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Neuer Tag, neues GlückDer 2 Tag in Assen und insgesamt gesehen der letzte Tag der Eisspeedway Einzel WM stand an und die Karten wurden wieder komplett neu gemischt. Mit einem sicheren Vorsprung von 19 Punkten brauchte WM-Leader Nikolai Krasnikov nur ins C-Finale kommen, dann war schon die 2. Weltmeisterschaft in Folge perfekt, auch bei einem Tagessieg vom bislang 2. Bazeev. Doch setzten sich neben Krasnikov andere Akteure ganz gewaltig in Szene, die da u.a. Franz Zorn und Antti Aakko hiessen. Noch vor dem Rennen wurde Aakko noch einmal von Speedway.org drauf aufmerksam gemacht, dass er ja in Assen einen Tag immer im A-Finale stünde, und dass somit dieser Sonntag der Tag dafür wäre. Aakko grinste zwar nur frech, doch hielt er sich an dieses Omen und fuhr sich tatsächlich ins A-Finale. Zorn hingegen übertraf sich selber mit den spannensten Läufen in seinen ersten 2 Outings, wo er bis zur Ziellinie fightete. Doch der 3. A-Finalkandidat war nicht Bazeev sondern Bogdanov. Bazeev musste zum Auftakt gleich eine Nullrunde hinnehmen, was die erste Nullrunde überhaupt in der Vorrundenserie dieser Eis GPs bedeutete. Aber der Reihe nach... Heat 1: Schlitzohr Serenius sucht wieder die knappste Linie an der Innenkante und fährt sich vor Lumpov, Robert Eibl und den weit abgeschlagenen Nikulin ins Ziel. Heat 2: Zorn gegen Russland heisst dieses Match, bei dem der Ex-Vizeweltmeister die Nerven behält und sich den anhaltenden Attacken von seinen Verfolgern Zakharov, Shishegov und Bulankin, der immer noch angeschlagen von seinem Crash am Vorabend schien, stellen und unter dem Jubel er Fans im Fotofinish mit Zakharov und Shishegov zum Sieg fahren kann. Heat 3: Aakko stürmt beherzt hinter Drozdov in die erste Ecke und lässt keinen Meter von ihm ab. Bis zur Ziellinie versucht er alles, um Drozdov den Sieg streitig zu machen, doch bleibt der Russe in Front. Auf Rang 3 erreicht Svensson das Ziel, der den hoch favorisierten Bazeev in Schach halten konnte. Wie man später bei der Pressekonferenz erfahren konnte, waren technische Probleme mit dem ersten Gang die Ursache für dieses und das im folgenden Heat schlechte Abschneiden. Heat 4: Bogdanov bringt Krasnikov eine Niederlage bei, während sich Harald Simon und Klatovsky um den letzten Punkt streiten. Simon muss den Tschechen vorbei ziehen lassen und kommt nur mit der roten Laterne ins Ziel. Heat 5: Zum Erstaunen aller ist Bulankin wieder voll da und fährt einen Start-Ziel-Sieg nach Hause und das gegen die stärksten WM-Piloten dieser Saison. Krasnikov, der einen Rempler mit Nikulin in der Startkurve hatte, und Bazeev haben somit also das Nachsehen und können nur noch Nikulin hinter sich lassen, der seinerseits nach dem Kontakt mit Krasnikov gleich mehrere Meter Anschluss verlor. Mit diesen nun erfahrenen 4 Punkten sollte Krasnikov das Minimum C-Finale erreicht haben und ist somit definitiv jetzt schon der neue Weltmeister 2006. Doch wer ihn kennt, weiss, dass er sich jetzt nicht zum Ausruhen zurückzieht, sondern bis zum Ende voll durch zieht. Heat 6: Mit dem 6. Heat beginnt der Sturzreigen von Shishegov, der in der 2. Runde an 2. Stelle liegend in der Zielkurve in die Strohballen abtaucht. Natürlich wird er vom Rerun ausgeschlossen und entgegen dem Zeitpunkt des Sturzes, muss sich Posa nun erst mal an seinem Landsmann Svensson vorbei an die Spitze kämpfen. Nur um Millimeter kann der schnellste Feuerwehrmann der Welt den Endspurt vor Svensson gewinnen, während Simon seinen 1. Zähler schreibt. Heat 7: Schon in der Startkurve ist dieser Lauf für Zakharov zu Ende als er sich schlicht weg verfuhr und in den vom Bahndienst nach innen geschoben losen Schnee eintauchte. Seine Kollegen Drozdov und Bogdanov kämpfen im Rerun um die Spitze, die sich Bogdanov nach dem Überholmanöver über Drozdov sichern kann. Eibl kommt auf Rang 3 ins Ziel. Heat 8: Der 5. Lauf mit Zorn war schon ein Knaller, doch jetzt folgte wieder ein Lauf, bei dem die kalten Glieder der Fans schnell erhitzt werden sollten. Er muss gegen Aakko, Lumpov und Klatovsky ans Band, die sich in dieser Reihenfolge hinter dem Österreicher einreihen. Und wie schon in Lauf 5 ging es zu dritt über die Ziellinie, dass nur um minimale Spikelängen zu Gunsten von Zorn vor Aakko und Lumpov ausging, während sich Klabo aus diesem Fight rauszuhalten schien. Heat 9: Nach nur einen kleine Verschnaufpause muss Klabo gleich wieder ans Band und er holt sich den Laufsieg im Rerun – Shishegov stürzte zuvor erneut an 2. Stelle liegend ausgangs der Startkurve der 2. Runde – vor den stetig angreifenden Drozdov und Nikulin. Natürlich gab es als Belohnung ein Wheelie für die Fans. Heat 10: Der bisher ungeschlagene Bogdanov fährt zum 3. Outing auf die Bahn und holt sich den 3. Laufsieg in Folge vor Aakko und Bulankin, der seinerseits ein leichtes Spiel mit Posa hat. Posa, der mit ebenfalls 6 Zählern in diesen Lauf ging, scheint mit technischen Problemen am Bike nur noch das Ziel irgendwie erreichen zu wollen. Heat 11: Bazeev konnte im Fahrerlager die Ursache seiner 2 verpatzten ersten Läufe beseitigen und fährt zu seinem ersten Laufsieg an diesem Tag. Zorn findet sich derweil kurzzeitig hinter Eibl wieder, doch kommt er zurück auf die 2. Position, die er auch im Ziel behauptet, während sein Landsmann Simon das Schlusslicht bildet. Heat 12: 2 Duell-Paare bilden sich in diesem Lauf. Zum einen fighten Krasnikov und Lumpov und die Führung, während es Svensson mit Zakharov um Rang 3 zu tun bekommt. Lumpov katapultiert sich mit einem Highsider ausgangs der letzten Runde selber aus der Punktewertung und räumt somit zum 2. Mal an gleicher Stelle an diesem Wochenende die Strohballen ab. Zakharov kommt somit zu 2 Punkten und Svensson zu einem, da dieser Lauf für sie ohne Probleme zu Ende gefahren werden konnte. Die Zwischenwertung nach 12 Heats: Kurs A-Finale: Bogdanov 9, Zorn 8, Krasnikov und Drozdov je 7 Kurs B-Finale: Serenius und Aakko je 6, sowie mehrere Akteure die 4 Punkte auf dem Konto hatten, wie z.B. auch Bazeev. Er musste also noch ganz gewaltig zulegen, will er seine Silbermedaille nicht auch noch verspielen, da Lumpov bis auf 6 Matchpunkte am Samstag aufschließen konnte. Heat 13: Ohne große Vorkommnisse holt sich Aakko seinen ersten Laufsieg an diesem Tag vor Zakharov, Simon und Nikulin. Heat 14: Anders sollte es wieder in diesem Heat verlaufen. In der Startkurve nimmt Posa wieder die Abkürzung durchs Innenfeld und fährt trotzdem dem Feld hinterher. Drozdov geht allerdings in der 2. Runde an 2. Stelle liegend zu Boden und der Lauf wird abgebrochen. Referee Darago entging der Fahrfehler von Posa aber nicht und schloss ihn vom Restart ebenfalls aus. Somit kommt es zum Duell Krasnikov gegen Zorn, das der Russe am Ende dann doch, aber auch wenn nur knapp, für sich entscheiden kann. Heat 15: Svensson führt das Feld aus der letzten Runde zur Ziellinie, doch die Streithähne in diesem Lauf Bulankin und Eibl kommen sich Höhe Fahrerlager zu nahe, wobei Bulankin, der sich von bis hierhin von 4 auf 2 vorarbeiten konnte, in die Ballen muss. Klabo kommt als Letzter dieser Gruppe noch vorbei und Darago entscheidet: Sieg für Svensson, was auch klar war, 2 Punkte für Bulankin und einen Zähler für Klatovsky. Eibl wird für diesen Sturz verantwortlich gemacht und aus dieser Laufwertung genommen. Heat 16: Shishegov fabriziert einen beim Eisspeedway selten gesehen extremen Cowboystart und verliert den Anschluss. Bazeev hingegen kämpft sich von 2 auf 1 vor und bringt Bogdanov die erste Niederlage des Tages bei. Lumpov holt sich den 3. Rang vor Shishegov. Die Zwischenwertung nach 16 Heats: Kurs A-Finale: Bogdanov 11, Zorn und Krasnikov je 10 und Aakko 9 Kurs B-Finale: Bazeev, Drozdov und Svensson je 7 sowie Bulankin, Serenius und Zakharov, die alle 6 Punkte aufweisen. Heat 17: Schulter an Schulter schenken sich Drozdov und Bulankin nichts und gehen auch als Leader ins Ziel vor Lumpov und Simon. Heat 18: Klatovsky befördert sich mit einem Highsider in der 2. Runde an 2. Stelle liegend aus diesem Rennen. Den Rerun sichert sich Bazeev klar vor Zakharov und dem abgeschlagenen Serenius. Heat 19: Aakko sichert sich den besten Start, doch kann er Krasnikov nicht halten. Hinter ihnen entwickelt sich ebenfalls ein Zweikampf, den am Ende Eibl gegenüber Shishegov für sich entscheiden kann. Heat 20: Bogdanov schießt an die Spitze des Feldes vor Zorn, der allerdings durch einen Schlenker von 2 auf 3 zurück fällt. Svensson ist Nutzniesser und kann die kommenden Angriffe abwehren, während sich Nikulin auch aus diesem Lauf zurück hielt. Die Finalaufstellungen – jeweils von Innen nach Aussen:D: Eibl (4 Vorlaufpunkte – 3 WM-Punkte), Simon
(2 - 9), Nikulin (1 - 17), Shishegov (1 - 37) Das D-Finale: Ausgangs der ersten Runde reißt Shishegov einen Strohballen auf die Strecke. Der Lauf wird abgebrochen und ohne den Russen wiederholt. Damit wird er das Schlusslicht der letzten Tageswertung. Der Finalsieg geht letztendlich an Simon, nachdem er und Eibl sich mehrmals überholt haben und nur ein Fotofinish entschieden konnte. Nikulin wird mit Pfiffen der Fans abgeschlagen auf Rang 3 begleitet, ehe er noch ausfällt. Das C-Finale: Zakharov holt sich die Führung doch kann er Serenius nicht bis zum Ende halten. Hinter dem Russen kommen Lumpov und Klatovsky ins Ziel. Für Lumpov stand allerdings vor dem Finale schon fest, dass er den 3. Rang, den er nach dem GP vom Vortag erfahren hatte, verloren hat und musste nun noch abwarten, wie sich Zorn aus dem A-Finale schlägt. Denn mit einem Finalsieg seitens Zorn würde für den Österreicher sogar noch die Bronzemedaille drin sein. Das B-Finale: Bazeev hält mit dem Laufsieg nach diesem verpatzten Start in diesen letzten WM-Lauf Schadensbegrenzung und sichert sich somit ungefährdet die Silbermedaille. Rang 2 in diesem Finale sichert sich Drozdov nur um einen Hauch vor Svensson und den abgeschlagenen Bulankin. Das A-Finale: Weltmeister Krasnikov überlässt auch in diesem letzten A-Finale der WM-Saison nichts dem Zufall und fährt zum 4. Finalsieg in Folge, was bedeutete, dass er der erste Weltmeister wird, der mit Maximum gewinnt. Bogdanov folgt ihm und sichert sich somit die Bronzemedaille, während der am meisten in Zweikämpfe involvierte Zorn auch den Kampf gegen Aakko am Ende ganz knapp für sich entscheidet. Bei der Pressekonferenz: Renzo Gianini aus Italien gratulierte dem alten und neuen Weltmeister Nikolai Krasnikov und dankte auch Bazeev und Bogdanov für den tollen Sport. Glückwünsche durfte auch Zorn entgegen nehmen, der sich mit diesem Rennen auf Rang 5 in der Gesamtwertung kämpfen konnte und somit bester Nicht-Russe wurde. Zorn sei eine richtige Herausforderung für die Russen gewesen, so Gianini. Ebenfalls anwesend war Johnny Tuinstra bei dieser Pressekonferenz, der noch einmal von seinem Gesundheitszustand berichtete. Die Punkte Heat für Heat – Das Endergebnis Das Assen-FazitPositivDie Akteure zeigten sowohl beim Golden Spike Rennen als auch an den GP Tagen klasse und heiße Läufe, was ein wenig über die Eiseskälte hinweg tröstete. Für eine Stunde wurden an allen 3 Renntagen den Fans das Fahrerlager für ein Pitwalk geöffnet, die sich in Gruppen das Geschehen hinter den Kulissen kurz ansehen konnten. NegativWie man hörte, wurden Besuchern des Campingplatztes, die nicht campierten, aber eventuell Freunde oder Bekannte besuchen wollten, 2,50 Euro pro Tag abgenommen, nur um mal einen Rundgang oder ähnliches zu machen. Zum Duschen stand den Campern dann leider nicht mehr die Umkleide mit Dusche zur Verfügung, da diese, wie auch die Bodega, abgerissen wurden. Für jeweils eine Stunde wurde der Pressevertretung ebenfalls das Fahrerlager geöffnet, doch leider räumte man - wie immer in dieser Zeit - die Fahrerbesprechungen der Golden Spike Rennen und des GPs ein, so dass kein Akteur sich den Fragen der Presse stellen konnte. Stadionsprecher Klaus Witt erwischte nicht sein allerbestes Wochenende und brachte die Fans mit seinen Versprechern immer wieder zur Verzweiflung, was u.a. auch das Führen des Programmgheftes enorm erschwerte, auch wenn er sich für diese Fehler immer wieder entschuldigte. |