Grasbahn EM-Finale in La Réole
Training - 23.09.2006

Ein kurzer Besuch am Freitag bei
Sébastien Trasarrieu im Krankenhaus
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Regen, Schlamm und Nebel

Für einen Krankenbesuch nach Südfrankreich gereist...

...könnte mein persönliches Fazit zu diesem EM-Finale lauten, dass ich am Ende nicht einmal gesehen habe. Der beim Langbahn GP in Morizes 3 Wochen zuvor schwer gestürzte Sébastien Tresarrieu ist seither ans Krankenbett gefesselt. Die schwere Verletzung ist noch immer deutlich am rechten Knöchel zu erkennen. Ein Gewicht zieht sein rechtes Bein in den Streckverband und eine weitere Operation am linken Knie ist ebenfalls noch von Nöten, was er sich ebenfalls bei dem Crash verletzte.

Es geht ihm den Umständen entsprechend gut, auch wenn er immer noch Schmerzen hat. Und obwohl er am Freitag gute Laune versprühte, erzählte er auch von depressiven Phasen, die ihn immer wieder einholen. (Ein Interview mit Sébastien wird noch folgen.)

3 kleine Tresarrieus...

Seb berichtete auch davon, dass sein jüngerer Bruder Mathieu am Donnerstag in England bei einem Ligarennen einen Crash hatte und sich wohlmöglich auch den Fuss gebrochen habe. Mathieu fuhr zurück nach Frankreich und wollte erst am Samstagmorgen einen heimischen Sportarzt aufsuchen. Desweiteren prognostizierte Sébastien, dass für Samstag und Sonntag Regen gemeldet sei und er wusste, was das für die Bahn zur Folge hat.

Artigues de Lussac und St. Macaire lassen grüßen

Im Punkto Regen am Samstag behielt er schon mal Recht. Auch wenn es zum freien Training erst anfing zu regnen, reichte es aus, dass der lehmige Untergrund schon rutschig wurde. Die Spuren an den Jungs und Bikes waren deutlich, doch wurde der Untergrund – als es dann wieder trocken wurde von oben – für das Pflichttraining gut befahrbar.

Mathieu out of order

Mathieu kam währenddessen tatsächlich am Nachmittag mit Krücken und einem Gipsbein im Fahrerlager an. Es gab keine Chance für den Arzt, Mathieu für das Rennen grünes Licht zu geben, denn wird der Jüngste der Tresarrieus bis November mit dieser Fußverletzung wohl zu tun haben.

Die Nachrücker

Im Vorfeld absagen musste auch Enrico Janoschka, der sich beim Langbahn GP in Vechta eine Knieverletzung zuzog. Für ihn kam nun Erik Eijbergen ins Feld und für Mathieu Zdenek Schneiderwind, während der in Gorredijk bei Semifinale unglücklich ausgeschiedene Richard Smith schon im Vorfeld den Startplatz für Sébastien erhielt.

Aus dem Trainingsgeschehen

Das Pflichttraining absolvierten nicht alle Akteure, wobei Theo Pijper gar nicht erst trainieren konnte, da es Verspätungen bei der Anreise gab. Andrew Appleton hatte derweil technische Probleme und kam beim ersten Start keine 100 Meter weit und fuhr bei den zweiten 2 Runden mit einem Gasklemmer durchs Ziel.

Bernd Diener, der seine beiden Trainingsläufe deutlich gewann, meinte am Abend, als man sich nicht sicher war, ob und wann gestartet wird, dass man nach dem Trainingsergebnis werten sollte: „Dann wäre ich Europameister“, so Diener scherzhaft.

Nach dem Training der EM-Finalisten kamen die Klassen des Rahmenprogramms zu ihren Wertungsläufen. Doch in der Gespannklasse kam es zu einem schweren Sturz. Während der Behandlungsphase setzte der Regen wieder ein und man brach diese Rennen ab. Der Krankenwagen wurde, erst 45 Minuten später, dann mit vereinten Kräften aus dem Fahrerlager geschoben.

Die Fahrerwesten

Es begann die Diskussion über die Fahrerwesten, die bei einem Prädikat von Nöten sind und vorne mit der entsprechenden Nationalflagge bestückt sein müssen. Nur wenige hatten ihre eigenen Westen dabei. Und für diejenigen, die keine dabei hatten, wurden von Thierry Bouin die Clubwesten aus Morizes geholt. Man verzichtet auf die eigentlich erforderliche Geldstrafe, da die Fahrer kein FIM-Handbuch zugeschickt bekamen.

Nun gut, die Westen waren jetzt da, und die Jungs liessen sich so einiges einfallen, um die Westen mit ihren Nationalflaggen zu bestücken. Zeit hatten sie dadurch gewonnen, da man die Bahn immer noch präparierte und man den Start um eine halbe Stunde verschob. Man wollte auf alle Fälle versuchen, das Rennen am Samstag durch zu ziehen, da für den Sonntag und auch für den Montag noch mehr Regen laut Wetteramt gemeldet war.

Mit einer halben Stunde Verspätung

Die Fahrervorstellung erfolgte einzeln auf dem Motorrad, doch schon der Weg vom Fahrerlager zum Start war immer noch eine mehr als rutschige Angelegenheit, zumindest bei diesen relativ langsamen Geschwindigkeiten. Thomas Grundler übermittelte den deutsch- und englischsprachigen Akteuren, dass sie vor ihrem ersten Start eine Einführungsrunde bekommen.

Testrunden

Nach der Quadklasse und einer Shorttrack-Gruppe fuhren die ersten 6 Piloten dann auf die Bahn, um eine Runde zu testen. Ich schaute mir dieses Szenario außerhalb der 1. Ecke am Kurveneingang an. Doch wie sie aus der Kurve herausfuhren konnte ich schon nicht mehr sehen, wo die Jungs sind. Nebel zog auf und selbst die Akteure wussten zum Teil schon nicht mehr, auf welchen Teil der Strecke sie sich befinden.

Wo sind sie hin?

Aus dem 1. Start wurde also nichts und nachdem ich durch ein komplett ausgestorbenes Fahrerlager zurück ging, fand ich auch alle Akteure irgendwo im Innenfeld dann endlich wieder. Man setzte sich einen Zeitpunkt, um eine Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung kam um kurz nach 22.00 Uhr: Das Rennen für Samstag ist abgesagt – wegen dem Nebel. Am Sonntag erfolgt die Maschinenabnahme um 11.30 Uhr und der Start ist für 14.00 Uhr vorgesehen.

Der Wind und ein kleiner Hoffnungsschimmer

Just in dem Moment, als diese Entscheidung bekannt gegeben wurde, zog ein heftiger Wind auf – es schien fast so, als spukte es nun - und die nun doch zahlreich erschienenden aber nicht erkennbaren Fans klatschten, in der Hoffnung, dass es doch noch losgehen könne. Doch mit Ende des Winds zog es sich richtig fett zu über der Bahn und nichts ging mehr.

Die Folgen der Verschiebung

Und wie schon in St.Macaire wurden die Telefone aktiviert und viele Sachen mussten geregelt werden. Die holländische Meisterschaft zwischen Jannick de Jong, Dirk Fabriek und René van Weele wurde somit entschieden, da alle 3 am nächsten Tag in Roden ihren letzten Lauf hätten fahren sollen. In der genannten Reihenfolge beenden sie nun diese Meisterschaft mit insgesamt nur 3 Punkten Unterschied.

Matten Kröger und Stephan Katt mussten ihrerseits in Polen absagen, wo sie am Sonntag ein Speedwaymeeting hätten bestreiten sollen, wie auch Theo Pijper, der dieses in England vor sich gehabt hätte.

Dankeschön

Leider musste ich den Weg aber nach Hause antreten, da ich sonst in Frankreich hätte bleiben müssen. Doch Dank Petra Hukelmann, die ihrer Tochter Linda am Sonntag mit den Punkten auf dem laufenden hielt, als auch Isabel aus Frankreich, die mir die Infos per SMS übermittelte, konnte wir im Web wenigstens etwas am Renngeschehen Teil haben.

An dieser Stelle auch noch einmal einen Dank an Sascha Wörmann, der am Samstag die Stellung im Web hielt.

Das Wort zum Sonntag

Wie man zwischendurch erfuhr, wurde am Morgen mit Sägespähne auf der Bahn gearbeitet und das Wetter war gut. Gratulation an den neuen Europameister Stephan Katt, der einen klaren Start-Ziel-Sieg nach Hause fuhr sowie Theo Pijper und Dirk Fabriek auf den Plätzen 2 und 3.

Das Ergebnis - Actionbilder - Bildernachtrag Teil 2

Das La Réole Fazit:

Ich habe endlich die Mutter von Matt Read kennen lernen dürfen, was mich sehr gefreut hat.

Ein wirkliches Fazit gibt es diesmal nicht, außer, dass mich mal wieder für die herzliche Gastfreundschaft bedanken möchte. Danke auch an Karine Ossard für ihre Bemühungen.