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Das WetterDie
Wetterprognosen waren nicht berauschend und schon auf den Weg ins Westfalenstadion
am Donnerstagmorgen beherrschte der Regen wohl ganz Deutschland. Das
erstmals geplante Training am Tag vor Himmelfahrt wurde vernünftiger
Weise gecancelt, doch war die Party am Abend im Festzelt dank des „Ballermann-Entertainers“ ein
voller Erfolg. WaschbretteinlagenDas Problem war nur, dass die Geraden extrem schlecht waren. „Du kommst dir vor, als ob du auf einem Waschbrett fährst“, so der Tenor aller Akteure. „Ich konnte die Hand gar nicht vom Lenker nehmen, um für klare Sicht zu sorgen. Es verschlägt einem dabei das Vorderrad“, so z.b. Volker Striepe. Daniel Rath hingegen nahm es mit Humor und musste selber über sich lachen, als er immer wieder vorbei griff, um seinen Vorstecker zu ziehen. Kein Tag der ClubfahrerDiese Sorgen hatten die Lokalmatadoren Christian Hülshorst, Thomas Raesfeld und Matze Stucke sowie Jens Klein weniger. Allesamt hatten sie mit der Technik zu kämpfen. Hülse kam nicht einmal durchs Training ohne Probleme, während sich die Gespannfahrer nach dem Training an ihre Getriebe-Probleme machten. Klein kam noch passabel durchs Training, doch schlichen sich bei ihm die technischen Probleme während der Rennen immer mehr ein. Heisterkamp vs BarthFür eine Stunt-Einlage der besonderen Art stellte sich Norbert Heisterkamp (Schauspieler aus Dorsten und bekannt aus „Alles Atze“) Robert Barth im direkten Duell. Nachdem er die Jahre zuvor immer die Siegerehrung der B-Lizenz-Akteure übernehmen durfte, stieg er nun auf: Sein Traum, einmal eine Langbahnmotorrad zu fahren, wurde nämlich endlich wahr. Er machte seine Sache im anderen Metier mehr als gut, und Kumpel Barth zeigte im Gegenzug einmal mehr seine schauspielerischen Qualitäten. Na Norbert – sehen wir unseren Weltmeister Keine FahrervorstellungKurzfristig verzichtete man dann auf die offizielle Fahrervorstellung, doch wurden die Piloten im Fahrerlager von den Coca-Cola-Girls persönlich mit Blumenstrauss, Küsschen und viel Glück aufs Rennen eingestimmt. Man ging also gleich mit dem Lauf um die NBM in die Rennen und der Nieselregen setzte pünktlich ein. Enrico Janoschka siegte hierbei nach tollen Kampf mit Jörg Tebbe. Daniel Rath, der nach seinem schweren Sturz vor 4 Jahren das erstemal wieder auf dem Westfalenring fuhr, sicherte sich Rang 3 vor Bernd Diener und Volker Striepe. Verkürzte RennenIn der Wertung um den ADAC Silberhelm waren 4 Läufe geplant, von denen der schlechteste Lauf als Streichergebnis zur Ermittlung der 7 Finalisten zu Grunde gelegt werden sollte. Doch da bei leichtem Nieselregen die Bahn nicht besser wurde, verkürzte man im 3. Durchgang die Rennen auf nur noch 2 Runden. Das wussten die Fahrer allerdings nicht, und so fuhren die Protagonisten des 5. Laufes ihre 3 Runden noch zu Ende – die Wertung erfolgte aber nach 2 Runden. Die Ankündigung per Mikrofon, dass der 6. Lauf nach 2 Runden abgewunken werden sollte, erreichte die Fahrer nicht mehr, und so gab es doch große Verwirrung nach dem Abwinken nach nur 2000 Metern. Der extrem harte Fight um die Spitze zwischen Jörg Tebbe gegen Bernd Diener wurde somit schon jetzt entschieden, obwohl Jörg noch von einer Runde ausging. „Ich habe die Zielflagge gesehen. Da wusste ich was los war“, so im Gegenzug Diener, der diesen Lauf ganz knapp verlor. Es ging nicht mehrDie Jungs fuhren allesamt sehr verhalten, man merkte es ihnen wirklich an, doch gab es hin und wieder dennoch Überholmanöver. Aber nachdem auch die Gespannfahrer verlauten liessen, es ging in den Kurven kaum noch zu fahren, setzte sich die Rennleitung zusammen und entschied, das Rennen nach dem 3. Durchgang abzubrechen. Der AbbruchMir persönlich fiel ein Stein vom Herzen, da die schrecklichen Vorkommnisse der letzten 2 Wochenenden immer noch tief in mir drin saßen. Bis zu diesem Zeitpunkt blieb nämlich alles noch im Rahmen bis auf einen leichten Sturz von Paul Hurry und einem Crash des Gespanns Barrie Bennett und Eifion Hughes, der mit einer Armverletzung und einem losen Zahn Gott sei dank glimpflich ausging. Barth erklärte es dem PublikumRobert Barth richtete als Fahrersprecher die Worte ans Publikum: „Die Witterung lässt es leider nicht mehr zu, dass wir weiter fahren können. In den Kurven sind so viele Rillen, ein sicheres Fahren ist einfach nicht mehr möglich. Es ist auch zu viel passiert in den letzten 2 Wochen in Mulmshorn und Plattling. Wir müssen nach der Sicherheit schauen.“ (Aufgrund des Unfalles in Plattling gab es daher auch keine 1000ccm Rennen, doch dafür hatte jeder Verständnis.) Zum RenngeschehenWie gesagt, Fights gab es doch immer wieder und am Ende siegte Theo Pijper. Er hatte wie Robert Barth zwar 14 Punkte, doch mit dem besseren Abschneiden des letzten Laufes bei einem 1 :1 unentschieden gegen Barth, hatte er bei der Siegerehrung noch einen Kampf zu bestehen: Das Gewicht des Silberhelmes auf dem Kopf zu balancieren, ohne das dieser runterfällt. Der nun erstmals geschlagene König vom Westfalenring war aber dennoch nicht entthront. Immerhin kam er auf Rang 2 und über diesen freute er sich ebenso, wie über einen möglichen 11. Gesamtsieg. Haudegen Diener erklomm einmal mehr das Podest mit der 3. Nach seinem WM-Halbfinal-Erfolg in Artigues machten ihm diese Bodenverhältnisse anscheinend wohl weniger aus. Entgegen seinem Vorsatz vor dem Start, die Rennen ruhig angehen zu lassen, zeigte der viertplazierte Jörg Tebbe ein - für diese Verhältnisse - starkes Rennen. „Wenn man langsamer fährt spürt man auch jede Unebenheit der Geraden. Wenn man schnell drüber fliegt, geht es noch“, so Tebbe. In gleicher Art und Weise kämpfte sich auch Rath durchs Rennen und kam auf Rang 5. Extrem-Pisten-Fahrer Dirk Fabriek sicherte sich Platz 6 vor Enrico Janoschka, der im 2. Lauf wegen einer Dreckpackung keine Sicht mehr hatte und aufgeben musste. Wieder sichtlich wohler fühlte sich Volker Striepe, der Artigues nun ganz schnell vergessen möchte. „Ich fahre hier mit Kopf. Alles andere bringt hier nichts. Aber ich merke, dass ich von Lauf zu Lauf wieder etwas mehr Kraft bekomme“, so Striepe in der 2. Bahndienstpause. Stefan Bromberg, der die interne Ausscheidung um den letzten Startplatz vor Kalle König und Enrico Sonnenberg gewann, fuhr immerhin 3 Punkte ins Ziel. Somit kam er vor Sébastien Tresarrieu, der kurzfristig nachnominiert wurde, auf Rang 9. Der amtierende Europameister, der bei ähnlichen Bahnverhältnissen damals zum Titel fuhr, hatte dieses Mal ein ganz anderes Problem. Sein Motor stotterte im 2. Lauf. Als dieser dann entgültig festging, schmiss es ihn in der letzten Runde vom Motorrad. Er musste wegen dieses Motorschadens auf weitere Rennen verzichten und verliess das Stadion schon vor dem Abbruch. Pechvogel war wohl aber Christian Hülshorst, der vor seinem Heimpublikum eine gute Figur machen wollte. Probs im Training – Probs im Rennen und dann die Tritte gegen das Bike. Au weija, was war da los. „Alles Scheiße – alles riesengroße Scheiße“ so Hülses Fazit. Getriebeprobleme und ein Kettenriss zwangen ihn zu vorzeitigen Aufgaben, doch im vorgezogenen letzten Lauf kam er zu seinem Ehrenpunkt. Patrick Diener kam nach seinem Sturz von Dingolfing und der Materialentfernung aus seinem Oberschenkel wieder zum Einsatz. Sein Resultat: Platz 13 mit einem Punkt. Reservist Kalle König kam im 3. Durchgang für Benny Hegener ins Rennen, doch blieb er ohne Punkte. Hegener, der für den verletzten Andrew Appleton fest ins Feld kam, fiel aber auch 2 mal aus. „Der Motor läuft schwer, und bevor er richtig fest geht, verzichte ich auf die letzten Starts.“ Die B-Lizenz Solisten8 Fahrer qualifizierten nach dem Training für die Rennen. Mit dabei auch die beiden Gäste aus England Darren Pugh und Dyfed Evans. Während Pugh schon mit der schnellsten Trainingszeit der B-Lizenz aufhorchen liess, fuhr er seiner Konkurrenz in 3 Outings auf und davon. Am ehesten folgen konnte Jens Buchberger – dem, so wie Kollege Mathias Encke feststellte - „Opa“ der B-Lizenz im Norden. Buchberger hatte es aber nicht einfach, denn setzte ihn „Küken“ Ramon Stanek in den Läufen 2 und 3 mächtig unter Druck und konnte im Ziel nur knapp die Nase vorne behalten. „So ein Mist, eine Runde mehr, und ich hätte ihn jedes Mal gehabt“, so Ramon nach den 2 knappen Niederlagen. Macht aber nichts, denn auf dem Podest stand der 16-Jährige trotzdem und begleitete somit den 34-jährigen Buchberger und Gesamtsieger Pugh. Rang 4 ging an Matzek Encke, der sich durch perfekte Starts in Szene setzten konnte. Während der 3 Runden musste er aber auf mehrere Zweikämpfe eingehen, was ihm am Ende das ein oder andere Pünktchen kostete. Sein Kumpel Robert Baumann, der im ersten Lauf ausfiel, war einer dieser Konkurrenten, und so schob er sich in den Heats 2 und 3 vor Encke ins Ziel. Evans, de noch einen Punkt ins Ziel brachte, Marc Hansen und Jens Klein komplettierten die Wertung. Klein war somit wie Hülshorst ein guter Gastgeber und liess den anderen den Vortritt. „Die Technik, die Technik“, resignierte Klein, der aber auf eine Spende aus den Fanreihen blicken konnte. Matthijssens im 3-er PackAnstatt 2x Matthijssen waren es nun 3 Matthijssens, die in Lüdinghausen an den Start gingen. Während die Geschwister wie gewohnt von Laufsieg zu Laufsieg fuhren, setzte sich Papa Henk ins Gespann mit der Nummer 11. Allerdings fuhr er mit Harm van der Wolde an seiner Seite beim 1. Start ins Band und wurde nach einer Abkürzung in der Startkurve, bei der sogar die Kurvenbeobachter fliehen mussten, disqualifiziert. William und Nathalie hatten wie ihre Verfolger Mark Detz und Gerald Eelsing aufgrund des Heatschemas schon 3 Läufe gefahren, doch wurden nach dem Abbruch nur die 2 ersten Läufe gewertet. Somit blieben Detz/Eelsing noch um einen Punkt vor ihren weiteren Landsmännern Philip Wierenga und Hessel Auwema auf Rang 2. Es wurde also holländisch auf dem Podest gesprochen. Als bestes Team mit deutscher Beteiligung entpuppten sich die Reservisten Keith Drury mit Reinhard Schubert. Sie kamen zu 2 Einsätzen und schrieben 4 Zähler. Comeback-Man Michael Pape, der in den 15-Jahren Bahnsportabstinenz bis auf den fehlenden Schnurbart nicht älter geworden zu sein schien, holte sich Arne Friskovec ins Boot. Und obwohl er so viele Jahre nicht gefahren und zum ersten Mal mit diesem Co-Piloten unterwegs war, schien er nichts verlernt zu haben. „Motorradfahren verlernt man eben nicht“, bestätigte der mittlerweile 39-jährige Berliner. Nur noch auf der Felge kam er in seinem 1. Outing im Ziel an, das allerdings nach Kampf, den er auf Rang 3 für sich verbuchte. Den 2. Start musste er absagen, da sein Beiboot gebrochen war. In der Wertung kamen sie auf Rang 6. Die Briten Barrie Bennett und Eifion Hughes sorgten für die einzige ernsthafte Schrecksekunde des Tages, als sie sich in ihrem 2. Lauf überschlugen. Aber Co-Moderator Stephan Prante konnte schnell Entwarnung geben: „Eine Armverletzung und ein loser Zahn. Mehr haben die beiden wohl nicht abbekommen.“ Ganz „gastgeberlich“ liessen Thomas Raesfeld und Matze Stucke den anderen auch den Vortritt. Leider, denn hatten auch sie sich natürlich viel vorgenommen, doch spielte die Technik auch bei ihnen nicht mit. Ein Lüdinghauser konte siegenEinen lüdinghauser Erfolg gab es aber dennoch zu verbuchen: Thomas Holz siegte in der Klasse, die mit Tageslizenzen ans Band ging. Im Vorfeld machte man durch Radio- und Zeitungswerbung darauf aufmerksam. Gesucht wurden nämlich Enduro-Fahrer, die einige Rennen fahren wollten. Neben Hülses Bruder Dominik, der einen Punkt ins Ziel brachte und auf Rang 9 landete, konnte Thomas Holz mit 3 Laufsiegen klar gewinnen. Ein 50-Liter Bierfass warteten neben dem Pokal ebenfalls auf den strahlenden Sieger. Die ErgebnisseDas Lüdinghausen Fazit:Positiv: Es war eine gute Sache, das Training am Mittwoch abzusagen. Damit konnte die Bahn nicht unnötig belastet werden und die knapp 6000 Fans bekamen zumindest am Donnerstag noch einige Läufe zu sehen. Referee Alfons Sagemüller hatte, alles bestens im Blick und unter Kontrolle. Selbst der Sturz von Hurry, der in der letzten Runde geschah, wurde von ihm abgebrochen – man hat aus Mulmshorn gelernt. (Die Punkte des Laufes wurden trotzdem gewertet) Es wurde viel für die Kinder gemacht: Auf der Hüpfburg und in der Maske machten die Kids den Vatertag zum Kindertag. Unermüdliche positive Energie strahlten auch die Coca-Cola-Girls aus, die die Fahrer u.a. auch im Fahrerlager auf ermunternde Weise viel Glück wünschten. Negativ: Die Sache im 3. Durchgang der I-Solisten und den 2 Runden. Es kam bei keinem Fahrer wirklich an. Etwas mehr Kommunikation wäre hier wünschenswert gewesen. Im matschigen und aufgeweichten Fahrerlager wurde das Herausfahren immer schwieriger und einige Transporter blieben stecken. Ein Schauspiel für die Passanten, aber beim nächsten Mal vielleicht einen „Abschleppwagen“ zur Verfügung stellen oder etwas Sägemehl streuen. |