Master of Speedway in Moorwinkelsdamm
06.05.2006

06.05.2006 15:53:33
Patrizia und Jennifer Grosser:
2 der vielen Neulinge in der Schülerklasse A
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Der Nachmittag gehörte den Kids

Die Rennabsage des letzten Jahres war vergessen und mit einem herrlichen Sonnentag mehr als gut gemacht. Alle waren zufrieden und freuten sich auf den anstehenden Rennmarathon in Moorwinkelsdamm. Alle Kids der Schülerklasse A und B konnten es kaum abwarten, bis es endlich mit dem Training auf die Bahn ging.

Naja, bis auf eine: Christian Sophie Köhn aus der Schülerklasse A wurde kurzfristig krank und musste sich abmelden. Nur ein paar Mal lukte sie auf Mamas Arm aus dem Wohnmobil heraus und beobachtete, was ihre Konkurrenz machte.

Trotz Punktgleichheit am Ende der 3 Vorläufe siegte Jonathan Gast vor Dominik Möser. Beide hatten 23 Punkte, beide siegten je 2x und einmal fuhren sie auf Rang 2 ins Ziel und beide konnten in den 2 Läufen, wo sie gegeneinander antraten, den Gegner einmal besiegen.

Goldmann bestach durch mehrere Überholmanöver, die er durch die Felder tätigte, während Möser immer wieder die Führung vom Start weg behauptete.

Auf Rang 3 kam Tobias Goldmann, der seinerseits punktgleich mit Maxi Deppe war. Doch hier entschied die Majorität der besseren Plätze, die bei Goldmann mit einem Laufsieg zu Buche stand.

Europameister siegreich

In der Schülerklasse B (der 125ccm Klasse) konnte Europameister Nick Lourens wieder seine ganz Klasse ausspielen. Er siegte in allen 3 Läufen unangefochten vor seiner Landsmännin Kelly Velda, die in diesem Jahr schon mächtig am Gashahn gedreht hat.

Während Michel Hofmann bei diesem Rennen in die Rolle des Fotografen schlüpfte, konnte sein jüngerer Bruder Maik den 3. Rang einfahren und wurde somit bester Deutscher in dieser Konkurrenz.

Steven Mauer, der toll begann, stürzte im 2. Lauf und obwohl es ihm gut ging, verzichtete er auf den letzten Vorlauf. Somit bildete er das Schlusslicht hinter den Siegern, sowie Nils Hesse, Benoit Lorenzon aus Frankreich und Jennifer Theismann.

Kuddelmuddel im Training der B-Lizenz

Der erste Traininglauf der B-Lizenz Klasse, der direkt nach dem 3 Runden-Training der Kids über die Bühne ging, wurde versehentlich von einem Streckenposten auch nach dem 3. Lauf mit der roten Flagge abgebrochen. Der Führende Dominik Möller machte den Hahn zu wie auch Pascal Swart. Ein Kuddelmuddel herrschte danach auf der Bahn und so wurde dieser Trainingslauf mit Möller und Swart sowie Ilona Wolgen und Benny Borgers noch einmal ans Band gezogen. Bis auf Wolgen qualifizierten sich für das Rennen.

Drossmann schnellster Mann

Wie die Kids gingen auch die Akteure der B-Lizenz am Nachmittag in ihre Trainingssession, doch wurden ihre Rennen im Hauptrennen am Abend ausgetragen. Mit einer Zeit von 66,26 fuhr Kristian Drossmann im Training eine so verdammt schnelle Zeit, die am Abend vom Masterfeld fast –bis auf einige kleinen Ausnahmen - unerreichbar schien.

Und auch im Rennen konnte sich Drossmann in Szene setzten. Nach zumeist schlechten Starts schob er sich – so wie im ersten Lauf innerhalb von einer Runde – von 4 auf Rang 1 und legte somit den Grundstein seines Maximum-Erfolges.

Auch im letzten Lauf, wo er gegen Sönke Petersen und Dominik Möller, die beide die ärgsten Konkurrenten um die Podestplätze waren, ging er nach einem beherzten Angriff auf Petersen in Führung und als Sieger durchs Ziel. Petersen wollte zwar noch einmal einen Gegenangriff starten, doch sah er dieses Vorhaben als zwecklos an.

Mit 7 Punkten und somit 2 Zähler unter Drossmanns Maximum, kam Petersen auf Rang 2 vor Möller, der es auf 6 Punkte brachte.

Die weiteren Platzierten

Pascal Swart war bester Nicht-Deutscher und konnte nach einer Nullrunde in den 2 weiteren Läufen noch 5 Punkte sammeln. Ihm folgte Benjamin Borgers mit 3 Zählern. Ramon Stanek, der saubere Starts hinlegen konnte, wurde des öfteren überholt und kam mit 2 Punkten aus 2 Heats. Der letzte Vorlauf musste wiederholt werden, da Henkie Koonstra abgeschlagen auf Rang 3 stürzte und sich – wie sich später doch noch herausstellte – das Schlüsselbein brach.

Gute Besserung von hier aus

Da Christian Seliger aber am Start dieses Heats wegen eines Pleuel-Schadens ausfiel, konnte er am Rerun nicht teilnehmen und nur Swart und Stanek gingen ins Rennen. Allerdings ging Swart als einziger über die Ziellinie, da Stanek wütend, warum auch immer, aufsteckte.

Somit gingen Seliger mit einem Punkte bei einem Ausrutscher und dem Ausfall auf Rang 7 und Koonstra ohne Punkte auf Rang 8 in die Wertung.

Die Letzten werden die Ersten sein

Erst kurz vor dem Training erschien Daniel Rath mit seinem Team im Fahrerlager. Doch in Stress ist er deswegen noch lange nicht geraten. Im Gegenteil, er machte auf der Bahn alle Zeit wieder gut und fuhr zu 3 lupenreinen Laufsiegen. Klar, dass der erste Platz somit an den Teterower ging.

Nur wenn René van Weele die Führung im letzten Vorlauf hätte behaupten können, hätte er aufgrund des besseren Abschneidens in diesem letzten Lauf Gesamtrang 1 erzielen können, doch konnte er den schnellen Mecklenburger nicht vom Maximum abhalten.

Auch auf Rang 3 und 4 gab es Punktgleichheit, was am Ende zugunsten von Henry van der Steen ausging. Mit 6 Zählern kam er aufs Podest, während Henk Bos zusehen musste.

Kaj de Jong, Erik Eijbergen, Jan Pape und Mark Stiekema komplettierten diese Wertung.

In der Ausscheidung in dieser Klasse stürzte Dirk Fabriek – ohne Verletzungsfolgen - und der Restart wurde angepfiffen, doch leider konnte Jörg Tebbe dann nicht mehr an diesem Trainings teilnehmen, da ihm nach dem Abbruch der Motor fest ging.

Der Fall des Titelverteidigers

Man mochte seinen Augen nicht trauen: Was war aus dem Titelverteidiger Tomasz Bajerski geworden? Nichts erinnerte noch an die Professionalität der vergangenen Jahre. Er selber war mit einigen Pfündchen mehr belastet und sowohl sein Outfit als auch sein Material glich äußerlich einem Drittligisten. Doch er begann mit einem Laufsieg und es schien, als wollte er uns Lüge strafen.

Dieser Laufsieg blieb aber auch der einzige und er konnte nur noch einen weiteren Zähler aus wie Heats hinzufügen. Obwohl er einen Platz der Top 8 in den Semis dennoch erhielt, war eines schon jetzt klar: Es wird nach dem 3-maligen Master Bajerski einen neuen Master of Speedway geben.

Die besten Chancen aus der Vorrunde hatte Jonas Davidsson, der mit 8 Punkten in das 1. Semi ging. Ihm folgten zur Freude der deutschen Fans Stephan Katt mit 7 Punkten, Adam Skornicki mit 6 und eben Bajerski mit 4.

Davidsson siegte vor Skornicki und Katt. Bajerski fuhr zuvor ins Band und musste – so war es bei der Fahrerbesprechung erklärt worden – mit 15 Meter Abstand starten. Die Aufholjagd war allerdings gegen diese starke Konkurrenz aussichtslos.

Im 2. Halbfinale fuhren Fredrick Lindgren (7 Punkte), sensationell Tobias Kroner, der bei einem Ausfall dennoch 6 Punkte, sprich 2 Laufsiege ins Ziel brachte, Robert Barth (5) und Theo Pijper (4).

Kroner überraschte die Fachwelt mit einem tollen Laufsieg vor Lindgren, der ja, so wie es schon bekannt ist, beim nächsten Speedway GP in Eskilstuna die Wildcard erhalten hat. Barth und Pijper folgten ins Ziel.

Das 6-Runden Finale

Wie üblich wird das Finale beim Masters mit den 6 Punktbesten über 6 Runden gefahren und im Innenfeld kann einem dabei schon richtig schwindelig werden.

Von innen nach aussen gingen Katt (8), Skornicki (8), Lindgren (9), Kroner (9), Barth (6) und Davidsson (11) auf die 6-Runden Reise.

Ein Schwede führte, doch war es nicht der punktbeste Davidsson, sondern Lindgren. Davidsson lag nur am Ende des Feldes und die ganze Vorarbeit Richtung Podest war aus seiner Sicht nun fast nichts mehr wert. Skornicki festigte seinen 2 Gesamtplatz, während Barth Rang 3 inne hielt.

Der Podestplatz lauerte in der letzten Ecke

Auf Rang 4 fuhr über 5 Runden lang Catman, der sich aber in der Zielkurve dem stetig angreifenden Kroner geschlagen geben musste, während der bis zum Finale führende Davidsson die rote Laterne ins Ziel brachte.

Die Sensation war perfekt: Dieses Überholmanöver bescherte Kroner Rang 3 hinter Lindgren und Skornicki. Punktgleich mit Kroner blieb Davidsson „nur“ noch Rang 4 und Barth konnte sich mit diesem 3. Platz im Finale für das Endklassements auch noch an Katt vorbeischieben.

Die Ergebnisse

Das Moowidamm-Fazit

Negativ:

Bitte nicht noch einmal ohne Ankündigung das Finale mit einem Kanonenschuss starten. Da rutschte bestimmt so manchem das Herz in die Hose :-)

Aus eigener Sicht: Flutlichtrennen bieten immer eine tolle Atmosphäre, doch leider kann ich mit den Actionbildern bei Nacht nicht wirklich dienen. :-(

Gute Besserung auch dem Jungen, der sich am späten Abend bei einem Sturz vom Zuschauerwall den Arm brach.

Positiv:

Ein tolles Feuerwerk rundete einen perfekten Renntag ab.

Danke an Petrus für die Wiedergutmachung der letztjährigen Rennabsage