Int. Grasbahnrennen in Tonbridge,
18.06.2005

Hey, euch kenne ich doch...

Beim Grasbahnrennen im britischen Tonbridge gab es ein herzliches Wiedersehen mit Martina Willers und Helge Hü. Der B-Lizenz-Pilot und die Rennleiterin des AC Rastede verschlug es aus beruflichen Gründen auf die Insel, wo sie bereits seit Februar gemeinsam mit Hundedame Giana in einem Londoner Vorort wohnen, nachdem Helge die ersten Monate alleine bei der Mutter der Gespann-Goodwins unter kam. Zum Rennen gucken kommen die beiden weniger, doch steht das Heimrennen in Rastede auf alle Fälle auf dem Plan. "Theo" plant den Posten als Rennleiterin ein, während Helge mit einer Tageslizenz an der B-Lizenz teilnehmen möchte. Für das nächstes Jahr strebt Helge allerdings wieder mehr Rennen in Deutschland an und sucht dafür schon eine logistisch perfekte Lösung.

"Uns geht es gut und wir grüssen
alle, die uns kennen"

Ein weiteres Wiedersehen...
...gab es auch mit Matt Read (li), den ich persönlich das erste Mal nach dem schweren Sturz in Morizes wieder gesehen habe. Es war ein bewegender und ergreifender Moment, denn obwohl Matt von den Folgen des Unfalls immer noch gekennzeichnet ist, strahlt er sehr viel Lebensmut und Optimismus aus. "Es geht mir gut und es wird immer besser", so der 24-Jährige, der dem Publikum in einer Ehrenrunde vorgestellt wurde, ehe er begeisternd die Rennen verfolgte.

In Fahrgemeinschaften reiste man nach Tonbridge an: Während Robert Barth und Sirg Schützbach sich zusammen taten, bildeten auch das Team René van Weele und Speedway.org eine Fahrgemeinschaft und das Rennen begann bereits auf der Autobahn kurz vor Calais, als man sich zufällig traf. Zu ihnen gesellte sich dann auf dem Rennplatz noch Jannick de Jong, der ein gehöriges Wörtchen mitzureden hatte.

Nach den Absagen von Gerd Riss und Herbert Rudolph blieben diese 4 Piloten übrig, besonders von Speedway.org unter die Lupe genommen zu werden. In je 4 Vorläufen mit 8 Fahrern wurden die Punkte gesammelt, deren besten 7 direkt ins A-Finale ziehen sollten. Der Sieger des B-Finals erhielt dann ebenfalls noch einmal die Möglichkeit, das Podest zu erklimmen.

Gegenüber dem "Chaos-GP" von 2003 gab es bei diesem Rennen keine nennenswerten Schwierigkeiten und die Bahn sah als Grasbahn wirklich top aus. Doch im Laufe des Rennens bildeten sich an der Innenkante betonharte und tiefe Rille, während die äussere Hälfte als Grasbahn komplett andere Verhältnisse bot. Hier die richtige Linie zu finden bzw. auf beiden Untergründen die richtige Drehzahl aufs Oval zu zaubern, war eine Kunst für sich. Das spätere Flutlicht machte es dann obendrein noch etwas schwerer, da es nicht so gut war, wie Barth auch später beim Siegerinterview noch einmal ansprach.

Unter der Lupe:

Platz 15 - Sirg Schützbach
Für den Ex-Grasbahn Europameister begann das Rennen mit einem tollen 2. Rang. Es folgten die Plätze auf 3, 5 und 4 und am Ende hatte Sirg 23 Punkte auf dem Konto. Er musste sich im 3. Vorlauf aber mächtig lang machen und konnte von Glück reden, dass er auf der Bahn blieb, denn trug es ihn ausgangs der Startkurve ziemlich nah an die Bande .
Das war der 9. Vorlaufplatz, doch bedeutete dieser Rang die Teilnahme im B-Finale. Er rechnete sich gute Chancen aus, aber fiel er gleich nach dem Start mit Zündungsproblemen aus. Es blieb ihm somit nur der 15. Gesamtrang, womit er völlig unter Wert geschlagen war.

Platz 10 - René van Weele
Der 17-Jährige Youngster fuhr das erste Mal in Tonbridge und konnte sich im Auftaktheat den Start sichern, während u.a. Barth und Tatum diesen verpatzten. René konnte die Führung über eine Runde behaupten, doch unterlag er am dem Ex-Weltmeister in diesem Lauf. Beim Start des 2. Heat hatte er einen kleinen Aufsteiger und bekam dadurch wieder Schmerzen in seiner Schulter, die er sich bei einem Trainingssturz 10 Tage zuvor leicht verletzte. Dennoch kämpfte er bis zur Ziellinie und fuhr auf Rang 5 zur Flagge. Anschliessend konnte er wieder mit einem Blitzstart vor Tatum überzeugen, doch kam er zu weit raus, und er konnte das Bike aufgrund der Schulter nicht so durch die Ecke biegen, wie er wollte. Wie im letzten Vorlauf sprang ein 6. Platz heraus, was am Ende insgesamt 18 Punkte brachte.
Auch er ging ins B-Finale, und während Schützbach schon im Innenfeld stand, griff ihn Brandon Manu immer wieder an. Ausgangs der 2. Runde war der Brite aussen und stürzte direkt neben René nach einem Aufsteiger spektakulär. "Ich wollte eigentlich nach aussen ziehen, doch ich blieb innen. Ich habe echt Glück gehabt", so der Niederländer, der noch einmal auf die Zähne beissen musste und nach dem Restart als 3. ins Ziel kam, nachdem noch 2 Antonin Svab und Steve Braidford ausfielen. Das machte am Ende den 10. Gesamtrang in diesem 24er Fahrerfeld.

Platz 2 - Jannick de Jong
Bereist zum 3. Mal fuhr Jannick nach Tonbridge und sorgte gleich mit dem Auftaktsieg vor Schützbach für eine Überraschung. Auch der Start zum Lauf 2 lief perfekt, doch während die Konkurrenz fast geschlossen aussen aus der 1. Ecke kam, blieb er auf der Innenseite und verlor Meter um Meter. Er schaffte es noch durch die 2. Kurve, doch zwang ihn der Plattfuss zur Aufgabe. Aufgesteckt hat er natürlich nicht, denn "das kann immer mal passieren", gab er locker von sich. Mit einem weiteren 3. und einem 2. Rang konnte er 24 Punkte sammeln. Das Ziel A-Finale war als direkte Teilnahme gescheitert, doch ging er locker ins B-Finale, was er klar mit fast 50 Metern für sich entscheiden konnte.
Nach einer kurzen Pause musste er dann aber wieder ans Band und diesmal 6 Runden lang kämpfen. Nachdem er sich Kelvin Tatum schnappte und nun auf Rang 2 fuhr, machte er Jagd auf den führenden Barth. Er kam immer näher heran, doch gestand er im anschliessenden Siegerinterview, dass er nichts riskieren wollte und lieber heile mit einem 2. Rang nach Hause fährt, als im Krankenhaus zu landen. Somit blieb er sicher auf Rang 2 und freute sich wie ein Schneekönig über diesen Erfolg, vor allem vor einem mehrfachen EX-Weltmeister ins Ziel gekommen zu sein. "Ich bin da richtig stolz darauf", gestand Jannick im Anschluss Speedway.org.

Platz 1 - Robert Barth
In 3 der 4 Vorläufe ging Robert klar als Sieger durchs Ziel, auch wenn er im 1. Heat erst einmal an van Weele vorbei musste. Im 4. und letzten Vorlauf trafen dann Tatum und Barth erneut aufeinander und diesmal kamen beide gleich gut aus den Bändern. Allerdings gab es in der Startkurve einen Absatz der Bahn an der Bande, wo Barth aufgrund der Sichtprobleme fast hinein geriet und nur im letzten Moment das Bike um die Kurve bekam. Ich habe Robert am Kurvenausgang schon in den Planken gesehen - doch es ging, wenn auch äusserst spektakulär - alles gut.
Allerdings konnte er seinen Dauer-WM-Rivalen Tatum nicht mehr holen. War aber egal, denn mit insgesamt 38 Vorlaufpunkten hatte er 4 Punkte Vorsprung vor dem vorlaufzweiten Tatum, der nach dem missglücktem Auftakt ebenfalls 3 Laufsiege holte. Das 6-Runden Finale sicherte sich Barth dann trotz der anhaltenden Angriffe des Youngsters de Jong und es begann nach der Siegerehrung ein Wettlauf mit der Zeit, denn musste das deutsche Duo zum Flughafen, da Barth nach Plattling und Schützbach nach Diedenbergen musste.

Die weiteren Platzierten
Hinter Barth und de Jong freute sich Tatum dennoch über den 3. Gesamtrang. Auf Rang 4 kam Glen Philips, der sich mit Steve Braidford um diesen stritt. Braidford fuhr sich 6 auf 5 vor und liess Geburtstagskind Andrew Appleton hinter sich. Appleton, der 23 Jahr alt wurde, schrieb wie Neville Tatum 31 Vorlaufpunkte und während der jüngere Tatum im Finale ausfiel, konnte Paul Cooper, der eine tolle Vorrundenbilanz hinlegte, nur noch mit der roten Laterne ins Ziel fahren.

Punkte: 10-8-6-5-4-3-2-1 Der Sieger des B-Finals ist qualifiziert für das A-Finale
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Pkt
B-Fin
A-Fin
Platz
5
Robert Barth
10
10
10
8
38
1.
1.
10
Jannick de Jong
10
A
6
8
24
1.
2.
2.
2
Kelvin Tatum
4
10
10
10
34
3.
3.
42
Glen Philips
10
8
5
6
29
4.
4.
81
Lewis Denham
6
5
8
10
29
5.
5.
4
Andrew Appleton
7
10
8
6
31
6.
6.
11
Paul Cooper
3
8
8
10
29
7.
7.
25
Neville Tatum
8
8
10
5
31
A
8.
95
Jason Handley
6
6
6
8
26
2.
9.
21
René van Weele
8
4
3
3
18
3.
10.
17
Thomas Cooper
5
5
2
6
18
4.
11.
215
Steve Braidford
5
4
6
4
19
A
12.
6
Antonin Svab
6
5
4
4
19
A
13.
7
Brandon Manu
1
6
5
5
17
S
14.
12
Sirg Schützbach
8
6
4
5
23
A
15.
94
Shane Colvin
5
2
5
4
16
16.
9
Mitch Godden
3
3
4
3
13
17.
8
Martin Williams
4
A
3
2
9
18.
20
Richard Knight
4
4
S
N
8
19.
15
Martyn Sturgeon
2
3
3
A
8
20.
19
Dave Mears
A
2
2
3
7
21.
71
Phil Ashcroft
2
3
A
2
7
22.
18
Mark Chilman
1
1
2
2
6
23.
1
Strider Horton
2
2
A
N
4
24.