Speedway EM Quali in Blijham
07.05.2006

07.05.2006 08:59:59
10 Stunden nach dem Finale in Moowidamm
ging es in Blijham für einige Fahrer schon
wieder an die Arbeit
Stephan Katt
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Kroner und Katt im Visier des Geschehens

Beim Speedway EM Qualifikationslauf in Blijham gab es 7 + 1 Fahrkarten für das Semifinale in Wiener Neustadt am 29.07. zu verteilen. Aus deutscher Sicht waren mit Stephan Katt und Tobias Kroner 2 Piloten mit dabei, die durchaus auf den Zug aufspringen konnten. Doch beide gingen je einmal durch Stürze leer aus und diese vermeintlichen Punkte fehlten am Ende ganz gewaltig.

Es kam am Ende sogar so dick, dass beide 8 Punkte auf dem Konto hatten und sich mit dem Italiener Guglielmo Franchetti ins Stechen um das letzte feste Ticket und den Reserveplatz streiten mussten.

Im Auftaktheat mussten beide gleich gegeneinander antreten. Für Kroner wurde der Platz in der 1. Ecke zu eng und er ging gleich zu Boden. Auch wenn er sich wieder aufrappelte und eine Runde hinterher fuhr, steckte er Höhe Fahrerlager der nächsten Runde endgültig auf. Catman fuhr derweil zum Laufsieg und den ersten 3 Punkten.

Im 2. Durchgang holte sich Kroner hinter Pijper seine ersten 2 Zähler, während Catman sich nur hinter Zdenek Simota und Lubos Tomicek einreihen musste. Kroner blieb auch im Anschluss auf Rang 2 hinter Simota, während nun der Sturz von Katt in Heat 11 kam: Im Kampf um Rang 3 kamen sich Daniele Tessari und Katt zu nahe, was für Katt den Abflug in der Sicherheitszone bedeutete. Obwohl Tessari Katt aus der Bahn drängte – die Spuren waren an Handschuh und Bike zu erkennen – wurde der Deutsche von Referee Istvan Darago vom Restart ausgeschlossen. Der Versuch seitens Katt, diesen Vorfall zu klären, blieb ohne Auswirkung. Katt musste zusehen und so hatten beide deutschen Teilnehmer nach 3 Durchgängen je 4 Punkte auf dem Konto.

Kroner musste im 4. Umlauf dann wieder als erstes ran und konnte nach einem tollen Fight mit Tomicek am Ende den Laufsieg für sich verbuchen und brachte sich somit wieder zurück ins Spiel. Katt hingegen musste gegen einen der starken Polen nun ans Band. Roman Chromik behielt auch die Oberhand, doch waren diese zusätzlichen 2 Punkte zwei ganz Wichtige.

Im 18. und 19. Lauf musste nun alles daran gesetzt werden, noch einmal ordentlich zu punkten. Kroner unterlag Damian Balinski und Isak Santej, während Katt hinter Pijper auf Rang 2 ins Ziel fuhr.

Eines war jetzt schon sicher: Beide hatten 8 Zähler und es wurde verdammt eng um den 7. Platz und das Stechen liess sich wohl nicht vermeiden. Was brachte der 20. und letzte Lauf? Dadurch, dass Franchetti nach dem 20. Heat nun auch 8 Zähler auf dem Konto hatte, kam nun das Stechen um 7, 8 und 9.

Gemischte Gefühle

Katt machte sich mit einem Start-Ziel-Sieg auf den Weg nach Wiener-Neustadt, doch hinter ihm schickte Franchetti Kroner in der Zielkurve der 1. Runde ins Aus. Darago lies dieses Stechen weiterlaufen und so suchte der Dohrener natürlich enttäuscht das Innenfeld auf.

So sehr man sich jetzt auch für Catman über das Erreichen der nächsten Runde freuen konnte, um so sehr litt man mit Kroner mit.

Die weiteren qualifizierten Teilnehmer

Die Polen Lukasz Romanek, Roman Chromik und Damian Balinski setzten von Anfang an die Akzente des Rennens. Auch wenn Romanek in den ersten 2 Läufen nur 3 Punkte insgesamt ins Ziel brachte, schrieb er nach den 20 Heats 12 Punkte. Chromik und Balinski siegten derweil in ihren Auftaktheats, doch im 2. Durchgang trafen alle 3 Polen in Heat 5 aufeinander. In der Startkurve fuhr Balinski Chromik das Vorderrad weg, und für den Restart wurde Balinski ausgeschlossen. Chromik siegte vor Romanek, doch alle 3 fuhren in den ausstehenden Heats zu Laufsiegen. Somit hatte nicht nur Romanek 12 Zähler, nein auch seine Landsmänner brachten diese Punkzahl ins Ziel und alle 3 trafen sich dann im Fahrerlager zur Startplatzauslosung für das Stechen um die Plätze 1, 2 und 3 wieder.

Die Reihenfolge der Platzierung war schon in der Startkurve geklärt und so siegte Balinski vor Chromik und Romanek.

3 Laufsiege und eine 2. Platz brachte auch der Tscheche Zdenek Simota nach 4 Durchgängen ins Fahrerlager, doch im letzten Vorlauf kam er in der 3. Runde nach dem Führungsverlust gegenüber Romanek ins Aus und er musste die Nullrunde einstecken. Diese 11 Punkte bescherten ihm aber das Ticket und Rang 4.

Auf Platz 5 landete Tomicek, der 4 konstante 2. Plätze und einen Laufsieg im letzten Durchgang ins Ziel fahren konnte. Auch er hatte 11 Zähler, doch kam hier die Regelung der besseren Majorität zum tragen.

Nach 2 Durchgängen konnte Theo Pijper schon auf 5 Punkte blicken, doch durch 2 weitere 3. Plätze rutschte er in der Zwischenwertung wieder ab. Alles hing nun am letzten Durchgang, den er aber in Lauf 19 in einen Sieg wandelte und somit auf 10 Punkte kam. Platz 6 und der Startplatz in Wiener-Neustadt waren gesichert.

Die ausgeschiedenen Akteure

Hinter Kroner war es Norbert Magosi, der die nächste Runde nicht mehr schaffte. Er kam auf 6 Punkte, wobei sein Highlight im Laufsieg in Heat 8 zu sehen war. Henk Bos war mit 4 Punkten und Rang 12 der beste aus dem Gastgeberland, sieht man von Pijper, der für Frankreich an den Start ging, einmal ab. Auch Tessari schrieb 4 Punkte, doch fuhr er einmal ins Band und musste auf diese ungewollte Nullrunde blicken.

Mate Szegedi, der für Zsolt Bencze kam, konnte 2 Punkte erfahren und landete auf Rang 14 vor Dirk Fabriek mit ebenfalls 2 Punkten. Fabriek kam als erster Reservist für den Russen Rinat Gaifurov ins Rennen, der nicht erschien. 2 Zähler hatte auch René van Weele am Ende auf seinem Konto, der erst nach dem 2. Lauf seine Linie auf dieser diesmal ungewöhnlich harten Piste gefunden hatte. Das Schlusslicht bildete Erik Eijbergen, der als Reservist für Tessari in den 8. Lauf kam, und nach einem Startkurvensturz am Rerun teilnehmen durfte und 1 Punkt erreichte.

Das Ergebnis - Das Rahmenprogramm

Das Blijham Fazit

Negativ:

Dadurch, dass man die Rennen der nationalen Klasse Special National und 125ccm auf vor und nach den EM-Läufen aufteilte, war es für diese Akteure eine sehr lange Wartezeit. Die meisten Zuschauer verließen nach der EM-Entscheidung bereist das Stadion und verpassten somit noch einige interessante Läufe.

Die Pausen nach den jeweiligen 4er-Blocks waren vielleicht etwas zu kurz (etwas über eine Zigarettenlänge) , so dass die betroffenen Doppelstarter nicht wirklich viel Zeit zum Verschnaufen und Vorbereiten hatten.

Positiv:

Der Bahndienst wurde nach jedem Lauf einmal kurz durchgeführt. Das sorgte für einen zügigen Ablauf innerhalb eines Wertungsblocks und für jeden Fahrer fast immer gleiche Bahnverhältnisse. (je nach Wasserwagen–Einsatz)

Durch die zusätzlichen Pavillons im Fahrerlager gab es kein Gedränge und jeder EM-Pilot hatte sein eigenes Reich.

Ca. 1300 Fans kamen nach Blijham