Ostseepokal in Teterow und Stralsund
27./28.08.2005

Schwede gewinnt 38. Auflage des Ostseepokals

Speedwayklassiker auch 2005 ein Erfolg – 3.300 Zuschauer erlebten tolle Rennen

Die dunklen Wolken am Teterower Himmel ließen am Freitagnachmittag nichts gutes ahnen und der Regen setzte auch bald ein und drohte den Tag 1 des Ostseepokals regelrecht wegzuschwemmen. Zwischen 16.00 und 20.00 Uhr ließ das Wetter nur das Training und die Läufe der B-Lizenz zu. Dank einer aufopferungsvollen Arbeit der Helfer beim MC Bergring Teterow, konnte das Rennen vor 2.000 Zuschauern kurz nach 20.00 Uhr aber doch gestartet werden. Die Fahrervorstellung wurde auf Grund der Witterungsverhältnisse gestrichen, die Vorrunde um einen Lauf gekürzt. Trotzdem wurde es ein spannender Rennabend, denn es waren doch Fahrer wie Sam Ermolenko (USA), Sebastian Ulamek (PL), Jesper B. Jensen (DK, Gregorz Walasek (PL) oder David Ruud (S) am Start. Gespannt waren die Zuschauer auch auf die Vorstellung der Deutschen Fahrer.

Als erster begeisterte der Teterower Christian Hefenbrock die Zuschauer. Er lieferte sich in Lauf 2 einen tollen Kampf mit Jesper B. Jensen und Gregorz Walasek, den er schließlich als dritter beendete. Hefe wurde leider auch Opfer der verkürzten Vorrunde, denn in Lauf 6 hatte er einen Kettenriss und damit keine Chance mehr das Halbfinale zu erreichen. Mehr Glück hatte da Mathias Schultz (Parchim), der nach seinem Sieg im Lauf 3 und einem Ausfall in Lauf 7 im Halbfinale stand. Aus deutscher Sicht erreichten erfreulicherweise mit Mirko Wolter (Teterow) und unserem Nordstern Roberto Diener zwei weitere Fahrer in diesem Klassefeld das Halbfinale.

Nach der Vorrunde übergab der Vorsitzende des MC Bergring Teterow, Adolf Schlag, ein Duplikat des Auerhahnpokals, der zu Pfingsten auf unheimliche Weise verschwand, an einen glücklichen Sam Ermolenko.

Die Übergabe des Pokals muss Sam so beflügelt haben, dass er seine beiden Halbfinalläufe sicher gewann und so in das Tagesfinale einzog. Leider schaffte das keiner der drei deutschen Halbfinalisten, so dass sie sich im kleinen Finale mit Marisuz Frankow (PL/Erste Liga Stralsund), Gregorz Walasek und Stefan Andersen (S) auseinanderzusetzen hatten. Hier gewann Mirko Wolter nach einer guten Leistung vor Frankow, Walasek, Andersen, Schultz und Diener.

Im Tagesfinale rollten neben Sam Ermolenko, Krzysztof Slabon (Can), Sebastian Ulamek, Jesper B. Jensen und David Ruud ans Band.

Sieger am Tag 1 wurde David Ruud vor Slabon und Ulamek. Ermolenko fiel mit Maschinenschaden aus.

Das Wetter spielte mit am Sonnabend, strahlender Sonnenschein empfing Teilnehmer und Zuschauer zum Finale des 38. internationalen Ostseepokals. Die Organisatoren vom MC Nordstern hatten im Verlauf der Woche super Arbeit geleistet, die Bahn im Pauli war ausgezeichnet vorbereitet worden. Somit stand einem tollen Renntag nichts mehr im Wege.

Als das Startband um 16.00 Uhr das erste Mal in die Höhe schnellte, hatten sich 1.300 Zuschauer im Stadionrund versammelt. Leider gab es gegenüber dem Fahrerfeld vom Vorabend in Teterow einige Änderungen. Sam Ermolenko (USA) hatte TV-Verpflichtungen, Sebastian Ulamek (PL) erhielt von seinem Verband keine Startfreigabe und der Kanadier mit polnischer Lizenz, Krzysztof Slabon, fehlte unentschuldigt. Im Fall Slabon kündigte Race-Direktor Bernd Sagert einen offiziellen Protest beim Weltverband FIM an. Für diese Fahrer rückten Lukasz Janowski (PL/Erste Liga für Stralsund), Björn Danielczik (D/Clubfahrer MCN) und der Parchimer Daniel Rath (D) ins Feld. Bereits in der Vorrunde, die im Fünfer-Speedway ausgetragen wurde, gab es tolle Rennen. Mit dem Vortagssieger David Ruud und Stefan Anderson (beide S) blieben auch nur zwei der zwanzig Fahrer unbezwungen. David Ruud war es dann auch, der in Lauf 7 mit 81,60 Kmh die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit des Tages erzielte. Von den Ligafahrern des MC Nordstern qualifizierten sich Roberto Haupt (D), Jesper B. Jensen (DK), Marius Frankow (PL) und Lukasz Jankowksi (PL) für das Halbfinale. Leider schlug dann bei Publikumsliebling Jesper B. Jensen die Defekthexe zu und Roberto Haupt stürzte, so dass beide jegliche Hoffnungen auf das Tagesfinale begraben mussten. Frankow und Jankowksi, gelang aber der Sprung ins Tagesfinale, indem sie die Plätze 2 (Jankowski) und 3 (Frankow) belegten. Mann des Tages war einmal mehr David Ruud, der sich an beiden Renntagen in prächtiger Form präsentierte.

Höhepunkt des Renntages in Stralsund war aber das Finale um 38. Ostseepokal, das die 6 besten Fahrer beider Tage erreichen. Neben David Ruud, Tomas Suchanek (CZ), Stefan Anderson, Teamweltmeister Gregorz Walasek (PL) waren mit Jesper B. Jensen und Mariusz Frankow auch zwei Nordsterne am Band. Nach einem tollen Lauf sicherte sich Topfavorit David Ruud die Trophäe im Jahre 2005 vor Jensen und Walasek.

Im Rahmenprogramm gab es Rennen der Schülerklasse C, der J- und der B-Lizenz. In der Schülerklasse C gewann Fritz Riemer vor Cristina Gradert (beide MC Güstrow). Platz drei belegte der einheimische Clemens Sommer, der mit seinem Abschneiden an diesem Tag überhaupt nicht zufrieden war. Bei der J-Lizenz holte sich der Stralsunder Tobias Stoffel Platz zwei hinter Benjamin Junga. (Teterow). Im Fahrerfeld der B-Lizenz bewies Nordstern-Talent Tobias Busch einmal mehr, dass er auf dem richtigen Weg ist. Er gewann mit Maximum vor Martin Ernst, Johannes Kreienbrock und Torsten Berger (alle MC Nordstern).

Bei der Live-Übertragung des Speedway Grand Prix aus Bydgoszcz ließen Zuschauer, Aktive und Helfer den Tag gemeinsam ausklingen.

Während des ganzen Tages hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass der Toppilot des Ostseepokal 2005, David Ruud, im nächsten Jahr in der Deutschen Bundesliga für den MC Nordstern auf Punktejagd gehen wird.

Norbert Hirt