Langbahn WM Semi in Pfarrkirchen,
29.05.2005

Aufgrund von technischen Problemen folgt der Bildernachtrag erst jetzt:
Fotos: Rüdiger Stadel - www.comtakt.com
 

Neues von Patrick Diener

Eine gute Nachricht gibt es von Patrick zu vermelden, der im B-Finale schwer stürzte. Sein Oberschenkelbruch wurde noch am Sonntagabend sehr erfolgreich operiert und er konnte am folgenden Mittwoch das Krankenhaus in Pfarrkirchen verlassen und wurde nach Offenburg verlegt. Hier diagnostizierten die Ärzte zwar noch eine Verletzung am Knie, die Patrick mit einer Spezialschiene ca. 4 Wochen stützen und auskurieren muss, doch wird Patrick auch das Krankenhaus Offenburg eine Woche nach dem Unfall hinter sich lassen können. Mit Krankengymnastik wird der Heilungsprozess fortan von Zuhause aus geregelt werden.

Speedway.org wünscht weiterhin gute Besserung

Text: Wolfgang Geiler www.woge-medien.de
 
Das Weltmeisterschaftssemifinale auf der Rennbahn des RSC Pfarrkirchen hätte mehr Zuschauer verdient gehabt, als die 3000 Fans, die trotz tropischen Temperaturen gekommen waren. Und sie wurden nicht enttäuscht, denn auf der bestens präparierten 1000-Meter-Sandbahn waren spannende Rennen zu sehen. Nicht der amtierende Vize-Weltmeister Kelvin Tatum oder der derzeitige Champion Gerd Riss hatten am Ende die Nase vorn, sondern Daniel Bacher aus Baindt sollte am Ende siegen.
Überschattet wurde das WM-Halbfinale vom schweren Sturz des jungen Gengenbachers Patrick Diener, der im B-Finale an dritter Stelle liegend in die Bande krachte und ins Pfarrkirchener Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nach dem ersten ärztlichen Bulletin hat sich der 23-jährige Nachwuchsfahrer, der tolle Rennen ablieferte und nur um einen Punkt das A-Finale verpasste, neben Prellungen "nur" einen Oberschenkelbruch zugezogen, der sofort operiert wurde.

Auch von dieser Stelle aus wünschen wir dem Gengenbacher baldige Genesung.

In Heat 1 zeigte Kelvin Tatum gleich sein Können und fuhr einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. Mit respektvollem Abstand wurde "Peppi" Herbert Rudolph Zweiter vor Christian Hülshorst: Patrick Diener hatte lange souverän die dritte Position inne, hatte aber technische Probleme und ging "nur" als Fünfter über die Ziellinie.
In Heat 2 zog Weltmeister Gerd Riss einsam seine Kreise und verwies Daniel Bacher, den Niederländer Jannick de Jong, den Tschechen Pavel Ondrasik und den Briten Richard Hall auf die Plätze. Der Franzose Mathieu Tresarrieu war gänzlich ohne Chance.
Bernd Diener hatte in Heat 3 einen fulminanten Auftakt und konnte den Tschechen Antonin Svab und den 23-jährigen Markus Eibl (Dietersburg) in Schach halten. Auch im nächsten Rennen war der Gengenbacher unangefochten und konnte Heat 4 vor Eibl und Sohnemann Patrick gewinnen.
In Lauf 5 kam es zum Aufeinandertreffen von Riss und Tatum. Der Bad Wurzacher musste sich jedoch nicht lange wehren, da Tatum mit technischen Problemen ausfiel. Auch Svab und der Brite Glen Philipps fielen in diesem Rennen aus. Platz zwei ging an Rudolph und Bacher heimste als Dritter noch drei Punkte ein.
Den spannendsten Lauf gab es in Heat 6, als Sirg Schützbach an zweiter Stelle liegend immer wieder den führenden de Jong angriff, der jedoch alle Versuche erfolgreich abwehren konnte. Dritter wurde Tresarrieu.
Seine weiße Weste konnte Riss auch im siebten Lauf behalten. Bernd Diener gewann den Start, doch am Ende der Startkurve zogen Riss und auch Diener Jun. am 45-jährigen Gengenbacher vorbei. Er versuchte den Champion noch zu attackieren, musste aber gegen den Routinier den Kürzeren ziehen.
Beinhart ging es in Lauf 8 zu - Tatum hatte den besten Start, doch Eibl blieb am Briten dran. Pfiffe von den Fans gab es, als Tatum den jungen Eibl gefährlich nah an die Bande drückte, die Quittung für dieses unsportliche Verhalten bekam der Vizeweltmeister dann, als er wiederum technische Probleme hatte und nur einen Zähler ergattern konnte. Zudem war ihm der Hohn und der Spott der Fans auch noch sicher. Eibl siegte vor Schützbach und Svab.
Rudolph und Bacher dominierten in Heat 9, wo am Ende der KFZ-Mechaniker aus Pilsting die Nase vorn hatte. Dritter wurde der Brite Richard Hall. Auch im 10. Lauf zeigte Bacher, dass seine Leistungskurve immer weiter stieg. So gewann er souverän vor Svab und dem Franzosen Philippe Ostyn. Ovationen wurden Patrick Diener im 11. Lauf zu teil, denn der 23-jährige ließ sowohl Tatum (Zweiter) wie auch seinem Vater (Dritter) keine Chance und fuhr einen sicheren Start-Ziel-Sieg ein.
In Heat 12 musste Gerd Riss die erste Niederlage einstecken, denn gegen den entfesselt fahrenden Eibl musste er mit Platz zwei vorlieb nehmen, was dem Shooting-Star die Teilnahme am A-Finale sicherte. Schützbach hatte als Dritter keine Chance vorne mitzumischen, sicherte sich aber auch die A-Finalteilnahme.

Das C-Finale war für Philipps, der in den Vorläufen nur einen Punkt schreiben konnte, eine klare Sache und siegte vor dem Norweger Marius Rokeberg und Tresarrieu. Vierter wurde Ondrasik. Hall (GB) und Christian Hülshorst, der durch einen Sturz im 3. Durchgang seine Chance aufs B-Finale verspielte, fielen aus.

Spannung pur vor dem B-Finale, denn mit Tatum, de Jong, Svab und Patrick Diener standen sich vier Fahrer gegenüber, die um die wichtigen Plätze 7 bis 9 fighteten. Alessandro Milanese und der Ostyn, die ohne Chance waren, vervollständigten das Feld. Den besten Start erwischte Tatum, der sich jedoch nicht richtig absetzen konnte, Svab hing an seinem Hinterrad und auch Patrick Diener, der als Vorletzter aus dem Start kam machte auf der Gegengerade mächtig Boden gut. Eingangs der Zielkurve lag Diener bereits an dritter Stelle und war in Schlagdistanz zu Svab und Tatum. Der Gengenbacher wollte außen vorbei und der Abstand zum Bretterzaun wurde immer kleiner. Da auch die beiden Führenden keinen Millimeter wichen, nahm das Unheil seinen Lauf: Erst streifte Diener die Bande, hatte dann einen Highsider und krachte voll in die Bande.
Nach minutenlanger Behandlung auf der Bahn, wo die Zuschauer schon Schlimmeres vermuteten, wurde er dann mit einem Oberschenkelbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Diener fuhr mit der Ersatzmaschine von Vater Bernd einen richtig heißen Ofen, doch hätte er besser mit seinem Angriff auf Svab und Tatum noch etwas gewartet.
Den Re-Run gewann dann Tatum vor Svab, die damit die WM-Fahrkarte sicherten und als Reservefahrer geht de Jong, der Dritter wurde, in die Grand-Prix-Serie.

Im A-Finale, das noch deutlich unter dem Schock des Unfalls stand, war Bacher nicht zu halten. Mit 127,1 km/h erzielte der Tagessieger auch die schnellste Zeit des Renntages. Rudolph wurde Zweiter gefolgt von Weltmeister Riss. Nachdem mit Sohn Patrick alles geklärt war, rollte auch Bernd Diener noch ans Startband und wurde Vierter vor Schützbach und Eibl.

Im Rahmenprogramm

Im Rahmenprogramm gab es zwei Maximumsieger. Bei den B-Solisten setzte sich unangefochten Volker Striepe aus Bassum mit 20 Punkten an die Spitze. Lediglich der Allgäuer Markus Dachs (15 Punkte) und Paul Bauer aus Haibach (13) konnten dem Norddeutschen einigermaßen Paroli bieten. Julia Frenk (7) aus Schwanau wurde Vierte vor Ulrich Büsche (3) aus Heiligengrabe und Hermann Zausinger aus Krichroth, der zwei Punkte holte.

Bei den B-Lizenz-Seitenwagen waren Markus Venus/Markus Rettenbeck aus Pfarrkirchen nicht zu schlagen. Souverän fuhren die Lokalmatadoren drei Laufsiege ein und stiegen aufs oberste Treppchen. Zweiter wurden Harald und Angelika Mößmer aus Halblech vor Patric Metzger/Florian Niedermeier (Lambrecht), Patrick Fleischer/Kai Lachnet aus Hanau und Karl-Heinz Waldhäusl/Thomas Angerer aus Triftern.

Es war wieder eine gelungene Veranstaltung, die die Verantwortlichen des RSC Pfarrkirchen beim WM-Semifinale auf die Beine stellten. Eine tolle Bahn, schnelle Bahndienste, gute Verpflegung und tolles Wetter. Einzig die Zuschauerzahlen waren einem Weltmeisterschaftshalbfinale nicht würdig.