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Die Anreise: Freitagmorgen, der Wecker bimmelte um 3.45 Uhr. Auf auf, Frankreich
ruft. Gegen 4.20 Uhr ging es nach Westerlee, wo René und Mama
van Weele auf mich warteten. Nachdem auch Mechaniker Lars eingesammelt
wurde, ging es unaufhörlich in den Süden Europas. Frankreich
wir kommen!!! René zeigte seine frisch erworbenen Fahrkünste mit dem Auto und teilte sich die Strecke mit Ottie-Kapottie, so nennt mich René immer :-) Den Jungs wurde die Strecke zum Schluss aber doch zu lang und es wurde der Wettbewerb um den Singstar in Angriff genommen. Oh oh, nicht schön, aber selten, Martha und ich hatten im Cockpit auf alle Fälle unseren akustischen Spass. Die AnkunftEndlich – das Ortsschild „Artigues de Lussac“. Schnell noch rechts eingebogen und dann ging die Suche los. Nach einer Weile und einem Anruf bei Daniel Rath, der schon kurz auf der Bahn vorbeischaute, kam die Gewissheit: Wir sind falsch. Okay, fragen wir nach dem Weg. Das war dann kein Ding mehr und wir kamen gegen 21.00 Uhr auf dem Rennplatz an. Natürlich galt der erste Blick der Strecke: Sie war knochentrocken und knüppelhart. René, der im Vorjahr beim WM-Quali-Lauf den 5. Rang belegte, freute sich auf Samstag und prognostizierte die Linie, die gefahren werden würde: Ganz aussen an der Bretterwand entlang. Doch alles kam mal wieder 1. anders und 2. als gedacht. Am Samstagmorgen fing es gegen 4.00 Uhr an zu winden und der Regen setzte gegen 7.00 Uhr ein. Es regnete sich zunächst unaufhörlich ein, nicht stark, aber dennoch so ekelhaft und penetrant, dass er durch die Kleidung ging. Bei dem Wind konnte ja auch keiner den Schirm halten. Das geplante Training gegen 10.30 wurde verschoben auf zunächst 12.00 Uhr. Der Kampf mit den Pavillons war somit zunächst die sportliche Aufgabe Nr. 1, da es wirklich heftigst stürmte. Die weitere Jurysitzung ergab dann, dass man bis 14.00 Uhr warten wolle, um das Training zu starten. Man diskutierte auch untereinander über einen evtl. Start am Sonntag, doch da hätten einige Fahrer und auch Mechaniker Probleme mit den Arbeitgebern. Doch wieder kam nach der Jurysitzung die Info, dass man um 16.00 Uhr das Training verkürzt mit nur 2x3 Runden ohne Bandstart beginnen wolle. Noch vor 14.00 Uhr hörte es auf zu regnen und eine Bahnbegehung zeigte, dass die 490 Meter lange Strecke glitschig auf der nun lehmigen Oberfläche war. Man hatte das Gefühl, mit jedem Schritt zu wachsen. Jede einzelne Info wurde sofort zu Linda Hukelmann gesimst, die sich freundlicher Weise bereit erklärte, diese im Forum online zu stellen, da Thilo aus beruflichen Gründen leider keine Zeit hatte. Endlich, um 15.30 Uhr tat sich was im Fahrerlager, die Motoren wurden auf Betriebstemperatur gebracht und die Jungs schälten sich in ihre Rennoutfits. Mit 2x3 Runden hatte nun also jeder Pilot die Möglichkeit, die Verhältnisse zu testen. Probestarts waren nur auf der Gegengeraden möglich und so hatten die Piloten auch die unterschiedlichsten Meinungen zu den Verhältnissen: René van Weele: „Die Bahn ist sehr gefährlich. Sie hat sehr viel Gripp. Das Problem ist, dass das ganze Lose nach aussen getragen wurde. Und dieses müsste wieder zurück Richtung Innenfeld.“ Massimo Mora: „Sie ist schon gefährlich und sehr griffig. Man muss noch sehr viel dran arbeiten. Aber wenn das Rahmenprogramm trainiert hat, dann könnte es gut werden. Die Verhältnisse sind ja auch für alle gleich.“ Paul Cooper: „Die Bahn ist okay. Wenn das Lose alles weg ist, könnte es noch besser werden.“ Glen Philips: Er testete den Bahnbelag nach einem Zahnriemenriss mit dem Hinterteil. Er ist aber soweit okay. „Im Moment ist sie noch sehr rutschig, aber es kann nur besser werden.“ Jannick de Jong: „Was soll ich sagen, ich bin ein Holländer: es geht zu fahren. An der Innenkante ist Slick, aussen Griff. Es kann nur besser werden, wenn es trocken bleibt.“ HaJe Renkema: „Die Bahn ist für mich gut.“ – und lacht. Dirk Fabriek: „Das 1. Training war noch gut. Beim 2. Training waren schon Löcher drin. Der Bahndienst muss noch was machen.“ Mathieu Tresarrieu: „Die Bahn ist gut, aber sie wird sich noch verändern durch das Rahmenprogramm. Es darf aber kein Regen mehr geben, das wäre ganz schlecht. Ich denke, die Bahn ist gut für die holländischen Fahrer.“ Paul Hurry: Guckt mit ganz großen Augen und lacht verschmitzt. „Die Bahnverhältnisse? Sie sind sehr unterschiedlich und schwierig zu fahren. Das ist wirklich was für die Dutch-Jungs, die mögen das so.“ Joonas Kylmäkorpi: „Die Bahn ist besser, als ich dachte. Ich hoffe, dass sie nach dem Training noch was an der Bahn machen.“ Und unsere deutschen Vertreter: Matten Kröger: „Es kann alles passieren: Es kann besser werden durch das Beiprogramm. Gibt es Regen, ist es doppelt so schlecht. Ich hoffe auf den Bahndienst, den sie nach 3 Läufen hoffentlich einsetzten werden.“ Volli Striepe: Freute sich am Morgen, über diese extreme Änderung der Bahnverhältnisse gegenüber dem Vortag. „Mir kann es ja nicht tief genug sein“, so sein Kommentar vor den ewigen Verschiebungen. „Für mich ist das Training nun besser gelaufen, als ich dachte. Aber es kommen da schon einen Placken raus. Schaun wir mal.“ Peppi Rudolph: „Die Bahnverhältnisse sind schlecht.“ Bernd Diener: Er hat von den deutschen Vertretern nach den Rennen 2003 und 2004 die meiste Erfahrung mit dem Kurs. „Ausgangs der Startkurve ist es schon sehr ausgefahren, aber das ist immer so hier. Aber für den Regen, der bisher runterkam, ist die Bahn noch gut.“ Daniel Rath: „Bis jetzt habe ich noch keinen richtigen Überblick. Ich bin noch nicht ganz zufrieden, ich werde noch was an der Maschine verändern.“ Otto Niedermeier: „Passt scho“ und lacht zunächst. „Es ist ein bisschen ungewohnt, aber sie ist schon zu fahren. Hab eigentlich ein gutes Gefühl. Nur wenn wir ein Bandtraining gehabt hätten, hätte man einen besseren Vergleich vom Start bis in die 1.Ecke gehabt. Ich finde es nicht gut, dass es kein Bandstart gab, denn immerhin geht es um eine WM und nicht um irgendein offenes Rennen.“ Und wieder wartenMit diesen Eindrücken gingen die WM-Akteure in die wiederum lange Pause bis 19.30 Uhr, als es zur Fahrerbesprechung ging. Die Zeit bis dahin wurde mit Putzen, Putzen und nochmals Putzen verbracht. Das geplante Rennen des Rahmenprogramms am Nachmittag wurde nicht gestartet. Zum Glück blieb es aber überwiegend trocken und so nach und nach kamen die Fans ins Stadion. Der Bahndienst wurde dann endlich doch in Bewegung gesetzt und so kam es gegen 20.30 Uhr zur Fahrvorstellung, die mit einer Gedenkminute für den verunglückten Chris Hendriksen abgeschlossen wurde. „Wären es andere Bahnverhältnisse gewesen, dann wären ganz andere Piloten in den GP gepurzelt“...... so der O-Ton vom Kröger-Mechaniker Kochi. Und
Kochi sollte wohl Recht haben, denn konnten sich von unseren 6 deutschen
Piloten 3 in den GP fahren, wobei man mit einem bestimmt nicht gerechnet
hat: Otto Niedermeier war die Überraschung schlecht hin, mit 3 zweiten
und einem vierten Rang konnte er die Quali für die GP durch die
direkte A-Finalteilnahme vorzeitig sichern. Es war der 5. Lauf, als Rath aussen an den parallel fahrenden Niedermeier und Glen Philips hinter dem führenden Bernd Diener vorbei ziehen wollte. Niedermeier kam immer weiter nach aussen. „Er machte einen Schlenker und da war kein Platz mehr. Wo sollte ich hin?“, so Rath, der selber okay war, doch auf ein krummes Bike blicken musste. Mit einem großen Fragezeichen wartete er auf die Entscheidung seines Landsmannes im Starterhäuschen, die dann zu seinen Ungunsten ausfiel. Neben Niedermeier war es dann auch unser „Old-Boy“ Bernd
Diener, der für den großen Coup sorgte. Die Bahnverhältnisse
waren nach den Kapriolen des Tages wie für ihn gemacht und er kam
vor allem im 2. Heat von Innen startend wie eine Rakete in die 1. Ecke
geschossen. Das Ticket in der TascheAls Punktbester der Vorrunde zog Diener mit 19 Punkten also in den GP und A-Finale, in das ihm neben Niedermeier (14) auch Hurry (17), Joonas Kylmäkorpi (16) Mathieu Tresarrieu (15) sein dessen Bruder Stéphane (14) folgten. Und die anderen DeutschenUnsere weiteren Vertreter Namens Peppi Rudolph, Matten
Kröger,
Volker Striepe sowie Daniel Rath kamen bis auf Rudolph nur ins C-Finale.
Der Pilstinger, der mehr als unzufrieden über die Verhältnisse
war, begann dafür umso stärker mit Rang 2 und 3 und freute
sich nach dem nun lang eingelegten Bahndienst auf die neuen Bahnverhältnisse. „Das
ist jetzt meine Bahn“, kündigte er an, doch hatte er die Rechnung
im folgenden Heat ohne Paul Cooper gemacht. Das Aus durch das C-FinaleRath hingegen konnte nach seinem Crash nicht mehr wirklich das Optimum aus seinem Vorhaben holen. Dass er aber kämpfen konnte, bewies er im 1. Heat, als er sich von 6 auf 4 vorarbeiten konnte. 1 Punkt war es dann nur noch im 3. Durchgang, ehe er im letzten Vorlauf aufgrund von Maschinenproblem abreißen lassen musste und hinterher tuckerte. Dieses Bild war leider auch bei Volli Striepe zu sehen, allerdings räumte er ein, dass das doch eine Nummer zu hoch für ihn wäre. Um so überraschender war im Nachhinein dann auch die Tatsache, dass Striepe bei seinem 2. Rennen in dieser Saison (beides WM-Rennen) den Start des 2. Laufes gewann. Ein Fahrfehler beförderte ihn eine Runde weiter aber zu weit nach aussen und er musste Hurry und Dubernard ziehen lassen. Vor der Zielflagge überschlugen sich dann noch die Ereignisse: Hurry fiel wegen Zahnriemenriss aus und konnte nur noch den Schwung aus der Kurve mit ins Ziel nehmen. Mit einem Fotofinish gewann letztendlich Dubs diesen Heat, während René van Weele auch noch Striepe nur ganz knapp vor der Linie den 3. Platz abjagte. Puh, das war ja was. Ab dem 2. Lauf kam Striepe dann nicht mehr in Schwung und verzichtete auf den 4. Vorlauf. Unser Sorgenkind...... war Matten Kröger, der wie die meisten von ihnen, das erste Mal in Artigues an den Start ging. 0 Punkte aus dem 1. Heat, Platz 6 im Ziel im 2. Heat, doch da Dirk Fabriek durchs Innenfeld fuhr, bekam Kröger diesen Punkt zugesprochen. Im 3. Vorlauf fuhr er aus eigener Kraft auf Rang 5 ins Ziel, während er im letzten Vorlauf endlich wieder der Kröger zu sein schien, wofür ihn auch die Franzosen lieben. Mittlerweile waren die Verhältnisse aber auch stellenweise so, dass Funken der Stahlschuhe sprühten. Kröger kam damit auf alle Fälle besser zurecht. Losentscheidung6 Punkte schrieb er also, doch die hatten auch Massimo Mora und Paul Cooper. Und wäre man nach der Majorität und dem direkten Duell gegangen, wäre Kröger der 6. Mann im B-Finale gewesen. Doch das Losglück stand auf Moras Seite. C-FinaleIm C-Finale und somit nur in einem Prestige-Duell gingen also Kröger (6), Rath (3), Cooper (6), Striepe (2), Fabriek (4) und Philips (0) von innen nach aussen ans Band. Cooper hatte die Nase vorn bis zum Ende der 1. Ecke. Er fiel aus wegen eines Vergaser-Problems. Somit übernahm sein Landsmann Philips die Führung, der nach einer 0-Punkte-Vorrunde nur durch dieses Finale glänzen konnte. Kröger folgte vor Fabriek, Rath und dem weit abgeschlagenen Striepe. Viel Dramatik im B-FinaleDas wichtigste Finale an diesem Abend war aber das B-Finale und das
war ausgeglichener als alles andere. Christoph Dubernard (12), Jannick
de Jong (12), Peppi Rudolph(11) René van Weele (11) Harm Jannes
Renkema (9) und Massimo Mora (6) stellten sich von innen nach aussen
dem Startmarschall. Die Katastrophe blieb zum Glück ausDas Motorrad flog meterhoch und es stockte einem der Atem: Gäbe es in Artiges nicht diesen Fangzaun aus Draht bis in ca. 3 Meter Höhe, wäre es Motorrad unaufhörlich in die Zuschauer geflogen. An das Ausmaß so einer Katastrophe mag dann wohl keiner denken. Der Drahtzaun hielt der Wucht des heranfliegenden Bikes stand und schleuderte es zurück auf die Bahn. In dieser Situation war es auch ein Riesenglück für René van Weele, der anscheinend unter dem fliegenden Bike noch durch huschen konnte, aber sich arg anstrengen musste, um nach dem Ausweichmanöver an Jannick vorbei nicht selber in die Planken zu geraten. Doch da kam auf einmal Haje-Renkema, der seinen Landsmann berührte und mit zu Boden riss. Hui hui hui, was für eine Schrecksekunde. Dank eines riesengroßen Schutzengels – was anderes kann es dieser Situation nicht gewesen sein – standen alle 3 Dutch-Boys schnell wieder auf den Beinen und blieben - bis auf die üblichen Prellungen - von ernsthafteren Verletzungen verschont. De Jong wurde disqualifiziert – logischer Weise.. Für den Restart machten sich die übrigen Jungs wieder fertig und zur großen Freude und unter dem Jubel der ca. 3000 Franzosen holte sich Dubs sein GP-Ticket und war somit auch neben den Tresarrieu-Brothers der 3. Franzmann im GP. Rudolph hats geschafftZur Freude der deutschen Fans und Mitgereisten sicherte sich Rudolph den 2. Rang und darf ebenfalls an den 3 WM-Läufen teilnehmen. Um Rang 3 und 4 kämpften Renkema und van Weele. Der Youngster wartete nur auf einen Fahrfehler seines Landsmannes, doch wurde van Weele dann von der Technik geschlagen. Ein Kettenriss in der 3. Runde war das vorzeitige Aus, während Renkema für eine weitere Überraschung in Kochis Purzelsbaum-Roulette sorgte. Schwer gezeichnet von dem extrem harten Strahl war jeder, vor allem aber Haje, dessen Oberarme und rechter Oberschenkel farblich eine Mischung aus Preiselbeer- und Erdbeerkuchen war, von den Schmerzen ganz zu schweigen. Durch van Weeles Ausfall war es dann Mora, der auf Rang 4 ins Ziel kam und doch sehr enttäuscht war, da er in den anderen Jahren in Artigues immer ein gutes Rennen absolvierte. Was nach dem B-Finale im Fahrerlager geschah, steht unter Artigues-Fazit Negativ.Kommen wir nun zum A-Finale: In dieses gingen ja, wie schon erwähnt, Kylmäkorpi, St. Tresarrieu, M. Tresarrieu, Niedermeier, Diener und Hurry von innen nach aussen auf die Reise. Die Speedway-Cracks Kylmäkorpi und Hurry setzten sich vor dem Langbahn-Spezialisten Diener durch. Mathieu gewann das interne Duell gegen Bruder Stéphane auf Rang 4, während Niedermeier ausfiel. Das ErgebnisDas Artigues de Lussac-Fazit: Negativ: --- Nach dem Rerun des B-Finale spielte sich
eine unschöne
Szene im Fahrerlager ab: Der holländische Bahnsport-Fan Jan K. prügelte
auf die Mama von René van Weele mit mehreren Kopfschlägen
ein, bis sie zu Boden fiel. 2 Franzosen kamen ihr zu Hilfe und Jan K.
hörte auf. Zur Vorgeschichte: Seit 2 Jahren beschimpft Jan K. René und seine Mama auf jedem Rennplatz und bedroht sie. Wenn René zu Sturz kommt, freut er sich und klatscht Beifall. Einen Grund für dieses ganze Martyrium wissen die beiden nicht. Jan, was soll das? Warum kannst du beiden nicht endlich Ruhe lassen. Das ist doch menschenunwürdig was du machst und grenzt nun schon an Körperverletzung. Was haben die beiden dir getan??? Mehrere Zeugen, auch aus Deutschland, haben dich bei diesem Angriff beobachtet!!! --- Das Licht war sehr dunkel und es grenzte schon an ein Wunder, dass die Piloten sich darauf einstellen konnten. Allerdings gestand Kylmäkorpi, im 5. Heat, der ja wegen des Sturzes von Rath abgebrochen werden musste, mindestens 2 Meter durchs Innenfeld gefahren zu sein. Sein Glück, dass Ehlert dies nicht ahndete, während Fabriek und Philips deswegen ihre Punkte nicht zugesprochen bekamen. Positiv: Vielen Dank an Peppi, Daniel, Volli, Otto, Bernd sowie Matten, Erik Vissering und natürlich Thomas Grundler für die gute Zusammenarbeit während des Rennens. Auch an Linda noch mal ein großes Dankeschön, die in Deutschland das Org-Forum mit allen Infos fütterte und die User auch sonst unterhielt. |