Seitenwagen EM Semi in Noordwolde
09.07.2006

09.07.2006 09:46:54
Das Training am Morgen
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Start-Ziel-Sieger

Eine Klasse für sich waren einmal mehr die Matthijssens. Sie fuhren beim 1. Semifinale zur Europameisterschaft in den 4 Vorläufen klar auf der 1 ins Ziel. Sie kamen aber auch besten mit den extrem engen aber sehr breiten Kurven zurecht und gingen wiederum als haushohe Favoriten in den Endlauf.

Nach 2 Durchgängen hatten sie aber starke Konkurrenz in den Detz-Brüdern. Wilfried und Denny fuhren in den anderen Läufen der ersten 2 Durchgänge ebenfalls 2 Laufsiege ein und sollten sich somit den Weg auch schon halb geebnet haben, was einen der 4 Plätze für das A-Finale anging. Denn wie bei der Solo-EM-Serie werden auch hier die 2 ersten des B-Finals das A-Endlauffeld auffüllen.

„Den Stress mit dem B-Finale wollte ich mir nicht antun. Mein Ziel war es, zunächst unter die Top 4 zu kommen“, so Stefan Brandhofer. Mit Stefan Peters war er auch nach der Vorrunde das beste Team aus Deutschland.

Doch zurück zum Rennen: 2 weitere Läufe standen für die Detz-Brothers noch an, doch diese mussten sie nun gegen die Matthijssens bestreiten. Trotz der nun eingefahrenen Mitfavoriten-Stellung kamen sie aber jeweils nur auf Rang 3 ins Ziel. Zum einen mussten sie sich Karl Keil und Berit Tralau und zum anderen Raymond de Rooy und Sandra Mollema auch noch geschlagen geben. 16 Punkte hatten sie am Ende auf dem Konto – das reichte locker zum 2. Vorlaufplatz.

Brandhofer/Peters holten ebenfalls 16 Zähler, doch verbuchten sie nur einen Laufsieg, sowie 2 zweite Plätze und einen 3. Rang. Das gemischte Doppel mit gemischter Lizenz Keil/Tralau schaffte dann als Vorlaufvierte mit 15 Punkten bei 3 zweiten Plätzen und einem 3. Rang ebenfalls schon das gesicherte EM-Final-Ticket für Melsungen am 05./06. August.

Die Briten Shaun Harvey und Danny Hogg verfehlten die direkte Finalteilnahme um einen Zähler. Vom Laufsieg bis hin zu einem 4. Rang fuhren sie alles ins Ziel. Stark kämpften dann Raymond de Rooy und Sandra Mollema, die auf eine große und lautstarke Fangemeinde bauen konnten. 12 Punkte waren ihre Ausbeute, was Vorlaufrang 6 bedeutete. Mit guten Chancen gingen sie dann in das B-Finale, in das aber auch Lester und Anthony Goodwin starteten.

Auch wenn die Punktezahl von 7 eine deutliche Sprache gegenüber den 12 von de Rooy sprach, muss man aber auch erwähnen, dass die Briten 2 Ausfälle einstecken mussten. So gesehen waren die 7 Punkte aus 2 Läufen ein Achtungszeichen dafür, dass auch sie zu den Top-Akteuren gehören sollten.

Eine faire Geste

Doch da beim 2. Ausfall im letzten Vorlauf das Gespann nun endgültig platt war, mussten sie eine Lösung finden. Die Matthijssens stellten ihnen somit ihr 2. Gespann zur Verfügung und die Jagd aufs EM-Ticket machte wieder Sinn.

Ebenfalls noch mit am Start des B-Finals waren die Franzosen Gil Letard mit Serge Pocheron (6) sowie Marco Hundsrucker mit Florian Niedermeier und Pascal Bessonet mit Richard Bertrand (jeweils 5 Vorlaufpunkte) Der deutsche Vizemeister Hundsrucker hatte sich eigentlich das Ziel gesetzt, am Ende unter den EM-Finalisten zu gehören, doch konnte er sich von Anfang an nicht auf die Bahn einstellen. Besonders die Starts machten dem werdenden Vater arge Probleme.

Das B-Finale

Von innen nach aussen gingen Letard, Bessonet, de Rooy, Hundsrucker, Goodwin und Harvey ins B-Finale. Die beiden englischen Teams machten ihre Positionen auf 1 und 2 schon gleich klar, während dahinter Hundsrucker mit dem Rooy um Rang 3 kämpfte. Der de Rooy-Fanclub gab alles, doch verstummten die Stimmen in der letzten Ecke. Raymond fiel aus!!! Und das war dann auch das endgültige Aus in Sachen Kofferpacken für Melsungen.

Für Hundsrucker, der nun auf Rang 3 ins Ziel kam, war es dann aber doch eine kleine Versöhnung, zumindest als 1. Reservist dem EM-Feld zur Verfügung stehen, auch wenn er sein Ziel in einer besseren Platzierung sah. Die Franzosen Letard und Bessonet fuhren somit auf den Plätzen 4 und 5 ins Ziel.

Das A-Finale

Nachdem die Startplätze rot und blau für die B-Final-Nachrücker übrig blieben, kam es beim A-Finale, dass eigentlich nun keine Bedeutung in bezug auf die EM-Tickets mehr hatte, zur folgenden Aufstellung: Harvey, Goodwin, Detz, Brandhofer, Matthijssen und Keil.

William und Nathalie waren sofort weg und fuhren zum 5. Mal einsam an der Spitze zum Lauf- und nun auch zum Tagessieg. Rang 2 sicherten sich ziemlich schnell Harvey/Hogg, während die Detz-Boys sich mit Brandhofer um Rang 3 stritten. Ein Rempler seitens Wilfried brachte Stefan dabei fast noch zu Sturz, nachdem er ihn damit von Rang 3 verdrängt hatte, doch konnte der jüngere der fahrenden Brandhofers das Gespann geschickt abfangen.

Belohnt wurde er mit Stefan Peters am Ende aber nicht: Am Ende der Zielkurve der 3. Runde fabrizierte er noch einen Fahrfehler und musste den Weg ins Innenfeld aufsuchen. Durch dieses Missgeschick kamen die Goodwins auf dem Matthijssen-Gespann nun noch auf Rang 4 ins Ziel, während Keil und Tralau erst gar nicht ins Renngeschehen mehr eingriffen, da sie nach der Startkurve das Rennen beendeten und ins Innenfeld fuhren.

Schon vor den Finals aus dem Rennen

Völlig untergegangen sind die Teams, die auch nicht in die Nähe der Finalrunde kamen. Dazu gehörten auch leider Andreas Horn und Nico Näger. Sie kämpften verbissen, doch mehr als 3 Pünktchen konten sie nicht ins Ziel bringen.
Da Jojo van der Werff und Erik van Dijk durch die Alkohol-Kontrolle rasselten und nicht mehr starten durften, kamen die 2 Reserve Teams zum Einsatz. Björn Fauske und Dennis ten Hove brachten in ihren 2 Outings 1 Punkt ins Ziel, während die Reservisten aus Frankreich Kael Labat mit Julien Leglise bei ihren 2 Einsätzen gar nicht das Ziel erreichten.

Sie sorgten für ein Schrecksekunde, als sie im 6. Heat ins Innenfeld rauschten und über den vom Bahndienst geschaffenen Erdboden-Haufen flogen. Wie durch ein Wunder verletzten sie sich nicht bei diesem ungewöhnlichen Abritt und konnten in Heat 7 wieder ans Band. Aber hier stoppte sie ein Ausfall.

Vorschau

Am 23.07. wird das 2. Halbfinale zur EM in Alsfeld Angenrod gestartet. Und wie man hörte, wird das Rennen dort im 4er-Modus gestartet. Das heisst also, dass dort nur die ersten 2 der Vorlaufrunde direkt im A-Finale stehen, während die Vorlaufplatzierten 3-6 im B-Finale kämpfen werden. Das hat aber so gesehen keine weiteren Auswirkungen, denn die Akteure, die im B-Finale stehen, werden alle in Melsungen mit am Band stehen und der Sieger des dann ausgefahrenen C-Finals erhält das Reserve-Ticket.

ARAI Special Senioren

Wie ein Rohrspatz schimpfte Ramon Stanek bei der Begrüßungsrunde im Fahrerlager. Was war denn nun passiert? Auf dem Weg nach Noordwolde machte das Team einen Stop auf einer Tankstelle, während Ramon noch etwas schlief. Als er im Fahrerlager ankam, dachte er zunächst an einen Scherz seiner Leute, als ein Schuh fehlte. Doch der Schuh war weg – einfach unauffindbar. Er ist mit Sicherheit auf der Tankstelle aus dem Transporter gefallen und keiner hat es bemerkt. Ramon stiefelte also auch vor und nach dem Rennen in seinen Rennschuhen durch die Gegend und war richtig böse.... (Man gut, dass nicht die Rennstiefel verloren gingen, denn die brauchte er ja viel dringender.)

Aufgrund einer sehr langen Verletztenliste bekamen neben Ramon auch noch Jens Klein und Toni Kröger aus unserer deutschen B-Lizenz die Möglichkeit, gegen die zum Teil international erfahrene Cracks anzutreten. Für Klein und Stanek war es auch noch einmal ein gutes Warm Up für den kommenden Donnerstag, denn da werden unsere nationalen Youngster in der B-Gruppe im französischen Marmande an den Start gehen.

Die deutschen Vertreter

Am besten in Szene setzten konnte sich von dem Trio Stanek, der sich bis ins A-Finale kämpfen konnte. Nach 8 Vorlaufpunkten und vielen Zweikämpfen, setzte er sich als Sieger des B-Finals durch und stand mit Niederlands-Youngster Pascal Swart im A-Finale.

Toni Kröger, der zwar immer sauschnell aus den Bändern kam und zum Teil auch vor einem Dirk Fabriek oder Jannick de Jong durch die Startkurve pfiff, hatte mit der Zielkurve immer wieder seine Probleme. „Ich weiss nicht mal, wie ich in die Kurve reinfahren soll“, so Kröger während des Rennes. Er hatte die größten Probleme, sich auf diese extrem engen Kurven einzustellen und probierte von Lauf zu Lauf immer wieder eine andere Linie. Nach einem Sturz an der Spitze konnte er sich im ersten Heat aber wieder aufrappeln und fuhr noch weiter. Rang 5, 2 und 6 spiegeln seine „nur“ 8 Punkte somit wieder. Im B-Finale setzte sich sein Können aber gegen die Resignation durch und rundete seinen ersten Renneinsatz in Holland mit Rang 8 ab.

Im Gegensatz zu Stanek und Kröger tat sich Klein aber noch schwerer, der schon gar nicht wirklich wie gewohnt aus den Bändern kam. Nach einer Aufgabe wegen verdrehtem Knies, einem Punkte und einem Ausfall kam im B-Finale noch ein Ausrutscher hinzu. Angehakt und an Marmande gedacht. Da werden die Karten wieder neu gemischt.

Das Renngesehen der anderen Jungs

René van Weele kam als einziger der Top-Piloten ungeschoren aus der Vorrunde und lag mit 15 Vorlaufpunkten an der Spitze. Vom Fahrstil her war René auch derjenige, der am ehesten im Speedwaystil fast perfekt um die Ecken kam. Fabriek und auch de Jong hingegen, mussten jeweils einmal in Führung liegend wegen Ausfällen das Innenfeld vorzeitig aufsuchen. Bei Dirk war es ein lockerer Vergaser und bei Jannick ein Zahnriemenproblem. Dieser war zwar noch ganz, aber alle Zähne waren wie weg rasiert.

Mit 11 und 12 Vorlaufpunkten standen sie aber ebenfalls im A-Finale wie René. Mark Stiekema und Sjoerd Rozenberg, die beide auch 12 Punkte in ihren jeweils 3 Läufen ins Ziel brachten, ersparten sich das B-Finale.

Das A-Finale

Auf Swart musste vor dem Start zum letzten Lauf dieser Klasse gewartet werden. Doch das Tor blieb zu und er hatte keine Chance mehr, sein Reservebike auf die Bahn zu bringen. So wurde das Finale nur mit 6 Fahren gestartet. De Jong setzt sich gleich vor van Weele durch gefolgt von Stanek. Doch unser Fighter musste sich erst Fabriek und dann auch noch Stiekema beugen, der sich Meter um Meter aus zunächst abgeschlagener Position an Ramon heran sog. Rozenberg kam mit der roten Laterne ins Ziel.

Nach dem Finale stapfte ein wütender Fabriek zum Rennleiter Henk Spijker. Für die Startaufstellung des Finals wurde ihm die 3. Bahn auferlegt, doch war es aus seiner Sicht die vermeintlich schlechtere 2. Bahn, von der er ins Rennen gehen musste. Dennoch: er kämpfte um einen Podestplatz und wurde mit Rang 3 belohnt.

Das EM-ErgebnisDas Dutch Open Ergebnis

Das Noordwolde-Fazit:

Negativ:

Im Rahmenprogramm der Shorttrack Klasse stürzte Erwin Mulder nach einem Highsider und verletzte sich schwer. Der angeforderte Hubschrauber brachte ihn nach einer guten Stunde Erstversorgung auf der Bahn in eine Spezialklinik für Kopfverletzungen nach Zwolle.

Gute Besserung an dieser Stelle

Die Bewässerung der Bahn war ungleichmäßig, so dass einige matschige Stellen zu extremen Schwierigkeiten führten.

Der neue Finalmodus forderte mit Raymond de Rooy und Sandra Mollema ihre Opfer. Nach 12 Vorlaufpunkten und einem 6. Vorlaufplatz landeten sie nach einem Ausfall im B-Finale am unteren Ende der Ergebnisliste.

Positiv:

Die Matthijssens stellten ihr 2. Gespann zur Verfügung, nachdem diese wegen technischen Defekts auf ihrem eigenen in den Finals nicht mehr antreten konnten. Eine faire Geste

Mit Jens Klein, Ramon Stanek und Toni Kröger erhielten 3 deutsche B-Lizenz-Fahrer einen Start in der ARAI-Special-Senioren Klasse und fuhren hier zum Teil gegen internationale Lizenzinhaber.

9 Kids aus der 50ccm KLasse begleiteten zunächst die EM-Teilnehmer bei der Fahrervorstellung auf ihren Bikes. (Kleine Wettfahrten mit den "Großen" waren dabei nett anzusehen) In 3 Läufen demonsitierten sie dann auch, was bei uns in der Schülerklasse A fast regelmässig zu den Rennen gehört: Dem Nachwuchs eine Chance.

Der Schuh ist wieder da! Auf dem Rückweg fuhr das Team Stanek die Tankstelle wieder an. Man hatte den verloren geglaubten Schuh wieder gefunden und Ramon konnte endlich aus seinen Rennstiefel.