1. Bundesliga in Neuenknick,
27.03.2005

Endlich war es soweit, die neuen Saison hat begonnen und traditionell ging es in Neuenknick gleich mit dem ersten Lauf zur 1. Bundesliga in die Vollen. Dem Gastgeber Neuenknick stellten sich die Teams aus Olching, Brokstedt und Diedenbergen und man mochte vorab nicht eine Prognose geben, wer sich den ersten Mannschaftssieg holen würde.
Klar war leider, dass Neuenknicks Neuzugang Gerd Riss aufgrund einer Schulterverletzung absagen musste. Für ihn wurde Piotr Swiderski geholt, der den Langbahnweltmeister würdig vertrat. Die Mannen aus Olching hatten zwar mit Rune Holta einen wirklichen Star in ihren Reihen, doch machte sich das Fehlen des Teamkapitäns Martin Smolinski, der sich für den Länderkampf in Pocking frei geben liess, bemerkbar. Bei den Wikingern aus Brokstedt ging ein grippegeschwächter Matten Kröger an den Start, doch boten die Schleswig-Holsteiner eine mannschaftlich geschlossene sehr gute Leistung, die ihnen am Ende auch den Sieg bescherten. Für die Diedenbergener stellte Betreuer Hans Werner Stange Bernd Diener auf, doch wurde er komplett durch den Junior Tobias Kroner in den Läufen ersetzt.

SC Neuenknick
MSC Olching
MSC Brokstedt
MSC Diedenbergen

Wie schon erwähnt ging Matten Kröger grippegeschwächt an den Start. Noch einen Tag zuvor lag er komplett flach. Das gestand er aber erst nach dem Rennen und angemerkt hat man es ihm von Aussen betrachtet eh nicht. Er war einmal wieder in viele Zweikämpfe involviert und blieb vom 1. bis zum 3. Platz in seiner Ausbeute immer in den Punkterängen. So auch Kollege Stephan Katt, der in seinem Finale der Drittplatzierten so endete, wie er seinen Einsatz begann - nämlich mit einem Laufsieg. Der GP-erfahrene Niklas Klingberg war der beste Mann in der Brokstedter Mannschaft und büsste insgesamt nur 3 Zähler ein. Zum Pechvogel wurde der 17-Jährige Profi
Morton Risager. Im Training stürzte er bereits einmal, als ihm die Kette riss und beim Startversuch zum 7. Heat fabrizierte er einen Überschlag. Ihm knallte dabei sogar der Lenker ins Gesicht und auch wenn ihm ein Helm vor Schlimmeres schützte, konnte man ihm nach der ärztlichen Untersuchung einige Spuren im Gesicht ansehen. Er setzte den folgenden Lauf auch noch aus, doch kam er mit einem Laufsieg sowohl im letzten Vorlauf als auch im D-Finale wieder zurück auf die Bahn. Ein kleiner Trost für den Dänen: Dank dieses Sieges im Finale setzte er den endgültigen Grundstein für den Gesamterfolg der Wikinger. Reservist Sönke Petersen, der durch seinen Junioren DM-Einsatz schon 6 Läufe hinter sich hatte, kam für Risager also 2x zum Einsatz und fast hätte er für eine Sensation sorgen können, denn lag er bis zur 2. Ecke vor Swiderski, Dryml und Fajfer!!! Doch leider riskierte er eben in der 2. Ecke etwas zu viel und rutschte weg. Dennoch gab er nicht auf und fuhr dem Feld, zwar chancenlos, aber mit Respekt der Fans hinterher. Petersen ärgerte sich mächtig nach diesem Vopas und kommentierte dieses mit: "Es hätte ja auch klappen können." Immerhin durfte er sich mit seinem 2. Einsatz dann doch noch in die Punkteliste eintragen, als er Rang 3 ins Ziel schaukelte.

Niklas Klingberg
Morton Risager
Risager nach Trainings-Crash
Warten auf die Siegerehrung
Grippegeschwächter Kröger

Hinter den seit Mitte des Rennens in Führung liegenden Brokstedt ging es zwischen Diedenbergen, Neuenknick und Olching immer eng zur Sache. Am Ende konnte das Team aus Hessen aber glücklich den 2. Rang einheimsen. Robert Miskowiak und Ales Dryml waren die herausragenden Akteure des Teams, auch wenn der Junioren Weltmeister Miskowiak im ersten Lauf mit Rang 3 schwächelte und GP-Pilot Dryml im letzten Lauf ohne Punktausbeute blieb. Dennoch holten sie die Siege in ihren entsprechenden Finals und waren somit die Garanten für den 2. Podestplatz. Tobias Kroner erhielt, wie schon erwähnt, seine Starts für Bernd
Diener, der seinerseits mit dem Fahrgestell von Tommy Stange anreiste. Auch Tobi legte sich mächtig ins Zeug und konnte immerhin 4 Punkte ergattern, auch wenn er das ein oder andere Mal zu viel von sich verlangte und sich dadurch kleine Fehler einschlichen. Adam Pawliczek hingegen kam in der Vorrunde auf nur 2 Punkte und musste neben zwei Nullern auch noch einen Ausfall einstecken, doch holte er sich im D-Finale zumindest noch einen Zähler.

Das neu-formatierte Team
Startvorbereitung von Miskowiak
Adam Pawliczek
Zuschauer Diener
Auf gehts Tobi

Mit René Schäfer, Piotr Swiderski, Jan Pape, Rafal Okoniewski und Rafal Dubrucki konnten die Neuenknicker Hexen den 3. Gesamtrang erzielen. Gleich im Auftakt stürzte Okoniewski aber in der Startkurve, als er einen Schubser bekam und ihm nur noch den Weg Richtung Planke übrig blieb. Er konnte zwar im Rerun teilnehmen, doch blieb ihm hier nur die rote Laterne. Insgesamt gingen 3 Laufsiege an die Gastgeber, die durch Dubrucki und 2x Swiderski eingefahren wurden. Okoniewski wusste nach seinem missglückten Auftakt durch 2. Plätze zu überzeugen und ging nur im Finalheat C mit einem Zähler aus dem
Rennen. Pape kam in 2 Outings zum Einsatz, bei dem er immerhin einen Punkt aufs Konto schreiben konnte, nachdem er bei seinem ersten Start zu viel wollte und einen Sturz in die Planke hinnehmen musste. Doch der Bursche ist zäh und konnte ja mit Erfolg seinen Fehler wieder gut machen. Leider ohne Zähler ging Schäfer in die Wertung, der nach 2 Einsätzen wie Pape dem Reservisten Dubrucki Platz machen musste. Dramatik spielte sich dann im A-Finale ab, in dem Swiderski zum tragischen Helden wurde. Das hochkarätig besetzte Feld mit Holta, Klingberg und Miskowiak konnte er über 3 Runden in Schach halten, während sich das Trio hinter ihm um die Plätze stritt. In der letzten Kurve riss ihm allerdings die Kette und er konnte von Glück sagen, dass alle anderen Mitstreiter irgendwie an ihm vorbei gekommen sind. Somit verlor Neuenknick nicht nur den Laufsieg sondern auch den 2. Rang in der Gesamtwertung an Miskowiak bzw. Diedenbergen.

René Schäfer optimistisch
Piotr Swiderski
Pape auf dem weg ins Rennen
Swiderski am Start

Smolinski fehlte dem MSC Olching schon sehr, denn konnte Rune Holta, der in der Vorrunde als einziger ungeschlagen blieb, alleine nicht das Team aufs Podest führen. Der Norweger, der in Polen lebt, blieb auch trotz einer nur 1-Punkte-Ausbeute im Finale punktbester Einzelfahrer und wurde mit einem Pokal geehrt. Doch was nützt das alles aus Mannschaftssicht, wenn die Kollegen dieses zugegeben sehr hohe Niveau nicht mal annähernd halten können. So ging mit Adam Fajfer und seine 5 Punkte der zweitbeste ins B-Finale, in dem er aber keine Chance hatte. Norbert Magosi hingegen holte mit 2 Punkte
die meisten für sein Team, die in der Finalrunde erzielt wurden. Im 12. Heat schaffte er zuvor schon einmal einen 2. Rang und blieb neben 2 Nullern im letzten Vorlauf für den Reservist Stefan Kurz draussen. Auch Hans-Jörg Müller blieb einmal im Fahrerlager, nachdem er zuvor nur 1 Punkt ins Ziel bringen konnte. Junior Kurz hatte bei seinen Einsätzen aber keine Möglichkeit an Punkte zu kommen, obwohl er gegen die grossen Namen gut mithalten konnte.

Norbert Magosi
Hans-Jörg Müller

2. MSC Diedenbergen
1. MSC Brokstedt
3. SC Neuenknick

Das Ergebnis

Das Actionalbum