Gespannklasse in Unna

Wie schon erwähnt, mussten Karl Keil und Desirée Daubert nach dem Training die Sachen packen, denn auf der Lizenz fehlte der Stempel.
"Der Stempel hätte genauso gut nachgereicht werden können. Denn wenn ich die Lizenz habe, habe ich ja auch die Genehmigung. Heute dürfen wir jetzt nicht mehr fahren. Das ist eben Herr Wippermann, aber das kriegen wir noch hin", so Karlchen kurz vor seiner Abfahrt.

Doch auch zu einer anderen Geschichte konnte ich ihn noch befragen:

Du hast die Möglichkeit in Werlte beim 1000ccm Seitenwagenfinale teilzunehmen, ist das richtig?
Ja, das ist richtig. Durch Josef Hukelmann habe ich die Möglichkeit bekommen. Und ich baue ja auch 1000er - z.B. für Peter Albrecht, der ist früher auch schon gefahren und fängt jetzt wieder an. Er hat schon eine 500er bekommen und kriegt jetzt eine 1000er. Und dann baue ich auch gleich eine 1000er für mich.
Und wie sieht es mit der Lizenz aus, denn Du fährst jetzt ja in der 500er-Klasse mit der schweizer Lizenz. Ist das bei der WM dann ein schweizer oder ein deutscher Startplatz, der dir zugeteilt wird?
Das werden wir noch sehen.
Nimmst du Daisy mit ins Boot?
Ja
Wisst ihr denn, auf was ihr euch da einlasst? Du bist ja auch noch nicht unbedingt rechts rum gefahren?
Ach, das ist doch kein Problem. Wir werden noch ein paar Tage wegfahren, nach Italien und trainieren dort, wenn das erste Motorrad fertig ist.
Was erhoffst du dir von dem Weltfinale?
Ach, das wird die grösste Gaudi, die ich mitmachen kann.

Auch Daisy sprach ich auf das WM-Finale in Werlte an:
Ihr wollt ein grosses Projekt angehen, nämlich die 1000er WM in Werlte. Hast du eigentlich gar keine Angst?
Nein - das ist die Herausforderung pur
Stört es dich auch nicht, dass es andersrum geht, und die Gespanne eher Schlachtschiffe sind?
Nein, ich bin jetzt 5 Jahre links herum gefahren, da kann man auch mal rechts rum fahren - um das Kurvenverhältnis wieder auszugleichen.

So ging die Gespannkonkurrenz nach diesem kurzen Interview also ohne das gemischte Doppel ins Rennen, was die Folge hatte, dass 3 der 6 Heats nur mit 2 Teams auf dem Eis ausgetragen wurde. Und nicht ein Team hatte auch nur den Hauch der Möglichkeit, die Geschwister William und Nathalie Matthijssen zu besiegen. Man fragt sich langsam wirklich, wer oder was dieses so erfolgreiche niederländische Geschwisterpaar besiegen kann. Mit grossen Vorsprung erreichten sie immer das Ziel und gingen natürlich aufs Podest mit der 1.
Auf Rang 2 kamen der AMSC Lüdinghausen-Präsident Albert Raesfeld und Gespann-Debütant Heinz Broscheit, die kurz vor der Ziellinie des Finals diesen 2. Rang perfekt machten. Die "Leidtragenden" dieses Zieleinlaufes waren Alberts Bruder Thomas Raesfeld mit Matze Stucke, die wie Albert 7 Punkte in den Endlauf mitbrachten. Das 3. Team, was der AMSC Lüdinghausen ins Rennen schickte, waren Markus Gössing und Maik Domscheit, die nach einem Crash im Training dennoch ins Rennen gehen konnten, nachdem das Gespann zunächst so aussah, als wäre irgendwo der Rahmen gebrochen. Doch der Schein trügte, und alles war war halb so schlimm. Es ärgerte sie nur, dass sie jeden ihrer Läufe zu Dritt bestreiten mussten, und nicht einmal die Gunst des Duos auf der Bahn hatten.

Neben den Matthijssens fanden auch Sven Holstein und Erik de Beere aus Holland den Weg nach Unna und gingen erstmals auf Eis an den Start. Der 16-Jährige Pilot hatte hier aber so seine Probleme und kam über einen 2. Laufplatz nicht hinaus. Im letzten Heat vor dem Finale verpassten sie sogar die Chance auf mindestens 2 Zähler, da sie nach einer Bandberührung zunächst 5 Meter hinter dem Start Aufstellung nehmen konnten. Doch hier fuhren sie dem Referee Alfons Sagemüller zu früh los und wurden komplett aus dem Lauf genommen. Für Thomas Raesfeld und Matze Stucke, waren somit 4 Runden Showrennen mit 3 Punkte-Garantie angesagt. Sven hingegen hätte aber sowieso nur im Falle eines Sieges die Teilnahme am Finale erreichen können.


Albert Raesfeld und
Heinz Broscheit


Gössing/Domscheit
nach dem Crash


Team Sven Holstein nach dem Ausschluss

#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
Pkt
Fin
Pkt
Platz
5
William Matthijssen / Nathalie Matthijssen
3
3
3
9
3
12
1.
2
Albert Raesfeld / Heinz Broscheit
3
2
2
7
2
9
2.
6
Thomas Raesfeld / Martin Stucke
2
2
3
7
1
8
3.
9
Markus Gössing / Maik Domscheit
1
3
1
5
4.
4
Sven Holstein / Erik de Beere
2
1
D
3
5.

2. A. Raesfeld/Broscheit - 1. Matthijssen/Matthijssen - 3. T. Raesfeld/Stucke