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Henry is back (zunächst noch auf 4 Rädern)Noch sichtlich vom Unfall in Mulmshorn gezeichnet und auch noch etwas blass um die Nase kam Henry van der Steen nur 2 Wochen nach dem Horrorcrash nach Gorredijk. Und das direkt aus dem Krankenhaus in Rotenburg, das er gegen 09.00 Uhr verlassen durfte. Auch wenn er sich an seiner Hand noch einer weiteren OP unterziehen muss, strahlte er Optimismus aus und er berichtete scherzhaft: „Ich habe gestern ganz entspannt auf der linken Seite gelegen und telefoniert, als man mir auf der rechten Seite insgesamt 60 Klammern zog.“ Natürlich stand er im Mittelpunkt des Interesses bei seinen Fahrerkollegen. Weiterhin gute Besserung und alles gute für die anstehende OP!!! Neues RegelwerkBei der Fahrerbesprechung wurde den Piloten mitgeteilt, dass die UEM für die Qualifikation des A-Finals ein neues System zugrunde legt. Dieses ist identisch mit dem System der holländischen Meisterschaft, d.h. dass nur noch die 4 Punktbesten direkt ins A-Finale ziehen. Die Fahrer, die nach der Vorrunde im B-Finale stehen – also die Vorlaufplätze 5 bis 10 – erhalten dann durch die Plätze 1 und 2 ebenfalls die Startberechtigung für das A-Finale – sprich das EM-Finalticket. Die Teilnehmer des C-Finals setzten sich aus den Vorlaufplätzen 11 bis 16 zusammen, während der 17. und 18. dann gar kein Finale mehr fahren wird. Sie werden im Klassement nach ihren Vorlaufpunkten gewertet. Nutznießer und OpferKlarer Nutznießer dieses neuen Systems wurde Paul Bauer. Der Bahnpokalsieger von 2005 kam mit 10 Punkte aus der Vorrunde, was Rang 10 bedeutete. Aus seiner Sicht hätten es auch noch mindestens 4 Punkte mehr sein können, da er im 2. Durchgang in aussichtsreicher Position den Bahnbelag testete. Aber auch diese 4 Punkte mehr hätten ihn nur auf den Vorlaufplatz 5 gebracht, was ja nun auch das B-Finale ist. Im B-Finale fuhr er den Lauf seines Lebens. Nach gutem Start hinter René van Weele wurde er durch Richard Smith und Ilmo Suutari auf Rang 4 durchgereicht. (Nach 2 Bandberührungen durch Harm-Jannes Renkema und Sjoerd Rozenberg gingen nur noch 4 Akteure auf die Reise.) Bauer schnappte sich aber den Finnen Suutari wieder und ließ auch nicht locker, als er Smith immer dichter vor sich sah. In der letzten Runde zog er auf der Gegengeraden vorbei und katapultierte sich ins EM-Finale. Van Weele, der nach der Vorrunde 11 Punkte hatte und dadurch auf Rang 7 kam, nutzte auch die Chance, sich durch den Laufsieg im B-Finale ins große Finale zu schieben. Von der nervlichen Belastung her dürfte ihm dieses Gefühl nicht neu gewesen sein, denn kennt er dieses System eben auch durch seine Teilnahmen an der holländischen Meisterschaft. Zu den Opfern sind somit ganz klar der Brite Richard Smith und auch Sjoerd Rozenberg zu zählen. Smith führte nach seinen ersten Heat ganz klar an, als ihm in der Zielkurve der Motor regelrecht um die Ohren flog. Da Rudolph in diesem Heat schon ausgefallen war, schob er enttäuscht ins Ziel, um nicht ganz ohne Punkte ins Fahrerlager zurück zu müssen. Aus den anderen 3 Heats sicherte er sich dennoch 10 Punkte, was unter dem 2005er Reglement noch Rang 5 der Vorrunde und die A-Finalteilnahme bedeutet hätte. Im Kampf gegen Bauer im alles entscheidenden B-Finale hatte er das Nachsehen. Und da aus Gorredijk nur 6 Fahrer ohne Reservist nach La Réole reisen dürfen, bleibt ihm nicht mal diese Tür offen. Sjoerd Rozenberg zeigte ein starkes Rennen zu Beginn der Vorrunde. Er hatte wie van Weele 11 Punkte bei identischer Majorität auf dem Konto. Doch da er seinen jüngeren Landsmann 2x hinter sich lassen konnte, kam er auf den 6. Vorlaufplatz. Seine EM-Final-Chance machte er sich mit einem Bandstart zunichte, nachdem vor ihm auch schon Renkema ins Band fuhr. Die Top 4Dirk Fabriek war in einer blendenden Verfassung und fuhr sich auch nach schlechten Starts immer an die Spitze. 4 klare Laufsiege bedeuteten nicht nur das sichere A-Finale, sondern auch eine ganz große Empfehlung für das EM-Finale in Frankreich auf eine mögliche Verbesserung seines Vizetitels aus 2005. Jannick de Jong und Sébastien Tresarrieu holten 17 Zähler aus der Vorrunde. De Jong ackerte und rackerte sich immer wieder nach schlechten Starts durch die Fahrerfelder, während durch Tresarrieu nach Abschluss dieser Vorrunde nun schon feststand, dass es beim 3. EM-Semi Finale in Swingfield nun 6+1 nach La Réole reisen dürfen. Als Franzose erfüllt Tresarrieu nämlich die Auflage, dass ein Fahrer der gastgebenden Förderation am Start ist. Tresarrieu fuhr ein herzerfrischendes Rennen, und der Speedwayprofi bewies damit auch seine Grasbahnqualitäten. 2 Laufsiege sowie Platz 2 und 3 waren seine Ausbeute. Der Otto wird's schon richtenAus deutscher Sicht war es wieder Otto Niedermeier, der zu begeistern wusste. Nach einem Laufsieg machte er es aber anschliessend mit einem 4. Rang wieder spannend. Er setzte dann aber seine starke Form wieder in Können um und holte insgesamt 16 Vorlaufpunkte. Die direkte Quali war also geschafft. Auch wenn er nach dem Rennen über eine falsche Übersetzung klagte, meinte er: “Aber des is Wurscht – weiter ist weiter!“ Das C-FinaleFür die beiden Ukrainer Petro Fedyk (2) und dem Teenie Ivan Myronov (0), der sogar einmal überrundet wurde, sprang nur Platz 17 bzw. 18 heraus. Damit durften sie nicht einmal mehr am C-Finale teilnehmen. Christophe Dubernard (8) gewann dieses nun bedeutungslose Finale vor Dave Mears, der ebenfalls 8 hatte, aber vom Ausfallpech und den Ausrutschern seiner Mitstreiter in der Vorrunde profitieren konnte. Rang 3 und somit Platz 13 in der Endwertung ging an Peppi Rudolph. Er erwischte einen miserablen Tag, denn im ersten Heat fiel er wegen einer defekten Zündung aus und im 2. Durchgang war der Spritschlauch locker. Seine 7 Punkte sicherte er sich dann in den letzten 2 Vorläufen. Volker Striepe konnte wieder durch tolle Starts überzeugen, doch brachte er am Ende nicht mehr als 7 Punkte ins Ziel. Den Start des C-Finals gewann er ebenfalls, aber er wurde bis auf Rang 4 durchgereicht. Bleiben also nur noch Erik Doornbos (5) und Karel Kadlec (6), die dieses Finale auf 5 und 6 beendeten. Das B-FinaleRot – grün - Start von Renkema – doch leider war das Band noch nicht oben. „Ich war das nicht, das war meine Kupplung“, so HaJe nach dem Rennen. Renkema war also raus, nachdem er 11 Punkte bei einem Sturz, wo er 4 Punkte auf der Strecke liess, sammeln konnte. 2. Versuch: Nun wollte es Rozenberg wissen, doch auch bei ihm war das Band noch nicht oben. Restart Nr. 3: René van Weele, der mit Krämpfen in den Armen zu kämpfen hatte, konnte einen Blitzstart hinlegen und diesen Lauf souverän gewinnen. Der Lohn: Die Quali für das A-Finale und das Ticket für Frankreich. Hinter ihm setzte sich, wie schon erwähnt, Bauer durch, der von 2 auf 3 und auf 4 zurückfiel und sich dann wieder zurück auf 3 und letztendlich auf 2 kämpfen konnte. Super Pauli, das war exzellent. Der geschlagene Pechvogel des Tages Richard Smith konnte somit nur noch Rang 3 im Ziel verbuchen vor Ilmo Suutari. Der Finne überraschte und hatte nach 3 Durchgängen 10 Punkte auf dem Konto. Ein Sturz im 4. Outing brachte ihn um 4 weitere Punkte. Das A-FinaleAls erstes bogen Niedermeier und Tresarrieu fast parallel in die Startkurve ein, doch fand Fabriek einen Weg an ihnen vorbei und behielt seine saubere Weste, die an diesem Tag besonders weiss erstrahlte. Tresarrieu biss sich gegen Niedermeier durch, während de Jong von Rang 4 aus wieder einen Angriff startete. Niedermeier war schon mal eingeholt, und auch der blonde Franzose konnte de Jong nicht halten. Bauer und van Weele fuhren derweil ihre letzten 4 Runden auf 5 und 6 zuende. 1/3 ist geschafft: Für das EM-Finale in La Réole am 23.09.2006 stehen mit Dirk Fabriek, Jannick de Jong, Sébastien Tresarrieu, Otto Niedermeier, Paul Bauer und René van Weele die ersten Finalisten fest. Man wird sehen, wer sich aus Bielefeld (11.06.) und Swingfield (20.08.) hinzugesellen wird. Das Ergebnis – Das RahmenprogrammDas Gorredijk Fazit:Negativ: Erst nachdem man Referee Niels Munk Nielsen darauf aufmerksam
machte, wurde ihm klar, dass der Reservist Pascal Swart im 3. Heat gar
nicht hätte ans Band fahren dürfen: Das hat es aber noch nie gegeben, dass ein ausgefallener Pilot in einem Rerun durch einen Reservisten ersetzt wird. Die zunächst erkämpften und auch durchgesagten 3 Punkte wurden Swart somit wieder aberkannt und die nachfolgenden Akteure erhielten je einen Punkt mehr. Positiv: Es war eine gut organisierte Veranstaltung, die wie geplant alle 34 Rennen in nur 4 Stunden durchzog. Der ausführliche Bahndienst sorgte für gute Verhältnisse auf der Strecke. Die Bahnärzte blieben trotz diverser Ausrutscher und Stürze zum Glück arbeitslos. Nachtrag aus Artigues: Die Geschichte mit René van
Weele und Jan K. wurde durch die KNMV geklärt und man fand eine Einigung
für die Zukunft. Für und WiderDas neue System mit dem B-Finale ist für die Zuschauer mit Sicherheit eine spannende Angelegenheit. Für die betroffenen Akteure bedeutet dies aber Stress und nervliche Belastung. Im Falle von Bauer wurde bewiesen, dass noch nicht alles verloren ist – im Falle von Smith wird man im Gegensatz dazu nach einer starken Vorrunde nicht belohnt. |