Deutsche Langbahn Meisterschaft in Berghaupten
10.09.2006

10.09.2006 09:43:27
So Kinners, ich bin startklar
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Die letzte nationale Entscheidung

Für den Titelverteidiger Robert Barth war es die letzte nationale Entscheidung, die er in Angriff genommen hat. Nach dem Crash vom Samstagabend auf dem Speedway-Oval humpelte er zunächst noch durchs Fahrerlager, doch war beim Training auf dem Bike nichts von dem Handicap zu erkennen.

Nach einem Mammutprogramm der Rahmenklassen am Vormittag und der obligatorischen Fahrervorstellung ging es sodann gleich in die Vorlaufheats zur Langbahn-DM 2006. Euphorisch unterstützt wurde hierbei ganz klar der Lokalmatador Bernd Diener, der sich nach dem Abend auf der Speedwaybahn auf dieser langen Grasbahn wieder sichtlich wohler fühlte.

Barth, Diener und auch Gerd Riss gewannen im 1. Wertungsblock jeweils ihre Läufe und trafen im 4. Heat aufeinander. Riss fuhr als erster in die Ecke, doch konnte Barth ihn einholen und auf Rang 2 verdrängen, während Diener mit Rang 3 Vorlieb nehmen musste.

Nach diesem Treffen der bisherigen Laufsieger hatten die Akteure der Heats 5 und 6 nun ihrerseits die Möglichkeit, ihr eigenes Konto um 5 wertvolle Punkte aufzustocken. Matten Kröger tat dieses im 5. Lauf, nachdem er bei seinem ersten Einsatz aufgrund eines Motorschadens nur noch auf Rang 5 ins Ziel rollte.

Stephan Katt, der aufgrund eines Rennens in England am Vorabend und dem späten Landen in Deutschland auf das Training verzichten musste und kalt ins Rennen ging, verbesserte seinen zuvor eingefahrenen 2. Rang nun um diese 5 Punkt im 6. Lauf.

Barth führte nach 2 Durchgängen ungeschlagen mit 10 Punkten, gefolgt von Riss und Katt mit je 9 und Diener und Enrico Janoschka, der sich konstant auf Rang 2 bis hierhin ins Ziel fuhr, mit je 8 Punkten. Mit 7 Punkten hielt Peppi Rudolph Anschluss, der sich vor allem im 2. Lauf dieser DM von Rang 6 auf 3 vorarbeitete und ebenfalls im darauffolgenden Heat sich wieder nach vorne kämpfte.

Der 3. Durchgang

Barth setzte mit dem Laufsieg in Heat 7 ganz klar die Maximumführung fort gefolgt vom werdenden Papa Janoschka, der seinem 2. Platz ebenfalls treu blieb. Allerdings fuhr zunächst Riss auf diesem 2. Rang, der dann aber Platz um Platz durch ein Vergaserproblem verlor. B-Lizenz-Vertreter Toni Kröger, der auf Rang 3 liegend im Auftaktheat wegen eines Kettenrisses ausfiel, konnte sich nach bisher einem Zähler nun 3 Punkte sichern. Beinahe hätten diese insgesamt 4 Punkte dann auch noch für den Einzug des Semifinals gereicht, wenn es nicht zu diesem dramatischen Ausgang des 8. Heats gekommen wäre.

Ein Aufsteiger mit Folgen

Rudolph setzte sich vor die Konkurrenz und führte das Feld ausgangs der 2. Runde. Er bekam ausgangs der Zielkurve dann aber soviel Gripp, dass sein Vorderrad stieg. Zunächst zeitlupenmäßig, dann fast unaufhörlich, bis das Bike durch die Luft wirbelte und Peppi zum Glück in die Auslaufzone rollte, ohne von den nachfolgenden Kollegen gefährdet zu werden.

Hui, was für ein Schreck, doch rappelte sich der schon so oft gebeutelte Peppi schnell wieder auf und kam mit einem Verband am linken Ellenbogen von den Sanitätern zurück. Für den Restart wurde er als Abbruchverursacher natürlich ausgeschlossen, doch für das Semifinale (die Punkte hätten noch locker gelangt) musste er absagen.

Der Restart stand an und die Platzierung bis zur letzten Runde lautete Kröger, Tebbe, Otto Niedermeier und Daniel Rath. Christian Hülshorst fiel vor dem Unfall von Peppi wegen Kettenriss bereits aus und versuchte sich trotzdem zum Feld des Restarts zu mogeln, was ihm aber nicht durchsetzungsfähig gelang.

Felge ohne Reifen

Zurück zur letzten Runde des 8. Laufes. In dieser Konstellation hätte Toni Kröger mit 4 Punkten gegenüber Rath die bessere Majorität gehabt und hätte mit Vorlaufplatz 12 das Semi erreicht und Rath wäre draußen gewesen. Doch Tebbe wurde merklich langsamer und sowohl Niedermeier als auch Rath fuhren an Tebbe vorbei. Ein Plattfuss machte sich breit. Kurz vor dem Ziel verabschiedete sich dann sogar noch der Reifen von der Felge und irgendwie jonglierte sich Tebbe über die Ziellinie.

Die Folgen

Dies hatte nun zur Folge, dass Tebbe anstatt 10 jetzt nur 8 Punkte hatte, und Rath sich durch diesen einen Zähler mehr auf 5 retten konnte und ebenfalls das Semifinale (zu diesem Zeitpunkt) vor Augen hatte. Es musste ja erst noch der letzte Vorlauf abgewartet werden.

Der letzte Vorlauf

Hier führte Katt vor Diener, doch kam der Hausherr an die Spitze und fuhr als Sieger durchs Ziel gefolgt von Catman sowie dem gut aufgelegten Daniel Bacher und Benny Hegener.

Ein kurzer Blick zurück

Apropos Bahn verlassen, apropos Hegener: Im 6. Heat kam der Osnabrücker ausgangs der Zielkurve ins Seitenaus, was aber nicht geahndet wurde. Dafür wurde Manfred Knappe wegen Verlassens der Bahn aus der Wertung genommen (wobei ich persönlich nicht mit bekommen habe, wo er die Bahn verliess.) Hegener schrieb insgesamt 7 Punkte und fand sich im Semi wieder, während Knappe insgesamt 3 Punkte auf dem Konto hatte.

Die Einteilungen der Semis

Die Helmfarben wurden vor dem Rennen entsprechend der Vorlaufplatzierungen schon für die Semifinals und das Finale festgelegt. Was nun folgte, waren die entsprechenden Namen einzufügen, die sich wie folgt herausstellten:

Semi 1 von innen nach aussen: Kröger 11, Tebbe 8, Janoschka 12, Rath 5, Barth 15, Bacher 9

Semi 2 von innen nach aussen: Katt 13, Diener 13, Hegener 7, Riss 10, Rudolph 7, Niedermeier 9

Semi 1

Barth zog mit einem Start-Ziel-Sieg und einem lupenreinen Maximum natürlich ins Finale. Janoschka blieb seinem 2. Rang wiederum treu und hatte mit 16 Zählern auch das Ticket fürs Finale schon sicher. Den 3. Rang sicherte sich nach atemberaubender Aufholjagd Bacher, der sich von 5 auf 3 vorarbeitete. Dabei verfrachtete er seinen Kumpel Kröger auf Rang 4 und Tebbe, der nun auch noch einen Platz verlor und Fünfter wurde. Abgeschlagen fuhr Rath sein Rennen zu Ende, doch wusste der Teterower, dass nach dem Semi eh aus Punktesicht das Aus kommen würde.

Semi 2

Da Rudolph ja auf das Halbfinale verzichtete, fuhren also nur 5 Mann ans Band. Bei diesen DM-Prädikaten wird laut FIM-Reglement kein freier Platz weder im Halbfinale noch im Finale durch einen Reservisten aufgefüllt. Diener machte es Barth nach und fuhr einen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Katt war wiederum geschlagen und konnte nur noch die folgenden Fahrer ins Ziel führen. Diese waren Riss mit einem blubbernden Bike auf Rang 3, Hegener auf Rang 4 und einen Niedermeier, der die erste halbe Runde dieses Halbfinals mit dem Bike haderte, ehe er richtig am Gashahn drehen konnte.

Wer ist im Finale?

Wer stand nun im Finale? Es waren Riss 13, Janoschka 16, Diener 18, Barth 20, Kröger 13 und Katt 17 von innen nach aussen. Den Fans hätte bei entsprechender Konstellation im Ziel sogar noch ein Stechen ins Haus gestanden, doch taten die Jungs den Fans diesen Gefallen nicht.

Das Finale

Riss führte die Konkurrenz in die erste Ecke, gefolgt von Diener, Janoschka, Barth sowie Katt und Kröger. Barth holte mächtig Schwung und holte die 3 Kollegen vor ihm ein. An seinem Meistertitel gab es nun nichts mehr zu rütteln, außer ein Ausfall hätte ihn gestoppt. Riss kam nun wieder besser durch die Runden und blieb auf dem 2. Rang vor Diener, Katt, Janoschka und Kröger.

Um eine Kollision mit Kröger aber zu vermeiden, fuhr Janoschka ausgangs der letzten Ecke „freiwillig“ ins Seitenaus und ihm wurde der letzte Wertungspunkt, den er im Ziel gehabt hätte, nicht gegeben, auch wenn es auf der LED-Wand noch angezeigt wurde.

Die Platzierungen

Somit Hiessen der Sieger und die Platzierten 1. Robert Barth 25, 2. Bernd Diener 21, 3. Stephan Katt 19, 4. Gerd Riss 17, 5. Enrico Janoschka 16, 6. Matten Kröger 15.

Die weiteren Platzierung nach den Semifinals lauten wie folgt: Daniel Bacher 12, Otto Niedermeier 10, Jörg Tebbe 9, Benjamin Hegener 9, Herbert Rudolph 7, Daniel Rath 5.

Die Plätze 13 bis 18 gingen an Toni Kröger 4, Paul Bauer 4, der jeweils kämpfend im hinteren Drittel des Feldes zu finden war, Manfred Knappe 3, Christian Hülshorst 3, Volker Striepe 1, der immer noch an den Sturzfolgen von Werlte laboriert und dadurch ein Kräftedefizit hat, sowie Markus Eibl 0, der 2x ausfiel und sich bei einem Start betrogen fühlte. Die Reservisten Hermann Bacher und Jan Pape kamen nicht zum Einsatz

Eine Frage

Da es in den vergangenen Jahren die Startnummern der folgendenden Saison durch die Platzierungen der DM gab, bleibt nun aber die Frage zu stellen: Wird es 2007 die Startnummer 1 überhaupt geben? Barth wird sich nach dieser Saison ja vom aktiven Bahnsport zurückziehen und somit die Startnummer 1 selber nicht vertreten können. Oder werden die Startnummern entgegen der DM-Platzierungen um einen nach oben versetzt?

Maximumsieg in Schwerstarbeit

In der Gespannklasse der internationalen gab es mit Tommy Kunert und Bernd Kreuzer ebenfalls Maximumsieger, doch mussten sie sich zumeist durchs Feld arbeiten. Kaum ein Start gelang perfekt, doch boten die Europameister mit ihren Überholmanövern für Stimmung bei den Fans. Ebenso fleissig am Ackern war Oliver Wehrle mit Thomas Schmid, der sich mit seinen Zweikämpfen mittlerweile ein Markenzeichen gesetzt hat und mit 4 Punkten Abstand zu Kunert dennoch klar den 2. Gesamtrang sicherte.

Die deutschen Meister Stefan Brandhofer und Stefan Peters fühlte sich gegenüber der Speedwaybahn am Abend zuvor nun wieder richtig wohl und kämpften sich bis zum Finale jeweils auf Rang 2 ins Ziel und standen vor diesem letzten Lauf punktgleich mit Wehrle in der Wertung. Im Finale allerdings konnten sie sich nur von Rang 6 auf 5 kämpfen und verloren somit den vermeintlichen 2. Gesamtrang. Mit 13 Punkten standen sie dennoch ungefährdet auf dem 3. Podestplatz, da die Briten Lester und Anthony Goodwin, die in ihren Läufen immer die Nase nach dem Start in Front hatten, insgesamt 11 Punkt auf dem Konto hatten.

Geschlagen durch einen Zahnriemenriss waren die Sieger des Ausscheidungsrennens Marco Hundsrucker und Florian Niedermeier. In der 3. Runde des Auftaktheats fielen sie aus, als sie sich gerade auf von 4 auf 3 vorgearbeitet hatten. Mit diesen 3 Punkten mehr wäre aber mehr als diese 5. Position sowieso nicht drin gewesen und so verabschiedeten sie sich mit 7 Zählern. Die Mößmers, die ebenfalls durch die Quali am Morgen mussten, fuhren 4 Punkte ins Ziel und waren die letzten, die das Finale auffüllten. Sie fuhren aber mit der roten Laterne im Endlauf ins Ziel.

Völlig unter Wert geschlagen waren die Vize-Europameister Markus Brandhofer mit Helmut Beller. An diesem Tag lief es nicht wirklich und ihre 2 einzigen Punkte resultierten aus dem 1. Heat, bevor sie im anschliessenden Heat sogar ausfielen. Sven Holstein und Desirée Daubert mussten ebenfalls einen Ausfall bei ihrem 2. Einsatz einstecken wegen Motorschaden. Im ersten Heat waren es Sichtprobleme, die sie auf Rang 6 fuhren liessen und erst im letzten Vorlauf kamen sie ihrem Ehrenpunkt.

Kleines Fazit

Alles in allem musste man in dieser Klasse aber schon den Überblick behalten bei den vielen Überholaktionen. Der Gespannsport – gerade der Deutsche - hat kurz vor der EM enorm an Attraktivität dazu gewonnen und es macht wirklich Spass, bei solchen Fahrerfeldern, Zeuge dieser actionreichen Rennen zu sein.

International besetztes B-Lizenz Feld

Mit 4 Gästen aus Frankreich sowie einem mit deutscher Lizenz fahrenden Ungar gingen die 16 Akteure in der B-Lizenz auf die Reise. Ein Nord-Süd-Gefälle gab es nur durch die Präsenz des Lüdinghausers Jens Klein, der allerdings wieder vom Pech eingeholt wurde.

Vor dem Finale standen Lokalmatadorin Julia Frenk und Richard Speiser mit 14 Punkten jeweils ungeschlagen an der Spitze und die ersten Verfolger warteten mit 11 Punkten in Person von Marcel Möbus und Jerome Lespinasse auf das Finale.

André Daubert und auch Klein verspielten durch Ausrutscher wichtige Punkte und bessere Vorlaufplatzierungen. Daubert führte im ersten Wertungsblock vor Julia Frenk – und das vor den ungläubigen Augen seiner Schwester Desi, die nicht verstehen konnte, warum ihr Gespann-Motor bei André abging wie Schmitz-Katze und bei ihnen selber nicht wirklich läuft. Allerdings konnte André die 7 Punkt nicht ins Ziel bringen, da er in der letzten Runde kurz den Bahnbelag testete und nur auf Rang 5 ins Ziel kam.

Eine gute Position und 6 wertvolle Punkte verspielte dann im 2. Lauf dieser Konkurrenz Klein und wurde obendrein dann auch noch um die Ausbeute seiner Wiedergutmachung betrogen.

Es war ausgangs der letzten Ecke, als er mit dem Bike wegrutschte. Er sprang aber sofort wieder auf sein Bike und fuhr noch in den Punkträngen ins Ziel hinterher. Dieser Ausrutscher wurde aber als Disqualifikation gewertet, da angeblich beide Achsen des Bikes außerhalb der Strecke gelegen haben soll, was Klein aber bestritt.

Während sich Klein dann aber im 2. Durchgang mit Rang 2 und 6 Punkten in das Finale retten konnte, musste Daubert vorzeitig zurück ins Fahrerlager, da er ins Band fuhr.

Julias Schwester Nadine fuhr ihrerseits ein beherztes Rennen und qualifizierte sich wie die bereits erwähnten Schwester Julia, Richard, Marcel, Jerome und Jens für den Endlauf. Ausserdem waren dabei: Antoine Ochsenhofer und Jean-Michel Bouillaud.

Die Dramatik in dieser Klasse kam am Start für Jens und Julia. Jens schien der Gang heraus gesprungen zu sein. Er konnte aber dem Feld hinterher eilen, während Julia immer noch am Start stand, als die Konkurrenz schon auf der Gegengeraden war. Sie rettete sich und ihr Bike durch die Tür in der Bande bei Start und Ziel und war den Tränen nahe, da ein dusseliger Zahnriemenriss ihr alle Chancen auf den Tagessieg vermasselte.

Das Podest konnte sie nun aus eigener Kraft somit auch nicht mehr verteidigen, denn fuhren Speiser, Bouillaud, der aber keine Chance aufs Podest gehabt hätte, Lespinasse und Möbus so in die Punkte, dass sie Julia auf den 4. Gesamtrang verdrängten.

Pechvögel Steigerwalds

Was ist bloß mit der Technik bei den Steigerwalds los? Wie schon so oft bei den Rennen zuvor mussten sie gute Platzierungen, wichtige Punkte und vermeintliche Podestplätze vom Innenfeld aus hinterher winken.

So auch in Berghaupten. In Führung liegend schieden sie im Auftaktheat in der 3. Runde aus. Thomas Buß und Helmut Gärtner blieb somit das direkte Duell um den Laufsieg erspart. Auch im 2. Heat sah es für die Brüder Stefan und Sebastian nicht anders aus, ehe sie auf den 3. Start endgültig verzichteten.

Buß fand in der Zwischenzeit einmal seinen Meister im Teenie Patric Metzger mit Jörg Levihn – Sorry Patric, ich weiss du hast schon einen Führerschein... Nichtsdestotrotz blieb der Sieg von Metzger über Buß der einzige, denn schlugen die ersten Verfolger der SBM-Wertung wieder zurück und Buß / Gärtner sicherten sich somit auch den Tagessieg.

Klar, dass bei einem Punkt Abstand Rang 2 an Metzger / Levihn ging, doch wurde es um Rang 3 spannend. Die einzigen norddeutschen Vertreter Maik Domscheit und Kristoffer Loch hätten zum Zeitpunkt ihres Sturzes in der Startkurve des 2. Heats bestimmt nicht mehr damit gerechnet, noch auf dem Podest zu stehen. Doch ihr Glück war zum einen, dass sie unverletzt blieben bei dem Startkurvengetümmel mit anschliessenden Überschlag, dass sie wieder zugelassen wurden und dass auch ihr Gespann einigermaßen einsatzfähig war.

Mit gehörigen Abstand von insgesamt 6 Punkten war es schon eine Welt zu Buß und Metzger, doch blieben die Lüdinghauser mit 7 Punkten immer noch vor Imanuel Schramm mit Corinna Günthör, Karlheinz Waldhäusl mit Thomas Angerer die aber ihren Podestplatz aufgrund eines Ausfalles im letzten Lauf verspielten, den Lokalmatadoren und als Reservist 1x zum Einsatz gekommenen Achim und Christian San Milan sowie den gebeutelten Steigerwalds.

Kids im Doppelpack

Mit ebenso wenig Schlaf wie die Großen gingen die Schülerklassen A und B auch am Sonntag auf der Grasbahn ins Rennen. In der „Schnullerklasse“ sicherte sich Robby Swoboda mit dem Sieg im letzten Lauf auch am Sonntag den Tagessieg, nachdem er schon auf der Speedwaybahn gewinnen konnte. Aber es war knapp, denn wurde Lokalmatador David Pfeffer ordentlich angefeuert und konnte zwar einen Punkt hinter Swoboda aber einen Punkt vor dem deutschen Meister dieser Klasse Michael Härtel Rang 2 behaupten.

Der nachfolgende Trupp an Kids zeigte, auch wenn die Punkte eine andere Sprache sprechen, ebenfalls klasse Zweikämpfe und jeder von ihnen hätte einen Pokal verdient gehabt.

In der Klasse der 125ccm Akteure hiess es „Ladie first“! Philine Ittermann scheiterte am Samstag nur aufgrund der etwas schlechteren Majorität am Podestplatz. Dafür zeigte sie am Sonntag mit 2 Laufsiegen und einer „Niederlage“ gegen den späteren Zweitplatzierten Maik Hofmann den Jungs die Sporen. Ein Schulter an Schulter-Duell im 3. Lauf gegen Michell Hofmann, allerdings hinter dem enteilten Maik, gewann sie nervenstark und sorgte somit zum einen für ihren Tagesieg und zum anderen, dass Michell noch hinter seinem Bruder auf Rang 3 kam.

Das Ergebnis - Speedway Night

Das Berghaupten-Langbahn-Fazit.

Negativ:

Es dauerte leider bis zum Nachmittag, ehe der Informations-Fluss vom Turm zum Fahrerlager funktionierte. Die Gruppeneinteilungen der B-Lizenz kam erst rüber, als sich das Tor bereist zum 1. Heat öffnete. Auch blieben leider durch zu schnell aufeinander folgende Rennen am Vormittag 2x die Punkte auf der Strecke. (Diese wurden aber später nachgereicht)

Es sollten im nächsten Jahr spezielle Posten in oder ausgangs der Kurven dringendst platziert werden, um eventuelle Ausritte neben der eigentlichen Strecke besser und fair zu ahnden. (Aus der Sichtperspektive des Schiedsrichters kann ich mir vorstellen, dass es zum Teil nicht immer zu erkennen war. Beleidigungen Richtung des Referees, so wie es im Forum mit „Sehschwäche oder andere Gebrechen“ angedeutet wurden, halte ich für unfair, auch wenn die Kommunikation zwischen Akteure und Schiedsrichter / Sportkommissar (?) hätte stattfinden können / müssen.)

Positiv:

Auch hier wurde die LED-Wand mit Punkten und Rennszenen bestückt.

Die Euphorie der vielen einheimischen Fans beim Auftritt der Lokalheros in allen Klassen war bemerkenswert. Die Kulisse insgesamt gesehen war klasse.

Das Zusammenspiel der Sprecher Andrea Gärtner (Innenfeld) und Rüdiger Stadel (Turm) war erfrischend und informativ.

Es ist erstaunlich, wie viele Fans noch nach dem Rennen, das trotz der vielen Rennen abgesehen vom anschliessenden Bahnrekord pünktlich gegen 17.00 Uhr zu Ende war, noch im und um das Festzelt verweilten. Es schien, als sollten diese Race-days gar nicht zu Ende gehen.

Vielen Dank an Familie Stange für die nette Gastfreundschaft.