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Noch einen Tag Sommer genießenWie jedes Jahr Anfang September zieht es Speedway.org in den Süden Frankreichs, um in Morizes mitzufiebern, wenn die Langbahn-WM-Finalisten um Punkte und Plätze kämpfen. Freitagsmorgen gegen 05.00 Uhr ging es wieder zunächst Richtung Niederlande los, wo die Fahrgemeinschaft mit dem Team René van Weele startete. Wir sagten schnell dem trüben Wetter Ade und kamen in immer wärmere Gefilde. Nach nur 13,5 Stunden kamen wir im noch sonnenbestrahlten Stadion an und es waren schon einige andere Teams vor Ort. Im Clubhaus gab es noch schnell einen kleinen Imbiss, ehe man die nötige Bettruhe für den kommenden langen und anstrengenden Tag fand. Gegen 09.00 Uhr begann die Maschinenabnahme und ab 11.00 Uhr wurde es dann erstmals ernst auf der Strecke. Die Bahn sah eigentlich ganz gut aus, doch nach nur 2 Trainingsgruppen brachen hier und da schon die ersten Stellen der Strecke. Im Pflichttraining gab es dann schon sehenswerte Fights zu sehen und alle Akteure kamen mit der Piste zurecht. In der ZwischenzeitIn der langen Pause bis zum Rennen am Abend gab es für die bereits anwesenden Fans schon einige Läufe aus dem Rahmenprogramm am Nachmittag, während die Hauptakteure auf ihre Weise die Zeit verbrachten. Zdenek Schneiderwind z.b., der 2 Motorschäden im Training einstecken musste, verliess das Stadion, um bei seinem in Frankreich lebenden Mechaniker das Material wieder auf Vordermann zu bringen. Joonas Kylmäkorpi suchte bei dem warmen Wetter in seinem Van noch etwas Schlaf. Enrico Janoschka und sein Mechaniker verzogen sich ebenfalls in ihren Transporter und schauten ein Video. Am einfachsten hatte es aber Sébastien Tresarrieu, der nur 5 Minuten vom Stadion weg wohnt und sich zu Hause mit einer selbstgemachten Pasta stärkte. Matten Kröger brachte seinen „Schwiegervater“ Hans Otto Pingel als Mechaniker mit und ich schwelgte mit ihm in alten Erinnerungen. Der Abend näherte sich und mit der Fahrerbesprechung, bei der Referee Frank Ziegler die Piloten über das Trainingsverhalten lobte, begann das Programm. Das obligatorische Gruppenfoto durfte natürlich auch nicht fehlen und nach der Vorstellung der Offiziellen kam jeder WM-Akteur mit seinem Bike einzeln um die Bahn gefahren. Der Last Chance HeatNach den ersten Rennen des Rahmenprogramms am Nachmittag wurde die Bah wieder komplett neu vorbereitet. Von innen nach aussen losten sich die Akteure ihre Startplätze für den Last Chance Heat: Van Weele, de Jong, Kröger, Appleton, Tresarrieu und Phillips. Doch der erste Start scheitert. Das Startband blieb aussen unten und während die ersten 4 von innen losdüsten, blieb Tresarrieu mit dem Helm am Band hängen und Phillips gar ganz stehen. Auf zum 2. Start: In der Startkurve kommt es zu einem engen Getümmel, bei dem der innen fahrende van Weele Kröger berührt, der wiederum fast am Hinterrad von Phillips hängen bleibt und seitlich nach aussen getragen wird. Hui, wie Matten diese Situation meisterte, war schon ein Klasse für sich. Nur das nützte Matten alles nichts, da alle anderen Piloten nun innen durch schießen konnten. Die Führung nach dieser Startphase erobert sich van Weele, der auch als Sieger vor Phillips, Tresarrieu, Appleton, de Jong und Kröger ins Ziel fährt. Doch die Startnummer mit der 17 durfte sich der Niederländer nicht überstreifen, da er mit beiden Rädern in der ersten Ecke durchs Innenfeld fuhr und von Ziegler daraufhin disqualifiziert werden musste. Somit kamen Phillips und Tresarrieu mit der 17 und 18 fest ins Rennen, während sich Appleton und de Jong die Reserveplätze teilten. Kröger wurde somit zum Zuschauen verdammt wie van Weele. Die HeatsHeat 1:Der ohne am Training teilgenommene Theo Pijper erwischt auf der Außenbahn einen sauguten Start und zieht in der Startkurve an allen anderen aussen vorbei. Er siegt vor Stéphane Tresarrieu, Bernd Diener, Gerd Riss, Zdenek Schneiderwind und Erik Eijbergen. Heat 2:Jörg Tebbe kann auf der Innenbahn den besten Start vollziehen und liegt über der Hälfte der 4-Runden-Distanz in Front. Allerdings spürt er förmlich den Atmen von Mathieu Tresarrieu im Nacken, den er letztendlich passieren lassen muss. Mit einem mächtigen Vorsprung zieht Tresarrieu auch als Sieger ins Ziel. Hinter Tebbe reihen sich Christoph Dubernard, Enrico Janoschka, Sirg Schützbach und Marius Rokeberg ein. Heat 3:Das erste Duell von Robert Barth und Joonas Kylmäkorpi steht an. Barth geht von rot ins Rennen, der Finne von gelb. Kylmäkorpi kommt am besten weg und holt sich die Führung. Barth folgt ihm, hängt sich an sein Hinterrad und kann vorbei ziehen. 5 Punkte gehen damit an den Weltmeister und WM-Leader Barth vor dem Finnen, Phillips, Seb Tresarrieu und Herbert Rudolph, während Niedermeier wegen eines Zahnriemenrisses an letzter Stelle schon ausgefallen war. Heat 4:Gleich im Anschluss stehen sich Barth und Kylmäkorpi wieder gegenüber, diesmal Barth auf gelb und Kylmäkorpi auf rot. Der Finne lässt diesmal aber nichts anbrennen und holt sich vor Barth den Start-Ziel-Sieg. Dafür fighten die restlichen 4 Mitstreiter um die Plätze. Schneiderwind jagt Tebbe den 3. Rang ab und auch Diener kann an Rokeberg vorbeiziehen. Heat 5:Schützbach hat einen Bombenstart und liegt vor Phillips. Der Brite greift aber stetig an und kann vorbeiziehen. In der Zielkurve der 3. Runde kommt Mat Tresarrieu auf Rang 3 liegend zu Fall und rutscht weg. Der Lauf wird abgebrochen. Ohne den disqualifizierten Franzosen geht es zum Rerun und alles war gespannt, ob Schützbach erneut so einen Coup landen könnte. Nein, diesmal war es Rudolph, der wie eine Rakete aus dem Band schießt und die 4 Runden sicher ins Ziel bringt. Fast Schulter an Schulter fahren die ersten Verfolger über die Linie, dessen Fight Steph Tresarrieu vor Phillips nur ganz knapp gewinnt. Schützbach ist nun auf Rang 4 geschlagen und natürlich dementsprechend enttäuscht, während nun Eijbergen seinen ersten Punkt holt. Heat 6 – Das Aus für Sébastien:Der Start dieses Laufes wird wohl vorerst der letzte Start für eine längere Zeit für Seb Tresarrieu gewesen sein. Eingangs der 2. Runde knallt er mit Vollspeed an letzter Stelle liegend in die Planke der Startkurve. Fotografenkollege Ubbo Bandy stand in der Startkurve und erkannte einen Gasklemmer als Ursache für diesen schlimmen Crash. Anscheinend versuchte er noch, sein Bike umzulegen, doch kam die Bande zu schnell. Sebs rechter Unterschenkel erlitt einen Trümmerbruch, und er war völlig aufgelöst, als sich die Sanitäter und Familie auf der Bahn um ihn kümmerten. Eine OP hat man am Sonntagmittag vorgenommen, eine weitere wird am Mittwoch folgen, so wie ich mittlerweile aus sicherer Quelle erfahren habe. Gute und schnelle Besserung von dieser Stelle Der Rerun:Nach gut einer halben Stunde hatte man auch die Planke repariert und die übrigen 5 Fahrer schritten zur Tagesordnung. Pijper kommt als bestes aus dem Band und führt. Riss folgt und kann ihn einholen. 2 Punkte aus dem ersten Heat waren aus seiner Sicht auch wirklich zu wenig. Dubernards 3. Platz ist kurz vor dem Ziel gefährdet, denn hat Janoschka nach Rang 5 sich zunächst Niedermeier geholt und klebt nun am Hinterrad des Franzosen. Janoschka fehlen nur wenige Meter zu 3 Punkte aus diesem Heat. Niedermeier schließt dieses 5er-Feld ab. Heat 7:Gleich nach dem Start fällt Diener wegen eines Motorschadens aus, während sich Kylmäkorpi die Spitze sichert. Dubs liegt auf Rang 2, doch kann er keine Gegenwehr leisten als sein Landsmann Mat Tresarrieu auf Rang 2 vorfährt. Eijbergen setzt sich gegenüber Niedermeier durch und kommt auf Rang 4 ins Ziel. Heat 8:Barth macht alles schon in der Startkurve dieses Laufes klar. Ein Start-Ziel-Sieg und 5 weitere Punkte legen nun schon mal den Grundstein für das A-Finale. Von Rang 4 aus arbeitet sich derweil Pijper vor, der im Ziel hinter Barth ankommt. Janoschka muss den Niederländer ziehen lassen und verliert dadurch Rang 2. Unglücklich verliert auch Phillips noch einen weiteren Punkt, da ihm in der Zielkurve der Zahnriemen reißt. Steph Tresarrieu kann vorbeiziehen und hat somit einen wichtigen Zähler mehr auf dem Konto. Ohne Chance und Punkt erreicht Rokeberg das Ziel. Heat 9:Für Seb Tresarrieu kommt nun der über den Ausgang des Last Chance Heats enttäuschte Andrew Appleton in diesen Lauf. Riss erobert sich die Führung und bleibt auch an der Spitze bis ins Ziel. Appleton allerdings arbeitet sich mutig von Rang 4 auf 2 vor und schreibt wichtige 4 Punkte. Mit seiner Überholaktion kann er Schützbach und Tebbe hinter sich lassen. Die Ortema-Boys Schützbach und Tebbe fighten derweil ihren eigenen Kampf um die bessere Platzierung aus. Rudolph sichert sich, nach seinem grandiosen Laufsieg aus dem Durchgang zuvor, nun noch einen Punkt, nachdem er Schneiderwind ans Ende des Feldes beförderte. Heat 10:Mat Tresarrieu bringt sich mit diesem ungefährdeten Laufsieg wieder zurück ins A-Finale, wie sich am Ende dieses Durchganges rausstellen sollte. Pijper hingegen erarbeitet sich nach dem Überholvorgang auf Phillips Rang 2 und ebenfalls das A-Final-Ticket. Phillips bleibt auf Rang 3 vor Rokeberg, der nun seine ersten 2 Punkte schreibt, Niedermeier und den resignierenden Diener. Heat 11:Im Wechsel zu Appleton darf nun Jannick de Jong den Startplatz seines Freundes Seb Tresarrieu einnehmen. Doch auch bei ihm reißt der Zahnriemen und er kommt nicht weiter, als bis zur 2. Runde. Dafür tobt der Kampf an der Spitze. Der wirklich super gut aufgelegte Schützbach führt vor Barth. Doch Fighter Barth schaut nicht lange und zieht nach einer Runde am Baindter vorbei. Schützbach, der eines seines besten WM-Rennen bis hierhin abrufen konnte, bleibt auf Rang 2 vor Steph Tresarrieu, Janoschka und Schneiderwind. Heat 12:Riss fährt sich bis ins Ziel einen beruhigenden Vorsprung mit Kylmäkorpi im Schlepptau heraus. Doch dahinter tobt der Kampf um die weiteren Plätze, in dem Tebbe, Rudolph und Dubernard involviert sind. Eigentlich schon kurz vor dem Ziel geschlagen, macht Tebbe noch einmal den Gashahn auf und schiebt sich direkt an der Planke vor seinem Landsmann und dem Franzosen zu 3 Punkten vorbei. Hui, das hätte auch übel ausgehen können, denn waren alle 3 sehr eng nebeneinander. Nichts damit zu tun hatte Eijbergen, der sich dieses Szenario von Rang 6 aus ansehen konnte. Kleines Fazit:Alle Punkte der Vorrunde zeigten eindeutige Wegweisungen in Richtung der Finals auf. Besonders zu erwähnen sind bis jetzt aber schon einmal die Leistungen von Dubernard, Schützbach, Rudolph und Tebbe. Die 3 Deutschen kämpften am meisten und fanden sich neben Dubs sowie Phillips und Janoschka im B-Finale wieder. Schaut man auch einmal auf ihre Vorlaufpunkte, so lagen sie alle nur 2 Punkte auseinander. Das versprach - zumindest von der Papierform her – ein mehr als interessantes B-Finale zu werden. Doch bevor es soweit war, musste erst das C-Finale gestartet werden. C-Finale:Von innen nach aussen: Diener (4), Rokeberg (2), Eijbergen (3), Appleton (4), Niedermeier (3), Schneiderwind (5). Wie sich in den Vorläufen schon heraus kristallisierte, waren die Plätze rot und schwarz-weiß die besten Plätze. Schneiderwind, der von aussen startet gewinnt dieses Finale nach Kampf mit Rokeberg, der in diesem Lauf wie Phoenix aus der Asche wirkte. Appleton kämpft sich von Rang 6 aus an die 3. Stelle vor und verdrängt somit Diener, Eijbergen und Niedermeier auf die weiteren Plätze. B-Finale:Dubernard (10), Phillips (10), Rudolph (9), Janoschka (9), Schützbach (10) und Tebbe (11) nehmen von innen nach aussen am Startband Aufstellung. Tebbe scheint sich wie alle anderen zuvor auch aussen an der Bande der Startkurve den Weg zur Führung zu ebnen, doch gelingt es ihm nicht ganz. Er fällt zurück und muss sich hinter Phillips, Rudolph und Dubernard im Ziel einreihen. Janoschka und der nun geschlagene Schützbach komplettieren diesen Einlauf. A-Finale:„Die Helmfarbe bitte sauber wieder mitbringen.“ Dieses waren noch die Worte vom Team Rudolph, die Bart die schwarz-weiße Helmfarbe für das A-Finale liehen. Riss (17), Pijper (16), Kylmäkorpi (18), Mat Tresarrieu (14), Steph Tresarrieu (13) und Barth (19) stellen sich von innen nach aussen dem Startmarshall. Barth nimmt sich die Worte seiner Boxennachbarn im Fahrerlager an und sieht zu, dass der Helmüberzug an der Spitze sauber bleibt. Er liegt im Ziel weit in Front und hat somit den 2. WM-Sieg dieser Serie in der Tasche. Riss scheint als Erster folgen zu können, doch dann schafft es Kylmäkorpi dann ausgangs der letzten Ecke doch noch irgendwie, innen am Multi-Weltmeister vorbei zu ziehen. Rang 2 für den Finnen, Platz 3 für Riss. Am Podest vorbei schliddern somit Pijper und die Brüder Mat und Steph Tresarrieu, die ihr Familienduell mit Mat als Sieger beenden. Das Ergebnis - Die ZwischenwertungDas Morizes-Fazit:Negativ: Übel aufgestoßen ist mir in der Startkurve der Trainingssession ein Fotograf, der nur knapp 3 Meter von der Innenlinie auf seinem Hocker saß und auch sitzender Weise (!) die Actionfotos machte. Ich „petzte“ dieses Szenario Josef Hukelmann, der dem anscheinend unbefangenen Kollegen auf die Gefahren hinwies. Leider waren die Sanitären Anlagen im Fahrerlager am Freitagabend alles andere als nutzbar. Im Laufe des Renntages ging es dann aber. Teilweise schon in der Startphase der Akteure am Band, hantierte der Startmarshall immer noch herum. Der Kaffee war eindeutig zu stark. Der Sturz von Sébastien im 2. Durchgang war der einzige Negativpunkt aus Sicht des Renngeschehens. Ansonsten war es wieder einmal ein perfekter Rennabend mit viel Action und klasse Fights. Positiv: Die Begrüßung am Freitagabend durch die Clubmitglieder des MC Morizes war wieder einmal herzlich. Danke noch einmal für den kleinen Imbiss, den wir nötig hatten. Harm Jannes Renkema, der aufgrund seiner Verletzung auf seine WM-Teilnahme komplett verzichten muss, war mit seiner Freundin und seinen Eltern als Zuschauer vor Ort. Der Plausch mit Hans Otto Pingel in der langen Pause über die „guten alten Zeiten“ hat richtig Spass gemacht. Aber auch die Storys, die Enrico Janoschka und sein Mechaniker zu erzählen wussten, waren mehr als amüsant. Die Zeit bis zum nächsten Programmpunkt am Abend verging so fast wie im Fluge. Ich bin immer wieder überwältigt, welche Fortschritte Matt Read nach dem Unfall vor 2 Jahren in Morizes macht. Wie schon öfters zu sehen, war er im Team von Joonas Kylmäkorpi integriert und kümmerte sich zwischen den Läufen ums Material. Er ist mein persönlicher wahre Held der Szene. Danke noch einmal an Martha und René für die Fahrgemeinschaft.
Danke auch noch einmal an Jenny und Linda. Ihr wisst schon wofür ;-) Richtigstellung:Gleich nach dem Eintreffen des Team Barths im Fahrerleger wurde ich durch die Mechaniker Disco und Michel darauf aufmerksam gemacht, dass mir bei meinem Memmingen-Fazit ein Fehler unterlaufen war. Es waren doch im Fahrerlager Duschen vorhanden, was ich leider als nicht vorhanden in meinem Negativ-Fazit „angekreidet“ hatte. Sorry noch einmal – aber nun ist dieses Missverständnis ja geklärt. |