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Das hätte keiner für möglich gehaltenAls MSC-Chef Heinrich Willems am Sonntagmorgen bei Harry Vos anrief und über den verheerenden Zustand der Bahn berichtete, wettete er keinen Pfifferling auf die Austragung des Rennens. Doch Harry blieb ruhig und reiste nach Moorwinkelsdamm an. Und da bereits am Tag zuvor die Bahn bei Regen mit einem Trainingslehrgang beansprucht wurde und es in der Nacht unaufhörlich regnete, glaubten auch die Fahrer an eine Absage. Doch von oben wurde es immer trockener und der Wind kam auf. Auf der Bahn mühte sich ein Bahndienstfahrzeug ab und nach der Fahrerbesprechung sollte es wirklich losgehen. Die Kids aus der 125ccm-Klasse machten den Anfang und auch über die nationale bis hin zur internationalen Klasse gab es hier da kleine Ausrutscher und Stürze. Nach 2 Durchgängen Training sah die Bahn schon wesentlich besser aus, und nachdem man sich für die Rennen mit 4 Fahrern in der int. Klasse entschieden hatte, ging es tatsächlich um 13.40 Uhr los. Es ging wirklich losSchon im Training zeigte dabei Tobias Kroner, dass ihm das Wetter und
die Bahnverhältnisse nichts anhaben konnten. Er sah diesen Dutch
Open Auftakt als gutes Training, da er bereits im April schon ca. 25
Rennen haben wird. „Wir sind hier, damit er mal so langsam in die Gänge
kommt“, so Papa Jupp Kroner, der sich wie immer bestens um das Material
kümmerte. An Tobi verlor Jannick de Jong seinen einzigen Vorlaufpunkt, doch konnte de Jong in seinen anderen Läufen siegen und das zumeist nach Aufholjagden von hinten. Somit blieb ihm ebenfalls das B-Finale erspart, bei dem sich – unabhängig von den Vorlaufpunkten – nur die ersten Beiden für das A-Finale noch qualifizieren können. Gut war diese Regelung somit für Dirk Fabriek, der „nur“ 8 Vorlaufpunkte einfuhr, aber im B-Finale hinter Henk Bos auf Rang 2 ins Ziel kam. Bos hingegen lag nach den 4-Vorläufen in den Top 4 und er bestätigte seine Leistung. Anders hingegen René van Weele, der wie Bos 10 Punkte sammelte, aber durch Rang 4 hinter Henry van der Steen am Ende nur Sechster wurde. Nachdem er ans Ende des Feldes durchgereicht wurde, gab es – anders als man es von ihm kennt – keine Gegenwehr und keinen Konter nach vorne. Die Ursache: Eine Leistenzerrung, die er sich im Laufe der Vorrunde zuzog, stoppte ihn in diesem Vorhaben. Kroner schoss im Endlauf also aus dem Band wie eine Rakete und das schon zum 5. Male an diesem Tag. Sein Start und Ziel-Sieg war unantastbar. Vor dem Endlauf sagte er aber: „Wenn ich jetzt nicht vorne sein sollte, werde ich nichts riskieren. Ich fang mit der Saison erst an und habe noch so viel vor mir“, so Tobi, der diesen Sieg aber doch als perfektes Trainingsergebnis resümieren konnte. Hinter de Jong schaffte es Bos, auf Rang 2 ins Ziel zu fahren vor Fabriek und de Jong. Jannick stürzte allerdings in der Startkurve und verlor dadurch zunächst bei der anschliessenden Weiterfahrt zu viele Meter, auch wenn er schon wieder dicht an Fabrieks Hinterrad im Ziel kam. „Ich bin ein wenig enttäuscht, aber das ist eben der Rennsport. Es kann alles passieren“, so Jannick nach dem Rennen. Erik Eijbergen schließt an van Weele in der Endwertung an, der das C-Finale vor dem Dänen Tomas Sörensen, Kristian Drossmann und Sjoerd Rozenberg gewann. Sörensen, der am Tag zuvor bei der Trainingseinheit laut „Zeugenaussagen“ die beste Figur machte, enttäuschte beim Rennen im Gegensatz zu Drossmann. Auch wenn Krischi nur auf Rang 9 gewertet wurde und 5 Punkte ins Ziel brachte, zeigte er tolle Läufe, was auch vom Besucher Enrico Janoschka positiv erkannt wurde. Den Abschluss dieser Klasse bildeten Mark Stiekema, Pascal Swart und Erik Doornbos. Ein Crash nach dem anderen in der nationalen KlasseEs ist schon schwierig, für die Rennen der nationalen Klasse die richtige Worte zu finden. Zu viele Höhen und Tiefen bestimmten diese Kategorie. Positiv aufgefallen ist auf alle Fälle der erst 13-Jährige Jan Okke Loonstra, der nun sein erstes Rennen mit Sondergenehmigung der KNMV in der 500ccm-Klasse fahren durfte. Vom Erscheinungsbild sah es oft aus, als ob David gegen Goliat antreten würde, doch weiss man auch, wer in der Sage gewann. Loonstra qualifizierte sich schon eindrucksvoll für den B-Endlauf, wo er auf Rang 2 liegend fuhr, als ohne sein zutun der bis dahin führende Sjors de Jonge in der letzten Ecke stürzte und Jan Okke somit sogar zum B-Final Sieger wurde und natürlich – auch ohne Sturz seines Mitstreiters - im A-Finale stand. Mehr als Positiv war auch die Leistung von Christian Seliger, der in 3 Läufen auch 3 Mal als Sieger die Linie überquerte. Dies tat auch der von der KNMV wieder in die nationale Klasse zurückgestufte Isak-Jakob Mulder, dem Seliger letztendlich im A-Finale unterlag. Während Rang 3 an Andy ter Schuur und Platz 4 an Henkie Koonstra ging, fuhr Loonstra – wenn auch nun Letzter – einen tollen 5. Endrang nach Hause. So etwas habe ich 30 Jahren Bahnsport auch noch nicht erlebt Bis hierhin liest und hört es sich ganz gut an, doch sah die Wirklichkeit anders aus – für einige sogar schmerzhaft für Leib und Seele. Nehmen wir den 2. Lauf dieser Klasse einmal als Beispiel: Jeroen van de Veen, Jessica Bilgenroth, Luuts Mulder,
Jens Klein und Ilona Wolgen ziehen ans Band. Klein fällt in der
2. Runde an 2. Stelle liegend aus. Kurz danach fährt der führende
van der Veen in die Bretter. Sein Motorrad springt zurück und Mulder
bleibt am umherfliegenden Motorrad hängen und überschlägt
sich fürchterlich. Im Rerun lag die Norddeutsche nun bis zur letzten Ecke in Front, obwohl Ilona immer mutiger wurde und dichter aufschließen konnte. In der Zielkurve verhakte sich Ilona bei Jessi im Bike, sodass Jessi überhaupt nicht mehr lenken konnte. Es geschah etwas, was ich in den ganzen 30-Jahren Bahnsport noch nie gesehen hatte: Beide Mädels fuhren verhakt wie ein Wollknäuel aus Mensch und Maschine in die Bande und von anfänglich 5 Startern kam nicht ein Fahrer/in ins Ziel!!! Zu allem übel wurde Jessi für diesen „Sturz“ auch noch verantwortlich gemacht und Ilona erhielt als einzige Punkte, die da 4 waren. Jessi hingegen wurde erst einige Zeit später das Gespräch mit der Rennleitung per Telefon gewährt. Geändert wurde aber natürlich nichts an der Entscheidung. Wichtig war aber, dass beiden Mädels nichts Schlimmes passiert war. Auch wenn dieses Szenario wohl einzigartig bleiben wird, blieb dies nicht der einzige Sturz. Am meisten als Tester in Sachen Bahnbelag war Einsteiger Wouter Oostindjer – seines Zeichens auch als Mechaniker von René van Weele unterwegs. Schon im Training legte er sich 2 Mal weg und kam selbst in einem Lauf im Rennen 2x zu Sturz. Nach seiner letztendlich 5. und letzten Bodenprobe musste er zum Rennleiter, der ihn auf eine ruhigere Fahrweise ermahnte. Wouter verzichtete aber auf den Endlauf. Die Ergebnisse im weitern Verlauf lauten wie folgt: Jens Klein schaffte das A-Finale zwar nicht, doch wurde er bei seinem ersten Rennen in Moowidamm guter Sechster, gefolgt von Bernd Dinklage, der ebenfalls eine gute Figur machte, auch wenn man sich so manches Mal wünscht, dass er etwas mehr aus sich heraus kommen würde. Sjors de Jonge, der ja aufgrund seines Sturzes im B-Finale sogar das A-Finale und somit einen möglichen Podestplatz verschenkte, kam letztendlich auf Rang 8. Der Sieger des C-Finals war Maikel van der Helm vor Stefan Blauw, Jereon van der Veen, der nach seinem Sturz zu Beginn wieder angreifen konnte, Dennis van der Tang, der einen üblen Cowboystart in Best-Pairs Manier mit Oostindjer im letzten Vorlauf fabrizierte und Ilona Wolgen, die es den 4 Punkten zu verdanken hatte, die sie beim Chaos-Lauf zugesprochen bekam, dass sie im C-Finale stand. Das D-Finale verlief am Ende nur noch mit 3 Akteuren, das Jan Veldhuis vor Jan Meijerink und Jessi Bilgenroth für sich entschied. Es wurden immer wenigerVon anfänglich 9 Fahrern aus der 125ccm-Klasse blieben bis zur letzten Zielflagge nur 4 Akteure übrig. Kai Huckenbeck, der im ersten Lauf einen Schlag im Rücken verspürte aber mit dem Getriebe haderte, gab nach dem ersten Lauf auf. Sein Kumpel Maurin Vochteloo musste nach dem 2. Lauf seine Starts wegen Maschinenschaden canceln und Jennifer Theismann trat zum 4 und letzten Lauf auch nicht mehr an. Am Finalband standen somit noch der Europameister Nick
Lourens (ungeschlagen mit 24 Punkten), Robin Lukens (21), Kelly Velda
(18), Nils Hese (14), Arjan Dikkema (6) und Nico Eijbergen (5). Das Moowidamm-KNMV-FazitPositiv Gratulation zum Mut, diese Veranstaltung durchzuführen, auch wenn das gute Zutun von Petrus hierzu beigetragen hatte. Gratulation auch an Harry Vos, der den kurzfristig erkrankten Stadionsprecher Patrick würdevoll vertrat. Ein Dankeschön geht auch die Damen und Herren des MSC Moorwinkelsdamm, die fürs leibliche Wohl und den Bahndienst zuständig waren. Eine tolle Idee war es auch, dass dieses Rennen bei freiem Eintritt stattfand, doch leider kamen zu wenige Fans. Negativ Leider war bis auf den Kuchen alles viel zu früh ausverkauft. Die Entscheidung des Sturzes von Bilgenroth und Wolgen hätte evtl. überdacht werden müssen, zumindest hätte man Bilgenroth direkt nach dem Sturz die Möglichkeit zum Gespräch mit der Rennleitung geben sollen und nicht erst ca. 1 Stunde später. |