diesem 6. Platz verbesserte er sich in der Gesamtwertung vom letzten Rang nun auf Platz 13.

B-Finale
Der hart arbeitende Kröger unterlag aufgrund der Majorität der besseren Plätze also Svab, auch wenn er 4x auf den Plätzen 2-4 in die Punkte fahren konnte. Er durfte als erster seinen Startplatz wählen und entschied sich für die Aussenbahn. Von dieser Position erwischte er einen guten Start und siegte am Ende im B-Finale, was er nach seinem Bandeneinschlag im Training und den Schmerzen am "besten Stück" bestimmt zunächst nicht geglaubt hätte.
Hinter Kröger kam "Sorgenkind" Gerd Riss ins Ziel. Der Titelverteidiger machte schon im Training nicht den besten Eindruck und musste sich so manches Mal im Rennen von seinen Mitstreitern überholen lassen. Auch wenn der Trainingssturz in Vilshofen schon mehrere Wochen zurück liegt, machten sich die Folgen auf diesem extremen Kurs mehr als bemerkbar. Nur ganze 8 Punkte konnte Riss aus den 4 Vorläufen ziehen und er konnte am Ende mit dem 2. Rang hinter Kröger noch ein klein wenig Schadensbegrenzung halten. Riss fiel zwar in der Zwischenwertung nun um 9 Punkte hinter Barth zurück, doch steht ihm immer noch der 2. Rang zu.
Mit ebenfalls 8 Punkten konnte sich Andrew Appleton aus der Vorrunde kämpfen. Es gab bei dem jungen Briten allerdings neben den Tops auch die Flops auf Rang 5 und 6, in denen er mit Sicherheit mehr Punkte schreiben wollte. Nichtsdestotrotz griff er im B-Fianle noch einmal an und holte sich die 10 Matchpunkte des 9.Platzierten. Er liegt jetzt auf Rang 5 der WM-Wertung.
Jannick de Jong, der sich schon wie in Mühldorf das B-Finale als Ziel gesetzt hatte, konnte sich wirklich in dieses fahren. Seine 8 Punkte stammen aus den Plätzen 2x5 und 2x3. Überglücklich über den erneuten 10. Rang, freute er sich schon auf den nächsten GP in Parchim, und solange gehört ihm der 8. Rang im WM-Ranking.
Völlig enttäuscht über den Ausgang seines Rennens war Jörg Tebbe, der 11 Punkt schrieb. Denn nicht nur, dass er das A-Finale durch eine Nullrunde im letzten Vorlauf verpasste, wurde er hier mit Rang 5 auch noch völlig unter Wert geschlagen. Denn gerade er fuhr in den ersten 3 Heats wie vom anderen Stern und zog so manches Mal knallhart aber fair an den Gegnern vorbei. Es war eine richtige Freude dem werdenden Vater zuzusehen, doch weiss er, dass kaum einer in Zukunft noch weiss, was für ein tolles Rennen er geliefert hatte, da in der Endwertung Rang 11 für Tebbe steht. Nach seinem ersten WM-Einsatz (in Mühldorf kam er durch den Last Chance Heat nicht ins Rennen) plaziert er sich jetzt noch auf Platz 18, allerdings mit der Tendenz nach oben.
Das Schlusslicht in diesem B-Finale wurde Philip Ostyn, der wie Tresarrieu auf einer Welle der Begeisterung durch die tausenden französischen Fans getragen wurde. So konnte er in der Vorrunde 7 Punkte erzielen und wurde mit der Teilnahme im B-Endlauf belohnt, auch wenn er hier keine Rolle mehr spielen konnte.

C-Finale
Das C-Finale blieb am Ende somit nur noch für die weiteren deutschen Teilnehmer übrig. Bernd Diener konnte nur im 3. Durchgang mit einem 2. Rang überzeugen, Herbert Rudolph glänzte nur im 1. Heat auf Rang 3, Daniel Bacher kam irgendwie überhaupt nicht in Gang und Sirg Schützbach schien aufgrund seines Sturzes in Marmande im letzten Jahr mehr auf Sicherheit zu fahren.
Das C-Finale gewinnen konnte aber letztendlich Massimo Mora, der im 4. Lauf auf Rang 3 liegend in der Zielkurve noch einen Ausfall wegen Kettenriss einstecken musste und somit anstatt 8 nur 5 Punkte auf dem Konto hatte. Damit verlor er die Teilnahme am B-Finale, doch zeigte er mit dem Sieg im C-Endlauf, dass er in diesem Jahr viel stärker dabei ist als im letzten Jahr. Nach 2 WM-Läufen liegt er nun auf Rang 10.
Herbert Rudolph, der erneut unter seinem Ziel blieb, konnte Mora als erstes folgen. Nach dem 1. Lauf sah es noch so aus, als könne er sich gegenüber Mühldorf steigern, doch zeigten die folgenden 3 fünfte Plätze das Gegenteil. Rang 2 im C-Finale bedeuten nun für ihn Platz 15 in der Gesamtwertung.
Hätte der "alte Mann" in den Vorläufen so gekämpft, wie im C-Finale, dann hätte Diener bestimmt nicht im C-Finale gestanden. Nach einem Punkt aus 2 Läufen ging er in den 3. Lauf, wo er zunächst die Konkurrenz sogar vor Barth anführte. Auch wenn er Barth ziehen lassen musste, sah das Punktekonto nun etwas freundlicher aus. Allerdings konnte er mit Rang 5 im letzten Vorlauf Durchgang nicht mehr ergattern und so setzte er alles auf Risiko im Endlauf. Unglaublich, wie er sich hier von Rang 6 auf 3 vorarbeiten konnte. Er war dabei einem Sturz näher als dem Überholmanöver, doch Gottseidank ging alles gut und er trägt sich nun hinter Rudolph auf Rang 16 in die Liste ein.
Daniel Bacher konnte leider leider nicht an die Leistung von Mühldorf anknüpfen und verspielte seine gute Ausgangsposition im Kampf um die WM-Krone, denn fiel er von Rang 4 auf Platz 7 zurück. Mit nur 4 Punkten aus der Vorrunde blieb ihm nur das C-Finale, wo er sich zumindest noch um den nächsten Last Chance Heat drücken konnte, falls Fabriek nicht das Feld wieder räumen muss.
In den Last Chance Heat in Parchim muss aber definitiv Sirg Schützbach, der nur ein einziges Pünktchen ins Ziel bringen konnte. Mit einem Fight gegen Dirk Fabriek ging er im C-Finale aber als Sieger hervor und belegt nun Rang 20.
Fabriek konnte eigentlich in der Vorrunde noch gut mithalten und schrieb 6 Zähler. Um so erstaunlicher war es dann doch, dass er im Endlauf Federn lassen musste. Ob er in den Last Chance in Parchim gehen muss, kommt darauf an, in wie weit die Verletzten wieder einsatzfähig sind.

 

Sowas nenne ich eine Musikanlage!!!

Die Feuerwehr musste sogar die Methanol-Fässer kühlen

1. Robert Barth
2. Paul Hurry
3. Joonas Kylmäkorpi
5. Stéphane Tresarrieu

Matt Read scheute den weiten Weg nach Marmande ebenfalls nicht und war der Star im Fahrerlager. Neben seiner zukünftigen Frau Claire, (die Hochzeit findet am 30.Juli statt), seiner Ma Jackie und seinem Bruder stand er im Mittelpunkt in der grossen Pause. Viele Antworten musste er geben und auch im Hotel konnte er mit dem Team Kröger viele schöne Stunden verbringen. Er schaute bei seinen Landsmännern über die Schulter und zeigte auch (wie schon in Tonbridge) seine Begeisterung für den Sport, den er allerdings nie wieder ausüben wird.
Jackie Read versucht den Gesundheitszustand von Matt immer mit einer Umleitung auf der Autobahn zu beschreiben. "Wenn Matt etwas möchte, dauert es sehr lange, bis er es ausführen kann. Man muss es sich so vorstellen, als wenn z.B. eine Autobahn gesperrt ist und er über einen Umweg ans Ziel kommt. Matt kann wieder gehen, doch nur sehr schleppend, aber es wird immer besser.

Speedway.org wünscht alles gute zur Hochzeit