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Das letzte Rennen des JahresWie mittlerweile schon traditionell fand auch 2006 die Indoor-Speedway Gala in Exloo 2 Tage vor Silvester statt. Man verzichtete aber auf Namen wie z.b. Stephan Katt, der bei allen 7 voran gegangenen Rennen immer auf dem Podest stand - 5x sogar als Sieger. Der Vorstand beschloss, das Rennen ohne den Showman Katt zu starten und achtete dafür darauf, dass es ein ausgeglichenes Fahrerfeld wurde. Bei der Fahrerbesprechung wurden die Jungs gebeten, den Fans etwas Show zu bieten, doch passte es nicht damit zusammen, dass nicht einmal eine Fahrerpräsentation gemacht und knallharte Entscheidungen getroffen wurden. (Zum Vergleich: In Neustadt Dosse entschied das Publikum per Applaus, ob ein Akteur nach einem Sturz wieder ans Band durfte.) EntscheidungDas Training endete für René van Weele mit einem Cowboystart – übrigens der erste, den er je seit seiner Laufbahn hatte. Doch danach war auch schon komplett Schluss für ihn und er musste seine Sachen packen, nachdem es zu einem Dipsut zwischen ihm dem dem KNMV kam. Für ihn wurde Maikel van der Helm von der nationalen Klasse eingesetzt. Von der StreckeSchon im Training sah es verdammt schnell aus wie die Jungs ums Oval drifteten und diejenigen, die schon öfter in Exloo am Start waren, tauschten sich in der Pause untereinander aus, so wie Jörg Tebbe, der es auf den Punkt brachte: „Kann es sein, dass die Bahn von Jahr zu Jahr länger wird?“ Die DebütantenKristian Drossmann, Toni Kröger und Patrick Hougaard konnten diese Frage allerdings nicht beantworten, da sie als Debütanten in diese Rennen gingen. Drossmann kam alleine beim Nachzüglertraining noch gut um die Bahn, während Kröger und der Däne sich zu Beginn noch etwas schwer taten. Während Hougaard im Bandtraining Sönke Petersen vom Bike holte, in den Läufen sodann aber nur noch mit Fahrfehlern kämpfte, gingen Drossmann und Kröger zu Boden. Drossmann gleich im 1. Heat und wurde nach einer kurzen Behandlung auf der Bahn vom Doc durchgecheckt. Er konnte trotz Schmerzen in der Hüfte aber weiterfahren. Kröger ging im 3. Durchgang zu Boden, schlug sich ansonsten aber mehr als achtbar, während Drossmann ebenfalls im 3. Durchgang einen furchterregenden Aufsteiger hatte. Er kam aber noch rechtzeitig vom Bike los, ehe das Motorrad nur noch auf dem Hinterrad in eine 2. davor gestellte Planke krachte. Das Bike war krumm und Kristian völlig resigniert. Er sagte den 4. Durchgang ab. Die RennenJörg Tebbe fuhr in den ersten 3 Heats auf der Maximumstrasse und wurde nur im letzten Vorlauf von Jannick de Jong und Mark Stiekema geschlagen. Mit 10 Punkten stand er sicher im Finale. Mit 9 Punkte folgte Sönke Petersen, der allerdings bei seinem 1. Match ausgangs der 1. Ecke, als er schon wieder die Gerade angepeilt hatte, von Maikel van der Helm touchiert wurde. Seine linke Hand ratschte dabei an den Speichen von van der Helms Vorderrad entlang und zeigte sichtliche Spuren. Doch nach einem Check beim Arzt durfte er wieder an den Rennen teilnehmen und sicherte sich 3 Laufsiege. Finalkandidat Nr. 3 war Ramon Stanek, der, so wie Josef Hukelmann mit einem sicheren Blick feststellte, „mit Abstand das best abgestimmteste Material hatte“, so der NBM-Vorsitzende. Seine Starts gewann er jedes Mal, wurde allerdings nach einem Fahrfehler im 2. Durchgang von Rang 1 auf 4 durchgereicht. Neben der Niederlage gegen Pascal Swart gewann aber die restlichen 2 Läufe und stand mit 8 Punkten auch im doppelten Endlauf. Dirk Fabriek und Jannick de Jong hatten folgend je 7 Zähler bei einer identischen Ausbeute von 1 Sieg und 2 zweiten Plätzen. Da Jannick aber einmal zu Boden ging und Dirk einen Nuller ins Ziel brachte, musste der zweifache holländische Meister die Finals ansehen. Die Finals:Die Ampel wechselt von rot auf grün, die Motoren heulen auf und der Abbruchton ertönt in Verbindung mit den roten Ampeln. Stanek wurde vom Start ausgeschlossen, obwohl, so wie Ramon selber von Dirk erfahren hatte, Fabriek das Band berührte. Stanek bekam die Antwort, dass sein Hinterrad am Start durchdrehte. Die Wut war groß... und sollte ca. 30 Minuten später noch größer werden. Doch zunächst der Restart: Petersen liegt vor Tebbe und Fabriek in Front, bis er in der letzten Ecke eine Piourette dreht. Künstlerisch mehr als wertvoll und mit Haltungsnoten von 6,0 zu bewerten, denn blieb er auf dem Bike und folgte nun Tebbe und Fabriek ins Ziel. Das brachte ihm aber nicht mehr als 1 Finalpunkt anstelle deren 3. Das 2. Finale ging dann mit allen 4 Akteuren ins Rennen. Wieder hatte Petersen die Nase vorn gefolgt von Stanek, Tebbe und Fabriek. Wieder wurde es in der letzten Runde spannend und die Ereignisse überschlugen sich: Stanek kam aus der Startkurve dieser letzten Runde mit einigen Schwierigkeiten, brachte sein Motorrad nach dem Aufsteiger und Rodeoritt kurz vor der Planke in der Zielkurve aber wieder unter Kontrolle und fuhr an dieser vor Tebbe entlang, der rechts von ihm nur ganz wenig Platz hatte. Ausgangs dieser Ecke war die Tür für den Dohrener dann aber zu und er kam zu Fall. Obwohl Petersen und Fabriek zu diesem Zeitpunkt schon im Ziel waren, ertönte das Abbruchsignal erneut und die roten Ampeln tanzten Samba. Stanek fuhr sofort zu Tebbe und erkundigte sich nach seinem Befinden und entschuldigte sich, denn habe er hinten keine Augen und er konnte nicht sehen, wo er war. Tebbe war okay, doch damit noch lange nicht alles klar. Petersen wurde als Sieger dieses Laufes ernannt gefolgt von Tebbe und Fabriek, während Stanek nun erneut die Disqualifikation ausgesprochen bekam. Referee Rudie Huizenga wertete diesen Lauf nach der 3. Runde ohne Stanek. Irgendwo schon nachzuvollziehen, dass dem 17-Jähringen der Kragen platzte. Vor laufender TV Kamera machte er seine Wut gegenüber dem Rennleiter Erik Vissering lautstark Platz. (Meine Versuche, ihn davon abzuhalten waren zwecklos und leider auch vergebens.) Diskussionen über den TagessiegerDie anschließende Siegerehrung verlief dann ebenso unglücklich. Petersen stand schon auf dem Podest mit der 1, doch verharrte er dort einige Zeit alleine. Tebbe rechnete es nämlich vor: Mit einem Finalsieg im 1. und einem 2. Platz im 2. Endlauf hatte er 5 Finalzähler, Petersen hingegen aber nur 4 resultierend aus Platz 3 und 1. Petersen brachte dies nun seinerseits auf die Palme, da er erst jetzt mitbekam, zu welchem Zeitpunkt das 2. Final gewertet wurde. Den Zusammenhang der 3. Runde sowie dem Sturz von Tebbe, der daraufhin ja nicht mal mehr ins Ziel kam, konnte er partout nicht nachvollziehen, gab den Siegerpokal aber dennoch wieder ab, den nun regulär Tebbe entgegen nehmen durfte. Vor nun fast menschenleerer Tribüne wurde diese letzte Siegerehrung des Jahres 2006 durchgeführt. Die weiteren PlatziertenHinter Jannick de Jong, der auf Platz 5 in der Endwertung landete, rangierte Pascal Swart. Obwohl man für ihn zunächst im 6. Heat den einen Laufpunkt zugesprochen hatte, war im offiziellen Ergebnis dann doch zu erkennen, dass man ihm wegen Durchfahrens des Innenfeldes diesen Punkt nicht gab. KommunikationsschwierigkeitenDas hängt aber auch damit zusammen, dass der Kommentator Jakob Alkema aus dem Fahrerlager heraus kommentierte und den Einlauf in Punkte umwandelte und keinen direkten Draht zum Turm oben hatte. - Gleiches Szenario nach Heat 7, als Drossmanns Bike wheeliemässig in die Planke krachte und Petersen kurz vor dem Ziel die Spitze übernahm. Erst als auch de Jong und Stiekema erzählten, auf welchen Plätzen sie ins Ziel kamen, wurde das Ergebnis richtig verkündet. Zurück zu den restlichen PlatziertenToni Kröger verabschiedete sich nach seinem überhaupt allerersten Hallenrennen mit 3 zweiten Plätzen und 6 Punkten auf Rang 7, gefolgt von Stiekema, der es ebenfalls auf 6 Punkte brachte. Mit großen Schwierigkeiten aber ebenso großem Kämpferherz beendete Hougaard mit 5 Punkten dieses Rennen auf Rang 9 vor dem punktgleichen Dominik Möller. Maikel van der Helm und Kristian Drossmann bildeten das Schlusslicht mit jeweils einem Ehrenpunkt. Die GespannklasseAufgrund gesundheitlicher Probleme musste nach dem Startverbot seines Sohnes William durch den Arzt auch Vater Henk Matthijssen auf den Start verzichten. Doch alle 3 Matthijssens inklusive Nathalie waren natürlich in Exloo zugegen. Somit schrumpfte das Gespannfeld auf nur noch 6 Teams zusammen. Top-Favoriten wurden im Laufe des Rennens die Detz-Brothers Wilfried und Dennie, die jeden Vorlauf in den 3er-Konkurrenzen gewannen. Showman DennieDennie war im übrigen auch der einzige, der sich die Worte der Fahrerbesprechung zu Herzen nahm und rundenlang die Fans mit einer Hand animierte und einheizte, abgesehen von Jörg Levihn, der es als Co-Pilot von Patric Metzger in einem Lauf auch versuchte. Nach der Hälfte der Rennen war also klar, dass der Tagessieg nur über die Detz-Boys entschieden werden konnte. 4 Starts – 4 Siege sprachen eine klare Sprache. Die weiteren LaufsiegerIn insgesamt 8 Läufen blieben also nur noch 4 weitere Laufsiege übrig, die sich das englisch-niederländische Doppel Paul Moorcock mit Hessel Auwema durch 2 Siege mit Andy und Laura Kerrison sowie Patric Metzger mit Jörg Levihn teilten. Im Falle von Moorcock/Auwema blieb es aber auch bei diesen 2 Punkteausbeuten, denn schlugen sie beim 1. Start einen Purzelbaum, der ohne Verletzungsfolgen blieb, direkt nach dem Start und mussten im 3. Durchgang einen Ausfall wegen Kettenriss beklagen. Die Kerrisons hingegen sammelten 5 Vorlaufpunkte insgesamt und standen ebenfalls im doppelten Finale. Der jüngste Fahrer des Feldes Patric Metzger und sein Beifahrer Jörg Levihn kamen insgesamt auch auf 4 Zähler, hatten aber die durchaus schlechtere Majorität mit 2 weiteren zweiten Plätzen und einer Nullrunde gegenüber Moorcock. Würde es fürs Finale trotzdem reichen? Mit Langbahnreifen gefahrenNach der Vorlaufrunde entdeckte dann das Team Metzger/Levihn, dass die punktgleichen Kontrahenten mit einem Langbahnreifen unterwegs waren. Zuvor beklagten sie sich ebenfalls darüber, dass die weit aus stärkeren Kerrisons ihren Landsmann haben vorfahren lassen, damit auch sie ins Finale kommen würden. Klar kann man das nicht beweisen, aber nach den beiden Läufen der Finalrunde war sichtbar klar, wie stark das gemischte Doppel Kerrison wirklich ist. Die FinalrundeDenn die Briten schlugen die bis dahin scheinbar unbesiegbaren Brüder Detz - und das gleich 2 Mal, was natürlich den Tagessieg bedeutete. Metzger/Levihn waren dann doch die 3. Finalteilnehmer, hatten aber gegen die anderen 2 Teams keine Chance zu punkten. Nach welchem Maß allerdings gemessen wurde, dass die Deutschen nun doch im Endlauf waren, wurde nicht bekannt. Ob Moorcock/Auwema nicht wegen dem Langbahnreifen am Finale teilnehmen durften, sei auch dahin gestellt, denn tauchten sie im offiziellen Ergebnis mit ihren eingefahrenen 4 Punkten auf Rang 4 auf. Platz 5 und 6Übrig blieben nun Gerhard Zercher und Udo Poppe, die nach 2 dritten Plätzen und einem Nuller im letzten Vorlauf die bereits schon zuvor einmal als Steilwand gestestete Bande nun nicht überlisten konnten und stürzten. Zercher musste einige Zeit auf der Bahn behandelt werden, doch verließ er die Arena auf eigenen Beinen Richtung Fahrerlager. Schlusslicht waren Barrie Bennet und Eifon Hughes, die nur einen Zähler ins Ziel brachten. Die Specials NationalNachdem Maikel van der Helm notgedrungen und kurzfristig in die höhere Klasse aufgestiegen war und Ilona Wolgen nach einem Unfall beim Fußballspielen an Krücken lief, schrumpfte auch dieses Feld auf nun nur noch 6 Teilnehmer zusammen. Aus Deutschland vertrat Christian Seliger die Konkurrenz und fuhr ein richtig gutes Rennen. Besser unterwegs war allerdings John Cox, der in allen Outings der Vorrunde klar siegte. Seli folgte zwar mit 5 Punkten Abstand zu Cox als Vorlaufzweiter ins Finale, obwohl er im letzten Lauf nach einem Sturz disqualifiziert wurde und somit nicht mehr punkten konnte. Überraschen konnte hingegen Wouter Oostindjer, der aber zunächst 2 Kettenrisse einstecken musste. Erst im 3. Durchgang fing er an zu punkten und fuhr einen Laufsieg sowie einen 2. Platz ins Ziel. Diese 5 Punkte reichten fürs Finale, in das dann auch noch Henkie Koonstra mit 5 Zählern kam. Für Andy ter Schuur (5) und John Doherty (2) war das Rennen nun also vorbei und sie sahen sich das Finale an. Zu ihnen gesellte sich dann auch noch Seliger, nachdem in der Startkurve dieses Finals ein Knäuel aus Mensch und Maschine entstand. Nur Koonstra blieb verschont, denn alle anderen 3 lagen auf der Nase oder Hosenboden zum Teil begraben von Bikes. Seliger wurde erneut disqualifiziert und der Podestplatz war futsch. Cox hatte somit freie Bahn und ließ sich auch im Finale nicht schlagen. Mit großen Vorsprung siegte er vor Oostindjer, der überglücklich war, nachdem er nach den beiden Ausfällen schon gar nicht mal mehr mit der Finalteilnahme gerechnet hat, und natürlich Koonstra. Die 125ccm KlasseNick Lourens ist doch besiegbar. In Tom Perry fand er einen gleichstarken Partner, der wie der Europameister 11 Vorlaufpunkte sammelte. In den direkten Duellen lieferten sie sich packende Zweikämpfe, der einmal sogar nur im Fotofinish zugunsten von Lourens entschieden werden konnte. Die Bilanz lautete nach 2 Duellen: Unentschieden 1:1 Ein Fotofinish war es auch, das um den Tagessieg entschied. Im Finale führte der Niederländer vor dem Engländer, doch mit der etwas geschickteren Linie ausgangs der letzte Ecke sicherte sich Perry etwas mehr Speed und kam nur im Millimeter vor Lourens an der karierten Flagge vorbei. Rang 3 ging Joop van de Pol. Der Neueinsteiger, der mit einem Kart-Kombi antrat, fuhr schon in der Vorrunde auf 10 Punkte und gehörte natürlich auch zu den Podestanwärtern. Man darf aber nicht vergessen Craig Drury zu erwähnen, der bis zum letzten Vorlauf richtig gut mithielt und nun einen Sturz einstecken musste. Seine 6 Punkte reichten aber fürs Finale, doch blieb das Podium für unerreichbar. Nico Eijbergen, Nils Hesse, Arjan Dikkema und Jennifer Theismann konnten den anderen 4 Jungs nicht ganz folgen und belegten die weiteren Plätze. Die ErgebnisseDas Exloo Fazit:Negativ: Leider traf es immer wieder die Deutschen bei den Disqualifikationen nach den Stürzen mit anderen Piloten. Selbst nach einer Videoanalyse war dies aber mindestens in 2 Fällen zu Unrecht geschehen. Das Durcheinander nach dem 2. Finale und bei der Siegerehrung der I-Solisten ist wohl noch nie in der Art vorgekommen, sollte aber auch ganz schnell vergessen werden. Positiv: Die 2. Planke vor der eigentlichen Abgrenzung war wirklich eine sichere Sache. Gerade bei dem Einschlag von Drossmanns Bike war es mehr als deutlich. Auch wenn Catman als Showman irgendwie fehlte, war das Fahrerfeld aus sportlicher Sicht sehr ausgeglichen und es gab viele spannende Zweikämpfe. Hut ab vor Dennie Detz, der selbst in den Kurven nur mit einer Hand am Gespann den Fans noch zujubelte. Der Lohn: Die Fans umjubelten ihn und seinen Bruder im Gegenzug, was aber die Ausnahme blieb. |