Aces on Ice in Unna,
02.04.2005

Endlich ist es Frühling, die Sonne strahlt die erste Wärme aus und die Bahnsportler verschlägt es freiwillig in eine Eishalle. Tatort war einmal wieder die Eissporthalle in Unna, wo sich die Athleten und Fans ein Stelldichein gaben. Aufgrund einiger Absagen und einem Lizenzproblem in der Gespannklasse, musste man kurzerhand das Programm etwas ändern. Für den an der Hand verletzten Markus Eibl wurde kurzfristig René van Weele geholt, während der Platz von Otto Niedermeier frei blieb. In der Seitenwagenabteilung bemerkte man nach dem Training erst, dass auf der Lizenz von Karl Keil der Stempel der Schweizer Förderation fehlte und das gemischte Doppel wurde zum Rennen nicht mehr zugelassen. (Zu diesem Fall und den Rennen gibt es hier mehr.)
Schon im Training muste einige Akteure feststellen, dass das Eis auch in diesem Jahr eine rutschige Angelegenheit war. Im Crashalbum sind alle Ausrutscher und Stürze zusammengefasst - aber keinem der Crashpiloten passierte irgendwas Ernstes. Nach der obligatorischen Fahrervorstellung gab es mit einer Putzkolonne und einem Gemisch aus Feuerwerk und Lasershow den Auftakt zum diesjährigen Warsteiner Cup.
In diesem Jahr verzichtete man auch komplett auf den Bahndienst und die Rennen gingen von der ersten Trainingssession bis hin zum letzten Finale dennoch gut über die Bühne. Verzögerungen gab es dennoch im ersten Teil der Veranstaltung, da der WDR in seiner "Lokalzeit" 2 Liveschaltungen à 4 Minuten ins Fernsehen übermittelte.
Mit dem belgischen Startmarschall Benny Kuipers holten sich der Club wieder einen Mann ans Band, der so manches Mal abhob. Und das zu Recht, denn gab es wieder einmal tolle Fights und kuriose Überholvorgänge, die auch die Fans mit sich rissen.
Am Ende war es dann Stephan Katt, der sich zum ersten Mal seit Austragung des Aces on Ice diesen Cup sicherte, vor seinem Teamkollegen Christian Hülshorst und Steven van der Helm.



Nach einem Sturz im Auftaktheat durfte Catman allerdings wieder ans Band und konnte mit dem Laufsieg den Grundstein für den Gesamterfolg legen. Nur insgesamt 2x erzielten andere Akteure die Ziellinie vor ihm, während Publikumsliebling Hülse nach einem Ausschluss zu Beginn komplett von hinten aufholen musste, was die Punkte anging. In einem Rad an Rad Fight mit dem Eis-Debütanten Anders Nielsen aus Dänemark, kam es letztendlich zum Sturz der beiden in der letzten Ecke, doch hätten sie bei Erreichen der Linie beide keine Zähler erhalten, da sie gemeinsam fast meterweit die Abkürzung durch das Innenfeld suchten.
In einem kurzen Gespräch mit dem 30-Jährigen Dänen konnte ich erfahren, dass dieses Rennen sein ersten Rennen seit 9 Jahren war. 1996 verletzte sich der Speedwayfahrer so schwer, dass er mit einem Rückenbruch und mehreren Beinbrüchen fast 2 Jahre im Krankenhaus zugebracht hat. Doch mit diesem Comeback on the Rocks möchte sich der Däne den Speedwayveranstaltern wieder zeigen und hofft auf weitere Starts. Er schließt es nicht aus, auch auf der Langbahn angreifen zu wollen.

Während Hülse nach diesem Crashauftakt durch weitere Laufsiege den Einzug klar ins Finale schaffte und die Jagd aufs Podest eröffnen konnte, musste Nielsen als erster Pilot sogar auf das Semifinale verzichten. Wie ausgeglichen das Fahrerfeld bis zur Semirunde war, belegten die Punkte der 8 Teilnehmer, die sich zwischen 10 und 8 summierten. Catman lag mit alleinigen 10 Zählern an der Spitze, während Nielsens Landsmann Steven Andersen (20 Jahre, übrigens ebenfalls das erste mal auf dem Eis unterwegs), Hülse und René van Weele mit 9 Punkten sowie Matten Kröger, Jörg Pingel, Steven van der Helm und Björn Danielczik mit 8 Zählern die Runde der besten 8 erreichten.
Andersen legte 3 zweite Plätze sowie einen Sieg hin, während der junge Niederländer van Weele das ein oder anderen Pünktchen abstauben konnte, da sich einige Fahrer vor ihm fahrend aufs Eis legten - so wie z.B. auch in Heat 3, als Hülse und Nielsen ihren packenden Fight austrugen. Kröger hingegen schien zu Anfang nicht wirklich in Fahrt zu kommen und schrieb bis zum letzten Vorlauf erst 5 Punkte. Im letzten Vorlauf dann aber ging es heiss her, denn fighteten er, Shane Colvin, Nielsen und der Crashkönig der letzten Jahre Vladimir Visvader bis aufs Letzte. Kröger fand sich nach guten Start zuerst an der Spitze, fiel auf Rang 4 zurück und überquerte dennoch als Laufsieger die Ziellinie, während Visvader in diesem Lauf doch seinen eigentlich schon erwarteten Crash absolvierte. Pingel schrieb bis zum letzten Durchgang schon 8 Punkte, doch machte er in seinem letzten Vorlauf den Hahn freiwillig zu, da er wusste, die Abkürzung durchs Innenfeld an die Spitze hätte eh die Disqualifikation mit sich gebracht. In Unna immer gut mit dabei waren auch van der Helm und Danielczik, die sich konstant in den Punkten hielten.

Im ersten Semifinale trafen dann Katt, Pingel, van der Helm und van Weele aufeinander. Katt machte mit dem Laufsieg einen weiteren Sprung Richtung Gesamterfolg und verwies van der Helm, Pingel und van Weele auf die Plätze. Im 2. Semi gelang Hülse erneut der Sieg und seine Fans tobten natürlich vor Freude. Kröger und Andersen folgten, während nun auch Danielczik den Kontakt auf dem Eis erfahren musste. Die Endlaufteilnahmen für Catman (13), Hülse (12) und Matten (10) waren somit klar, doch während man in Krögers Fall noch auf die Majorität der Plätze zurückblicken konnte, mussten Andersen und van der Helm um das Finale losen, da es beide mit 10 Zählern auf die gleichen Einlaufplatzierungen gebracht hatten. Das Los fiel auf den Niederländer, der sich hinter Katt nach einem tollen Fight mit Hülshorst vor dem Lüdinghauser durchsetzten konnte. Kröger hingegen beendete den Reigen der Sturzopfer und verpasste somit das Podest, auf dem nun Katt, Hülshorst und van der Helm Platz nahmen.


Anders Nielsen

Steven Andersen

Eisdebütanten René van Weele
und Enrico Janoschka

Hülse begeisterte die Massen

Sieger - Catman

Wheelie von Janoschka

Matze Schultz
Hinter Nielsen, der den Gesamtrang 9 belegte, rangierte Enrico Janoschka, der ebenfalls sein erstes Eisrennen fuhr. Im ersten Lauf mogelte er sich nach schlechtem Start noch geschickt an die Spitze und konnte im 2. Lauf noch einen Zähler schreiben, ehe er im 3. Heat für den Sturz von Sönke Petersen verantworlich gemacht wurde und keine Punkte erhielt. Petersen geriet zuvor mit seinem linken Bein an Janoschkas Bike und rutschte in der letzten Runde weg. Man schrieb somit dem Oldenburger Youngster den letzten Laufpunkt zu und so ging der Güstrower gefrustet in den letzten Lauf, wo er mit 2 Punkten noch einmal auftrumpfen konnte.

Den 11. Rang holte sich Ramon Stanek, der sich peu à peu immer einen Punkt ins Ziel rettete und eine gute Figur auf dem Eisoval machte. Rang 12 ging an Matze Schultz, der schon im Training das Eis testete und nach 3 Punkten aus 3 Läufen im letzten Lauf erneut wieder zu Boden ging. Mit ebenfalls 3 Punkten kam dann Petersen in die Wertung, der eigentlich gute Starts zeigte aber neben dem erwähnten Crash zuvor schon einen Knäuel aus Mensch und Maschine mit Kumpel René van Weele fabrizierte. Passiert war keinem was, doch schimpfte er über den Vortrieb, da er auf den Geraden nicht vom Fleck kam.
Der Tscheche Visvader war den Stürzen immer sehr nahe, konnte aber bis auf Heat 16 den Bodenkontakt vermeiden und schrieb somit 2 Punkte, ehe der letzte Eisdebütant Shane Colvin ihm fast den Rang des Crashkönigs ablief und aufgrund von Visvaders Ausrutscher zu seinem Ehrenpunkt kam.

# Name Nat 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Pkt
S 1
S 2
Pkt Fin Pkt Platz
3 Stephan Katt 3           2       3       2   10
3
13 3 16 1.
10 Christian Hülshorst     S/D     3           3     3   9
3
12 1 13 2.
7 Steven van der Helm   2         3         2 1       8
2
10 2 12 3.
4 Matthias Kröger 1             3       1       3 8
2
10 0 10 4.
2 Steven Andersen 2         2       2       3     9
1
10   10 5.
5 Jörg Pingel   3     2         3         A   8
1
9   9 6.
21 René van Weele     3         2   1     3       9
0
9   9 7.
20 Björn Danielczik     2       1   3         2     8
S
8   8 8.
9 Anders Nielsen     S/D   3           2         2 7
7   7 9.
14 Enrico Janoschka       3   1         D   2       6
6   6 10.
16 Ramon Stanek       1       1 1           1   4
4   4 11.
1 Matthias Schultz 0       1       2       S       3
3   3 12.
8 Sönke Petersen   1           0     1     1     3
3   3 13
15 Vladimir Visvader       2     0     0           S 2
2   2 14.
6 Shane Colvin   0       S     0             1 1
1   1 15.

2. Christian Hülshorst - 1. Stephan Katt - 3. Steven van der Helm