Golden Spike / Roelof Thijs Pokal in Assen
10.03.2006

10.03.2006 13:14:26
Der Fanclub von Markus Skabraut
Diashow start/stop weiter

Der Leader schlug sich selbst

Zum 5. Lauf der Golden Spike Serie ging es in Assen vor einer tollen Zuschauerkulisse richtig heiss her. Für die angekündigten Russen Artem Samarodov und Vladimir Chapolo gingen ihre Landsmänner Stanislav Arkhipov und der WM-Dritte von 2005 Ivan Ivanov als Wildcardfahrer ins Rennen und natürlich hatten sie ein Wörtchen mitzureden um den Einzug in den Endlauf.

Der bisher führende in der GSS-Wertung Antonin Klatovsky konnte zwar seine Laufsiege wieder wie gewohnt mit seinen tollen Wheelie-Einlagen toppen, doch kamen die Fans nur 2x in den Genuss dieser Show. Im ersten Lauf patzte er und kam hinter dem stark fahrenden Joakim Söderström aus Schweden und Lokalhero Johnny Tuinstra nur auf Rang 3. Die Läufe 5 und 13 in der Heatfolge bedeuteten für ihn aber die Einlage on the Rocks.

Hervorragend startete der Österreicher Markus Skabraut ins Rennen, der im Training am Donnerstag noch mit seinem Federbein haderte. Der 26-Jährige Tiroler siegte in den ersten 3 Durchgängen und stand unangefochten an der Spitze der Zwischenwertung. Sein erster Laufsieg ging ohne Fehl und Tadel über die Bühne während er im 5. und 10.Lauf das Glück des Tüchtigen hatte.

Heat 5: Antonin Klatovsky führt die Konkurrenz vor Skabraut und Bruder Jan Klatovsky klar in die letzte Runde, als Jan sich in der Startkurve vom Bike verabschiedete. Der Lauf wurde abgebrochen und zum Erstaunen Aller wiederholt. In führender Position kam Toni dann vor Skabraut und dem 4. Mann dieses Laufes Claude Cadeyne in der 2. Ecke zu Sturz und wurde vom erneuten Rerun ausgeschlossen. Das Duell Skabraut – Cadeyne drohte dann ebenfalls mit einem Sturz zu enden, als der Österreicher einen gefährlichen Schlenker erwischte. Couragiert brachte er sein Gerät wieder unter Kontrolle und holte sich diese 3 Punkte. Auf die Frage, ob dieser Schlenker eine Ursache des Federbeinproblems war, antworte er nur: „ Nein, das war rein ein Fahrfehler von mir, da ich langsamer gefahren bin als sonst.“

Im 10. Heat des Abends, der zugleich mit Abstand der Beste war, duellierten sich Skabraut, Arkhipov und René Stellingwerf bis aufs letzte. Viele Positionswechsel und packende Fights zeichneten diesen Kampf aus, den Skabraut am Ende nur knapp vor dem Russen und dem Niederländer gewann.

Zum Ende des 3. Durchganges lagen Ivanov, der einen Punkt an Toni Klatovsky im 9. Lauf abgeben musste, mit 8, Joakim Söderström und erfreulich aus deutscher Sicht Sebastian Gegenbauer sowie Arkhipov mit je 7 Zählern im Zwischenklassement.

Gegenbauer fuhr sich in die Herzen der vielen deutschen Fans, nachdem er mit 2 zweiten Plätzen im 3. Durchgang in einem tollen Fight und Fotofinish den immer stärker werdenden Söderström besiegen konnte. Söderström hingegen gab nun seinen 2. Punkt ab, nachdem er zuvor Ivanov unterlag und Arkhipov das interne Russenduell gegen Landsmann Ivanov und, wie erwähnt, Skabraut verlor.

Vom Lokalhero Tuinstra gab es zwar eine menge Einsatz zu sehen, doch standen seine Zähler nur auf 5. Er scheute keine Duelle, was gegen den kleinen Klabo sogar bis hin zu einer Ellenbogeneinlage führte. Klabo II, der ja einen Abritt einstecken musste, konnte dank seiner Laufsiege mit 6 Punkten noch Anschluss an die Top 5 halten. Zu erwähnen sind bis hierhin aber auch noch der 2. deutsche Akteur Dmitri Tschatschin, der zwar mit einer Nullrunde begann, aber im 2. Lauf durch einen Laufsieg sein aufstrebendes Talent unter Beweis stellen konnte und Martin Leitner, ebenfalls aus Österreich. Leitner, der jeden Start durch einen Aufsteiger vergeigte, schob sich durch beherzten Einsatz auf der Bahn zum Teil vor bis auf dem 2. Rang im Ziel.

Der 4. Wertungsblock begann mit dem schon erwähnten Absteiger von Klatovsky, der sich Höhe Fahrerlagertor im Innenfeld auf dem Beton wiederfand. Gegenbauer setzte sich im Rerun hervorragend mit mehreren Positionswechsel gegen Stellingwerf durch. Tschatschin machte es ihm anschliessend nach und verwies Cadeyne, Thomas Cavigelli und den mit einem Bandscheibenschaden behafteten René Verhoef auf die Plätze. Ein fast ehemaliges WM-Fahrerfeld mit Ivanov, Tuinstra und Skabraut folgte, das auch in dieser Reihenfolge endete, nachdem Tuinstra nach einer Aufholjagd Skabraut ebenfalls um einen weiteren Zähler brachte. Der Schweizer Meister Heinz Göldi hatte in diesem Lauf keine Chance, nachdem er zuvor auch einen Ausfall wegen Kettenriss einstecken musste.

Söderström beendete diesen Durchgang mit einem Laufsieg gegenüber Arkhipov, was die Zwischenwertung extrem spannend machte. Ivanov führte mit 11 Punkten vor Söderström, Skabraut und Gegenbauer, die je 10 Zähler in die letzte Runde brachten. Dass diese 4 am Ende der 20 Vorläufen auch im Endlauf um den Roelof Thijs Pokal standen, war aber noch lange nicht sicher.

Klabos Sieg im 17. Lauf hatte keine Auswirkung mehr, doch brachte er Arkhipov mit diesem Sieg um den wichtigen Punkt, der dem Russen zum Finale fehlte. Bruder Jan schlug zwar Ivanov und Gegenbauer im 18.Lauf, doch war jetzt schon klar, dass Gegenbauer trotz gleicher Punktzahl von 11 gegenüber dem Russen dank der Majorität der besseren Plätze die Oberhand behalten sollte, wenn es um den letzten Finalplatz gehen würde.

Der Lauf 19 hatte es auch noch einmal in sich. Im Niederlandduell Stellingwerf gegen Tuinstra schenkten sich beide nichts und wechselten die Positionen einige Male. Tuinstra war am Ende der glückliche Sieger, nachdem auch dieser Lauf 2 Mal neu gestartet wird musste. Zunächst verabschiedete sich nämlich Leitner mit einem Sturz in der Startkurve und anschliessend verlor Cadeyne kurz vor Start und Ziel die Kontrolle übers Bike und stürzte ebenfalls weit abgeschlagen hinter den Holländern. Leitner unterlag insgesamt gesehen zwar mit einem Punkt weniger dem Franzosen, doch fuhr Leitner das weitaus bessere Rennen und hinterliess somit auch den besseren Eindruck. Cadeyne hingegen kam zu seinen 5 Punkten, da er davon profitierte, dass seine Mitstreiter stürzten (die beiden Klabos) oder ausfielen (Göldi).

Der letzte Vorlauf stand an. Söderström gegen Skabraut hiess dieses Duell, denn man traute den anderen 2 Akteuren Namens Cavigelli und Graham Halsall nicht wirklich eine Überraschung zu. Der Schwede machte das Ding klar und katapultierte sich ex equo zu Ivanov mit 13 Zählern. Skabraut standen 12 zu Buche und für Gegenbauer langte es am Ende nun also wirklich, in das Finale zu ziehen.

Doch für den jungen Deutschen war das Finale schon am Ausgang der 1. Kurve zu Ende als er zu Boden ging. Im Rerun kam Skabraut zwar sehr gut aus den Bändern, doch hielt er sich am Ende aus dem Duell Söderström gegen Ivanov heraus. Der Russe gewann also diesen Endlauf vor Söderström und Skabraut.

Vor den letzten 2 GSS-Rennen in Erfurt führen zwar immer noch die Klatovsky-Brüder, doch konnten Skabraut und Stellingwerf gewaltig Boden gut machen.

Holstein wie Klatovsky

In der Juniorenklasse dieser GS-Serie gab es eine Vierländer-Vertretung. Für die Gastgeber ging der Gespann-Europameister Sven Holstein ins Rennen, Österreich schickte den erst 15 Jährigen Mario Schwaiger ins Geschehen, während Simon Gartmann für die Schweiz und Max Niedermeier Jun, der vom Ex-Eispilot Georg Landenhammer unterstützt wird, für Deutschland ans Band fuhren.

Holstein siegte wie so oft nach dem 4. Platz nach dem Start im 1. Lauf vor Niedermaier, Gartmann und Schwaiger. Doch dieses gelang Holstein ab dem 2. Lauf nicht mehr. Im Gegenteil, nach einem einzigen Punkt im 2. Heat folgten zwei Ausritte in die Strohballen und er blieb auf insgesamt 4 Punkten sitzen.

Niedermaier hingegen setzte 3 Laufsiege an seinen 2.Rang zu Beginn hinzu. Auf Rang 2 kam am Ende Simon Gartmann mit 5 Punkten. Auch wenn Schwaiger nach Holsteins 2. Abritt ebenfalls in die Strohballen fuhr, wurde ihm ohne Rerun ein Punkte zugesprochen, den er ihm Ziel erhalten hätte. Mit jeweils 4 Punkten belegten Junioren-Leader der Gesamtwertung Holstein und Schwaiger die Plätze 3 und 4.

Die Ergebnisse - Die Zwischenstände