Grasbahnrennen in Balkbrug
17.04.2006

17.04.2006 09:46:32
Sollte das die Sonne an einem Renntag sein?
Diashow start/stop weiter

Zum Lesen auf Diashow start/stop klicken

Alles war perfekt

Beim Grasbahnrennen in Balkbrug war alles perfekt. Angefangen vom Wetter – endlich mal ein sonniger Tag – über spannende Läufe bis hin zu einem Hauch von „Nur die Liebe zählt“.

Rund 2500 Fans kamen und wurden Zeuge eines tollen Renntages, bei dem es vor allem 2 herausragende Akteure gab. Zum einen fuhr sich der werdende Papa Theo Pijper in der Vorrunde von Laufsieg zu Laufsieg und zum anderen war es die Nachnominierung für den verhinderten Richard Wolff Bernd Diener, der nach dem Sieg des Bahnrekordes auch in den Pflichtläufen aus dem vollen schöpfte.

Auf das direkte Duell dieser beiden mussten die Fans aber bis zum doppelten A-Finale warten und sie wurden mit den tollen Fights und mehreren packenden Überholmanövern belohnt. „Je oller, je doller“ – so Diener lachend nach dem Finale, der sich über seinen 2. Rang hinter Pijper riesig freute. Aber einfach machte es der 46-Jährige dem 26-Jährigen nicht. Pijper musste sich schon gewaltig lang machen, doch mit den beiden Siegen in den Finalläufen war es dennoch eine klare Sache am Ende für den Kapitän der Edinburgh Monarchs.

Und dass Vater werden beflügelt, sah man schon in den letzten 2 vergangenen Saisons unter anderem bei Stephan Katt oder Jörg Tebbe. Pijper bewies dies ebenfalls an diesem Renntag. Doch Vater sein scheint noch mehr zu motivieren, denn konnte sich Papa Christian Hülshorst mit einem klasse Rennen in diese Saison fahren. Rennleiter Bert Eijbergen erkannte schon im Training: “Der Hülshorst ist ja gut drauf“ und behielt am Ende auch Recht, als Hülshorst bei der Siegerehrung neben Pijper und Diener Platz auf dem Podest nehmen durfte.

Dabei fing es für den Lüdinghauser noch gar nicht so gut an, als er im 1. Lauf „nur“ 2 Pünktchen ins Ziel brachte. Doch sowohl hier als auch im folgenden Heat setzte er sich vor allem mit tollen Fights gegen oder auch mit Paul Cooper in Szene. Ein weiterer Rang 2 und ein Lauf Sieg brachte ihn auf 11 Punkte und die Qualifikation zum Finale. Hier fuhr er souverän auf Rang 3 und 4 ins Ziel, was Rang 3 in der Endabrechnung machte.

Einen Podestplatz im Visier hatte aber auch Jannick de Jong, der 2 klare Laufsiege und einen 2. Platz hinter Diener in der Vorrunde zu verzeichnen hatte. Doch in beiden Finals kam er äußerst schlecht aus den Bändern und hatte neben den Gegnern auch mit der Sicht zu kämpfen. Ein Strahl des tiefen Untergrundes bedeutete eine heftige Packung vor der Brille. So fuhr er auch ab der Hälfte des 2. Finals ohne Brille hinterher. In der Endabrechnung war es somit statt eines Podestplatzes „nur“ der 5. Rang.

Einen Rang besser setzte sich der gut aufgelegte Erik Eijbergen in Szene, der schon 11 Punkte in der Vorrunde zusammenfuhr. 11 Punkte sammelte auch der Norweger Marius Rokeberg, der ausgesprochen gut mit der Bahn zurechtkam und ein tolles Rennen fuhr. Im Endlauf der Top 6 allerdings hatte er nicht mehr viel hinzu zu setzten und landete am Ende auf dem 6. Rang.

Machtlos unterlegen - wie 2005

Die gleiche Majorität der Plätze und somit 11 Punkte hatte auch Glen Philips, doch da nur 6 Plätze vergeben wurden, musste einer zugucken. Und wie im letzten Jahr traf es wieder den Briten, der es einfach nicht glauben konnte, wieder einem Losentscheid zum Opfer gefallen zu sein, obwohl im direkten Duell Rokeberg in der Vorrunde schlagen konnte. Die Rücksprache mit der Rennleitung brachte ihm so gut wie gar nichts. So hatte er keine Chance mehr, seine Platzierung zu verbessern.

Dirk Fabriek, der sich mit einer der schnellsten Trainingszeiten noch für den Bahnrekord qualifizieren konnte, ging in den Rennen etwas unter und fuhr nur noch 9 Punkte zusammen. Harm Jannes Renkema und der mit dem spektakulärsten Fahrstil Paul Cooper waren immer gut für Zweikämpfe und belegten die folgenden Plätze. „Coopermans“ Landsmann Richard Smith, der das erste Mal in Balkbrug an den Start ging und die beiden Dubernards Christophe und Gabriel setzten das Ergebnis fort. Allerdings verletzte sich Gabriel im letzten Vorlauf am linken Fuss, als er sich in einem Loch verhakte. Nachdem er unter Schmerzen diesen Lauf dennoch zu Ende fuhr, suchte er sofort den Rennarzt auf.

Shane Colvin, Manfred Knappe, Henry van der Steen, Daniel Rath, der auch das erste Mal in Balkbrug an den Start ging, und Wouter Duursema komplettierten die Wertung, doch kamen sie alle nicht – bis auf van der Steen – über die kompletten Distanzen. Colvin fiel im letzten Vorlauf aus und Knappe hatte ebenfalls im letzten Durchgang am Start einen Kupplungsschaden und fuhr ins Fahrerlager, da die Zeit abgelaufen war. Rath hingegen musste gleich 2 Mal vorzeitig ins Innenfeld. Ein Kettenriss und ein Vergaserproblem stoppten den Teterower, während Duursema für den einzigen Sturz des Tages verantwortlich war, und das wo er aussichtsreich an 2. Stelle im 2. Umlauf lag.

Dreirad-Action vom Feinsten

3 Vorläufe mussten auch die Dreiradartisten absolvieren, ehe die Einteilung der Finals erfolgen konnte. Die Matthijssens begannen diese Saison so, wie sie es in der letzten Saison schon gezeigt hatten. 3 Laufsiege in 3 Heats – das bedeutete natürlich das A-Finale. Die Europameister Sven Holstein und Desirée Daubert mussten einige Federn lassen und kamen aber immer noch auf 11 Zähler.

Nebenbei fragte ich Sven, was mehr Spass machen würde Eisspeedway oder Gespann. Und er antwortete: „Eisspeedway.“ Co-Pilotin und Freundin Daisy wusste aber auch dafür gleich eine Lösung, in dem sie sich einfach bei den Eisrennen hinter ihm hängen würde. Doch ehe sie diese Möglichkeit haben, das Vorhaben mal zu testen, muss erst einmal die Grasbahnbahnsaison beendet werden.

Zurück zum Renngeschehen:

Mit jeweils 10 Punkten standen Lester und Anthony Goodwin sowie Mark Detz und Gerard Eelsing direkt im A-Finale, während Marks Cousins Wilfried und Denny Detz sowie Raymond de Rooy und Sandra Mollema durch je 5 und Philip Wierenga mit Hessel Auwema durch 4 Vorlaufpunkte im B-Finale sich zunächst wieder trafen. Das 2. britische Gespann mit Andy und Laura Kerrisson musste wegen technischer Probleme auf diese Chance verzichten, sich noch mit einem Rang auf 1 und 2 für das A-Finale zu qualifizieren. Diesen Part übernahmen nach einem packenden Dreikampf de Rooy/Mollema und Wierenga/Auwema.

Die Matthijssens lagen wieder einmal klar in Front, als hinter ihnen Holstein Detz angriff und sich beide verhakten. Beide wurden unlenkbar Richtung Bande geschoben und Schiedsrichter Rudie Huizenga drückte die rote Lampe für den Abbruch. Die Europameister wurden disqualifiziert, während Detz mit Co-Pilot Eelsing anschliessend einen bombastischen Restart hinlegte. Die Matthijssens fanden sich derweil nur an letzter Stelle wieder, doch kämpften sie sich bis zum Ausgang der 1. Ecke schon wieder auf Rang 2 vor und jagten nun die Führenden. 2 Runden lang schaute sich William dieses an und setzte gekonnt zum Überholmanöver an. Goodwin/Goodwin folgten auf Rang 3 vor Wierenga/Auwema und de Rooy/Mollema ins Ziel.

Eine Überraschung der besonderen Art

Eine romantische Idee hatte Matthijssen Super-Fan Peter, der in Nathalies Renndress mit Willliam im Gespann auf die Bahn fuhr, um seiner Esmeralda nach 11 Jahren nun einen Heiratsantrag vor der ganzen Bahnsportwelt zu machen. Natürlich sagte sie „Ja“ und mit dem Chauffeur William Matthijssen ging es auf eine Ehrenrunde... Ach war das schön....

Die Ergebnisse

Das Balkbrug Fazit:

Positiv:

Netterweise wurden mehrere Angelegenheiten ermöglicht. Zum Einen, dass es in einer der Bahndienstpausen mit dem Heiratsantrag zu diesem außergewöhnlichen Rahmenprogramm kam. Des weiteren wurde Patrick Diener in der Trainingssession die Möglichkeit gegeben, einige Runden zu drehen und wurde als 3. Reservefahrer nachgenannt. Der Schiedsrichter hatte auch im 2. Durchgang der Gespannklasse Erbarmen, als den Goodwins die Kupplung durchging und sie klar aber unaufhaltsam ins Band fuhren. Sie durften wieder ans Band.

Negativ:

Bis auf, dass sich die Finalheats in allen Klassen durch den ewigen Bahndienst nach fast jedem Lauf doch etwas in die Länge zog - die Zeit aber durch die Siegerehrungen überbrückt wurde - gab es eigentlich nichts zu beanstanden an diesem sonst so perfekten Renntag.